Halle
Netzwerk Pro Beruf Halle: Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung für Jugendliche und junge Erwachsene ohne Berufsabschluss. Modellhafter Auf- und Ausbau auf Dauer angelegter regionaler Kooperations-, Unterstützungs- und Beratungsstrukturen
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Übersicht

Kontakt

Frank Ludwig
Mitteldeutscher Verband für Weiterbildung e.V.
Merseburger Str. 237
06130 Halle (Saale)

Tel.: 0345-1325180
Fax: 0345-1325142
E-Mail: frank.ludwig@pro-beruf-halle.de

www.pro-beruf-halle.de

Ausgangslage

Die demografische Entwicklung in Sachsen-Anhalt beeinflusst immer stärker den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Zusätzlich verschlechtern sich die Beschäftigungschancen für An- und Ungelernte rasant. Einerseits wird der Ruf nach Fachkräften immer lauter, andererseits haben nicht alle Unternehmen die Zukunftszeichen erkannt und glauben, dass sich mit Teilqualifikationen dauerhaft Lücken in der Qualifikation der Belegschaft schließen lassen. Auf der Basis einer Studie, die gemeinsam mit der isw Halle GmbH erarbeitet wurde, soll der Verbleib und Status der An- und Ungelernten verdeutlicht werden. Gleichzeitig nehmen wir die Zahlen für den Süden von Sachsen-Anhalt als Ausgangspunkt, um bildungs- und arbeitsmarktrelevante Lösungen auf solider Grundlage zu entwickeln.

Auch in unserer Region gibt es eine große Gruppe junger Menschen ohne Berufsabschluss oder Menschen, die zwar über einen Berufsabschluss verfügen, jedoch in Fremdberufen tätig sind. Häufig handelt es sich um junge Erwachsene, die in den vergangenen Jahren aufgrund fehlender Ausbildungsplätze immer wieder durch das Raster fielen und die, wenn sie Glück hatten, wenigstens als Angelernte in Betrieben arbeiten konnten. Diese Gruppe trägt ein besonders hohes Beschäftigungsrisiko und braucht deshalb eine zweite Chance, um einen anerkannten Berufsabschluss nachholen zu können. Gleiches gilt für die Gruppe der Studienabbrecher und Studienabbrecherinnen. Erfolg versprechende Ansätze zur Lösung dieser Problematik sind vorhanden. Diese sollen im Rahmen des Vorhabens Pro Beruf Halle gebündelt und mit den relevanten Arbeitsmarktpartnern vernetzt werden.

Ziele

Ziel des Projektes ist die Sensibilisierung und Beratung von Unternehmen über Möglichkeiten zur Fachkräfteentwicklung dieser Gruppe. Durch Motivation und Beratung von arbeitslosen und beschäftigten ungelernten jungen Erwachsenen zum Erwerb eines Facharbeiterabschlusses und durch Initiierung, Implementierung und Erprobung von flexiblen, modularen und abschlussorientierten Nachqualifizierungen werden neue Wege eröffnet. Damit soll die Zahl der ungelernten jungen Erwachsenen in der Region nachhaltig gesenkt werden.

Umsetzungsstrategie

Vorgesehen sind innovative Maßnahmen, die in zielgruppengerechter Weise Arbeit und Lernen verbinden und gemeinsam mit den Arbeitgebern der Region entwickelt werden. Eine Ausrichtung auf die Belange des Arbeitsmarktes ist hierdurch sichergestellt.

In einem weiteren Schritt sollen Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ihr Wissen zum Thema abschlussorientierte Nachqualifizierung erweitern. Besondere Berücksichtigung finden dabei die methodischen Besonderheiten der praktischen Nachqualifizierung in den Betrieben.

In enger Zusammenarbeit mit Jobcentern, den Agenturen für Arbeit, Betrieben, Bildungsanbietern und Kammern werden Nachqualifizierungen durch das Netzwerk initiiert und nach einer fundierten Bedarfsanalyse in den Branchen Metall, Elektro, Ernährungswirtschaft, Logistik und dem Dienstleistungssektor oder in übergreifenden Bereichen - wie im kaufmännischen Bereich - erprobt und umgesetzt. Gemeinsam mit den beiden Projekten in Magdeburg und Salzwedel werden die Aktivitäten zur modularen Nachqualifizierung auf das gesamte Land Sachsen-Anhalt ausgerichtet. 

Umsetzungsstand 2011

Das Netzwerk Pro Beruf Halle besteht heute aus regional ansässigen Bildungsunternehmen und relevanten Akteuren des Arbeits- und Bildungsmarktes. Neben den Trägern der Leistungen nach SGB sind die zuständigen Stellen wie Kammern, Landesanstalt, Verbände, kommunale Stellen, Gewerkschaften, interessierte Betriebe sowie Partnerprojekte im Bereich der Betreuung von Personen mit Migrationshintergrund fester Bestandteil des erweiterten Netzwerkes.

Stand in den Jahren zuvor die Erweiterung des Netzwerkes im Vordergrund, lag 2011 der Fokus auf seiner Stabilisierung und der Ausgestaltung bilateraler Beziehungen. Durch die Organisation und Durchführung einer Vielzahl von Workshops, Vorträgen und zielgruppenbezogenen Informationsveranstaltungen wurden die Netzwerk- und die interessenorientierte Arbeit verstetigt und verbindlich gestaltet.

Zeitarbeitsfirmen, Personaldienstleister, gewerbliche Unternehmen und Bildungsunternehmen trafen sich in zielgruppenorientierten Workshops, um sich über Spezifik und Möglichkeiten der abschlussorientierten modularen Nachqualifizierung zu informieren.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wird die Website www.pro-beruf-halle.de regelmäßig aktualisiert. Neben dem quartalsweisen Versand des Projekt-Newsletters an mittlerweile über 300 Abonnenten sind wir auch mit regelmäßigen Printanzeigen, TV- und Radiospots in den Köpfen der Menschen präsent. Seit 2011 sind wir auch in den Social Networks aktiv: Kunden können so mit uns über Facebook oder unserem WordPress Blog in Verbindung treten und auf direktem Weg Informationen erhalten.

Die Beratung Bildungsinteressierter ist für uns einer der Arbeitsschwerpunkte. Die Beratungsarbeit erstreckt sich dabei auf drei Gruppen. Ein Drittel der Bildungsinteressierten wird durch die Jobcenter und Agenturen für Arbeit dem Netzwerk zugewiesen, ein weiteres Drittel wird über Partnerprojekte und Bildungsunternehmen vermittelt und ein Drittel nimmt aus Eigeninitiative oder betrieblichen Erfordernissen Kontakt zu uns auf. Circa 15 Prozent der Bildungsinteressenten waren Personen mit Migrationshintergrund.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Sicherung der Nachhaltigkeit unserer Projektarbeit. In der nunmehr vorliegenden 4. Studie widmen wir uns dem für Sachsen-Anhalt tiefgreifenden demografischen Wandel und der daraus wachsenden Aufgabe, den Fachkräftebedarf zu sichern.

Dem Projektauftrag folgend steht die Fachkräftereserve An- und Ungelernter im Mittelpunkt der Betrachtung. Anhand einer besonderen regionalen Bedarfsstruktur wurden bis heute - in Zusammenarbeit mit Bildungsträgern aus der Region - sechs Berufe modular strukturiert. Dazu zählen:

  • Bürokaufmann/Bürokauffrau,
  • Industrieelektriker/Industrieelektrikerin,
  • Servicekraft für Schutz und Sicherheit,
  • Servicefachkraft für Dialogmarketing,
  • Berufskraftfahrer/Berufskraftfahrerin und
  • Servicefahrer/Servicefahrerin.

Im Sommer 2011 stellten wir die zweite Ausgabe des Bildungskataloges für die Region Halle (Saale) vor. Der Katalog enthält auf über 120 Seiten modulare Qualifizierungsangebote, die zu einem Berufsabschluss führen. Bildungs-, Beratungsunternehmen und Institutionen können die Printausgabe des Kataloges kostenfrei bei uns bestellen. Die Onlineversion ist über www.pro-beruf-halle.de unter dem Punkt Archiv und Downloads abrufbar.

 

 

 
Förderung
Durchführung