Dresden
SQN - Sächsische Qualifizierungsinitiative zur modular gestalteten abschlussbezogenen Nachqualifizierung für junge Erwachsene. Koordinierung des modellhaften Auf- und Ausbaus nachhaltiger Kooperations-, Unterstützungs- und Beratungsstrukturen in der Region Dresden sowie Auf- bzw. Ausbau von Netzwerken zur Kompetenzsicherung im Handwerk. Ein Verbundprojekt.
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Übersicht

Kontakt

Dr. Renate Kappler
IHK-Bildungszentrum Dresden gGmbH
Mügelner Straße 40
01237 Dresden

Tel.: 0351-2866608
Fax: 0351-2866804
Mail: kappler.renate@sqn-dresden.de
http://www.sqn-dresden.de
http://www.perspektive-berufsabschluss-dresden.de

Beatrice Zerna
Projektmitarbeiterin
Handwerkskammer Dresden
Am Lagerplatz 8
01099 Dresden

Tel.: 0351-8087554
Fax: 0351-464034554
Mail: beatrice.zerna@hwk-dresden.de  
http://www.hwk-dresden.de/Serviceangebot/Bildung/Projekte/SQNNachqualifizierung/tabid/993/Default.aspx


Ausgangslage

Zur Jahreswende 2007 zu 2008 forcierte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit der Programmidee „Perspektive Berufsabschluss“ die Suche nach noch effektiveren Gestaltungsvarianten für die berufliche Bildung. In den Fokus geriet das Thema „Nachholen eines erfolgreichen Abschlusses in einem anerkannten Ausbildungsberuf“. Zu diesem Zeitpunkt war die Anzahl der nicht formal Qualifizierten (nfQ) unter den jungen Erwachsenen enorm groß. Viele von ihnen hatten keinen Schulabschluss, waren von Bildungsmaßnahme zu Bildungsmaßnahme gelenkt worden und letztlich arbeitslos. Die Idee war, dass die Risiken für einen Zugang zum Arbeitsmarkt nur kleiner bzw. aufgehoben werden können, wenn für die jungen Erwachsenen Chancen für eine abschlussorientierte Nachqualifizierung geschaffen werden.

Auch der lokale sächsische Ausbildungs- und Arbeitsmarkt musste sich mit der Situation der arbeitslosen und (teil)beschäftigten an- und ungelernten jungen Erwachsenen auseinandersetzen. Denn Nichteintritt in und Nichtteilnahme an der Berufsausbildung, Abbrüche in der Ausbildung und im Studium bedeuten Lücken bei den nachrückenden Fachkräften. Diese Lücken können zu einer Belastung der sächsischen Wirtschaft werden. Das gilt es zu verhindern. Deshalb sollen bisher nicht qualifizierte Erwachsene, die sogenannten An- und Ungelernten bzw. Geringqualifizierten, angeregt, aktiviert und motiviert werden, eine sie ansprechende berufliche Qualifizierung einzuschlagen. Denn es gilt: der Berufsabschluss ist nicht nur als Anschluss an die Schulausbildung möglich. Auch verspätet, in einem zweiten Anlauf, kann der Weg zum Berufsabschluss möglich gemacht werden.

Ziele

SQN baut mit regionalen Akteuren der beruflichen Bildung ein aktives NETZWERK NACHQUALIFIZIERUNG auf, um gemeinsam mehr für die Fachkräftesicherung tun zu können. SQN legt für dieses Netzwerk im Direktionsbezirk Dresden die Grundlagen mit einem professionellen Beratungs-Service. Das umfasst:

  • Schaffung dauerhafter, vernetzter und geregelter Strukturen für die professionelle Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung für An- und Ungelernte, Personen mit Migrationshintergrund eingeschlossen,
  • Beratung und Begleitung An- und Ungelernter und Geringqualifizierter von der Selbstfindungsphase (berufliches Ziel) bis zum anerkannten Berufsabschluss,
  • Einrichtung einer Internetplattform als Informationsservice für Unternehmen, für regionale Akteure und für Personen ohne Berufsabschluss zum Themenkomplex „Wege zum Berufsabschluss, Zugang zu konkreten Angeboten der Nachqualifizierung und zu deren Finanzierungsformen“,
  • Transfer und Adaption von auf Bundesebene erprobten Verfahrensweisen und die Modifizierung beziehungsweise Weiterentwicklung regionaler sächsischer Konzepte für den Prozess der Nachqualifizierung, engagierte Zusammenarbeit mit sächsischen Projekten im Bereich Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung,
  • Erarbeitung von Handreichungen und Leitfäden für Beratung und Begleitung und dazu gehörender Dokumentationsformen für den Gesamtprozess der Nachqualifizierung.

Umsetzungsstrategie

SQN informiert und berät berufserfahrene an- und ungelernte Erwachsene mit und ohne Migrationshintergrund, wie sie auch jenseits der Berufsschulpflicht - als Externe - den Weg zum anerkannten Berufsabschluss gehen können.

SQN hilft, die im Berufsbildungsgesetz und in der Handwerksordnung verankerte Chance der Zulassung zur Abschluss-/ Gesellenprüfung in besonderen Fällen über die Anrechnung von Beschäftigungszeiten und den Nachweis erreichter beruflicher Handlungsfähigkeit zu nutzen.

SQN - das ist ein kostenfreier und professioneller Beratungsservice für Unternehmen und Einzelpersonen über den individuell möglichen Weg für das Nachholen des Berufsabschlusses.

SQN informiert und berät auch zu Finanzierungsmöglichkeiten für die Teilnahme an der Nachqualifizierung und gibt Unterstützung bei Antragstellungen.

SQN ist engagierter Partner im Gesamtprozess der Nachqualifizierung.

SQN ist ein Verbundprojekt: Kooperationspartner sind:

IHK-Bildungszentrum Dresden gGmbH (Leadpartner)

  • Handwerkskammer Dresden.
  • Zwei Partner gehören über Auftragsvergabe zum Projekt - das sind
    • IHK/HWK-Ausbildungsverbund Dresden e.V. und
    • Bildungszentrum Lernen + Technik Dresden gGmbH

Umsetzungsstand Dezember 2011

In wenigen Wochen, genau am 31.03.2012, endet die Projektlaufzeit von SQN. Bereits Ende Dezember 2011 verkleinert sich das Projektteam um zwei Partner. Diese Partner im Auftrag hinterlassen wichtige Spuren für eine ergebnisorientierte Beratungsarbeit in Bildung, Beruf und Beschäftigung.

SQN war angetreten, die Programmphilosophie von „Perspektive Berufsabschluss“ lebendig zu machen. Konkret ging und geht es um die Suche nach erfolgversprechenden Wegen, an/ungelernte junge Erwachsene - mit und ohne Beschäftigung - mit und ohne Migrationshintergrund - für das Nachholen von Berufsabschlüssen zu interessieren und zu motivieren.

Das SQN-Team leitete für sich ab, dass die Beratungsarbeit als komplexes Ganzes nur gelingen kann über eine sehr gute Vorbereitung und ein systematisches Weiterlernen: Das Projektmanagement umfasst sowohl die Professionalisierung der inhaltlichen Seite als auch Kreativität und Effektivität in der Durchführung. Zu unserer Vorgehensweise gehört:

  • Bestimmen der potentiellen Zielgruppen und Entwicklung dafür passender Beratungsinstrumente. Tangiert wurde das durch ein projekteigenes Qualitätsmanagement, das alle im Team verpflichtete zu offener, nutzerfreundlicher und vertrauensvoller Kommunikation.

Zeitgleich musste sich das SQN-Team inhaltlich qualifizieren, um die regionale Bodenhaftung der Projektarbeit zu sichern. Das Team setzte sich auseinander mit:

  • Spezifischem und Zuständigkeiten bei Beratung in Bildung, Beruf und Beschäftigung (wer macht was; welche Schnittstellen gilt es zu bedienen bei der Frage Nachqualifizierung u. a.),
  • Berufsbildungsprozessen und ihrer Widerspiegelung bei der Gestaltung der Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen - gesetzliche Rahmenbedingungen, vertragliche Regelungen, Zulassungsbedingungen zu Prüfungen (Überprüfen der persönlichen Zulassungsvoraussetzungen vor der eigentlichen Antragstellung),
  • Statistischem zur heterogenen Zielgruppe der an/ungelernten jungen Erwachsenen im Regierungsbezirk Dresden (SQN-Befragung in sächsischen Unternehmen)
  • Studien zur sozialen Lage von an/ungelernten jungen Erwachsenen, zu ihrem Verbleib nach Schule bzw. Ausbildungsabbruch, Studienabbruch - Auswertung dieser Studien und Nutzung der vielfältigen Kontakte über die Landesprogramme GISA (Gemeinschaftsinitiative Sachsen) und QAB (Qualifizierung von Langzeitarbeitslosen zum anerkannten Berufsabschluss),
  • Studien zum Arbeitsmarkt, zum Verhältnis besetzte und nicht besetzte Lehrstellen; Fachkräfte-Monitoring der sächsischen Kammern (seit 2003 im Zweijahresrhythmus)

SQN hat seine Öffentlichkeitsarbeit sehr wirksam realisiert. Inzwischen ist „SQN fast eine Marke in der Beratung“ geworden. SQN wollte und will:

  • Aufmerksamkeit erzeugen für die Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung und die darin vorhandenen Chancen für die berufliche Entwicklung des Einzelnen / der Einzelnen.
  • Interesse und Neugier wecken mit einer freundlichen medialen Aufmachung (Website, Flyer, Anzeigen, Vorträge auf Messen, Fachbeiträge; Fachveranstaltungen).
  • Bekanntheit der Vorzüge der beruflichen Bildung steigern mit der verständlichen Erläuterung und dem Bewerben weniger bekannte Wege zu einem anerkannten Berufsabschluss auf der Basis eines bundeseinheitlichen Berufsbildungsgesetztes BBiG!)
  • Orientierung geben und Mut machen, sich Rat zu holen, Beratungsangebote anzunehmen.
  • Einstellungen verändern helfen und Zuversicht vermitteln, den eigenen Weg zum Berufsabschluss zu wollen und zu verteidigen.
  • Unterstützer gewinnen - das Interesse wecken bei Unternehmen für eine andere Personalentwicklungspolitik mit an/ungelernten Beschäftigten
  • Beziehungen von Dauer gestalten - gute Netzwerkarbeit ankurbeln, Verbündete suchen, Nachholen Berufsabschluss etablieren.

SQN wird seine Ziele zum 31. März 2012 erreicht haben.

 

 
Förderung
Durchführung