Frankfurt (Oder)
Pro-Beruf-Ostbrandenburg – Koordination des modellhaften Auf- und Ausbaus auf Dauer ausgerichteter Kooperations-, Unterstützungs- und Beratungsstrukturen sowie Gestaltung und Begleitung von Handlungskonzepten zur Etablierung eines nachhaltigen Systems abschlussbezogener Nachqualifizierung im Norden der Region Brandenburg
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Übersicht

Kontakt

Madlen Mosig
Handwerkskammer Frankfurt (Oder), Region Ostbrandenburg
Bildungszentrum
Spiekerstraße 11
15230 Frankfurt (Oder)

Tel.: 0335 5554241
E-Mail: madlen.mosig@hwk-ff.de
www.projekt-proberuf.de

Peter Wölffling
IHK - Projektgesellschaft mbH Ostbrandenburg
Puschkinstraße 12 b
15236 Frankfurt (Oder)

Tel: 0335 5621-2010
Fax: 0335 5621-2001
E-Mail: woelffling@ihk-projekt.de
www.ihk-projekt.de/content/rubrik/98.html

Ausgangslage

Die Region Ostbrandenburg erstreckt sich über eine Fläche von ca. 9000 km² und umfasst die Landkreise Uckermark, Barnim, Märkisch-Oderland, Oder-Spree sowie die kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder). Im Westen ist dieser Bereich durch Berlin, im Osten durch Polen begrenzt. Die Einwohnerzahl der Region ist rückläufig und beträgt derzeit ca. 694.000 Personen.

Problematisch ist insbesondere die Überalterung der Bevölkerung, die durch die Abwanderung von Personen im Alter zwischen 18 und 30 verstärkt wird. Der Anteil junger Frauen, die aus Ostbrandenburg wegziehen, ist dabei besonders hoch. Die Arbeitslosenquote beträgt zurzeit 13,5 Prozent.

Die Städte Schwedt/Oder, Eberswalde, Fürstenwalde, Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt sind die regionalen Wachstumskerne Ostbrandenburgs, welche über besondere Entwicklungspotenziale und eine regionale Branchenkonzentration verfügen. In der Region bündeln sich anwendungsbezogene Kompetenzen in den Branchen Automotive, Energiewirtschaft und -technologie, Ernährungswirtschaft, Holzverarbeitende Wirtschaft, Kunststoffe / Chemie, Logistik, Metallerzeugung, -be- und -verarbeitung / Mechatronik, Mineralölwirtschaft / Biokraftstoffe, Papier, Schienenverkehrstechnik.

Ziele

Ziel des Projektes ist es, den Anteil von an- und ungelernten jungen Erwachsenen mit und ohne Beschäftigung zu senken und damit ihre Chancen auf eine dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt zu verbessern. Dies soll durch Sensibilisierung, Kompetenzfeststellung sowie individuelle Beratung und Begleitung bis zum Nachholen des Berufabschlusses erreicht werden. Zu unserer Zielgruppe gehören sowohl betroffene Jugendliche als auch Unternehmen.

Umsetzungsstrategie

Leistungsspektrum junge Erwachsene: Kompetenzfeststellung und Stärken-/ Schwächenanalyse (Bewerbercheck), individuelle und konkrete Ermittlung von Qualifizierungsbedarfen, Erstellung einer Berufsabschlussbiographie (Lernweg), Vermittlung an passende Bildungsdienstleister, Beratung und Begleitung bis zur Abschlussprüfung

Leistungsspektrum Unternehmen: Gestaltung der Nachqualifizierung, damit sie betriebsorientiert und mit geringen Abwesenheitszeiten am Arbeitsplatz erfolgt. Die Lerninhalte berücksichtigen betriebliche Anforderungen. Der Betreuungsaufwand für das Unternehmen soll so gering wie möglich sein. Beratung und Unterstützung bei der Antragstellung von Fördermitteln, Kontinuierliche Begleitung durch Informationen und Beratung.

Für die Umsetzung der Ziele wurde das Regionalcenter Pro-Beruf mit den Geschäftsstellen in Frankfurt (Oder) und Eberswalde geschaffen. Es ist verantwortlich für die Aktivierung und Sensibilisierung folgender Zielgruppen:

  • Jugendliche ohne realistische Chance im Regelsystem,
  • Ausbildungsabbrecherinnen und -abbrecher aus unterschiedlichen Bildungswegen,
  • Arbeitslose ohne Berufsabschluss,
  • un- bzw. angelernte Beschäftigte,
  • berufliche Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger,
  • Unternehmen, die einen Fachkräftebedarf haben und daran interessiert sind, ihre geringqualifizierten Beschäftigten abschlussorientiert weiterbilden zu lassen.

Besteht die Bereitschaft zur Nachqualifizierung, wird eine Grundakte mit einer nachfolgenden Kompetenzfeststellung erstellt. Ein genauer Qualifizierungsbedarf der bzw. des Jugendlichen hinsichtlich eines Berufsabschlusses wird ermittelt und ein individueller und transparenter Umsetzungsplan erarbeitet. Der Berufsbegleiter spielt dabei eine moderierende und beratende Rolle.

Den Unternehmen werden Wege aufgezeigt, Qualifizierungspotenziale an- und ungelernter Beschäftigter zu erschließen und so ihren Fachkräftebedarf zu decken. Damit das Gelernte direkt am Arbeitsplatz umgesetzt werden kann, findet die Nachqualifizierung weitestgehend im Unternehmen statt. Auch bei der Beschaffung und Beantragung der Fördermittel werden die Unternehmen unterstützt.

Das Regionalcenter Pro-Beruf übernimmt die Funktion einer Steuerungs- bzw. Schnittstelle zur Etablierung der Idee und Lernkultur der abschlussorientierten Nachqualifizierung als Form des lebenslangen Lernens und Möglichkeit zur Fachkräftesicherung. Durch bereits vorhandene und bewährte Kooperationsstrukturen sollen gleichermaßen Unternehmen und ihre Personalverantwortlichen, Jugendliche mit und ohne Berufsabschluss, die tätigen Arbeitsmarktakteure sowie Bildungsdienstleister individuell und fallbezogen für die Idee sensibilisiert, informiert, beraten und zueinander gebracht werden.

Die Tätigkeiten der Regionalcenter in den Regionen werden eingebunden in die strategischen Ansätze zur Fachkräfteentwicklung und -sicherung. Dazu werden die regionalen Akteure angesprochen und die bestehenden Netzwerke und Kooperationen für die Multiplikation, den Informations- und Erfahrungsaustausch und zur weiteren Entwicklung der Herangehensweisen genutzt. Eine komplexe und vielschichtige Netzwerkarbeit im Rahmen der regionalen Netzwerke Fachkräftenachwuchs (FaN) für Oderland-Spree, Barnimer Fachkräftenetzwerk (BFN) sowie die Aktivitäten in der Uckermark fördert diese Ansätze. Sie führt zur nachhaltigen Verbesserung der Rahmenbedingungen der berufsorientierten Nachqualifizierung.

Die Projektumsetzung erfolgt als Kooperationsverbund zwischen

  • dem Bildungszentrum der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) - Region Ostbrandenburg und
  • der IHK-Projektgesellschaft mbH Ostbrandenburg

unter Leitung der Handwerkskammer.

Umsetzungsstand Dezember 2011

Das Projekt „Pro-Beruf-Ostbrandenburg“ hat sich mit seinen zwei Beratungsstellen in der Region Ostbrandenburg erfolgreich etabliert. Die Projektmitarbeiter stehen in regelmäßigen Kontakt zu den regionalen Partnern (Agentur für Arbeit, Jobcenter, Kammern, Bildungsträger etc.) und übernehmen folgende Aufgabenschwerpunkte:

  • kammerübergreifende Beratung von an- und ungelernten Beschäftigten und Arbeitslosen zu den beruflichen Perspektiven unter Berücksichtigung der Vorkenntnisse und persönlichen Ziele
  • Beratung von Betrieben im Hinblick auf Qualifizierung der an- und ungelernten Mitarbeiter
  • erste Einschätzung des beruflichen Nachqualifizierungsbedarfes, ggf. Empfehlung einer Kompetenzfeststellung
  • Entwicklung individueller Qualifizierungswege je nach Kompetenzen und persönlichem Bedarf
  • fortlaufende Begleitung der Teilnehmer während der Durchführung der Nachqualifizierung bis zur Externenprüfung
  • regelmäßiger Austausch mit den Verantwortlichen des Jobcenters bzw. der Agentur für Arbeit sowie den zuständigen Stellen und Bildungsträgern zur Sicherung der Finanzierung, Zulassung zur Externenprüfung sowie Durchführung der Nachqualifizierung

Nach knapp 3,5 Jahren Projektlaufzeit wurden über 600 An- und Ungelernte, meist arbeitslose Personen unter 30 Jahre, beraten. Knapp 150 Teilnehmer wurden über die Möglichkeit der Nachqualifizierung zur Externenprüfung geführt und haben somit ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert.

Die laufende Projektarbeit wurde durch eine kontinuierliche Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit begleitet:

Die projekteigene Homepage www.projekt-proberuf.de wurde kontinuierlich erweitert und dient mit umfangreichen Informationsmaterialien zur modularen abschlussorientierten Nachqualifizierung, Best-Practice-Beispielen und Formularen zum Download als Informations- und Kommunikationsplattform für interessierte Teilnehmer, Unternehmen sowie Projektpartner. Auf der Homepage ist auch der projekteigene Imagefilm hinterlegt.

Mehrere Zeitungsanzeigen und Presseartikel dienten der weiteren Bekanntmachung des Projektes, dem Ergebnistransfer und der Gewinnung von motivierten Teilnehmern. Bestehende Netzwerke wurden zum Transfer der Projektfortschritte genutzt und sichern die Nachhaltigkeit.

Die Projekte aus Brandenburg haben gemeinsam zwei Positionspapiere entwickelt, welche die nachhaltige Verankerung der Nachqualifizierung in der Region betreffen. Aufgrund dieser Aktivitäten wurde beispielsweise die Weiterbildungsdatenbank Berlin-Brandenburg um die Suchfunktion „Nachqualifizierung“ erweitert.

Ein besonderer Fokus liegt derzeit bei Aktivitäten zur Sicherung der Nachhaltigkeit. In diesem Zusammenhang erarbeitet das Projektteam einen Leitfaden, der die abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung und deren Umsetzung anhand von Praxisbeispielen anschaulich darstellt. Der Leitfaden wird anschließend in sämtlichen Institutionen der Region verteilt, die Beratungen zur Ausbildung, Qualifizierung und Weiterbildung durchführen.

 

 

 
Förderung
Durchführung