Förderinitiative 1: "Regionales Übergangsmanagement (RÜM)"
Die Förderinitiative "Regionales Übergangsmanagement" diente der Steigerung von Effektivität und Qualität der Förderinstrumente des Übergangsmanagements, durch Verbesserung regionaler Kooperationen und Stärkung vorhandener Netzwerkstrukturen.

"Schule - und dann?" - Diese Frage stellen sich alle Jugendlichen. Ihnen bieten sich eine Fülle von Möglichkeiten. Doch welcher Weg ist für sie der richtige? Orientierung, Beratung und Begleitung sind bei dieser wichtigen Entscheidung gefragt, besonders für Jugendliche mit schlechteren Startchancen ins Berufsleben. An diesen Stellen setzten die Projekte des "Regionalen Übergangsmanagements" an. Sie versuchten die Zusammenarbeit der zahlenreichen Institutionen und Anbieter am Übergang von der Schule in die Ausbildung zu verbessern. Wesentliche Ziele waren die Verbesserung der Berufsorientierung zu Schulzeiten und eine rasche Einmündung in die betriebliche Ausbildung oder in ein geeignetes weiterführendes Bildungsangebot. Warteschleifen, Bildungsabbrüche und Orientierungslosigkeit müssen reduziert werden - nicht zuletzt um den Fachkräftenachwuchs zu sichern.

Ein Regionales Übergangsmanagement arbeite hierzu mit Schule (Schulverwaltung, Schulaufsicht und auch einzelnen Schulen), dem Jugendamt, der Arbeitsagentur, dem Jobcenter, den Kammern sowie Vertretern und Vertreterinnen der Migrantenorganisationen zusammen. Angesprochen wurden die Schülerinnen und Schüler, insbesondere der Haupt- und Förderschulen, die Lehrkräfte, die Eltern und die Betriebe der Region.

Von den regionalen Koordinierungsstellen wurden Strukturen aufgebaut und Verfahren entwickelt, um im Übergangsgeschehen Transparenz in der Angebots- und Nachfragesituation herzustellen, Entscheidungswege begleiten zu können und um die regionale Abstimmung durch Verbesserung der Kooperationen und der Gremienarbeit zu erreichen.

Zu den Leistungen der Projekte gehörten:

  • Die Einrichtung und organisatorische Betreuung von Koordinationsgremien für Abstimmungen und Entscheidungsfindungen, 
  • die Schaffung von Planungsgrundlagen durch Bestandsaufnahme der Angebote,
  • die Verbesserung der Angebotstransparenz (z.B. über Datenbanken und fremdsprachliche Informationen), 
  • die Durchführung von Schülerbefragungen, Längsschnittuntersuchungen oder die Arbeit mit  Dokumentationssystemen, 
  • die Elternarbeit und die Öffentlichkeitsarbeit durch Informations- und Beratungsangebote sowie durch Kooperation bei der Ausrichtung von Informationsveranstaltungen und Ausbildungsmessen,
  • Implementation von Konzepten und Methoden zur Berufsorientierung mit allgemeinbildenden Schulen und der Wirtschaft.

Beispiele aus einigen Regionen der ersten Förderrunde:

  • Das RÜM (Regionales Übergangsmanagement) Mülheim an der Ruhr erstellte einen jährlichen Übergangsreport, in dem u.a. unentschuldigte Fehlzeiten in den Schulen wiedergegeben werden.
  • Durch das RÜM Herford ist eine Vereinbarung zur Ausgestaltung der Zusammenarbeit zwischen den Berufskollegs und den Anbietern von Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen zu Stande gekommen. Diese Vereinbarung setzt u.a. regionale Standards für die Zusammenarbeit, zur Abstimmung des Curriculums und zur Beratung.
  • Das RÜM Stuttgart hat an allen Haupt- und Werkrealschulen das Stuttgarter Berufswahl-Portfolio eingeführt und schult die Multiplikatoren.
  • Das RÜM Mainz hat mit großen Unternehmen in der Region eine Praktikumszeitendatenbank geschaffen.
  • Vom RÜM Marburg-Biedenkopf stammen Qualitätskriterien für Praktika.
  • Das RÜM Nürnberg schaffte Qualitätsstandards für die lokale Umsetzung der BMBF Initiative „Bildungsketten“.
  • RÜM Güstrow hat ein Lehrerfortbildungsprogramm zur geschlechterbewussten Berufsorientierung entwickelt.

Die Erfahrungen aus der ersten Förderrunde, die im Jahr 2012 endete, zeigen:

  • Durch das Programm hat sich die Kommunikation der Beteiligten im Übergangsgeschehen und die gemeinsame Verständigung auf Ziele und Maßnahmen deutlich verbessert.
  • Auf Grund des regelmäßigen und koordinierten Austausches, der politischen „Rückendeckung“ in der Region und aufgrund der geschaffenen Transparenz wird konstruktiver zusammengearbeitet als zuvor.
  • Als Verbesserungen wurden von den Akteuren des Übergangsbereichs u. a. genannt: die Verbesserung der Berufsorientierung in den Schulen, konkretere Berufsziele, ein höherer Anteil bestandener Hauptschulabschlüsse, die Etablierung von Bildungsbeauftragten in Migrantenorganisationen, die Sensibilisierung von Unternehmen für chancenarme Jugendliche, die Verbesserung von Anschlüssen aufgrund einer passgenauen Beratung, die Verringerung von Warteschleifen und die Erhöhung des Anteils von Hauptschülern und -schülerinnen in der dualen Ausbildung.
  • Durch das Programm hat sich die Einsicht verbreitet, dass bei der Gestaltung der Übergänge von der Schule in die Ausbildung eine beständige, kommunale Koordinierung notwendig ist – kreisfreie Städte und Landkreise als Träger verfügen hierzu über die besten Voraussetzungen. Erst aber ein eindeutiges Engagement von politischen Gremien und der Spitze der Verwaltung versetzt die Kommune in die Lage, unter den Akteuren des Übergangssystems die Rolle eines neutralen, aber auch engagierten Mittlers auszufüllen.
  • Bei ersten Projekten zeichnet sich ab, dass sie im Anschluss durch die Förderung des BMBF in Teilen durch die Kommune oder im Rahmen von Initiativen der Länder (u.a. NRW, Schleswig-Holstein) fortgeführt werden.

 

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