Lauchhammer
Finish For Future, Südbrandenburg/Westlausitz, Brandenburg, Förderlaufzeit: 01.05.2008-31.03.2012


Kontakt

TÜV Rheinland Akademie GmbH
Regionalbereich Mitte-Ost, NL Lausitz – Oder-Spree
Ernst-Schneller-Str. 3
01979 Lauchhammer

www.tuv.com/de/deutschland/weiterbildung/finish_for_future.jsp

Einer Umfrage der IHK Cottbus im Herbst 2007 zufolge gibt es nur eine begrenzte Anzahl offener Stellen für geringqualifizierte Beschäftigte in Südbrandenburg, die meist auch nur eine kurze Vertragsdauer haben. Dabei liegt der Schwerpunkt der erforderlichen Qualifikationen für zusätzliche Arbeitskräfte im Bereich der dualen Berufsausbildung. 42 Prozent der Unternehmen in Brandenburg legen diesen Berufsabschluss der Beschäftigung im Unternehmen zugrunde.

Sogenannte Einfacharbeitsplätze werden, insbesondere im Bereich des produzierenden Gewerbes und Handwerks, um weitere Tätigkeitselemente angereichert, so dass hier eine Umwandlung in qualifiziertere Arbeit stattfindet. Durch technische Innovationen und die Einführung neuer Formen der Arbeitsorganisation steigen die beruflichen Anforderungen.

Das Projekt „Finish For Future“ verfolgt daher das Ziel der Nachqualifizierung von jungen Menschen mit fehlenden oder nicht passenden Berufsabschlüssen im Raum Südbrandenburg bzw. im regionalen Wachstumskern Westlausitz.

Einerseits erlangen geringqualifizierte Erwerbslose im Rahmen des Projektes einen Berufsabschluss in regional relevanten Berufsfeldern, um ihre Chancen auf Vermittlung und Integration in den Arbeitsmarkt nachhaltig zu verbessern. Zum anderen werden auch Beschäftigte ohne bzw. mit nicht passendem Berufsabschluss arbeitsplatzbegleitend Schritt für Schritt zur Externenprüfung geführt.

Die berufliche Qualifizierung, insbesondere Teile der Berufsausbildung, wurde als strategisches Element der Personalentwicklung und als Element der Arbeits- und Unternehmenskultur im Umfeld implementiert oder als integraler Bestandteil der betrieblichen Leistungserstellungsprozesse anhand geeigneter akzeptierter Qualifizierungsbausteine mit plausiblen Qualifizierungsinhalten und -zielen. Aus den Ergebnissen von Kompetenzerhebung und modularen, von den Projektpartnern entwickelten Curricula entstanden in der Zuständigkeit der Kammern zertifizierte und abschlussrelevante Bildungsformate. Diese wurden bei gegebener Marktnähe z.B. über das Branchennetzwerk Kunststoff/Chemie sowie über die Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft in die Unternehmen getragen und zur Qualifizierung des Personals eingesetzt. Die erworbenen beruflichen Kompetenzen der An- und Ungelernten wurden systematisch abgebildet und in branchenspezifischen Anrechnungssystemen berücksichtigt.

Über Beratungsaktivitäten wurden betriebliche Einsatzfelder für Qualifizierung ermittelt sowie Personalentwicklungskonzepte der Unternehmen im Bereich der Einfacharbeit begleitet. Als Kooperationspartner leistete die ATB GmbH Chemnitz Unterstützung im Aufbau kooperativer Beratungsstrukturen in kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region. Für die Ziele des Projekts traten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kammern, der Agentur für Arbeit, der Jobcenter, der Branchennetzwerke, der Projektpartner und der interessierten Bildungsdienstleister in Kontakt und schließlich in einen systematischen und dauerhaften Abstimmungsprozess.

Ergebnisse

Durch das Zusammenwirken regional tätiger Arbeitsmarktakteure – insbesondere Kammern, Unternehmen, Unternehmensverbände, Gewerkschaften, Träger der Arbeitsförderung/Träger der Grundsicherung für Arbeitsuchende, Bildungsdienstleister, kommunale/regionale Wirtschaftsförderung – wurde ein Konzept für bedarfsgerechte Nachqualifizierungen regional angepasst implementiert, bestehende Fördermöglichkeiten transparent gemacht und gebündelt sowie Beratungs- und Unterstützungsstrukturen für Betroffene – insbesondere auch für kleine und mittlere Unternehmen – aufgebaut (Beratungsnetzwerk PLAN.B-Net). Aus den Erfahrungen der Zusammenarbeit wurde von uns ein Beratungsleitfaden entwickelt, um die Beratungskette der Multiplikatoren effizient zu gestalten.

Für das Projekt wurden abschlussorientierte modulare Nachqualifizierungen in für die Region relevanten Berufsfeldern entwickelt und an die typischen Marktsituationen der Geringqualifizierten angepasst und erprobt sowie deren Übertragung auf weitere Zielgruppen und Tätigkeitsbereiche geprüft. Ein System aus modularer Zertifizierung und Prüfung ermöglicht die regelmäßige Förderung mit den Instrumenten der SGBs. Insgesamt konnten so durch das Projekt 220 Personen modular nachqualifiziert und zur Externenprüfung geführt werden. Folgende modulare Nachqualifizierung für Un- und Angelernte in Form von Ausbildungsbausteinen wurden durchgeführt:

  • Verfahrensmechaniker/-in Kunststoff- und Kautschuktechnik, Schwerpunkt Bauteile (als Vollzeitmaßnahme und berufsbegleitend): Absolvieren von vier Qualifizierungsbausteinen
  • Verfahrensmechaniker/-in Kunststoff- und Kautschuktechnik, Schwerpunkt Mehr-schicht-Kautschukteile (als Vollzeitmaßnahme und berufsbegleitend): Absolvieren des Moduls "TÜV-Fachkraft für Kautschukverarbeitung"; Absolvieren von vier weiteren Qualifikationsbausteinen
  • Hochbaufacharbeiter/-in (als Vollzeitmaßnahme); Absolvieren von sieben Ausbildungsbausteinen
  • Verkäufer/-in (als Vollzeitmaßnahme): Absolvieren von fünf Ausbildungsbausteinen
  • Fachlagerist/-in (als Vollzeitmaßnahme): Absolvieren von sechs Ausbildungsbausteinen
  • Teilezurichter/-in (als Vollzeitmaßnahme): Absolvieren von sechs Ausbildungsbausteinen

Ausschnitthaft erworbene berufliche Kompetenzen werden systematisch abgebildet und in branchenspezifischen Anrechnungssystemen berücksichtigt (Kompetenzbilanzierung). Die Durchlässigkeit von schulischer Ausbildung und dualer Ausbildung wurde mit diesem Projekt befördert.

Beispielsweise wurde im Bereich der Kunststofftechnik (Beruf: Verfahrensmechaniker/Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik) im Jahr 2011 insgesamt 56 junge Frauen und Männer bei der TÜV Rheinland Akademie GmbH in Lauchhammer bzw. in Riesa nachqualifiziert. Zur Sommerprüfung 2011 haben davon 12 Teilnehmende erfolgreich die Externenprüfung vor der IHK Cottbus abgelegt und ihren Berufsabschluss zum Verfahrensmechaniker/zur Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik, Schwerpunkt Bauteile erworben. Weitere 30 Teilnehmende haben im Sommer und 14 zum Winter vor der IHK Frankfurt/Oder ihre Prüfung als Verfahrensmechaniker/Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik, Schwerpunkt Mehrschicht-Kautschukteile absolviert. Im Vorhinein erfolgte nochmals eine zeitnahe Prüfungsvorbereitung bei der TÜV Rheinland Akademie GmbH.

Den Nachqualifizierungen waren Kompetenzbilanzierungen vorgelagert, um für jeden Einzelnen und jede Einzelne den Qualifizierungsweg optimal zu gestalten. Je nach Umfang der bereits vorhandenen Kenntnisse und Fertigkeiten wurden den Teilnehmenden in einem Zeitraum von ca. einem halben Jahr die Grundlagen der Kunststoff- und Kautschuktechnik theoretisch und praktisch vermittelt. Da eine solche Nachqualifizierung auch berufsbegleitend durchgeführt werden kann, variiert der tatsächlich benötigte Zeitrahmen mitunter. Von den erwerbslosen Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Nachqualifizierungen wurden bisher 80 Prozent in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen.

Gefördert werden die Teilnehmenden der Nachqualifizierungen über Bildungsgutscheine und über das WeGebAU-Programm der Agentur für Arbeit. Weitere Betriebe der Region haben bereits ihr Interesse an abschlussorientierter Nachqualifizierung ihrer beschäftigten an- und ungelernten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bekundet.

Durch die regionale und bedarfsorientierte Ausrichtung unseres Projekts soll letztlich die Marktposition geringqualifizierter Beschäftigter nachhaltig verbessert und ihre Chance auf Vermittlung und Integration in den Arbeitsmarkt gesteigert werden. Auf diese Weise kann die bedarfsgerechte Verfügbarkeit von Fachkräften für die regionale Wirtschaft sichergestellt werden.

2011 führten wir in der Region Südbrandenburg Bedarfsanalysen in der Altenpflege und in der Zeitarbeitsbranche durch. Unter Berücksichtigung des demografischen Wandels zeigen die Ergebnisse der Analyse in der Altenpflege noch einmal die Dringlichkeit der Reform der Ausbildung bzw. Qualifizierung zum Altenpfleger /zur Altenpflegerin – insbesondere in Hinblick auf die Möglichkeit der Nachqualifizierung von Helfern und Helferinnen.

Im ersten Halbjahr 2011 stand neben der Umsetzung von Nachqualifizierungen die Weiterentwicklung und Anwendung der Kompetenzbilanzierung im Fokus unserer Arbeit. Als Ergebnis konnten in der Handwerksbranche weitere angelernte Beschäftigte mit entsprechend vermittelter Prüfungsvorbereitung an den Prüfungen 2011 teilnehmen und ihren Berufsabschluss nachträglich erwerben. Dabei erleichterten unsere bilateralen Kooperationen, u.a. mit der Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft, eine individuelle Gestaltung der Wege zur Abschlussprüfung.

Im Bereich der Kunststofftechnik (Beruf: Verfahrensmechaniker/-in für Kunststoff- und Kautschuktechnik) sind insgesamt 56 junge Frauen und Männer bei der TÜV Rheinland Akademie GmbH in Lauchhammer bzw. in Riesa nachqualifiziert worden. Zur Sommerprüfung 2011 haben davon 12 Teilnehmende erfolgreich die Externenprüfung vor der IHK Cottbus abgelegt und ihren Berufsabschluss zum/zur Verfahrensmechaniker/-in für Kunststoff- und Kautschuktechnik, Schwerpunkt Bauteile, erworben. Weitere 30 Teilnehmende haben im Sommer und 14 Teilnehmende zum Winter vor der IHK Frankfurt/Oder ihre Prüfung als Verfahrensmechaniker/-in für Kunststoff- und Kautschuktechnik, Schwerpunkt Mehrschicht-Kautschukteile, absolviert. Im Vorhinein erfolgte nochmals eine zeitnahe Prüfungsvorbereitung bei der TÜV Rheinland Akademie GmbH. Je nach Umfang der bereits vorhandenen Kenntnisse und Fertigkeiten, die mit Hilfe der Kompetenzbilanzierung ermittelt wurden, werden den Teilnehmern in einem Zeitraum von ca. einem halben Jahr die Grundlagen der Kunststoff- und Kautschuktechnik theoretisch und praktisch vermittelt. Da die Nachqualifizierung auch berufsbegleitend durchgeführt wird, kann der tatsächlich benötigte Zeitrahmen variieren. Von den erwerbslosen Teilnehmenden der Nachqualifizierungen wurden bisher 80% in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen.

Gefördert werden die Teilnehmenden der Nachqualifizierungen über Bildungsgutscheine und über das WeGebAU-Programm der Agentur für Arbeit. Weitere Betriebe der Region haben bereits ihr Interesse an abschlussorientierter Nachqualifizierung ihrer beschäftigten an- und ungelernten Mitarbeiter bekundet.

Ein weiteres Ziel im Jahr 2011 war der Aufbau eines Beratungsnetzwerkes (PLAN.B-Net), um über Multiplikatoren Interessierte auf unterschiedlichste Wege über die Möglichkeiten der Externenprüfung zu informieren. So sind nicht nur regionale Agenturen für Arbeit und Jobcenter Stellen zur Beratung, sondern auch Branchenverbände zur Fachkräftesicherung oder auch Unternehmensverbände. Um die Beratungskette der Multiplikatoren effizient zu gestalten, wurde von uns ein Beratungsleitfaden entwickelt. Der Leitfaden soll dem Beratenden helfen, dem Ratsuchenden schnell weitere Kontakte zu nennen, wo er kompetente Hilfe erhält, z. B. bei Fragen der Finanzierung einer Nachqualifizierung.

Zudem führten wir 2011 Bedarfsanalysen in der Altenpflege und in der Zeitarbeitsbranche in der Region Südbrandenburg durch. Unter Berücksichtigung des demografischen Wandels zeigen die Ergebnisse der Bedarfsanalyse in der Altenpflege noch einmal die Dringlichkeit der Reform der Ausbildung bzw. Qualifizierung zum/zur Altenpfleger/-in – insbesondere in Hinblick auf die Möglichkeit der Nachqualifizierung von Helfern.

 

Die Arbeitsschwerpunkte im Projekt Finish For Future lagen 2009 in der Durchführung einer Bedarfsanalyse, die Vernetzung des Vorhabens, die Beratung und Information für Unternehmen und Beschäftigte, insbesondere in der Handwerks- und Kunststoffbranche sowie eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit. Das Vorhaben hat dabei 180 Betriebsbefragungen in diesen Branchen vorgenommen, die Ergebnisse wurden in einem Bericht ausgewertet und entsprechende Handlungs-empfehlungen daraus abgeleitet.

Im ersten Halbjahr 2010 stand die Umsetzung von Nachqualifizierung sowie die Entwicklung und Anwendung von Kompetenzbilanzierungsinstrumente im Fokus unserer Arbeit. Als Ergebnis konnten in der Handwerksbranche bereits 2 angelernte Beschäftigte mit entsprechend vermittelter Prüfungsvorbereitung an der Sommerprüfung 2009 teilnehmen und ihren Berufsabschluss nachträglich erwerben. Dabei erleichterten unsere bilateralen Kooperationen u.a. mit der Niederlausitzer Kreishandwerkerschaft eine individuelle Gestaltung der Wege zur Abschlussprüfung.

Im Bereich der Kunststofftechnik (Beruf: Verfahrensmechaniker/in für Kunststoff- und Kautschuk-technik) sind insgesamt 52 junge Frauen und Männer bei der TÜV Rheinland Akademie GmbH in Lauchhammer bzw. in Riesa nachqualifiziert worden. Zur Sommerprüfung 2010 haben davon 12 Teilnehmer erfolgreich an der Externenprüfung vor der IHK Cottbus teilgenommen und ihren Berufsabschluss zur/zum Verfahrensmechaniker/in für Kunststoff- und Kautschuktechnik, Schwerpunkt Bauteile erworben. 12 weitere Teilnehmer werden im Dezember zur Winterprüfung 2010/11 vor der IHK Frankfurt/ Oder ihre Prüfung mit Berufsabschluss Verfahrensmechaniker/in für Kunststoff- und Kautschuktechnik, Schwerpunkt Mehrschicht- Kautschukteile absolvieren. Im Vorhinein erfolgt nochmals eine zeitnahe Prüfungsvorbereitung bei der TÜV Rheinland Akademie GmbH. Von den erwerbslosen Teilnehmern wurden bisher 90% in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen.

In einem Zeitraum von ca. einem halben Jahr (dies variiert, da auch berufsbegleitend durchgeführt) werden den Teilnehmern die Grundlagen der Kunststoff- und Kautschuktechnik theoretisch und praktisch vermittelt, darauf aufbauend werden sie dann auf die externe Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer mit den Inhalten gemäß Rahmenlehrplan vorbereitet. Gefördert werden die Teilnehmer in Beschäftigung über Kurzarbeitergeld KuG und die erwerbslosen Teilnehmer über das WeGebAU-Programm der Agentur für Arbeit. Weitere Betriebe des Landkreises haben bereits Ihr Interesse an abschlussorientierter Nachqualifizierung ihrer beschäftigten An- und Ungelernten bekundet.

Der verstärkte Zugang zu den an- und ungelernten Erwerbslosen und deren Information zu Nachqualifizierungsangeboten war Ende 2009 Ziel unserer Arbeit. In unserem Fachforum „Flexible Qualifizierungswege zum Berufsabschluss“ haben wir mit den regionalen Agenturen und Jobcenter diskutiert, wie wir an diese Zielgruppe herantreten und welche konkreten Bedarfe bestehen. Des Weiteren haben wir unsere modularen Qualifizierungsbausteine als Nachqualifizierungsangebot der Region vorgestellt und einen entsprechenden Flyer den Agenturen und Jobcentern zur Verfügung  gestellt. Im Forum wurden weiterhin die finanziellen Fördermöglichkeiten und die Voraussetzungen zur Zulassung an der Externenprüfung bei der jeweiligen Kammer thematisiert und umfassend diskutiert.

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

 
Förderung
Durchführung