Bielefeld
Talentregion OWL - Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung junger Erwachsener ohne Berufsabschluss in der Region Ostwestfalen-Lippe. Koordination des modellhaften Auf- und Ausbau nachhaltiger Kooperations-, Unterstützungs- und Beratungsstrukturen sowie Implementierung des Nachqualifizierungsansatzes in der Bauwirtschaft sowie Förderung der Zusammenarbeit regionaler Bildungsträger zur gemeinsamen Bearbeitung der Nachqualifizierung. Ein Verbundprojekt.
Bild Drucker

Übersicht

Kontakt

Vera Grämmel
Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe
Kleiberweg 3
33607 Bielefeld

Tel.: 0521–56 08530
Fax: 0521–56 08509
Mail: vera.graemmel@handwerk-owl.de
www.handwerk-owl.de
www.talentregion-owl.de

"Talentregion OWL" ist ein Verbundprojekt der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld, des Handwerkbildungszentrums Brackwede Fachbereich Bau e.V. und des Bildungswerks der ostwestfälisch-lippischen Wirtschaft BOW e.V.

Handwerksbildungszentrum (HBZ) Brackwede
Fachbereich Bau
Susan Klaus
Arnsberger Str. 1-3
33647 Bielefeld
Tel.: 0521-9428446
E-Mail: susan.klaus@hbz.de
http://www.hbz.de/startseite/projekte/talentregion-owl.html

Bildungswerk der ostwestfälisch-lippischen Wirtschaft BOW e.V.
Regina Westerfeld
Obernstr. 48
33602 Bielefeld
Tel.: 0521-7871665
E-Mail: regina.westerfeld@bow-online.de
http://bow.de/talentregion-owl/

 


Ausgangslage

Ostwestfalen-Lippe gilt als eine der jüngsten Regionen Deutschlands. Bedingt durch die relativ gesunde mittelständisch geprägte Industrie und das starke Handwerk sind bereits mit Beginn der 70iger Jahre und verstärkt in den 80iger und 90iger Jahren viele Ausländerinnen und Ausländer sowie Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler zugewandert. Diese Bevölkerungsgruppen haben im Durchschnitt mehr Kinder als in Deutschland geborene Deutsche. Ein großer Teil von ihnen hat, bedingt zum Beispiel durch sprachliche und/oder schulische Defizite, in der Vergangenheit den Weg in eine qualifizierte Ausbildung nicht gefunden. Daneben gibt es infolge der Restrukturierungsprozesse der heimischen Wirtschaft und der damit verbundenen Ausbildungszurückhaltung immer noch viele Erwachsene, die trotz formaler Ausbildungsfähigkeit mangels ausreichenden Angebotes in den letzten Jahren keine Chance auf eine Lehrstelle hatten. Etliche davon haben zwar den Weg in Arbeit gefunden, jedoch lediglich in angelernte Tätigkeiten oder in zeitlich befristete Helferjobs. Dies ist die Zielgruppe, die für die zukünftig fachlich höheren Anforderungen des Arbeitsmarktes qualifiziert werden kann, auch um so die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Region zu stärken.

Ziele

Zum einen werden Unternehmen der Region in Handwerk, Industrie, Handel und Dienstleistung über die Chancen einer modularen Nachqualifizierung ihrer an- und ungelernten Arbeitskräfte informiert, beraten und motiviert, diese Möglichkeit zum Aufbau eines qualifizierten Arbeitskräftestamms zu nutzen.
Arbeitsmarktakteure wie Verbände, Kreishandwerkerschaften, Arbeitsagenturen, Träger der Grundsicherung oder bestehende Verbünde werden zu dieser Thematik vernetzt, um als Multiplikatoren und Motivatoren in ihre Kreise hinein tätig werden zu können. Darüber hinaus sollen potenzielle Nutzerinnen und Nutzer der modularen Nachqualifizierungsangebote wie Altbewerberinnen und Altbewerber auf dem Arbeitsmarkt gezielt angesprochen und motiviert werden, diese zweite Chance wahrzunehmen.

Umsetzungsstrategie

Für die Sensibilisierung und Vernetzung der Unternehmen werden eine Steuerungsgruppe und fachspezifische Arbeitskreise eingerichtet, die neue Wege entwickeln und bestehende Angebote bündeln. Für die Ansprache der potenziellen Nachzuqualifizierenden wird mit zielgruppengerechten Ansprachekonzepten in die Communities hineingewirkt, um Motivation zur Teilnahme an den Angeboten zu wecken.

Umsetzungsstand Juli 2011

Die Talentregion OWL macht seit Mai 2008 die Externenprüfung als Möglichkeit zum Nachholen des Berufsabschlusses in Ostwestfalen-Lippe bekannt. Dies geschieht in Form kontinuierlicher Netzwerkarbeit und zielgruppenspezifischer Öffentlichkeitsarbeit. Im Vergleich zu 2008 wird die Externenprüfung nicht nur häufiger genutzt, sie ist mittlerweile zu einem akzeptierten Instrument betrieblicher und arbeitsmarktlicher Personalentwicklung geworden:

  • Auf der Grundlage einer regional gewachsenen "Kultur der Zusammenarbeit" und der Unterstützung des "Lenkungskreises Talentregion OWL" sowie der themenbezogenen Arbeitskreise sind stabile Beratungs- und Qualifizierungsstrukturen entstanden. Im Rahmen der Presse- und Medienarbeit wird am Beispiel erfolgreicher Absolventen und Absolventinnen erläutert, welche Voraussetzungen und Erfordernisse mit der Externenprüfung verbunden sind. Diese Absolventen stellen sich auf der Projekt-Homepage vor. Sie machen Mut, ihrem Beispiel zu folgen.
  • In arbeitsmarktpolitischen Gremien der Region wird regelmäßig über das Projekt berichtet, so dass der Bekanntheitsgrad inzwischen hoch ist und die Relevanz der Externenprüfung im Bewusstsein aller Akteure verankert ist. Die Agentur für Arbeit Bielefeld stockte 2011 ihren Stellenanteil zur Beratung von Migranten und Migrantinnen auf eine Vollzeitstelle auf. Außerdem hat sie die Förderung der Externenprüfung über Bildungsgutscheine seit 2009 kontinuierlich in der Bildungszielplanung berücksichtigt. Parallel dazu hat das Jobcenter der Stadt Bielefeld eine Stelle eingerichtet, die sich speziell um die Beratung zur Anerkennung von Abschlüssen und Qualifikationen von Migranten und Migratinnen kümmert.
  • Die Talentregion OWL arbeit eng mit dem Begleitprojekt "Mit MigrantInnen für MigrantInnen - Interkulturelle Kooperation zur Verbesserung der Bildungsintegration" von MOZAIK gGmbH in Bielefeld zusammen. Gemeinsam wurden zahlreiche Informationsveranstaltungen durchgeführt. Außerdem wurde für das Netzwerk eine Schulung zum Ausbau der interkulturellen Handlungsfähigkeit in der Integrationsarbeit durchgeführt.
  • Die Talentregion OWL arbeitet im Beirat des Begleitprojekts "Unterstützung regionaler Vorhaben zur Nachqualifizierung zu Fragen der Zulassung zur Externenprüfung" der Zentralstelle für Weiterbildung im Handwerk (ZWH) mit. Dies befördert den überregionalen Wissenstransfer.
  • Insgesamt wurden seit Projektstart 705 Betriebe beraten. 449 Arbeitsuchende und Beschäftigte informierten sich beim Projektteam zum Thema Externenprüfung. Außerdem wurden zahlreiche Weiterbildungseinrichtungen, Handwerkskammern und Kreishandwerkerschaften aus OWL und anderen Regionen in der Umsetzung der Nachqualifizierung beraten.
  • Alle wichtigen Informationen sind auf der Projekt-Homepage (www.talentregion-owl.de) zu finden, darunter die Nachqualifizierungsangebote der Weiterbildungsdienstleister aus Ostwestfalen-Lippe.
 

 
Förderung
Durchführung