Freiburg
SeNO - Service Nachqualifizierung Oberrhein, Baden-Württemberg, Förderlaufzeit: 01.05.2008-31.03.2012


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Handwerkskammer Freiburg
Linnéstraße 5
79110 Freiburg

www.senoweb.de


Im Handwerkskammerbezirk Freiburg mit den Arbeitsagenturbezirken Offenburg, Freiburg und Lörrach beträgt der Anteil an- und ungelernter Beschäftigter im Durchschnitt ca. 20 Prozent (ca. 90.000). Unter den Arbeitslosen haben rund 40 Prozent keinen Berufsabschluss. Der Anteil jüngerer Erwerbstätiger ohne Berufsabschluss beträgt ca.15 Prozent (ca. 14.000) und der Anteil bei den ausländischen Erwerbstätigen liegt über 36 Prozent. Das Arbeitslosigkeitsrisiko von An- und Ungelernten im Bezirk der HWK Freiburg ist deutlich erhöht, insbesondere wenn sie über einen Migrationshintergrund verfügen.

Die vielfältigen Angebote in der Region zur Weiterbildung im gewerblich-technischen Bereich beziehen sich beispielsweise auf die Bildungsbausteine des ZWH zur Nachqualifizierung oder die Ausbildungsbausteine des BiBB für Altbewerberinnen und Altbewerber. Sie basieren auf den Angeboten der regionalen Weiterbildungsträger und auf Angeboten der HWK Freiburg, wie dem unter www.wissen-hoch-drei.de modular abrufbaren Bildungsbaukasten für 11 Branchen.

Ein bestehendes loses Netz von Kooperationen zwischen Kammern, Arbeitsagenturen und ARGEn, Unternehmerverbänden, Weiterbildungsträgern und Migrationsdiensten führte bisher noch nicht zu ausreichenden Abstimmungsprozessen und Erfolgen bezüglich abschlussbezogener Nachqualifizierung. Daneben sind die Finanzierungsinstrumente der Agenturen für Arbeit beziehungsweise der ARGEn den Arbeitgebern und Nachfragenden häufig nicht oder nur unzureichend bekannt oder wenig kompatibel zu den regionalen Weiterbildungsangeboten.

Damit stellt sich die aktuelle Weiterbildungssituation in der Region als nicht zukunftsfähig dar. Im Bezirk der HWK Freiburg existieren derzeit zu wenig abgestimmte und tragfähige Kooperationsstrukturen bezüglich einer abschlussbezogenen modularen Nachqualifizierung, die von interessierten Firmen und Personen in der Praxis genutzt werden.

Der dargestellte Qualifizierungsbedarf mit der ungenügenden Angebotsstruktur ist Ausgangspunkt für die geplanten Aktivitäten des Projekts. Es geht hierbei vor allem darum, ausgehend von den vorhandenen regionalen Kooperationsstrukturen ein tragfähiges und transparentes Netzwerk zu entwickeln, das die am Arbeitsmarkt tätigen Akteure - Kammern, Agenturen für Arbeit, ARGEn, DGB, Weiterbildungsträger, Migrantenorganisationen - stärkt und dauerhafte Kooperationsstrukturen erzeugt. Notwendig ist die Einrichtung einer Servicestelle zu allen Fragen der Nachqualifizierung (NQ) als kompetente Schnittstelle zwischen den Firmen, den An- und Ungelernten und den regionalen Bildungsträgern.

Informationsveranstaltungen und intensive zielgruppenspezifische Öffentlichkeitsarbeit bereiten die Aktionen vor und begleiten diese. Qualifizierte Befragungen von Arbeitgebern vor Ort ergeben in der Auswertung den regionalen und branchenspezifischen Bedarf an Nachqualifizierung, nach dem die Weiterbildungsträger und Finanzgeber der Region ihre Angebote ausrichten. Über eine Internetplattform werden die Dienstleistungen des Projekts transparent und individuell abrufbar sein. Firmenseminare sensibilisieren Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie Personalverantwortliche für das Thema Nachqualifizierung. Die Firmen erfahren eine weitreichende Unterstützung bei der Qualifizierung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, kooperieren bei der Durchführung des Projekts und tragen so zur Verstetigung der Ziele bei.

Ergebnisse

Am 31. März 2012 endet das Projekt SeNO. In seinen vier Jahren Laufzeit konnten in den verschiedenen Projektschwerpunkten folgende Ergebnisse erzielt werden.

Die Betriebsbefragung SeNO zur Erhebung betrieblicher Bedarfe

Über die gesamten vier Jahre Projektlaufzeit besuchten die Bildungsberaterinnen und Bildungsberater von SeNO Betriebe vor Ort, um über Nachqualifizierung (NQ) zu informieren, aktuelle und zukünftige Bedarfe an NQ zu ermitteln und Betriebe sowie An- und Ungelernte für eine modulare NQ zu gewinnen.

Zahlen zur Betriebsbefragung:

  • 2.502 Anschreiben wurden an Betriebe versendet,
  • 722 Befragungen zur Ermittlung betrieblicher Bedarfe wurden in Betrieben vor Ort durchgeführt,
  • 471 Serviceleistungen wurden für Betriebe erbracht (z.B. Vermittlung von Betriebsanliegen an Agenturen für Arbeit, Kammern und Bildungsdienstleister).

Neben den Informationen über SeNO, abschlussorientierte modulare NQ und aktuelle NQ-Angebote der Region erwies sich ein von SeNO erstellter Förderkatalog als wichtiges Hilfsmittel in der Beratung. Er entstand als ein Produkt der Netzwerkarbeit, der die regional gültigen finanziellen Fördermöglichkeiten für Betriebe oder An- und Ungelernte zusammenfasst und übersichtlich darstellt. Der Förderkatalog diente im Projekt sowohl als Türöffner als auch als zentrales Beratungsinstrument, das ebenfalls durch Netzwerkpartner genutzt wurde und noch wird. Der Förderkatalog wird auch nach Projektende in regelmäßigen Abständen aktualisiert und auf der Homepage von SeNO zum Download zur Verfügung gestellt.

Durch die Betriebsbesuche vor Ort konnten Bedarfe der NQ transparent gemacht, gebündelt und entsprechende Angebote – wie z.B. die NQ-Maßnahme im Fachlagerbereich – entwickelt und umgesetzt werden. Darüber hinaus lieferte die Betriebsbefragung interessante Ergebnisse über regionale und branchenspezifische Besonderheiten.

Zwar konnte die geplante Zahl von Betriebsbesuchen nicht in Gänze realisiert werden, allerdings hat die Betriebsbefragung mit über 700 Befragungen vor Ort ihr Ziel, Betriebe für modulare NQ aufzuschließen, An- und Ungelernte zu finden und bedarfsgerechte Angebote zu entwickeln voll und ganz erfüllt. Belastbare Aussagen zu betrieblichen Bedürfnissen an NQ in Inhalt und Form wurden dadurch möglich. Aufgeschlüsselt nach Branchen und Regionen stehen diese Daten nun, zusammengefasst in einem Ergebnisbericht, in der Region Südlicher Oberrhein allen Interessierten zur Verfügung. Näheres findet sich dazu auf der Homepage von SeNO.

Aufbau eines regionalen Netzwerkes zur NQ

Ein tragfähiges Netzwerk der regionalen NQ-Akteure – wie Vertreterinnen und Vertreter der zuständigen Stellen (HWK und IHK), Agenturen für Arbeit, Jobcenter, Kreishandwerkerschaften, Schulen und Bildungsdienstleister – ist entstanden. Die Grundpfeiler im Projekt SeNO waren zum einen die Installation eines Projektbeirates auf strategischer Ebene und zum anderen der Aufbau von drei regionalen Arbeitskreisen Nachqualifizierung in den Regionen Offenburg, Freiburg und Lörrach auf operativer Ebene.

Der Projektbeirat traf sich im Projektverlauf sechs Mal, die drei regionalen Arbeitskreise Nachqualifizierung je nach Region drei bis fünf Mal. Der Projektbeirat beendet mit dem Projekt seine Arbeit. Durch die Unterstützung der Mitglieder konnten SeNO und die abschlussorientierte modulare NQ auf strategischer Ebene nachhaltig platziert werden.

Durch umfassende Netzwerkarbeit wurden Abstimmungsprozesse auf dem Weg modularer NQ und zur Externenprüfung vereinfacht, verkürzt und transparent gemacht. Gemeinsame Standards wie Bildungsplanungen oder Bausteinbescheinigungen mit Stempel der zuständigen Stelle wurden etabliert und bleiben auch zukünftig als wertvolle Hilfsmittel in der Region bestehen.

Öffentlichkeitsarbeit und Information über abschlussorientierte modulare NQ

Über das Projekt SeNO konnte eine Öffentlichkeit für abschlussorientierte modulare NQ im Kammerbezirk der HWK Freiburg geschaffen werden. Die Informationen zum Thema wurden über die Projektmitarbeiter und -mitarbeiterinnen und in Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern erreicht. Zu den Aktivitäten zählten:

  • Zeitungsartikel über erfolgreiche NQ
  • Erstellung und Verteilung von Newsletter, Flyer, Förderkatalog
  • Messeauftritte
  • Halten von Fachvorträgen
  • Fachveröffentlichungen, u.a. in den Praxisbänden des PT-DLR
  • Projektvorstellung bei den Kreishandwerkerschaften, Besuche von Innungsversammlungen, Ausbildertreffen
  • Beratung von Bildungsdienstleistern über Modularisierung nach BIBB- und ZWH-Bausteinen
  • Betriebsbesuche zur Information über modulare NQ und Erhebung von betrieblichen NQ-Bedarfen
  • Informationsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit den Agenturen für Arbeit und Joncentern
  • Veranstaltung von überregionalen Fachtagungen
  • Aufbau der Projekthomepage www.senoweb.de als Informationsplattform mit aktuellen NQ-Angeboten, Kontaktdaten, Hilfestellungen etc.

Die zu Projektbeginn geplanten Firmenseminare zur Sensibilisierung von Personalentwicklerinnen und Personalentwicklern, Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhabern kamen nicht wie geplant zustande. Das Interesse an dieser Form der Information war zu gering. Dafür zeigte sich im Projekt die zentrale Bedeutung der konsequenten Ansprache von Betrieben und der Betriebsbesuche vor Ort. Über die persönlichen Kontakte konnten die meisten Betriebe, An- und Ungelernte und Befürworter für das Projekt gewonnen werden.

Umsetzung von modularen NQ-Angeboten nach BIBB- bzw. ZWH-Bausteinen

Modulare NQ-Angebote nach BIBB- bzw. ZWH-Bausteinen in Bedarfsberufen konnten durch SeNO etabliert werden und haben sich zu Regelangeboten entwickelt. Beispiele hierfür sind NQ-Maßnahmen in den Berufen:

  • Fachkraft für Lagerlogistik
  • Fachlagerist/in
  • Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk „Fleischerei“ (Baustein 5 des BIBB, „Catering“)
  • Anlagenmechaniker/in (SHK)

Die Angebote konnten aufgrund regionaler betrieblicher Bedarfe mit Hilfe von SeNO entwickelt und erprobt werden. SeNO ermittelte und bündelte die betrieblichen Bedarfe, organisierte gemeinsam mit zuständiger Stelle, Bildungsdienstleister etc. die Maßnahmen und begleitete Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie auch die Betriebe in der Umsetzung. Von der Bildungsplanung bis zu fortlaufenden Überprüfungen der erworbenen beruflichen Handlungskompetenzen und Bausteinbescheinigungen begleiteten die Bildungsberater und -beraterinnen von SeNO die Maßnahmen.

Sowohl komplette modulare NQ-Maßnahmen, alle BIBB-Bausteine umfassend (Fachlagerberufe), als auch NQ-Angebote in einzelnen Bausteinen (Fachverkauf im Lebensmittelhandwerk) entstanden im Projektverlauf. SeNO konnte die Betriebe und die An- und Ungelernten dort abholen, wo sie standen und wo ihr Bedarf war. In beiden Fällen, im Fall einer kompletten modularen NQ-Maßnahme und im Fall der Teilqualifikation in einem Baustein standen jeweils die Externenprüfung und der anerkannte Berufsabschluss im Vordergrund. Dennoch hat sich herausgestellt, dass in Branchen wie im Lebensmittelhandwerk die Hürde, sich auf eine komplette NQ einzulassen, sowohl für die Betriebsinhaber als auch für die an- und ungelernten Beschäftigten hoch war. Durch eine Teilqualifikation in einem Baustein konnte aber der Einstieg in eine umfassende NQ erreicht werden, die perspektivisch zur Externenprüfung führt. Teilnehmerinnen, Teilnehmer und Betriebe konnten Vertrauen zu ihren eigenen Potenzialen fassen und ein positives Gefühl für berufsbegleitende Nachqualifizierung entwickeln. Die positive Resonanz nach der Beendigung zeigte, dass dieser Einstieg für die Beteiligten funktionierte und der Weg für viele nach diesem Baustein erst der Anfang ist. Auch die Fortführung der NQ-Angebote nach Projektende von SeNO spricht dafür, dass der Bedarf an solchen Angeboten nach wie vor groß ist.

Die Strukturierung einer NQ nach anerkannten modularen Systemen (BIBB/ZWH) hat im Projektverlauf SeNO zu positiven Effekten geführt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich positiv über die zeitliche und inhaltliche Strukturierung und die Möglichkeit, sich Schritt für Schritt zu qualifizieren, geäußert. Die Bildungsdienstleister befürworten nach wie vor die Möglichkeit des individuellen Ein- und Ausstiegs und der größeren Flexibilität in der Gestaltung individueller Bildungsgänge. Darüber hinaus konnten und können die NQ-Maßnahmen durch regelmäßige Kompetenzfeststellungen, Vermittlungsformen, die an der Vermittlung beruflicher Handlungskompetenzen und nicht der von Wissen orientiert sind, und der Bausteinbescheinigung als transparenter Beleg beruflicher Handlungskompetenzen bei der Anmeldung zu einer Externenprüfung profitieren.

Diese NQ-Gruppenmaßnahmen haben sich als Regelangebot etabliert, finden regen Anklang und werden in den Regionen genutzt.

Zahlen zur abschlussorientierten modularen Nachqualifizierung – NQ-Gruppenmaßnahmen

  • 140 Teilnehmer und Teilnehmerinnen wurden im Rahmen von 9 NQ-Gruppenmaßnahmen qualifiziert,
  • 9 NQ-Gruppenmaßnahmen in vier Berufen (Fachlagerist/in, Fachkraft für Lagerlogistik, Fachverkauf Lebensmittelhandwerk „Fleischerei“ (Baustein 5), Maschinen- und Anlagenführer/in Textil) wurden durchgeführt.

Verringerung des Anteils von An- und Ungelernten im Kammerbezirk

Die Verringerung des Anteils von An- und Ungelernten in der Region konnte nur zum Teil erreicht werden. Es stellte sich trotz hoher Zahlen von An- und Ungelernten als sehr schwierig heraus, diese auch für eine NQ zu gewinnen. Für viele Berufsfelder mit einem hohen Anteil von An- und Ungelernten existieren auch noch keine bundesweit einheitlich geschnittenen modularen Systeme, auf deren Umsetzung sich SeNO aber konzentrieren wollte.

Durch den Zugang über die Betriebsinhaber bei Besuchen in den Betrieben vor Ort konnten die An- und Ungelernten nicht immer ausreichend erreicht werden. Vorbehalte wie solche, die An- und Ungelernten nach Erreichen des Berufsabschlusses zu verlieren, konnten in vielen Fällen nicht aus dem Weg geräumt werden. Es zeigte sich, dass die Interessen von An- und Ungelernten und die der Betriebsinhaber oft auseinander gehen.

Die erreichte Zahl an individuellen NQs lässt sich auch dadurch erklären, dass trotz intensiver Betreuung durch SeNO die Wege zur Externenprüfung in der Region noch nicht standardisiert, transparent und vollständig vorhanden sind. So zeigte sich immer wieder, dass selbst in einem Landkreis – bei annähernd gleichem Kenntnisstand der Nachzuqualifizierenden und einer NQ in demselben Beruf – zwei völlig verschiedene Wege gegangen werden, angefangen bei der Organisation der Theorievermittlung bis hin zur finanziellen Förderung. Es erforderte in jedem individuellen Fall ein hohes Engagement und Flexibilität bei allen Beteiligten.

Schwierigkeiten bereitet auch die konsequente Durchführung von individuellen Nachqualifizierungen nach Bausteinen des BIBB oder der ZWH. Sind keine den Bausteinen entsprechend geschnittenen Angebote zur Theorie- und Praxisvermittlung in der Region vorhanden, müssen diese mit verfügbaren Angeboten gefüllt werden. So erscheinen diese NQs oft zu wenig wie aus einem Guss.

Die Umsetzung individueller Nachqualifizierungen, und dadurch die Erhöhung der Zulassungszahlen zu den Externenprüfungen, wird auch weiterhin ein zentrales Thema der NQ bei HWK und IHK sein, das weiterentwickelt werden muss. Darauf haben sich die Netzwerkpartner und regionalen NQ-Akteure bereits geeinigt.

Zahlen zur abschlussorientierten modularen Nachqualifizierung – Einzel-NQs

  • 111 Erstberatungen von An- und Ungelernten,
  • 14 Einzel-NQ-Maßnahmen (Teilqualifikationen nach Bausteinen oder Externenprüfungen).

Nachhaltigkeit

Aus den Projektschwerpunkten

  • Strukturentwicklung für abschlussbezogene modulare Nachqualifizierung und
  • Ermittlung regionaler und branchenspezifischer betrieblicher Bedarfe über eine Betriebsbefragung

sowie den regionalen Gegebenheiten wurden folgende Strategien zur Nachhaltigkeit und Verstetigung der Projektergebnisse abgeleitet.

SeNO-Broschüre „Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung - In 8 Schritten zur Externenprüfung/Abschlussprüfung“

Die SeNO-Broschüre "In 8 Schritten zur Externenprüfung/ Abschlussprüfung“ ist eine Handreichung, die zentrale Ergebnisse der abschlussorientierten modularen Nachqualifizierung im Kammerbezirk der HWK Freiburg zusammenfasst. Ihre Inhalte sind Informationen über das Projekt SeNO, das Programm „Perspektive Berufsabschluss“ und die abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung. Darüber hinaus werden praxisnah die acht Schritte zur Externenprüfung bzw. Abschlussprüfung beschrieben und mit Checklisten, Formularen, Kontaktadressen etc. hinterlegt.

Die Broschüre soll zum einen Handbuch für alle Interessierten in der Region sein, die sich konkret mit modularer Nachqualifizierung beschäftigen. Darunter zählen die im Bereich der beruflichen Aus- und Weiterbildung Tätigen, Betriebsinhaber oder Personalverantwortliche. Zum anderen soll sie von Netzwerkpartnern wie zuständigen Stellen, Bildungsdienstleistern, Agenturen für Arbeit und Jobcentern als Informationsquelle und Beratungsinstrument genutzt werden können.

Darüber hinaus ist die Broschüre als Wegweiser und Leitfaden für An- und Ungelernte sowie Betriebsinhaber auf dem Weg der Nachqualifizierung bis zur Externenprüfung gedacht und bietet praxisnahe Tipps und Informationen.

Die Broschüre ist als Publikation und als Download auf www.senoweb.de erhältlich.

Auswertung der SeNO-Betriebsbefragung

Die Erhebung betrieblicher Bedarfe an modularer Nachqualifizierung im Bezirk der HWK Freiburg ist ein Kernstück der Arbeit von SeNO. In den Jahren 2008-2012 wurden durch SeNO über 2.500 HWK- und IHK-Betriebe angeschrieben. Daraus resultierten 722 Betriebsbesuche zur Erhebung aktueller und zukünftiger betrieblichen Bedarfe an Nachqualifizierung mittels eines 15-seitigen Fragebogens.

Die Daten wurden unter verschiedenen Aspekten sowohl branchen- wie auch regionalspezifisch ausgewertet. Basierend auf den im Projektverlauf kontinuierlich aufbereiteten Daten wurden mit Netzwerkpartnern bereits gemeinsam modulare Nachqualifizierungsangebote umgesetzt.

Ein Ergebnisbericht fasst die zentralen Aussagen zusammen. Er wird durch Netzwerkpartner wie zum Beispiel Bildungsdienstleister, zuständige Stellen oder Agenturen für Arbeit verwendet. Durch die gefestigten und wenig Wandel unterworfenen regionalen Strukturen werden die Daten und Ergebnisse der Betriebsbefragung auch über das Projektende hinaus noch Gültigkeit haben und von Nutzen sein.

Der Ergebnisbericht steht unter www.senoweb.de zum Download zur Verfügung.

Einbindung in Strukturen der HWK Freiburg und der Fördergesellschaft

Das Know-how von SeNO zum Thema abschlussorientierte modulare NQ wird weiterhin in der HWK Freiburg und in der Fördergesellschaft der HWK Freiburg mbH Bestand haben.

Durch den Aufbau einer Servicestelle für Betriebe bei der HWK Freiburg, die die Leistungen für Handwerksbetriebe im Bezug auf Fachkräftesicherung bündelt, wird das Thema NQ besetzt bleiben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachbereichs Fokus Betriebe der Fördergesellschaft, in dem die betriebsnahen Angebote und Projekte angesiedelt sind, werden über das Projektende hinaus als Ansprechpersonen zum Thema Nachqualifizierung zur Verfügung stehen.

Handreichungen, die Internetplattform und andere Informationsmaterialien werden ebenso in diesem Rahmen weitergepflegt werden.

Fazit

Durch das Projekt SeNO wurde im Bezirk der HWK Freiburg sehr viel an struktureller Aufbauarbeit für die abschlussorientierte modulare NQ erreicht. Strukturen zur Durchführung von Nachqualifizierungen haben sich etabliert, modulare NQ ist ein Begriff und ein bekannter Weg, neben einer Ausbildung oder einer Umschulung zu einem anerkannten Berufsabschluss zu gelangen. Netzwerke haben sich gebildet und werden sich weiterhin regelmäßig zum Thema austauschen und an Verbesserungen arbeiten. Bedarfsorientierte modulare Maßnahmen konnten aufgelegt werden und haben sich als Regelangebote etabliert. Ratgeber, Handreichungen und Informationsplattformen runden das Bild ab und bieten eine gute Unterstützung für diejenigen, die eine Nachqualifizierung machen möchten.

Trotz vieler positiver Entwicklungen und Ergebnisse bezüglich abschlussorientierter modularer NQ im Kammerbezirk der HWK Freiburg bietet das Thema noch viel Potenzial. Es bleibt eine Herausforderung, Betriebsinhaber und An- und Ungelernte in vollem Umfang an den Entwicklungen und Möglichkeiten einer NQ profitieren zu lassen.

Zwei Themen werden weiterhin die Mitglieder der regionalen Arbeitskreise Nachqualifizierung im HWK Bezirk beschäftigen: die Durchführung von individuellen Nachqualifizierungen und die Verbesserung der Betriebsansprache, um sie für modulare NQ zu gewinnen. Konkrete Anknüpfungspunkte dafür sind geschaffen.

Das Gesamtfazit ist positiv und es lässt sich festhalten: Abschlussorientierte modulare NQ, konsequent nach BIBB- oder ZWH-Bausteinen ausgerichtet, bringt einen Mehrwert für eine Region und darüber hinaus.

 

Weiterführende Hinweise

Die Projekthomepage www.senoweb.de wird weiterhin als Informationsplattform betrieben und aktualisiert. Aktuelle Kontaktdaten, Nachqualifizierungs-Angebote und Informationen wie die SeNO-Broschüre, Förderkatalog oder die Ergebnisse der Betriebsbefragung stehen zum Download zur Verfügung.

 

Die Arbeit der Bildungsberaterinnen und -berater von SeNO fokussiert sich auf folgende Themen:

·        Ermittlung betrieblicher Bedarfe über eine ausführliche Betriebsbefragung vor Ort und Aufbereitung der Ergebnisse, um entsprechende modulare Nachqualifizierungs-Angebote zu schaffen,

·        fachliche Unterstützung und fortlaufende Begleitung bei Konzeptionierung und Durchführung modularer Nachqualifizierungs-Angebote,

·        Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit zur Etablierung modularer NQ in der Region Südlicher Oberrhein,

·        Teilnehmenden-Coaching in der individuellen modularen Nachqualifizierung oder im Rahmen von Gruppenmaßnahmen.

Ermittlung betrieblicher Bedarfe und Unterstützung bei modularen Nachqualifizierungs-Angeboten

Das Projekt SeNO der Handwerkskammer Freiburg hat bisher 2.230 Betriebe angeschrieben und 656 Betriebsbefragungen vor Ort durchgeführt. Die Ergebnisse der Betriebsbefragung werden fortlaufend ausgewertet, und für Handwerk und Industrie konnten bereits branchenspezifische Bedarfe ermittelt und diese in konkrete NQ-Maßnahmen überführt werden. In Kooperation mit SeNO wurden und werden unterschiedliche modulare Nachhqualifizierungs-Angebote konzipiert und umgesetzt, so z.B. Maßnahmen in den Berufen „Fachkraft für Lagerlogistik/Fachlagerist/in“, „Metallbauer/in“ oder „Fachverkäufer/in im Lebensmittelhandwerk“. Diese Arbeit, modulare NQ-Maßnahmen auf den Weg zu bringen, geschieht in enger Zusammenarbeit mit den Agenturen für Arbeit, den zuständigen Stellen, den Schulen und den Weiterbildungdienstleistern der Region.

Die modularen NQ-Angebote stehen neben weiteren Angeboten für Betriebe, An- und Ungelernte auf der SeNO-Homepage zum Download zur Verfügung.

Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit

Seit 2009 tagt in regelmäßigen Abständen ein überregionaler Projektbeirat aus Vertreterinnen und Vertretern von drei Arbeitsagenturen, fünf ARGEn, HWK und IHK, DGB, vier Kreishandwerkerschaften und beruflichen Schulen. Seit Projektbeginn hat der Projektbeirat viermal getagt, und die Mitglieder unterstützen konstruktiv die Ausgestaltung des Projekts in strategischer Hinsicht sowie die operative Umsetzung von SeNO.

 

Darüber hinaus wurden drei regionale Arbeitskreise Nachqualifizierung initiiert, die sich seit 2010 im halbjährlichen Turnus pro Region treffen, um auf lokaler Ebene regionalspezifische Strategien abzustimmen. Die regional tätigen Akteure der NQ wie Vertreterinnen und Vertreter von Arbeitsagenturen, Beruflichen Schulen, HWK, IHK und Bildungsträgern stimmen darin z.B. das gemeinsame Vorgehen bezüglich der Öffentlichkeitsarbeit für modulare Nachqualifizierung ab. Darüber hinaus werden die in der Betriebsbefragung von SeNO ermittelten betrieblichen Bedarfe in diesem Kreis besprochen, um daraus gemeinsam NQ-Angebote zu entwickeln. Möglichkeiten der Verbesserung einer regionalen Nachqualifizierung werden diskutiert und Wege geebnet, um die modulare NQ als festen Bestandteil des regionalen Bildungsangebotes zu etablieren.

 

Am 27.05.2011 veranstaltete SeNO zum zweiten Mal in der Gewerbe Akademie der Handwerkskammer Freiburg eine überregionale Fachtagung zum Thema „Modulare Nachqualifizierung“, bei der sowohl Fachleute über die Möglichkeiten für Nachqualifizierung als auch Bildungsträger über ihre Erfahrungen in der modularen Nachqualifizierung berichteten. Die Veranstaltung bot viel Raum, um den Austausch untereinander zu pflegen und voneinander zu lernen. Neben dieser Fachtagung flankieren z.B. gemeinsam mit der Agentur für Arbeit organisierte Informationsveranstaltungen oder Projektvorstellungen im Rahmen von Innungssitzungen den Projektverlauf und sorgen für Verbreitung in der Öffentlichkeit.

 

Die Projekthomepage als Servicestelle für Betriebe, An- und Ungelernte verfügt über umfassende Informationen (Flyer, Checklisten und Leitfäden) und Angebote zum Thema modulare Nachqualifizierung und bietet die Möglichkeit, sich auf den aktuellen Stand bezüglich aktueller Angebote und Veranstaltungen rund um das Thema Nachqualifizierung zu bringen.

Das Projekt SeNO und die modulare Nachqualifizierung sind regelmäßig in den Medien, wie z.B. den regionalen Zeitungen, vertreten. 

Teilnehmenden-Coaching

Im Bereich der Beratung und des Coachings von An- und Ungelernten und der Qualifizierung von Teilnehmenden zur Hinführung auf einen Berufsabschluss über eine Externenprüfung wurden bis dato 168 An- und Ungelernte bezüglich modularer Nachqualifizierung beraten. Davon werden aktuell 52 An- und Ungelernte in Gruppenmaßnahmen modularer NQ qualifiziert. 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bereits erfolgreich - entweder über Gruppenmaßnahmen oder über Einzelcoaching - ihren Berufsabschluss über eine Externenprüfung erreicht. 33 An- und Ungelernte sind zurzeit in Beratung, davon sind 10 konkret in einer Nachqualifizierung und auf ihrem Weg zum Berufsabschluss.

Die abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung konnte ihren Bekanntheitsgrad durch SeNO und die Projektaktivitäten mit den Netzwerkpartnern in der Region Südlicher Oberrhein entscheidend erhöhen und einen festen Platz in der Weiterbildungslandschaft einnehmen.

Die Auswertung der Projektergebnisse und die Verstetigung des Geschaffenen über das Projekt hinaus sind Themen, die in der kommenden Projektphase im Fokus der Arbeit von SeNO stehen werden.

 

Projekt­darstellungen

  • Projektflyer

    [PDF - 131,7 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Nachqualifizierung/Nachqualifizierung_Freiburg_SeNO_Flyer_2011_06_20.pdf)

Arbeits­materialien

 
Förderung
Durchführung