
SANQ. Serviceagentur Nachqualifizierung Berlin - Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung für Jugendliche und junge Erwachsene ohne Berufsabschluss. Modellhafter Auf- und Ausbau auf Dauer ausgerichteter regionaler Kooperations-, Unterstützungs- und Beratungsstrukturen
Übersicht
Joachim Dellbrück
Serviceagentur Nachqualifizierung Berlin - GFBM e. V.
Lützowstr. 106
10785 Berlin
Tel.: 030-617764720
E-Mail: dellbrueck@gfbm.de
www.sanq-berlin.de
Der Fachkräftemangel in Berlin ist inzwischen in vielen Branchen offenkundig. Er betrifft neben den Bereichen Erziehung und Pflege auch den Dienstleistungssektor und das Handwerk. Nach der aktuellen Fachkräftestudie der Länder Berlin und Brandenburg werden in zehn Jahren in der Region mehr als 362 000 Fachkräfte fehlen. Im besonderen Maße werden das auch Facharbeiter/ Facharbeiterinnen bzw. Fachangestellte sein.
Demgegenüber gibt es in Berlin nach wie vor überdurchschnittlich viele An- und Ungelernte bzw. Personen deren Qualifikation nicht den aktuellen beruflichen Anforderungen entspricht. Eine große Gruppe stellen die jungen Migrantinnen und Migranten dar, die mit 41 Prozent in ihrer Altersgruppe über keine Berufsqualifikation verfügen. Es ist daher dringend erforderlich, die Strukturen und das Angebot zum Nachholen von Berufsabschlüssen in der Region zu verbessern.
SANQ verfolgt das Ziel, mit den Agenturen für Arbeit bzw. Jobcentern und den zuständigen Stellen die modulare Nachqualifizierung „als dritten Weg“ zum Berufsabschluss abzustimmen und dafür die Verfahren bzw. Qualitätsstandards festzulegen. Weiterhin werden Betriebe über die daraus resultierenden Chancen zur Fachkräftegewinnung informiert und beraten.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Bildungsträgern, die entsprechend der regionalen Bedarfe modulare Nachqualifizierungen für die verschiedenen Zielgruppen konzeptionell gestalten und anbieten müssen. Um das Bildungsangebot bei An- und Ungelernten bekannt zu machen, wird neben der öffentlichen Werbung eine enge Zusammenarbeit mit den bestehenden Beratungsstellen für berufliche Qualifizierung und Weiterbildung angestrebt. Im Fokus stehen auch die Zielsetzungen zu Gender und Cultural Mainstreaming, das heißt, dass zielgruppenspezifischen Aspekten des Lernens und des Qualifikationserwerbs verstärkt Rechnung getragen wird.
SANQ baut ein Informationssystem auf, das für Institutionen, Beratungseinrichtungen, Bildungsträger und Betriebe zur Verfügung steht. Hierzu gehören Informationsangebote wie z.B. Publikationen, Infomaterialien und die Website www.sanq-berlin.de. Durch die Beratung bzw. Schulung von Multiplikatoren und Multiplikatorinnen wird die Nachhaltigkeit der Aktivitäten im Projekt verstärkt.
Es erfolgen Abstimmungen mit den Stellen der Arbeitsförderung und den Kammern/Innungen etc. zu den Rahmenbedingungen, den Finanzierungswegen - z.B. über SGB II/III - und die Zulassung zur Externenprüfung. Durch eine Kooperation mit Betrieben werden Personalverantwortliche über die Umsetzungsmöglichkeiten betrieblicher Nachqualifizierungsmaßnahmen informiert und bei Bedarf unterstützt. Von den Bildungsträgern werden vor allem zielgruppenspezifische Konzepte - z.B. für Frauen, Migranten und Migranteninnen, Alleinerziehende, Berufsrückkehrer und -rückkehrerinnen - entwickelt und angeboten.
SANQ baut ein offenes, regionales Trägernetzwerk auf, dass sich aus Bildungs- und Qualifizierungsträgern (z.T. mit branchenspezifischen Angeboten), Zielgruppenberatungseinrichtungen sowie Stellen für Weiterbildungsberatung zusammensetzt. Das Netzwerk strebt den Status eines Qualitätsverbundes mit einheitlichen Standards zur Umsetzung von Nachqualifizierung an – sprich die Einführung eines „Gütesiegels NQ“.
Seit Mitte 2008 wurden vielfältige Aktivitäten zur Implementierung der „Abschlussorientierten modularen Nachqualifizierung“ auf den Weg gebracht. Dies betrifft zum einen die Verankerung des Bildungsansatzes im System der beruflichen Weiterbildung und zum anderen die Förderung der Arbeitsagenturen/Jobcenter über SGB III/II (FbW-Regelförderung).
Es wurde bzw. wurden
Im Sinne einer nachhaltigen strukturellen Verankerung von Nachqualifizierung erfolgte eine Einbindung in die regionalen Informationssysteme zu beruflicher Weiterbildung sowie auch der „Koordinierungs- und Evaluierungsstelle für Bildungsberatung in Berlin“. Alle Aktivitäten von SANQ werden auch mit dem NQ-Projekt Leap „Zukunft im Zentrum“ und soweit sinnvoll mit den Projekten im Bundesland Brandenburg abgestimmt.