Rostock
moNa - Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung junger Erwachsener ohne Berufsabschluss in Rostock. Modellhafter Auf- und Ausbau auf Dauer ausgerichteter Kooperations-, Unterstützungs- und Beratungsstrukturen
Bild Drucker

Übersicht

Kontakt

Falk-Uwe Pochert
AFZ Aus- und Fortbildungszentrum Rostock GmbH
Alter Hafen Süd 334
18069 Rostock

Tel.: 0381-80170
E-Mail: pochert@afz-rostock.de

www.berufsabschluss-afz-rostock.de/
www.afz-rostock.de

Ausgangslage

Mecklenburg-Vorpommern ist ein Flächenland, was spezifische Probleme nach sich zieht. Es bleibt weiterhin – unter anderem aufgrund der geringen Zahl industrieller und wettbewerbsfähiger Bereiche – ein strukturschwaches Land mit relativ geringer Wirtschaftskraft.

Die Hansestadt Rostock bildet hier als die größte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns in gewisser Weise eine Ausnahme. Die wirtschaftliche Situation des Landes, die Chancen und Risiken des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes spiegeln sich in spezifischer Weise wider.

Zum Zeitpunkt des Projektbeginns betrug die Arbeitslosenquote bei einer Einwohnerzahl von 199.868 Menschen 15,1 Prozent. Der Anteil der Migranten war mit 3,6 Prozent relativ gering. 1.719 Arbeitslose waren jünger als 25 Jahre, wobei sich 1.068 im Rechtskreis des SGB II befanden.

Auch wenn sich in einigen Branchen, wie im Sozialbereich, und hier insbesondere bei Erziehern, Erzieherinnen und Pflegekräften, sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe bereits ein Fachkräftemangel zeigt, hält sich der Qualifizierungsbedarf insbesondere in den fast ausschließlich vorhandenen Klein- und Mittelständischen Unternehmen (KMU) der Industrie und des verarbeitenden Gewerbes aktuell noch in Grenzen. Ein wirklicher Handlungsbedarf erscheint vielen Firmen nach wie vor noch nicht als akut.

Ziele

Ziel unserer Arbeit war und bleibt weiterhin die Schaffung von Rahmenbedingungen, die den Gesamtprozess der Nachqualifizierung fest und nachhaltig in der Region verankern. Die Einbindung aller Arbeitsmarktakteure in eine regionale Qualifizierungs- und Beschäftigungspolitik für eine abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung als ein etabliertes Instrument zur Deckung des zukünftigen betrieblichen Fachkräftebedarfs ist ein Hauptanliegen unserer Tätigkeit.

Umsetzungsstrategie

Die Umsetzung der Handlungsfelder Netzwerkarbeit, Auf- und Ausbau von regionalen Serviceangeboten und eines regionalen Nachqualifizierungsangebotes sowie die Öffentlichkeitsarbeit sind weiterhin Schwerpunkte unserer Arbeit.

Um den Gedanken der Nachqualifizierung im Bewusstsein aller an dem Prozess Beteiligten zu festigen, wurden ein breites Informationsangebot rund um die Nachqualifizierung von An- und Ungelernten etabliert. Vorhandene Netzwerke werden strukturell gefestigt und in die Problematik einbezogen sowie noch nicht vorhandene, aber erforderliche Netzwerkstrukturen geschaffen.

Als sich im Umsetzungsprozess abzeichnete, dass der gegenwärtige Qualifizierungsbedarf bei den Firmen eher als gering einzuschätzen ist, wurde der Schwerpunkt auf die umfassende Entwicklung der Beratungstätigkeit gelegt. Die nachhaltige Aufklärung sowohl für Betriebe als auch für An- und Ungelernte, die gegenwärtig über noch keinen Berufsabschluss verfügen, zeigt gleichzeitig, wie ein individuell angepasster Qualifizierungsweg für mehr Teilhabe junger Menschen am gesellschaftlichen und insbesondere beruflichen Leben sorgen kann.

Umsetzungsstand Dezember 2011

Diesen Entwicklungen Rechnung tragend standen im Jahr 2011 die weitere Festigung und der Ausbau der Netzwerkstrukturen, eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Öffentlichkeitsarbeit und die Fortführung unserer überaus erfolgreichen Beratungs- und Koordinierungsstelle im Mittelpunkt der Arbeit.

Im Folgenden sollen einige Beispiele unserer auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Tätigkeit im vergangenen Jahr aufzeigt werden.

Der Begriff der Beratung wurde deutlich breiter gefasst. Neben der Beratung von Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde die „Beratung der Berater“ verstärkt, um auch damit die Nachhaltigkeit für die Zeit nach Projektende zu sichern. So bildeten weiterführende konkrete berufsspezifische Beratungen mit den Bildungsdienstleistern zu den Möglichkeiten der Nachqualifizierung und deren Durchführung anhand individuell zugeschnittener Module einen wichtigen Bestandteil. Vorherige Klärungen der Zulassungsvoraussetzungen sowie der Finanzierungen sichern den Erfolg vieler Maßnahmen. Mit diesen praktischen Umsetzungen wuchs auch bei den Bildungsdienstleistern das Bewusstsein für die Bedeutung von Bereitstellungen modularer Nachqualifizierungsangebote.

Trotz der durch den demografischen Wandel und den leichten Rückgang der Arbeitslosenzahlen rückläufigen Tendenz von potenziell in Frage kommenden An- und Ungelernten nahm die Zahl von Überleitungen in Qualifizierungsmaßnahmen, Prüfungsvorbereitungen und Externenprüfung seit Beginn des Programms stetig zu. Aus der engen Zusammenarbeit mit den Jobcentern konnte in kurzer Zeit das Beratungsaufkommen insbesondere im ersten Halbjahr und damit verbunden die Akzeptanz des Projektes deutlich erhöht werden.

Allein 2011 wurden mit 80 Teilnehmern/Teilnehmerinnen insgesamt über 170 Beratungsgespräche geführt. 35 Teilnehmende konnten in den Jahren 2010 und 2011 über die Arbeit unserer Beratungsstelle einen Berufsabschluss erlangen, 17 weitere befinden sich noch in der Nachqualifizierung. Die erfolgreichen Externenprüfungen leisten auf ihre Weise einen lebendigen und nachhaltigen Beitrag zur Etablierung des Themas Nachqualifizierung bei allen an der Umsetzung Beteiligten sowie in der öffentlichen Wahrnehmung.
Diese positive Entwicklung ist insbesondere deshalb von großer Bedeutung, da gerade im Rechtskreis des SGB II ein nicht unerheblicher Teil der betreuten Menschen über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt und dies für alle eine Signalwirkung ist.

Eine neue Qualität bei der Ausrichtung auf die Nachhaltigkeit wurde mit der Gründung des Netzwerkes „NQ-Netz-MV“ erreicht. Hier wird durch gemeinsame konzeptionelle und administrative Arbeit der vier Projekte in Mecklenburg-Vorpommern ein breiter Kreis der Zielgruppen von Teilnehmenden, Partnern der Politik und Wirtschaft sowie anderen Betreuungs- und Beratungseinrichtungen erreicht.

Bereits existierende und in der Projektlaufzeit geschaffene Netzwerke wurden gefestigt und durch die gemeinsame Arbeit mit Leben erfüllt. Im Bereich der Migration und Integration konnte die Zusammenarbeit im Netzwerk noch umfassender gestaltet werden. Eine Fachtagung zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse - organisiert im NQ-Netzwerk-Nord - war ein Höhepunkt dieser Arbeit im Jahr 2011. Das Zusammenwirken verschiedener Partner im Bereich der Gesundheits- und Altenpflege stellt einen weiteren Schritt bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels in diesem Zweig dar und wird auch nach Ende des Projektes weiter wirken.

Die Öffentlichkeitsarbeit wurde zunehmend auf die Nachhaltigkeit der bisherigen Arbeit für die Zeit nach dem Ende des Projektes ausgerichtet.

Um die Nutzung der neuen Medien auch für die Projektziele noch besser nutzen zu können, wurde eine neue Homepage gestaltet und ins Netz gestellt. Konkrete Anfragen über die Homepage führten bereits nach kurzer Zeit zum Einstieg von weiteren sechs Teilnehmenden in einen Vorbereitungskurs auf die Externenprüfung im Sommer 2012. Im Sinne der Nachhaltigkeit ist der weitere Fortbestand der Homepage auch nach Projektende gesichert.

Der „Ratgeber Externenprüfung“ erwies sich als profundes Mittel, um interessierte Teilnehmer bei der Erlangung eines Berufsabschlusses über diesen Weg zu unterstützen. Mit seinen Inhalten – von den rechtlichen Grundlagen über organisatorische Schritte bis zu Terminen und Fördermöglichkeiten – richtet er sich auch an Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Beratungsstellen, Institutionen und Einrichtungen, Bildungsdienstleister sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit und der Jobcenter im Raum Rostock.

 

 
Förderung
Durchführung