Saarbrücken
QuaSa, Qualifizierungsmanagement Saarbrücken – Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung für Jugendliche und junge Erwachsene ohne Berufsabschluss. Modellhafter Auf- und Ausbau auf Dauer ausgerichteter Kooperations-, Unterstützungs- und Beratungsstrukturen
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Übersicht

Kontakt

Stefanie Wagner
Zentrum für Bildung und Beruf Saar gGmbH
Heuduckstraße 1
66117 Saarbrücken

Tel.: 0681-5067461
E-Mail: st.wagner@zbb-saar.de

www.quasa.zbb-saar.de

Ausgangslage

Der Anteil von jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss in der Region Saarbrücken ist unverändert hoch, wobei sich insbesondere für junge Menschen mit Migrationshintergrund in den letzten Jahren die Ausbildungslage kaum gebessert hat. Eine berufliche Nachqualifizierung ist für diesen Personenkreis unabdingbar, um mittelfristig einem absehbaren Fachkräftemangel zu begegnen.

Ziele

Ziel von QuaSa ist die Implementierung und Weiterentwicklung einer nachhaltigen Beratungs- und Unterstützungsstruktur im Bereich der abschlussorientierten beruflichen Nachqualifizierung unter Einbeziehung aller relevanten Akteure im Regionalverband Saarbrücken. Die Anzahl junger Erwachsener ohne Berufsabschluss soll verringert und die Nachqualifizierung als fester Bestandteil einer zukunftsorientierten betrieblichen Personalentwicklung etabliert werden. Regionale Netzwerke fördern die Entstehung neuer innovativer Weiterbildungskonzepte.

Umsetzungsstrategie

Um einem Fachkräftemangel vorzubeugen, werden Unternehmen und betroffene Personen für die zunehmende Bedeutung qualifizierter Berufsabschlüsse sensibilisiert, über Möglichkeiten der Nachqualifizierung informiert und in der Umsetzung unterstützt.

Unter Berücksichtigung der Kernelemente der Nachqualifizierung – das heißt der Modularisierung mit Modulprüfungen, der Kompetenzfeststellungen oder des Assessments, des Lernens im Arbeitsprozess und im Betrieb, der Kombination unterschiedlicher Lernorte, der Qualifizierungsberatung, der Zertifizierung und der systematischen Qualifizierungsdokumentation – geht es dabei um die Entwicklung von Strukturmodellen für eine abgestimmte Planung, eine Marketingoffensive zur Gewinnung von Betrieben, die stärkere Berücksichtigung informeller Lernfelder, die Initiierung von Angeboten für spezielle Zielgruppen wie junge Erwachsene mit Migrationshintergrund und junge Erwachsene mit Kindern sowie den Aufbau einer Nachqualifizierungsdatenbank.

Umsetzungsstand November 2011

Mit Projektbeginn erfolgte eine umfassende Bestandsaufnahme zur Thematik der abschlussorientierten modularen Nachqualifizierung, die sowohl die Recherche der relevanten wissenschaftlichen Literatur als auch die Erfassung aktueller Angebote in der Region beinhaltete.

Informationsmaterial (Projektflyer für Kooperationspartner und -partnerinnen, Informationsflyer für Beratungskunden und -kundinnen mehrsprachig) und eine PowerPoint-Präsentation wurden erstellt und der Internet-Auftritt auf der trägereigenen Homepage gestaltet. Die relevanten regionalen Arbeitsmarktakteure, Migrantenselbstorganisationen, kulturelle und soziale Vereine und Bildungsdienstleister in der Region, wurden über das Projekt QuaSa und die Förderinitiative "Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung" im Programm "Perspektive Berufsabschluss" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung informiert. Bei mehreren Veranstaltungen wurde QuaSa präsentiert.

Im Winter 2008 wurden Betriebe aus den Branchen Metall und Elektro, Tischler- und Schreinerhandwerk, Garten- und Landschaftsbau, Gebäudereinigung und aus dem kaufmännischen Bereich kontaktiert. Mit Hilfe eines Fragebogens konnten Beratungsbedarf hinsichtlich der Fördermöglichkeiten und Weiterbildungsbereitschaft transparent gemacht werden.

Der Steuerungsausschuss mit den relevanten Arbeitsmarktakteuren konstituierte sich im Januar 2009. Im Ausschuss vertreten sind die Agentur für Arbeit Saarland, die ARGE Saarbrücken, der Regionalverband Saarbrücken, die IHK Saarland und die HWK Saarland.

Der Schwerpunkt von QuaSa lag 2009 in der Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen und Abschlüssen sowie im Kontaktaufbau zu den Trägern der Sprachkurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Im Mai 2009 wurden in Zusammenarbeit mit Migra, einem ARGE-Projekt zur Feststellung von Kompetenzen und Nachqualifizierungspotentialen, Migranten und Migrantinnen beraten und bei Bedarf in ESF-BAMF-Sprachkurse vermittelt. Begleitend wurde in enger Kooperation mit der IHK Saarland ein Leitfaden zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen erstellt.

Im Juni 2009 trafen sich alle relevanten Arbeitsmarktakteure und Netzwerkpartner sowie interessierte Unternehmen bei einer von QuaSa organisierten Fachveranstaltung mit dem Thema "Neue Wege zum Berufsabschluss".

Ende 2009 trafen sich auf Initiative von QuaSa erstmalig verschiedene regionale Bildungsträger mit dem Ziel, Nachqualifizierungsangebote in der Region zusammenzutragen und in einer Broschüre zu veröffentlichen. In Folgetreffen wurde vereinbart Unternehmer / Unternehmerinnen bzw. An - und Ungelernte mit den jeweiligen Angeboten getrennt anzusprechen. Die beiden Flyer wurden im Herbst 2010 fertiggestellt.

Die projekteigene Homepage mit jeweils aktuellen Informationen zum Thema Nachqualifizierung ist seit April 2010 installiert.

Das Saarland ist eine von acht Pilotregionen, in denen das Begleitprojekt
„Mit MigrantInnen für MigrantInnen - Interkulturelle Kooperation zur Verbesserung der Bildungsintegration“ im Januar 2010 startete. In enger Kooperation mit dem Projekt KoSa der Förderinitiative „Regionales Übergangsmanagement“ konnten 15 regionale Migrantenselbstorganisationen für eine Zusammenarbeit gewonnen werden. In diesen Organisationen wurden insgesamt 18 Bildungsbeauftragte benannt, die als Multiplikatorinnen bzw. Multiplikatoren fungieren. Im Rahmen dieses Begleitprojekts werden bis Oktober 2011 verschiedene Schulungs- und Informationsveranstaltungen zu bildungs- und arbeitsmarktrelevanten Themenschwerpunkten durchgeführt, die von KoSa und QuaSa gemeinsam geplant und organisiert werden.

Es fanden zwei interkulturelle Schulungen für Vertreterinnen und Vertreter der Netzwerkpartner und eine für die Bildungsbeauftragten statt. Im Rahmen der Qualifizierung der Bildungsbeauftragten gab es bisher insgesamt 16 Austauschtreffen und sechs Dialogveranstaltungen mit Expertinnen und Experten aus dem Netzwerk. Zu jeder Veranstaltung wurden Handouts an die Bildungsbeauftragten ausgegeben, die in einem Schulungsordner zusammengefasst werden. Ein Flyer „Bildungsbeauftragte im Regionalverband Saarbrücken“ informiert Netzwerkakteure und Interessierte über die Tätigkeit der Bildungsbeauftragten. Desweiteren erhielten die Bildungsbeauftragten zur Eigenwerbung individuelle, mehrsprachige Plakate.
Im November 2011 wurden die Bildungsbeauftragten im Rahmen eines Festaktes mit der Übergabe von Zertifikaten für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt.

Wie bereits in den Vorjahren, beteiligte sich QuaSa auch 2011 an der Integrationsmesse „IMMIGRA“ sowie an der Weiterbildungsmesse der IHK Saarland.

Desweiteren wurden ca. 500 Betriebe über die Möglichkeit der Nachqualifizierung informiert und sensibilisiert. Dies geschieht über Informationsschreiben, Flyer, Messen und Beratungsgespräche vor Ort.

In einer Arbeitsgruppe beteiligt sich QuaSa an der Erarbeitung eines Positionspapiers zum Thema „Weiterbildungsbegleitende Hilfen“.


 

 

 
Förderung
Durchführung