Duisburg
NQN, NachQualifizierungsnetzwerk Niederrhein - Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung junger Erwachsener ohne Berufsabschluss. Auf- und Ausbau auf Dauer ausgerichteter Kooperations- Unterstützungs- und Beratungsstrukturen
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Übersicht

Kontakt

Christoph Eckhardt
qualiNETZ Beratung und Forschung GmbH
Ludgeristraße 16-18
47057 Duisburg

Tel.: 0203-28 75 88
Fax: 0203-2 17 15
E-Mail: info@qualinetz.de

www.nq-niederrhein.de

Ausgangslage

Eine im Landesvergleich überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit bei gleichzeitig wachsender Nachfrage an gut qualifizierten Arbeitskräften kennzeichnen die Arbeitsmarktregion Niederrhein mit den beiden Landkreisen Kleve, Wesel und der Großstadt Duisburg. Etwa 50 Prozent der Arbeitslosen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund ist in der Region besonders hoch. Bisher haben An- und Ungelernte kaum Chancen, einen Berufsabschluss nachzuholen.

Ziele

Das Vorhaben betreibt den Aufbau dauerhafter Beratungs- und Unterstützungsstrukturen für die Nachqualifizierung junger Menschen ohne Berufsabschluss und die Etablierung berufsbegleitender Weiterbildungsangebote in Zusammenarbeit mit Betrieben. In den wichtigsten Wirtschaftszweigen Logistik, Tourismuswirtschaft, Handwerk und Landwirtschaft / Gartenbau sowie in den kaufmännischen und Büroberufen sollen modulare berufsbegleitende Weiterbildungen zum Berufsabschluss geschaffen werden. Diese sollen speziell auf die Anforderungen An- und Ungelernter ausgerichtet sein, insbesondere auch auf die Voraussetzungen von Menschen mit Migrationshintergrund eingehen und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gewährleisten.

Umsetzungsstrategie

Es wird eine Weiterbildungsberatung für Betriebe installiert. In Zusammenarbeit mit den Agenturen für Arbeit, den Kammern und den Unternehmensverbänden wird zunächst der Bedarf der Unternehmen an Weiterbildung an- und ungelernter Beschäftigter sowie an Neueinstellungen erfasst. Kleinere und mittlere Unternehmen werden darin unterstützt, betriebsbezogene Weiterbildungsstrategien zu entwickeln sowie geeignete Anbieter für Bildungsdienstleistungen zu finden. Während der Weiterbildung wird ein Bildungscoaching sowohl für die Lernenden als auch für die betrieblichen Beauftragten installiert, um eine größtmögliche Abstimmung zwischen externen Lernprozessen und betrieblichen Arbeitsprozessen zu erreichen.

In Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen werden Verfahrensabläufe zur Anerkennung von Ausbildungsleistungen bei der Anmeldung zur Externenprüfung entwickelt und als Dienstleistung der Weiterbildungsberatung etabliert. Im Rahmen von Netzwerken mit Bildungsdienstleistern, Unternehmen, Verbänden und Institutionen werden einheitliche Qualitätsstandards für die Nachqualifizierung und ein trägerübergreifendes Angebot an Bildungsdienstleistungen gewährleistet. Durch Projektentwicklungsgruppen und Fortbildungsangebote werden Bildungsdienstleister auf die spezifischen Anforderungen der modularen Nachqualifizierung An- und Ungelernter vorbereitet. Die in den beiden Landkreisen Kleve und Wesel entwickelten Angebote und Konzepte sollen auch auf interessierte benachbarte Arbeitsmarktregionen übertragen werden.

Umsetzungsstand Dezember 2011

Die Finanzierung von Weiterbildung bis zum Berufsabschluss hat sich im Jahre 2011 stabilisiert. In der Regel gelingt es, die erforderlichen Bildungsgutscheine zu bekommen, vor allem da WeGebAU- oder IFLAS-Mittel genutzt werden können. Die Agentur für Arbeit in Wesel ist sehr daran interessiert, dass auch einzelne Module belegt werden können, die nach kurzer Zeit eine Einmündung in ein Arbeitsverhältnis nach sich ziehen, insbesondere bei Arbeitskräften, die bereits Vorqualifikationen nachweisen können.

In Zusammenarbeit mit einem Logistik-Unternehmen wurden zum Beispiel 26 an- und ungelernte Beschäftigte beraten, ob und wie sie zu einem Berufsabschluss kommen können. Viele von ihnen nahmen dies zum Anlass für eine berufliche Neuorientierung. Eine Gruppe von sechs Personen wird nun durch einen um die Module 6 und 7 erweiterten Kurs zur Vorbereitung auf die Externenprüfung berufsbegleitend qualifiziert. Der Kurs findet im Betrieb statt, zum Teil während der Arbeitszeit. Das erspart nicht nur zusätzliche Fahrzeiten, sondern ermöglicht auch das Lernen am Beispiel der dort vorhandenen betrieblichen Abläufe.

Inzwischen wurden allein für den Bereich Lagerlogistik 47 Personen mit dem Ergebnis beraten, dass sie die Zulassungsvoraussetzung zur Externenprüfung erfüllen und die Prüfung zum Teil bereits bestanden haben. Weitere 54 wurden in andere abschlussbezogene modulare Nachqualifizierungsmaßnahmen integriert, 33 haben nach der Beratung kurzzeitige Weiterbildungsangebote genutzt.

Auf der Grundlage der Module und ihrer Untergliederung in Lern- und Arbeitsaufgaben wurde ein Kompetenzfeststellungsverfahren eingeführt. Vorhandene berufliche Kompetenzen werden zunächst durch Selbsteinschätzung und Dokumentenanalyse eingegrenzt, dann aber mit Hilfe von Arbeitsproben, schriftlichen Tests und letztlich durch die Modulabschlussprüfung kontrolliert und nachgewiesen. Dieses Vorgehen findet auch bei der Kammer Anklang. Auf dieser Grundlage konnten einzelnen Lernenden bereits die ersten zwei Module angerechnet werden. Die Gesamtdauer der modularen Weiterbildung kann dadurch im Einzelfall verkürzt werden.

Nach wie vor gibt es bei den Bildungsträgern eine gewisse Zurückhaltung, modulare Nachqualifizierungsangebote zertifizieren zu lassen. Der zu erwartende geringe Ertrag – aufgrund der niedrigen Fallzahlen – lässt viele davor zurückschrecken, in dieses Arbeitsfeld zu investieren. Um den Bildungsunternehmen die Arbeit zu erleichtern, werden derzeit von unserer Servicestelle zertifizierungsfähige Konzepte ausgearbeitet, bei denen nur noch die trägerspezifischen Informationen ergänzt werden müssen.

Auch die Werbung und Öffentlichkeitsarbeit erfolgt verstärkt durch das Netzwerk. Damit kann das gleiche Angebot an verschiedenen Standorten am Niederrhein und in Nachbarregionen nach einheitlichen Standards realisiert werden. Im Rahmen von Transferangeboten kann dieser Service auch von Bildungsträgern aus anderen Regionen in Nordrhein-Westfalen genutzt werden.

Bis zum Ende des Projektes im Juni 2012 wollen wir auf diese Weise das regionale Nachqualifizierungsangebot erweitert haben: auf die Berufe Fachkraft für Lagerlogistik, Servicefahrer, Bürokauffrau/-mann, Kaufmann/Kauffrau für Bürokommunikation, Verkäufer/ Verkäuferin im Einzelhandel, Metallhandwerk, Malerhandwerk, industrielle Metall- und Elektroberufe und Gastronomie.

 

 

 
Förderung
Durchführung