Südthüringen: Suhl und Erfurt (Verbund)
Suhl/Erfurt, Thüringen, Förderlaufzeit: 01.05.2008-31.03.2012


Kontakt

Handwerkskammer Südthüringen
BTZ ROHR-KLOSTER
Kloster 1
98530 Rohr

www.nq-suedthueringen.de
www.nachqualifizierung-thueringen.de


Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Erfurt
Alacher Chaussee 10
99092 Erfurt

 


Die Zielregionen sind wirtschaftlich geprägt durch klein- und mittelständische Unternehmen. Die Nähe zu den angrenzenden Bundesländern Bayern und Hessen führt auch jetzt noch zu Abwanderungen von Schulabgängern und -abgängerinnen in Ausbildung und von Fachkräften.

Die Prognosen der Agenturen für Arbeit für 2008 sagen unter anderem voraus, dass im Agenturbezirk Suhl 535, in Erfurt 1500 und in Gotha 550 Jugendliche und junge Erwachsene ohne abgeschlossene Berufsausbildung nicht oder nur schwer auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren sind. Dies sind insbesondere lernbeeinträchtigte oder sozial benachteiligte Jugendliche, Jugendliche ohne Hauptschulabschluss sowie Migrantinnen und Migranten. Außerdem gibt es in den ARGEn der Region einen hohen Prozentsatz von an- und ungelernten jungen Erwachsenen, die aufgrund nicht verwertbarer Qualifizierungen nicht vermittelt werden können.

Auf der anderen Seite suchen Betriebe händeringend qualifizierte Arbeitskräfte. Um dieses Problem zu lösen, arbeiten beide Handwerkskammern in unterschiedlichen Netzwerken mit verschiedenen Akteuren, wie IHK, Agenturen für Arbeit, ARGEn, Betrieben, Bildungsträgern usw. zusammen.

Vor dem Hintergrund der genannten Problemstellungen gewinnt die Aufgabe, durch die Verbindung von beruflicher Qualifizierung und ganzheitlicher personaler Förderung die gesellschaftliche Integration von Menschen zu ermöglichen, die sonst aufgrund fehlender Kompetenzen von Ausgrenzung bedroht sind, an Bedeutung.

Das Konzept der betriebsnahen Nachqualifizierung soll unter Nutzung vorhandener Netzwerke für die Zielgruppen Betriebe, geringqualifizierte Beschäftigte in Unternehmen, an- und ungelernte arbeitsuchende junge Erwachsene weiterentwickelt und für unterschiedliche Zielgruppen modifiziert in andere Thüringer Regionen implementiert werden und so nachhaltig einen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs leisten. Die Personalentwicklung in Unternehmen soll durch verschiedene Methoden der Qualifizierung unterstützt werden.

Es sollen Unterstützungsstrukturen zur Beratung von Betrieben, einschließlich Zeitarbeitsfirmen bezüglich Nachqualifizierungsangeboten und deren Umsetzung aufgebaut werden. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf der Sensibilisierung der Unternehmen für die Problemlagen der Zielgruppen und der Bereitstellung von Handreichungen zur Umsetzung passgenauer Qualifizierungsangebote als Bereicherung der betrieblichen Weiterbildungskultur. Die Berücksichtigung verschiedenster Markt- und Konjunktursituationen spielen dabei genauso eine Rolle, wie die unterschiedlichen Bedarfe an Qualifizierungen und Fachkräften.

Auch Unterstützungsstrukturen für an- und ungelernte Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Beschäftigung sollen geschaffen werden. Hierbei werden Akquisestrategien für die Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen erarbeitet. Die engen Kooperationsbeziehungen zwischen Agenturen, ARGEN, Kompetenzagenturen und anderen Jugendhilfeeinrichtungen bilden dabei eine wesentliche Basis.

Konzepte für eine flexible, modulare und abschlussbezogene Nachqualifizierung von jungen Erwachsenen mit und ohne Migrationshintergrund auf der Basis bereits vorhandener und bewährter Kooperationsstrukturen werden regional angepasst, implementiert und weiterentwickelt. Durch die nachhaltige Ausrichtung qualifizierter Angebote soll sich die Verbleibsquote in Beschäftigung verbessern.

Vorhandene Qualitätsstandards werden weiterentwickelt und das Konzept Nachqualifizierung als Modell über AZWV zertifiziert.

Vorhandene Strukturen und Netzwerke zwischen IHK, HWK, Agenturen für Arbeit und Arbeitsgemeinschaften, wie Kompetenzagenturen, JOBSTARTER Projekte Ausbildungsservice „Thüringer Wald“ und „Passgenaue Vermittlung Jugendlicher in ausbildungswillige Unternehmen“, „BERUFSSTART plus“ werden genutzt, aktiv unterstützt und durch Fortschreibung der vorhandenen Nachqualifizierungskonzepte auch erweitert. Eng kooperiert wird mit den Jugendmigrationsdiensten.

Entsprechend einer Feinpräzisierung der Arbeitsplanung wird aufgrund vorhandener Erfahrungen zuerst ein Handbuch zur Umsetzung des betriebsnahen Konzeptes Nachqualifizierung erarbeitet, die notwendigen Daten den Netzwerkpartnern zur Verfügung gestellt und deren Internetpräsenz durch einen Link zur Nachqualifizierung erweitert.

Dazu werden wir eine Projektgruppe bilden, die sich aus Vertretern der Agenturen / ARGEn, Betrieben und der IHK sowie der HWK zusammensetzen wird. Zeitgleich werden Informationsveranstaltungen / Workshops mit unterschiedlichen Akteuren im Netzwerk durchgeführt, so zum Beispiel

  • mit Vertreterinnen und Vertretern der Agenturen / ARGEn, der Kompetenzagenturen und anderen Jugendhilfeeinrichtungen zur Auswahl von an- und ungelernten Jugendlichen,

  • mit Erwachsenen, die über den Weg der betrieblichen Nachqualifizierung in Beschäftigung vermittelt und zum Berufsabschluss geführt werden können,

  • mit Akteuren, die direkte Betriebskontakte haben, wie Innungsobermeister, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaften, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der kommunalen Wirtschaftsförderung und Unternehmerverbände (Verband der Thüringer Wirtschaft), Qualifizierungs-, Betriebs- und Ausbildungsberater sowie Sozialpartner zur flächendeckenden und nachhaltigen Umsetzung des Konzeptes,

  • mit Unternehmern, Personalverantwortlichen und Personal- beziehungsweise Betriebsräten von KMU und Zeitarbeitsfirmen zur Akquise und Förderung von Fachkräften im Kontext der demografischen Entwicklung.

Dabei stellen die Fördermöglichkeiten zur Eingliederung und Qualifizierung des Fachkräftepotentials neben der Qualifizierung bereits beschäftigter Mitarbeiterinnen und  Mitarbeiter einen inhaltlichen Schwerpunkt dar. Bei Bedarf werden Schulungen organisiert und durchgeführt sowie mit den Verantwortlichen aber auch den speziellen Ausbilderinnen und Ausbildern der Ausbildungsverbünde, mit den Bildungsträgern des Südthüringer Netzwerkes und der Arbeitsgemeinschaft der Bildungsträger der Stadt Erfurt zur Verbreitung und Weiterentwicklung des Konzeptes unter Beachtung der Bedarfe der Unternehmen und der Ergebnisse der bisherigen Umsetzung erfolgreich laufender Projekte.

Im Juli 2009 sollen in den oben genannten Agenturbezirken Nachqualifizierungs-maßnahmen zur abschlussbezogenen Qualifizierung von jungen Erwachsenen mit dem Ziel einer unbefristeten Beschäftigung in KMU beginnen. Die Voraussetzung dafür ist, die erfolgreiche Zertifizierung des Konzeptes. Bei der Planung, Organisation und Umsetzung von Nachqualifizierungsmaßnahmen werden die durchführenden Akteure durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kammer angeleitet und unterstützt. Halbjährlich werden die Ergebnisse mit allen Akteuren evaluiert und mit den in der Projektgruppe erarbeiteten Qualitätsstandards abgeglichen. Die Ergebnisse werden allen Netzwerkpartnern zur Verfügung gestellt und in Absprache mit der zuständigen wissenschaftlichen Begleitung werden Teilergebnisse in der regionalen Presse und den Medien der Kammern veröffentlicht.

Das Vorhaben wird in Kooperation von der Handwerkskammer Südthüringen BTZ ROHR-KLOSTER und der Handwerkskammer Erfurt umgesetzt.

Ergebnisse

Im Hinblick auf die verbleibende Projektlaufzeit widmete sich die Handwerkskammer Südthüringen verstärkt dem Thema nachhaltige Verankerung der Strukturen in der Region. Insbesondere Fragen der Finanzierung für die Fortführung des Projekts „Erstellen von Lehr- und Lernaufträgen“ und die Sicherung der Kompetenzfeststellung für verschiedene Zielgruppen standen im Mittelpunkt.

Die Grundlagen für die Nachhaltigkeit sind durch die bisherige Arbeit grundsätzlich gelegt. Neue Zuständigkeiten, z.B. in der Beratung, sind bereits weitgehend definiert. Es gilt jetzt, das erprobte Know-how weiterzugeben und zu verankern.

Nach dem Ende der ersten Förderrunde von „Perspektive Berufsabschluss“ strebt die Handwerkskammer Erfurt an, dass sich das „Erfurter Netzwerk Nachqualifizierung“ etabliert und sich die erfahrenen und neuen Bildungsträger auf regelmäßigen Netzwerktreffen – auch im „Thüringer Netzwerk Nachqualifizierung“ – untereinander austauschen und gegenseitig fachliche Beiträge liefern, so dass jeder Netzwerkpartner Verantwortung für das Geschehen im „Erfurter Netzwerk Nachqualifizierung“ übernimmt. Einer Verankerung und erfolgreichen Weiterführung der geschaffenen Strukturen ab April 2012 steht somit nichts im Wege, wodurch das Verbundprojekt das wesentliche Ziel des Programms erreicht hat.

Im dritten Jahr der Projektlaufzeit lagen die Arbeitsschwerpunkte auf dem Ausbau der Rahmenstrukturen und dem Steigern der Bekanntheit des Nachqualifizierungsgedankens in der Region. Dazu haben wir in Südthüringen, aufbauend auf der Kooperationsvereinbarung zwischen der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer, die Zusammenarbeit vertieft. Die Berufspalette, die als Angebot der Nachqualifizierung vorgehalten werden kann, hat sich im letzten Jahr mehr als verdoppelt. Auch haben wir Kontakt zum Landesverwaltungsamt aufgenommen, um den Zugang zur Externenprüfung für die Grünen Berufe (thüringenweit) näher zu definieren. Auch diese zuständige Stelle ist mit dem standardisierten Vorgehen einverstanden. Sie bekennen sich zu den Modulgliederungen; der Gärtner im Garten- und Landschaftsbau ist bereits freigegeben. Die Grundlage für die Zulassung zur Externenprüfung ist auch hier der thüringenweit einheitliche Qualifizierungspass. Damit ist das Zulassungsverfahren zur Externenprüfung in allen drei Thüringer Handwerkskammern, der Industrie- und Handelskammer in Südthüringen und dem Landesverwaltungsamt implementiert.

 

Im Thüringer Netzwerk Nachqualifizierung haben wir uns im vergangenen Jahr zu einem einheitlichen Layout des Qualifizierungspasses verständigt. Der Wiedererkennungswert und die Akzeptanz der zuständigen Stellen sind damit deutlich gestiegen. Über die Mitglieder des Thüringer Netzwerkes Nachqualifizierung und deren Kooperationspartnern findet der Qualifizierungspass inzwischen in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Thüringens Anwendung - mit Ausnahme der Stadt Eisenach. Hier sind wir momentan dabei, ein Kooperationsnetzwerk aufzubauen, so dass perspektivisch flächendeckend Nachqualifizierung nach den definierten Standards angeboten werden kann.

 

Mit den Verantwortlichen für das Prüfungswesen in allen drei Handwerkskammern wurde ein Leitfaden zur Externenprüfung erarbeitet, um die Möglichkeiten und das Vorgehen für interessierte Personen oder Unternehmen transparenter zu machen und um die Möglichkeit der Externenprüfung an sich stärker zu bewerben.

Auch im Hinblick auf die Nachhaltigkeit ist damit der Weg geebnet, dass nach Ende des Förderprogramms „Perspektive Berufsabschluss“ die Erstberatung - als wesentlicher erster Schritt in Richtung Nachqualifizierung und Externenprüfung - durch Mitarbeiter im Prüfungswesen der HWK´s geleistet werden kann.

 

Zudem ist es uns gelungen, die Maßnahme „Modulare abschlussbezogene Weiterbildung (Nachqualifizierung)“ wieder nach AZWV zu zertifizieren. Damit ist zumindest für die nächsten drei Jahre die Finanzierung über Bildungsgutschein und Arbeitsentgeltzuschuss grundsätzlich gesichert. Auch die Standards „Modulgliederung“ und „Qualifizierungspass“ können durch die AZWV-Zertifizierung der Maßnahme weiterhin gesichert und gefestigt werden. Denn die zertifizierte Maßnahme beinhaltet, dass der Qualifizierungsprozess durch eine Koordinatorin bzw. einen Koordinator unterstützt und begleitet wird. Dementsprechend werden von dieser bzw. diesem Verantwortlichen die Aufgaben der Vorbereitung und Aktualisierung der Qualifizierungsgrundlage (Modulgliederung) und die Dokumentation des Qualifizierungsverlaufs (Quali-Pass) weiterhin mit umgesetzt.

 

Über das Thüringer Netzwerk Nachqualifizierung forcieren wir weiterhin, dass das Konzept der Nachqualifizierung in Thüringen weitgehend einheitlich umgesetzt wird. D.h. die Thüringer Projekte in „Perspektive Berufsabschluss“ - die auch alle Mitglieder im Netzwerk sind - stellen sicher, dass Modulgliederungen möglichst träger- und landkreisübergreifend eingesetzt werden können. Sie sichern zudem die korrekte Anwendung des Qualifizierungspasses, um die einheitliche Vorgehensweise bei der Zulassung zur Externenprüfung und die Transparenz des Qualifizierungsweges zu gewährleisten. Darüber hinaus ist die Grundlage zur professionellen Umsetzung der Nachqualifizierung durch ein in den Regionen weitgehend ähnliches Maßnahmekonzept gegeben.

Hinsichtlich der Netzwerkarbeit, die wesentlich zum Gelingen des regionalen Nachqualifizierungsangebotes beiträgt, sind wir perspektivisch ebenfalls gut aufgestellt. Da unsere Kooperationsstrategie in „Perspektive Berufsabschluss“ auf bestehenden Netzwerken aufgebaut hat, können wir diese bestehenden Strukturen zukünftig auch weiter nutzen.

 

Die Zielgruppe der An- und Ungelernten wird inzwischen auch in der Landespolitik forciert. Dementsprechend entwickeln sich weitere Angebote hinsichtlich Nachqualifizierung. Hier sind wir aktuell mit dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie sehr intensiv im Gespräch, um dafür zu sensibilisieren, dass bei der Entwicklung neuer Nachqualifizierungsangebote unbedingt die in „Perspektive Berufsabschluss“ etablierten und erprobten Standards Anwendung finden sollten.

 

Nach wie vor arbeiten wir, parallel zum Programm „Perspektive Berufsabschluss“, am Auf- und Ausbau des Angebotes, Nachqualifizierung durch Lehr- und Lernaufträge zu begleiten. Für uns sind Lehr- und Lernaufträge ein wesentliches Instrument, um eine professionelle und zielgerichtete Umsetzung der Qualifizierung zu gewährleisten. In der Durchführung der Nachqualifizierung, insbesondere in der betrieblichen Phase, wird durch dieses methodisch-didaktische Material der Lernprozess hinsichtlich der Vorbereitung auf die Externenprüfung gezielt untersetzt und strukturiert.

 

Im Ausblick auf die verbleibende Projektlaufzeit werden wir uns noch stärker dem Thema nachhaltige Verankerung der Strukturen in der Region widmen. Insbesondere werden uns hier Fragen der Finanzierung für die Fortführung des Projekts „Erstellen von Lehr- und Lernaufträgen“ und die Sicherung der Kompetenzfeststellung für verschiedene Zielgruppen beschäftigen.

Die Grundlagen für die Nachhaltigkeit sind durch die bisherige Arbeit grundsätzlich gelegt. Neue Zuständigkeiten, z.B. in der Beratung, sind bereits weitgehend definiert. Es gilt jetzt, das erprobte Know-how weiterzugeben und zu verankern.

 

Im zweiten Jahr der Projektlaufzeit lagen die Arbeitsschwerpunkte auf dem Ausbau der Rahmenstrukturen und dem Steigern der Bekanntheit des Nachqualifizierungsgedankens in der Region. Dazu haben wir in Südthüringen unter anderem eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer erwirkt, die den Zugang zur Externenprüfung näher definiert. Insbesondere für TN in NQ-Maßnahmen, die nicht über das 1,5-fache der Ausbildungszeit die Zulassung zur Externenprüfung erlangen, sondern in „geeigneter Art und Weise nachweisen, dass sie die Inhalte, Kenntnisse des Berufsbildes erworben haben“,   wurden die Anforderungen an die Dokumentation- und Nachweisunterlagen weitgehend vereinheitlicht, erleichtert und geregelt. In den Regionen Mittel- und Nordthüringen wird an einer solchen Vereinbarung noch gearbeitet. Hier wird ein mittelfristiger Arbeitsschwerpunkt sein, Bedenken gegen die Nachqualifizierung zu zerstreuen.

 

Des Weiteren haben Beratungen von interessierten Personen, von Betrieben und anderen Bildungsanbietern wesentlich zugenommen. In Folge der Beratungen ist es gelungen Kooperationen mit anderen Bildungsdienstleistern zu schließen, so dass das Nachqualifizierungsangebot in der Mitte und im Süden von Thüringen regional deutlich erweitert und auch die Berufsvielfalt erheblich ausgebaut wurde. In Mittelthüringen konnten darüber hinaus Kooperationsvereinbarungen direkt mit den örtlichen Bedarfsträger des Rechtskreises SGB II geschlossen werden, in denen die Anzahl der Teilnehmer sowie die finanzielle Unterstützung für die Teilnehmer, die Bildungsträger und die Betriebe definiert und vorgeplant wird.

Der Auftritt auf Messen und das inzwischen weit bekannte Angebot der Einzelfall-Bildungsberatung sichert zunehmend auch den Kontakt zu interessierten Personen, die nicht über die Bedarfsträger aus dem Rechtskreis SGB II gefördert werden.

Die Zielgruppe der An- und Ungelernten bzw. gering Qualifizierten in Beschäftigung konnte bisher nur langsam in die Nachqualifizierungsangebote vermittelt werden, da die Zugangsvoraussetzungen, damit das Konzept auch im Betrieb greift, genau geprüft werden müssen. Insbesondere für eine Förderung des Arbeitsentgeltzuschusses treffen die Voraussetzungen der Interessenten nur selten zu und ohne einen wirtschaftlichen Ausgleich von Ausfallzeiten sind die Arbeitgeber i.d.R. schwer zu motivieren, einer langfristigen Qualifizierung des Arbeitnehmers zuzustimmen.

Im Netzwerk Thüringer Nachqualifizierung ist es uns gelungen neue Mitglieder zu gewinnen. So sind inzwischen alle drei Thüringer Handwerkskammern im Netzwerk zusammengeschlossen und Strategien zur Umsetzung von Nachqualifizierungsangeboten sowie Zugänge zur Externenprüfung können so sehr gut forciert und in die Breite gebracht werden.

 

Thematisiert wurde durch uns im zurückliegenden Jahr auch ein die Nachqualifizierung flankierendes Thema. So haben wir zwei Workshops zum Thema Erstellen von Lehr- und Lernaufträgen durchgeführt. In der Umsetzung der Nachqualifizierung wird, insbesondere in der betrieblichen Phase deutlich, dass es ein geeignetes methodisch-didaktisches Instrument geben muss, um die Qualifizierung zielgerichtet auf die Anforderungen einer Externenprüfung anzupassen.  Insbesondere zeitlich knappe Ressourcen der Betriebe machen ein selbststrukturiertes Lernen der Teilnehmer erforderlich, das mit Lehr- und Lernaufträgen gut begleitet und unterstützt werden kann. Das Erstellen und Aktualisieren von Lehr- und Lernaufträgen erfordert einen hohen fachlichen und zeitlichen Aufwand. Aus diesem Grund haben wir uns über ein weiteres Projekt personelle Unterstützung ins Boot geholt und so werden derzeit die Lernmaterialien überarbeitet und für neue Berufsgruppen erstellt.

 

Rückblickend haben wir ein ereignisreiches Projektjahr hinter uns. Es wird deutlich, dass das Projektanliegen in der Region greift und sich stetig Ansätze zur Vertiefung und Kooperation ergeben und entwickeln. Klar wird jedoch auch, dass die Thematik Nachqualifizierung in der Umsetzung mehr Anforderungen aufwirft als in der Planung angenommen. D.h., wir werden in der Projektlaufzeit nicht alle „Visionen“ die Nachqualifizierung betreffend abschließend bearbeiten können. Die im Projektantrag formulierten Ziele bleiben Schwerpunkt und werden umgesetzt. Wichtig ist, dass zukünftig die strategische Ausrichtung auf die Nachhaltigkeit erhalten bleibt und somit das Thema Nachqualifizierung auch nach Projektende durch intensive Kontakte und stetige Netzwerkarbeit aktuell bleibt.

 

 

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

Erhebungen

 
Förderung
Durchführung