Heidenheim
HNN - Heidenheimer Netzwerk Nachqualifizierung – Modellhafter Auf- und Ausbau auf Dauer ausgerichteter Kooperations-, Unterstützungs- und Beratungsstrukturen zur abschlussorientierten modularen Nachqualifizierung
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Übersicht

Kontakt

Steffen Maurer
Brenzstrasse 27
89518 Heidenheim

Tel: 07321-277840
Fax: 07321-277823
E-Mail: S.Maurer@hnn-online.de
Internet: www.hnn-online.de

Ausgangslage

Der Landkreis Heidenheim mit der Kreisstadt Heidenheim umfasst 11 Städte und Gemeinden mit insgesamt 131.000 Einwohnern. Wirtschaftlich geprägt ist der Landkreis durch Groß- und Mittelstandsunternehmen wie z.B.: Voith, Hartmann, Steiff, Bosch, Epcos und Ziegler.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Region müssen mit der technischen Entwicklung Schritt halten. So verschiebt sich die erforderliche Qualifikationsstruktur von Belegschaften insgesamt nach oben. Dadurch entfallen vielerorts einfache Arbeitsplätze. Dies trifft vor allem An- und Ungelernte, deren Arbeitsplatzverlustrisiko zunimmt. Fachkräfte, welche nach einer Höherqualifizierung in anderen Funktionen eingesetzt werden, hinterlassen in der alten Position Lücken, die immer schwer mit geeigneten Fachkräften geschlossen werden können.

Die positiven konjunkturellen Entwicklungen steigern die Nachfrage nach Fachkräften am regionalen Arbeitsmarkt zusätzlich. Insbesondere fehlen Fachkräfte in den Bereichen Metallverarbeitung, Lagerlogistik und im Dienstleistungssektor. Schon jetzt sind Anzeichen eines Fachkräftemangels spürbar. Aufgrund der demografischen Entwicklung der Region wird sich der Fachkräftemangel noch verstärken. Durch Ausbildung allein kann hier nicht wirksam gegengesteuert werden - die Schulabgängerzahlen in den nächsten Jahren reichen hierfür nicht aus.

Deshalb müssen die wertvollen Potenziale der An- und Ungelernten erkannt und weiterentwickelt werden. Das Heidenheimer Netzwerk Nachqualifizierung (HNN) reagiert und schafft Strukturen, um die Nachqualifizierung An- und Ungelernter voranzutreiben. Damit leistet HNN einen Beitrag zur Deckung der Fachkräftebedarfe in der Region und wirkt den Folgen des demografischen Wandels entgegen.

Ziele

Das Projekt HNN soll einen Beitrag zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in der Region leisten. Personen ohne Berufsabschluss sollen zu Fachkräften nachqualifiziert werden. So wird an- und ungelernten Kräften eine echte Perspektive für ihre berufliche und gesellschaftliche Zukunft geboten.

Dazu soll mit einem Netzwerk für abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung eine auf Dauer angelegte Kooperationsstruktur zwischen den relevanten Akteuren geschaffen werden. Die Zahl der Ausbildungsabschlüsse durch abschlussorientierte Nachqualifizierung und der Bekanntheitsgrad von Nachqualifizierung sowie deren betriebliche Akzeptanz sollen sich erhöhen. Die Ausweitung von Nachqualifizierungsangeboten in der Region soll vorangetrieben werden. Nachqualifizierung und eine passende Beratung für Betriebe sowie für An- und Ungelernte sollen sich als Regelangebot in der Region etablieren.

Umsetzungsstrategie

Für eine erfolgreiche Umsetzung muss HNN alle am Arbeitsmarkt agierenden Partner mit einbeziehen. Aus diesem Grund wird ein Netzwerk mit der Agentur für Arbeit, der ARGE, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer, den Bildungsträgern sowie den Betrieben und Unternehmen vor Ort gebildet. Hier werden gemeinsam Strukturen und Ideen für Nachqualifizierung entwickelt, mit denen sich alle Partner identifizieren können. Ferner ist es wichtig, die Umsetzung bedarfsorientiert, qualitätsorientiert und lebensfeldorientiert zu gestalten. Nur so gelingt es, Nachqualifizierung dauerhaft in der Personalpolitik der regionalen Unternehmen wie auch in den Köpfen der betroffenen Personen zu verankern.

Das Heidenheimer Netzwerk Nachqualifizierung führt daher Bedarfsanalysen durch, ermittelt Qualitätsanforderungen an Nachqualifizierung und eruiert die Facetten betrieblicher Möglichkeiten für die Umsetzung von Nachqualifizierung. Unter Berücksichtigung kultureller und sozialer Hintergründe von Nachqualifizierungsinteressenten werden individuell passende Nachqualifizierungen entwickelt und durchgeführt. Dadurch sollen Erkenntnisse für weitere Nachqualifizierungen gewonnen werden. Auch wird durch diese positiven Umsetzungsbeispiele der Bekanntheitsgrad von Nachqualifizierung in der Region erhöht.

Zudem werden die Kontakte zu den Netzwerkpartnern intensiv gepflegt, um einen zeitnahen Informationsaustausch sowie ein Höchstmaß an Transparenz zu gewährleisten.

Mit Informationsveranstaltungen werden die Öffentlichkeit und Netzwerkpartner über Themen der Nachqualifizierung informiert.

Umsetzungsstand Juli 2011

Inzwischen nimmt HNN als Koordinator betrieblich ermittelter Nachqualifizierungsbedarfe einen festen Platz im regionalen Gefüge der Akteure ein. So führt HNN einzelne Bedarfe zusammen, um die Mindestgruppengrößen für ein individuelles Nachqualifizierungsangebot zu erreichen und initiiert dessen Entwicklung durch einen Bildungsanbieter. Der durchführende Bildungsanbieter wird von den kooperierenden Betrieben ausgewählt. HNN begleitet und unterstützt die Bildungsmaßnahmen nach deren Beginn weiter.

Beispielhaft sei an dieser Stelle die aktuell laufende Nachqualifizierung zur Fachkraft für Lagerlogistik erwähnt. Auf Basis der Ergebnisse der Bedarfsanalyse aus Mitte 2010 wurden im Herbst 2010 Bedarfe für Lagerlogistik zusammengeführt, weitere Bedarfe zielgerichtet erhoben und die Bereitschaft der einzelnen Teilnehmer und Teilnehmerinnen zur Nachqualifizierung ermittelt. Als die erforderliche Mindestteilnehmendenzahl sichergestellt war, ermöglichten weitere Infotermine mit allen beteiligten Akteuren schließlich die gemeinsame Festlegung aller wesentlichen Eckpunkte für die Nachqualifizierung. So haben 22 Personen aus fünf kooperierenden Betrieben die Chance, den Berufsabschluss Fachkraft für Lagerlogistik berufsbegleitend nachzuholen. Der Kurs begann im März 2011 und endet mit der Prüfung im Sommer 2012. Der Unterricht findet am Samstagvormittag und Montagabend statt.

Zudem wurde die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren rund um die Nachqualifizierung intensiviert. Neben dem Informations- und Beratungsservice für Unternehmen und für An- und Ungelernte führt HNN zahlreiche Abstimmungsgespräche mit Kammern, Schulen, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter, Bildungsträgern und vielen mehr. Dabei werden operative und strategische Themen besprochen. Insgesamt bestehen 13 Kooperationspartnerschaften mit anderen Institutionen.

Zwischenzeitlich ist HNN bei allen Veranstaltungen zu den Themen „Qualifizierung und Nachqualifizierung“, aber auch „Migration und Integration“ sowie „allgemeiner Arbeitsmarkt“ aktiv vertreten und anerkannt.

Außerdem führte HNN im Dezember 2009 und März 2011 eigene Fachtagungen durch und plant für Ende 2011 weitere Veranstaltungen. Dabei arbeitet HNN mit dem Regionalbüro für berufliche Fortbildung, der Agentur für Arbeit Aalen, dem Jobcenter Heidenheim, der Südwestmetall und der IGM zusammen. Dies unterstreicht das gegenseitige Vertrauen und die Geschlossenheit im Netzwerk.

Für An- und Ungelernte wurde ein Flyer erstellt - auch in Türkisch und Russisch. Durch Öffentlichkeitsarbeit und aufgrund der Empfehlung durch Kooperationspartner konnten zahlreiche Teilnehmer beraten und auf ihrem Weg zum Berufsabschluss unterstützt werden. HNN entwickelte zudem einen QualiPass, der mit den An- und Ungelernten ausgefüllt wird, um deren Vorerfahrungen und Fähigkeiten zu analysieren. Auf Basis dieses QualiPasses werden dann gemeinsam mit dem Teilnehmer individuelle Qualifizierungswege erörtert. Zusätzlich stellt HNN Interessenten einen Leitfaden zur Externenprüfung zur Verfügung, der eine Übersicht über Voraussetzungen und benötigte Unterlagen zur Zulassung zur Externenprüfung gibt.

Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit erschienen mehrere Artikel über HNN in der regionalen Tagespresse. Interessenten erhalten über die Homepage www.hnn-online.de und den Newsletter des HNN aktuelle Infos zum Thema Nachqualifizierung.

 

 
Förderung
Durchführung