Schwerin
amoN - abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung Schwerin, Mecklenburg-Vorpommern, Förderlaufzeit: 01.05.2008-31.08.2012


Kontakt

Schweriner Ausbildungszentrum e.V.
Ziegeleiweg 7
19057 Schwerin

Tel.: 0385-48020
E-Mail: info@sazev.de


www.sazev.de/amon.html


In Mecklenburg-Vorpommern stehen wir einem zunehmenden Fachkräftemangel gegenüber, der sich aus drei wesentlichen Trends ergibt:

  • starker Geburtenrückgang und die resultierenden Auswirkungen ab dem Jahr 2009,
  • zunehmende Überalterung der Arbeitnehmerschaft,
  • anhaltende Abwanderung von Fachkräften auf hohem Niveau.

Durch den Geburtenrückgang und die Abwanderung wird ein Rückgang der Schulabgängerzahlen von fast 50 Prozent hervorgerufen. Die Arbeitslosenquote in Schwerin beträgt ca. 14 Prozent. Ungefähr 4 Prozent der Schweriner Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund, in einigen Stadtteilen - wie in Neu Zippendorf - ist der Anteil etwa viermal so hoch. 

Im Rahmen des Schweriner Projekts sollen betriebliche Qualifizierungsbedarfe in der Region erhoben und mit den Qualifizierungswünschen und -möglichkeiten von Geringqualifizierten abgeglichen und passgenau zusammengeführt werden.

Weiterhin soll der Aufbau nachhaltiger Beratungsstrukturen geleistet und die Netzwerkarbeit zwischen allen Arbeitsmarktakteuren intensiviert werden. Die Zusammenarbeit wird dabei zielorientiert gestaltet.

Am Anfang des Projekts sind die Bemühungen der Nachqualifizierung vor allem auf den gewerblich-technischen Bereich ausgerichtet, die innerhalb der Projektphase auf andere Branchen ausgeweitet werden.

Für die Erreichung der genannten Ziele werden wir die Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Migration intensivieren, zusätzliche Arbeitstreffen durchführen und gemeinsame Vorhaben planen.

Die Bedarfe der Wirtschaft werden wir weiter analysieren, wobei die Bedarfserhebung im Dienstleistungssektor im Fokus unserer Arbeit steht, um den Anteil qualifizierungswilliger Frauen zu erhöhen.

Das Projekt „amoN“ befindet sich in der zweiten Hälfte der Laufzeit. Ergebnisse der Projektarbeit gilt es zu sichern. Die Gründung eines überregionalen Nachqualifizierungsnetzes für Mecklenburg -Vorpommern soll einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Migrantinnen und Migranten als Fachkräftereserve zu erkennen, zu fördern und zu nutzen ist ein besonderes Ziel. Dazu gilt es, die branchenspezifischen Bedarfe der Wirtschaft und vorhandene Potenziale der Migrantinnen und Migranten zusammenzubringen. Eine Unternehmensbefragung zu diesem Thema sowie eine Fachtagung in Kooperation mit allen relevanten Akteuren sind dazu wichtige Meilensteine.

Eine zielgruppenspezifische Öffentlichkeitsarbeit wird die Implementierung der abschlussorientierten modularen Nachqualifizierung fördern.

Die professionelle Bildungs- und Qualifizierungsberatung wird weiter in der Region verankert. Das Beratungsbüro im Schweriner Ausbildungszentrum ist dafür die zentrale Anlaufstelle. 

Ergebnisse

In zahlreichen Projekten und Forschungsvorhaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wurden Konzepte zur beruflichen Nachqualifizierung, zum Übergangsmanagement, zum Externen Ausbildungsmanagement, zur Integration von Menschen mit besonderem Förderbedarf in Ausbildung und Arbeit und zur regionalen Netzwerkbildung entwickelt. Der Förderschwerpunkt „Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung“ im Programm „Perspektive Berufsabschluss“ des BMBF hat mit außerordentlicher Intensität an die Erkenntnisse der genannten Vorhaben angeknüpft. Entsprechend der aktuellen Notwendigkeit wurden die Weichen für den nachträglichen Erwerb eines anerkannten Berufsabschlusses und damit zur Gewinnung von Fachkräften gestellt. Die unterschiedlichen Handlungsfelder des Strukturentwicklungsprogramms ermöglichen eine Verknüpfung von beruflichem Qualifizierungsbedarf der Wirtschaft und der Arbeitskräfte, die Strukturierung und Transparenz von Beratungs- und Qualifizierungsangeboten. Sie ebnen Wege zu notwendigen Bündnissen, Netzwerken und Kooperationen. Die Projekte haben die Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung, Bildung und Politik für das gemeinsame Ziel, regionale Fachkräftepotenziale durch abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung zu erschließen, sensibilisiert und als gemeinsame Aufgabe verankert. Die engmaschigen und soliden Netzwerkstrukturen unter Einbezug der Wirtschaft ermöglichen eine individualisierte, flexible und unternehmensspezifische Qualifizierung. Die Qualifizierungsbausteine des ZWH und die erprobten Ausbildungsbausteine bilden hierfür die Grundlage. Flankierend wirken andere Förderprogramme. Bei der Umsetzung des Anerkennungsgesetzes (BQFG) wird Nachqualifizierung auch im Sinne von modularer Anpassungsqualifizierung entwickelt und praktiziert. Regional arbeiten hier die Erfahrungsträger von "Perspektive Berufsabschluss" mit den Akteuren der IQ-Netzwerke zusammen und ergänzen diese durch neue Projekte.

Begründung/ Zielsetzung unseres Projektes

Die Unternehmen in der Projektregion Schwerin/ Westmecklenburg stehen seit Projektbeginn zunehmend einem nicht gedeckten Fachkräftebedarf gegenüber, der aus drei wesentlichen Trends resultiert:

• Die Überalterung der Belegschaft nimmt zu. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten in allen Branchen liegt bei 40 Jahren. Der Anteil der Betriebe mit Beschäftigten ab 50 Jahren beträgt 57 Prozent.

• Die dramatische Abwanderung von Fachkräften dauert an. Seit 1990 hat das Land ca. 213.000 Einwohner verloren (Landesamt für Statistik).

• Der Geburtenrückgang und das Wanderungsverhalten wirken sich negativ auf die Schulabgängerzahlen aus. Die Anzahl der Schulabgänger von allgemeinbildenden Schulen wird sich von 2003 bis 2010 etwa halbieren (Landesamt für Statistik).

In den Unternehmen wächst die Bereitschaft, Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf sowie an- und ungelernten Bewerberinnen und Bewerbern durch entsprechende Qualifizierung eine Chance in ihrem Unternehmen zu geben. Was fehlte, waren entsprechende Beratung und Konzepte, diese Prozesse zu gestalten. Andererseits fehlt (jungen) an- und ungelernten Arbeitenden und Arbeitssuchenden die nötige Motivation aber auch Lernvoraussetzungen, sich einem entsprechenden Qualifizierungsprozess zu stellen.

Zentrales Ziel des Projektteams „amoN“ im Schweriner Ausbildungszentrum e. V. war die Schaffung nachhaltiger Unterstützungsstrukturen zur Beratung und zur Umsetzung beruflicher Nachqualifizierung von (jungen) an- und ungelernten Erwachsenen mit besonderem Förderbedarf und/ oder Migrationshintergrund.

Weitere Ziele unserer Projektarbeit waren:

• die Initiierung und Koordinierung eines Nachqualifizierungsnetzwerkes

• die Realisierung der Qualifizierungsbausteine - Initiierung von Lernprozessen an Lernorten in der Produktion

• die verstärkte Orientierung von Nachqualifizierungen am Fachkräftebedarf und an aktuellen technischen, organisatorischen und sozialen Erfordernissen

• Erlangung des Berufsabschlusses (extern) durch modulare Nachqualifizierung

Während der gesamten Projektlaufzeit haben wir konsequent an der Umsetzung folgender Schwerpunkte gearbeitet:

• Aufbau, Pflege und Intensivierung eines regionalen Nachqualifizierungsnetzwerkes

• Qualifizierungsbedarfsanalysen durch regelmäßige Unternehmensbefragungen

• Informationstransfer, Evaluation, Dokumentation, Öffentlichkeitsarbeit

• Beratung von Unternehmen

• Beratung von An- und Ungelernten

• Aufbau einer Beratungs- und Koordinierungsstelle

• Aufbau eines überregionalen Nachqualifizierungsnetzwerkes

• Initiierung von Sensibilisierungsprozessen über Schulungen sowie Befragungen

• Rückblickend können wir für die gesamte Projektlaufzeit auf folgende Ergebnisse verweisen:

• Konstituierung eines Lenkungskreises bestehend aus regionalen Arbeitsmarktakteuren wie Agentur für Arbeit Schwerin, KMU, IHK, HWK, Weiterbildungsdatenbank MV, Nordmetall, IFDM Schwerin, Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales, Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus, GEBIFO Berlin, DGB Nord

• halbjährige Qualifizierungsbedarfsanalysen in insgesamt 240 KMU

• 320 Nachqualifizierungsinteressierte beraten, 140 davon zum Berufsabschluss geführt

• Sensibilisierung der Arbeitsmarktakteure für die Nachqualifizierung, besonders auch die zuständigen Stellen wie IHK, HWK

• Initiierung eines regionalen Bildungsdienstleisternetzes für Vielfalt der Nachqualifizierungsangebote

• Entwicklung und Realisierung von individuellen Qualifizierungswegen, Good-Practice-Beispiele

• Gründung des Nachqualifizierungsnetzes Mecklenburg-Vorpommern www.nq-netz-mv.sazev.de• zahlreiche öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen u. a. 2 Fachtagungen, thematische Workshops, landesweiter Beratungstag MV, regelmäßige Lenkungskreissitzungen und Akteurskonferenzen

• zahlreiche Produkte der Öffentlichkeitsarbeit wie Flyer, Beratungsgutschein, Newsletter, Homepage http://www.sazev.de/amon.html , Autorenbeiträge (Band 1,2,3), Plakate

• Einrichtung einer Beratungs- und Koordinierungsstelle

• intensive Kooperation mit dem Netzwerk Migration und den IQ-Servicestellen

• Förderung der interkulturellen Handlungsfähigkeit von KMU und Netzwerkpartnern

• Etablierung der Themen Nachqualifizierung, Bildungsberatung, interkulturelle Kompetenz in Weiterbildungssequenzen des mittleren Managements kooperierender KMU

• Förderung des Bekanntheitsgrades der abschlussorientierten modularen Nachqualifizierung

Schlussfolgerung

Die abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung hat sich in der Projektregion Schwerin/ Westmecklenburg nicht nur einen Namen gemacht sondern auch eine deutliche Handschrift hinterlassen. Nach einer intensiven Sensibilisierungskampagne in allen Ebenen der Arbeits- und Bildungsmarktbranche und dem Aufbau von Koordinierungs- und Beratungsstrukturen konnten Qualifizierungsmodule und Ausbildungsbausteine auf Praxistauglichkeit geprüft und weiterentwickelt werden. Der Lernort Betrieb hat hierbei eine zentrale Rolle erhalten. An zahlreichen Einzelfällen aber auch Guppenmaßnahmen ist die gewachsene Beratungs- und Begleitungskultur vom Erstgespräch bis zum erfolgreichen Erwerb eines Berufsabschlusses durch Externenprüfung nachvollziehbar dokumentiert. Die derzeitige Existenz eines stabilen und konstruktiven Netzwerkes rund um das Thema "Nachqualifizierung" lässt höchst individuelle Qualifizierungs- und Finanzierungswege zu. Damit leistet die Nachqualifizierung einen Beitrag zur Fachkräftesicherung. Kleine und mittelständische Unternehmen haben die Zeichen der Zeit erkannt und sind bereit, Fachkräftepotentiale aus allen Bevölkerungsschichten zu akquirieren und zu fördern. Die Kooperation mit dem regionalen Migrationsnetzwerk ist auf einem bisher nie da gewesenen Niveau. Nicht zuletzt wurde diese positive Entwicklung durch das Begleitprojekt „Mit MigrantInnen für MigrantInnen“ gefördert. Die Willkommenskultur hat auch im Miteinander der Akteure einen besonderen Stellenwert erhalten. Trotz anfänglicher Stolpersteine wurde ein regionales Bildungsdienstleisternetz initiiert, damit ist die Vielfalt modularer Nachqualifizierungsangebote gewährleistet. Über das Nachqualifizierungsnetz MV (NQ-Netz MV) wurde die Nachhaltigkeit weit über die reguläre Projektlaufzeit hinweg gesichert.

In einigen Themenfeldern konnten durch intensive Anstrengung zahlreiche Fundamente für zukünftige Bauwerke errichtet werden. Besondere Zielgruppen gilt es nach wie vor in den Fokus im Ringen um Fachkräfte zu rücken. Studienabbrecher und -abbrecherinnen in der Region sowie Berufssoldatinnen und -soldaten, die nach ihrer Dienstzeit in die Wirtschaft integriert werden, sind hier genauso gemeint wie Menschen mit Migrationsgeschichte, um nur einige Beispiel zu nennen. Als Ergebnis unserer Arbeit betrachten wir deshalb auch, mit einem Teilprojekt im Netzwerk IQ präsent zu sein und so als Erfahrungsträger an der Förderung der interkulturellen Handlungsfähigkeit von Unternehmen und der erfolgreichen Integration von Migranten und Migrantinnen aktiv mitzuwirken. Das Flächenland MV bringt zusätzlich einige Besonderheiten mit sich, die es näher zu beleuchten gilt. Die Wahrnehmung von Qualifizierungsangeboten setzt ein hohes Maß an Mobilität voraus, die nicht ohne weiteres unter den individuellen Voraussetzungen und örtlichen Gegebenheiten zu leisten ist. Eine Konzentration von Beratungs- und Qualifizierungsangeboten in den größeren Städten Mecklenburg-Vorpommerns ist zu beobachten. Ein Transfer der Angebote in die ländlichen Regionen ist zwar durch die Gründung des NQ-Netz-MV gegeben, diese kann aber nur als erster Schritt des erforderlichen Transfers gesehen werden. Des Weiteren ist die individuelle Bildungs- und Qualifizierungsberatung mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Zahlreiche individuelle Problemlagen gilt es hier zu berücksichtigen und zu bearbeiten, dies kann durch eine Angebotsdarstellung im Internet allein nicht realisiert werden. Das Schweriner Ausbildungszentrum hat deshalb eine Beratungs- und Koordinierungsstelle für berufliche Qualifikation eingerichtet, die auch über das Ende der Projektlaufzeit als Angebot für Qualifizierungsinteressierte und Unternehmen aktiv ist. Das ist unser Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region. Ungelöst scheint für uns auch die Phase der Begleitung zum Berufsabschluss durch Externenprüfung. Neben der Erarbeitung individuell ausgefeilter Qualifizierungspläne und der Koordination des Zusammenspiels verschiedenster Akteure bleibt unter dem Strich die Vermittlung von fachtheoretischen Kenntnissen als größte Hürde für Qualifizierungswillige. Aus unserer Sicht und Erfahrung können nur Bildungsdienstleister in Kooperation mit Unternehmen diesen Mehraufwand erbringen und sogenannte Einzelmaßnahmen im Sinne der abschlussorientierten modularen Nachqualifizierung und der Fachkräftesicherung leisten.

Das vergangene Projektjahr war geprägt durch intensive Netzwerkarbeit. Dabei galt es, das regionale Netz der Akteure im Raum Schwerin / Westmecklenburg weiter zu aktivieren und in seiner Zusammenarbeit zu intensivieren.

Das Projektteam „amoN“ hat dazu im vergangenen Jahr zwei Konferenzen des Lenkungskreises einberufen, um durch gemeinsame Aktivitäten die modulare Nachqualifizierung als einen Weg zum Berufsabschluss weiter zu implementieren und so einen Beitrag für die Fachkräftesicherung in der Region zu leisten. Zum Lenkungskreis gehören u.a. die Agentur für Arbeit, die Jobcenter, die zuständigen Stellen, das Netzwerk Migration, Bildungsdienstleister, Unternehmen, Branchenverbände, Wissenschaft und Verwaltung.

Die Impulse aus der Zusammenarbeit mit der MOZAIK gGmbH haben wir für die Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem regionalen Migrationsnetzwerk genutzt. Zahlreiche Arbeitsgespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Migrantenorganisationen und deren Teilnahme an den Lenkungskreiskonferenzen dienten dem gegenseitigen Austausch, der Förderung einer partnerschaftlichen Kooperation und nicht zuletzt der gemeinsamen Organisation und Durchführung einer Fachtagung am 29.09. 2011 zum Thema „Anerkennung durch Anerkennung“. Diese Fachtagung verstehen wir als Beitrag, um Bedarfe der Wirtschaft und Potenziale der Migrantinnen und Migranten zusammenzubringen und ein Zeichen zur Förderung der Willkommenskultur in Mecklenburg-Vorpommern zu setzen.

Zur weiteren Professionalisierung der Bildungs- und Qualifizierungsberatung haben wir eine zweite Weiterbildungsveranstaltung zur Förderung der kulturellen Handlungsfähigkeit in Kooperation mit der MOZAIK gGmbH für und mit einschlägigen Kooperationspartnern auf diesem Gebiet durchgeführt.

In der Zusammenarbeit mit unserem regionalen Unternehmensnetzwerk haben wir im vergangen Jahr zwei Arbeitsschwerpunkte in Angriff genommen. Zu Beginn des Jahres wurde in 160 Unternehmen eine Befragung zur Beschäftigungs- und Ausbildungssituation von Migraninnen und Migranten durchgeführt. Grundlage der Erhebung war ein gemeinsam mit der MOZAIK gGmbH erarbeiteter Fragebogen, Ziel war neben der Erfassung statistischer Daten auch die Sensibilisierung der Unternehmen. Die Ergebnisse sind in einer Präsentation zusammengestellt, die an interessierte Unternehmen übergeben oder für Weiterbildungs- und Präsentationszwecke genutzt wird.

Ergänzend dazu haben wir eine intensive Akquise und Beratung in Dienstleistungsunternehmen als eher frauentypische Branche durchgeführt. Ziel dieser Vorgehensweise war, den Anteil an qualifizierungswilligen Frauen zu erhöhen. Im Ergebnis wurde eine Qualifizierungsmaßnahme entwickelt, die in enger Kooperation mit einem regionalen Unternehmen gestaltet wird und in der die Frauenquote 50 Prozent beträgt.

Für die zweite Hälfte unserer Projektlaufzeit war uns die Sicherung der Nachhaltigkeit besonders wichtig. Dazu hat „amoN“ - als eines der insgesamt vier Projekte der „Abschlussorientierten modularen Nachqualifizierung“ in Mecklenburg-Vorpommern - nach intensiven Vorgesprächen mit allen betroffenen Akteuren und in Absprache mit der Programmstelle die Gründung eines Nachqualifizierungsnetzes für Mecklenburg-Vorpommern initiiert: Das Nachqualifizierungsnetz Mecklenburg-Vorpommern wurde zu Beginn des Jahres 2011 durch einen Kooperationsvertrag besiegelt. Die Vernetzung dieser Projekte ist eine sinnvolle Möglichkeit, Kooperationspotenziale effektiv auszuschöpfen. Die übergreifende Regionalspezifik und die kurzen Wege erlauben eine intensive, stringente und zielorientierte Zusammenarbeit innerhalb der Projektarbeit.

Im Nachqualifizierungsnetz Mecklenburg-Vorpommern werden durch die Kooperation der Projekte mehr Transparenz, Validität und Ansätze zur Standardisierung im Rahmen der abschlussorientierten modularen Nachqualifizierung und der damit verbundenen Externenprüfung angestrebt. In monatlich stattfindenden Arbeitstreffen stehen folgende Schwerpunkte der Kooperation auf der Agenda

  • gemeinsame und abgestimmte Öffentlichkeitsarbeit sowie Ansprache der Zielgruppen des Projektes,
  • gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen bei der Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen, Agenturen, Jobcentern, Migrationsnetzwerken und den zuständigen Integrationsfachdiensten,
  • Erarbeitung von gemeinsamen Standards,
  • fachlicher Austausch.

Die modulare Nachqualifizierung mit dem Ziel Externenprüfung lebt von einer individuellen Bildungs- und Qualifizierungsberatung als Ausgangspunkt für einen umfassenden Qualifizierungsprozesses. Die anfängliche Beratung mündet nahtlos in eine Begleitung und ein Matching des Qualifizierungsprozesses bis hin zur Externenprüfung, im Idealfall mit der Integration in den ersten Arbeitsmarkt. Auch im vergangenen Jahr wurde das im Schweriner Ausbildungszentrum eingerichtete Beratungsbüro stark von den an einem Berufsabschluss interessierten An- und Ungelernten frequentiert.

Die ganzheitliche Beratung als eine wichtige Vorschaltphase der abschlussorientierten Qualifizierung war in den meisten Fällen der Schlüssel zum Erfolg. Insgesamt konnten wir in der bisherigen Projektlaufzeit über 300 Beratungsgespräche führen, von denen gut zwei Drittel in unserer Datenbank dokumentiert sind. Ein Drittel davon wiederum konnte durch die Entwicklung und Durchführung eines individuellen Qualifizierungsplanes zur Externenprüfung begleitet werden.

Ohne Öffentlichkeitsarbeit geht es nicht

Auch 2010/2011 spielte die Öffentlichkeitsarbeit eine zentrale Rolle. Hier galt es, die zahlreichen Aktivitäten für die unterschiedlichsten Zielgruppen aufzubereiten. Dazu zählen u.a.:

  • die Angebotsformulierungen für die modulare Nachqualifizierung auf der „Weiterbildungsdatenbank MV“ und im Angebotskatalog des „Netzwerkes Migration“,
  • zwei Newsletter zum aktuellen Projektstand und über Good-Practice-Beispiele der Nachqualifizierung für Unternehmen und Netzwerkpartner,
  • Mailingaktionen im Zusammenhang mit einer Unternehmensbefragung und
  • zahlreiche Aktuell-Artikel auf unserer Homepage.

Unsere Erfahrungen in der Praxis haben wir auch in den ersten beiden Bänden der PBA-Praxisreihe zu Papier gebracht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die intensive Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit des vergangenen  Projektjahres erste Erfolge zeigt. Bildungsdienstleister, Institutionen, Vereine, Verbände, Firmen, zuständige Stellen, Privatpersonen sowie die regionalen Agenturen für Arbeit und ARGEn hinterfragen sowohl unsere Beratungsleistungen in Sachen modulare Nachqualifizierung als auch die Umsetzung der von uns realisierten individuellen Nachqualifizierungsmaßnahmen. Belege dafür sind die im letzten Halbjahr zu verzeichnenden Beratungsgespräche und nicht zuletzt zeugt die zahlreich besuchte Fachtagung im Mai 2010 für Anerkennung und Zuspruch in der Region sowie ein lebendiges Nachqualifizierungsnetzwerk. Um diese Lebendigkeit zu erhalten gilt es weiterhin, umfangreiche Netzwerkarbeit zu leisten und den Gedanken der modularen Nachqualifizierung als einen Weg zum Berufsabschluss zu fördern. Die Aktivierung der Bildungsdienstleister für die Schaffung gemeinsamer Datenbanken über Beratungs- und Nachqualifizierungsangebote in der Region hat begonnen. Eine Arbeitsgruppe Kompetenzbewertung unter Mitwirkung anderer Bildungsdienstleister sowie der Handwerkskammer hat sich zusammmengefunden.

Die Veröffentlichung zahlreicher Good-Practice-Beispiele in Form von Newslettern, Plakaten und Artikeln zeigen anschaulich und nachvollziehbar die Wege der modularen Nachqualifizierung. Das Projektteam hat sich in der Region einen Namen gemacht, wenn es um die Realisierung individuell ausgefeilter Bildungsangebote geht. Davon machen mehr und mehr Unternehmen Gebrauch. So entwickelten wir im Berichtszeitraum gemeinsam mit einem regionalen Unternehmen eine Maßnahme in der Kunststoffbranche, in welcher 28 Teilnehmer über mehrere Monate der Qualifizierung einen am Arbeitsmarkt anerkannten Berufsabschluss erwerben. Diese Maßnahme wird im Juli 2011 mit der Abschlussprüfung enden und entsprechend im Rahmen des Projektes evaluiert sowie als Good-Practice-Beispiel veröffentlicht.

Aktuelle Arbeitsschwerpunkte sind nach wie vor die Akquise von qualifizierungswilligen Personen mit Migrationshintergrund und die Sensibilisierung der regionalen Firmen für genau diesen Personenkreis als Qualifikationsreserve und zum Abbau des branchenbedingten Fachkräftemangels. Die Zusammenarbeit mit MOZAIK im Rahmen des seit November 2009 laufenden Begleitprojektes „Mit MigrantInnen für MigrantInnen“ hat neben zusätzlicher Arbeit auch neue Impulse für die Zusammenarbeit mit Migrationsvereinen ausgelöst. Das Projektteam hat diesbezüglich mit der Erarbeitung eines Beratungskonzeptes für KMU begonnen, um die Firmen für die Arbeit mit MigrantInnen zu gewinnen. Gestartet wurde dieses Konzept bereits auf Veranstaltungen wie dem Branchentag der Region im Dezember 2009, dem Tag der ausbildenden Fachkraft und dem Technologietag im SAZ im Juni 2010.

Projekt­darstellungen

  • Standortbroschüre Good Practice Bielefeld und Schwerin mit dem Schwerpunkt migrationssensible Ansprachekonzepte

    [PDF - 4,44 MB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Cultural_Mainstreaming/cm_Standortbroschuere_Bielefeld_Schwerin.pdf)

  • Meldung vom 31.01.2012 "Teilnehmer des Projektes „amoN“ empfingen Zeugnisse"

    [PDF - 236,8 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Nachqualifizierung/Nachqualifizierung_Schwerin_Zeugnisse_Meldung.pdf)

  • Newsletter 2/2011

    [PDF - 531,9 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Nachqualifizierung/Nachqualifizierung_Schwerin_Newsletter2_2011.pdf)

  • Newsletter 1/2011

    [PDF - 698,7 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Nachqualifizierung/Nachqualifizierung_Schwerin_amoN_Newsletter_I_2011.pdf)

  • Newsletter 2/2010

    [PDF - 488,3 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Nachqualifizierung/Nachqualifizierung_Schwerin_Newsletter2_2010.pdf)

  • Newsletter 1/2010

    [PDF - 632,1 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Nachqualifizierung/Nachqualifizierung_Schwerin_Newsletter1_2010.pdf)

  • Newsletter 2/2009

    [PDF - 199,6 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Nachqualifizierung/Nachqualifizierung_Schwerin_amoN_Newsletter_II_2009.pdf)

  • Newsletter 1/2009

    [PDF - 2,87 MB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Nachqualifizierung/Nachqualifizierung_Schwerin_Newsletter1_2009.pdf)

  • Newsletter 1/2008

    [PDF - 125,0 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Nachqualifizierung/Nachqualifizierung_Schwerin_Newsletter1_2008.pdf)

 
Förderung
Durchführung