Stuttgart
Aufbau und Verstetigung eines lokalen Übergangsmanagements in Stuttgart – Modellhafte Umsetzung eines strategischen Konzeptes zur strukturellen Verbesserung der Kooperation der regionalen Akteure im Bereich Übergang Schule-Beruf
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Übersicht

Kontakt

 

Dr. Sandra Heisig
Landeshauptstadt Stuttgart
Koordinierungsstelle Übergangsmanagement Schule-Beruf (RÜM)
Jugendamt 51-00-70
Wilhelmstraße 3
70182 Stuttgart

 

Tel.: 0711 216-7450
Fax: 0711 216-4753
E-Mail: ruem@stuttgart.de

Internet: www.stuttgart.de/ruem

 

Ausgangslage

In Stuttgart wird im Bereich der beruflichen Übergangsförderung seit Jahren an einer Verbesserung der Kooperation und der verzahnung Verzahnung der Angebote gearbeitet: Anknüpfend an Erkenntnisse aus der Arbeit im Rahmen von "Kompetenzen fördern - Berufliche Qualifizierung von Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf" (BQF-Programm) wurde seit Anfang 2006 eine kontinuierliche Arbeit auf der Steuerungsebene im Rahmen der Steuerungsgruppe u25 aufgebaut. In dieser Gruppe arbeiten die Spitzen aller im Arbeitsfeld der beruflichen Übergänge beteiligten Systeme - wie Agentur für Arbeit, HWK, IHK, Jobcenter, Landeshauptstadt Stuttgart (Abteilung Integration, Arbeitsförderung, Jugendamt, Schulverwaltungsamt) und Staatliches Schulamt - zusammen.

Darüber hinaus hat der Gemeinderat im Februar 2007 beschlossen, eine lokale Längsschnittuntersuchung beim DJI in Auftrag zu geben (2007-2009), um Aussagen über Pläne und Verläufe von Jugendlichen nach Beendigung der Haupt- und Förderschulen zu erhalten. Deren Ergebnisse geben neue Ansatzpunkte für die Ausgestaltung eines Übergangsmanagements Schule-Beruf in der Landeshauptstadt Stuttgart, für das - wie aufgezeigt - bereits erste Schritte zur Umsetzung eingeschlagen sind.

 

Ziele

Die Zielsetzung der Steuerungsgruppe u25 gilt es zu unterstützen und mit zusätzlichen Ressourcen zu befördern. Insbesondere soll es darum gehen: Ressourcen effektiver zu bündeln, ressortübergreifende Strukturen zu schaffen statt fragmentarische Lösungen auszubauen, die Angebote gut miteinander abzustimmen und zu verzahnen sowie die beteiligten Akteure untereinander besser zu vernetzen und Transparenz in der Angebotsvielfalt zu schaffen.

Hierzu wird an 3 Punkten angesetzt:

Punkt 1: Ziel ist die Verbesserung des Übergangs am "Startplatz Hauptschule", um hier wichtige, präventive Arbeit im Stuttgarter Übergangsmanagement zu leisten. Hierzu zählen:

  • Begleitung von Schulen bei der Abstimmung und Verzahnung ihrer Angebote
  • Entwicklung und Erprobung neuer Handlungskonzepte, die Eltern systematisch in die Berufsorientierung ihrer Kinder einbinden
  • Unterstützung von Werkrealschulen bei der Gewinnung von Unternehmen als verlässliche Partner
  • Entwicklung eines Berufswahl-Portfolios der Landeshauptstadt Stuttgart, damit die Schülerinnen und Schüler in allen Phasen der Berufsfindung zielgerichtet unterstützt werden und ihre Unterlagen und Zertifikate systematisch sammeln können. Gleichzeitig soll dass Instrument in den Schulen die Abstimmung der Berufswegeplanung mit (mitunter zahlreichen) externen Partnern erleichtern
  • Entwicklung neuer Lösungsansätze, die Bildungsambitionen von Mädchen stärken und sie in der Ausweitung ihres Berufswahlspektrums unterstützen
  • Entwicklung eines bedarfsgerechten, flexiblen Lösungsansatzes, der bestehende Modelle individueller Begleitung aufeinander abstimmt und kombiniert

Punkt 2: Ziel ist die Verbesserung der lokalen Datenlage, um eine bessere Grundlage für Planungs- und Steuerungsprozesse im Übergang zu erhalten. Hierzu zählen:

  • Aktualisierung einer Zusammenstellung der Angebote zur Unterstützung beruflicher Perspektiven junger Menschen in Stuttgart "Von der Schule... in den Beruf" als Broschüre
  • Aufbau einer internetbasierten Angebotsdatenbank, die Fachkräften einen Überblick über die Angebote gibt, die hilfreich für den Übergang von der (Haupt-)Schul- in die Berufswelt sein können
  • Aufbau eines Monitorings individueller Verläufe, um konkretes Wissen darüber zu erlangen, wann im Bereich der beruflichen Übergänge Schwierigkeiten entstehen und um Jugendlichen zeitnah Unterstützung zukommen lassen zu können
  • Entwicklung einer gemeinsamen, ressortübergreifenden kommunalen Berichterstattung, um die Datenlage und das Bildungsmonitoring zu verbessern

Punkt 3: Ziel ist die Umsetzung einer abgestimmten Maßnahmenplanung, die auch die örtliche Wirtschaft stringenter einbezieht. Die Grundlagen für eine Bündelung des Bestehenden sowie die Abstimmung bezüglich neuer Bedarfe und Angebote sollen in der Steuerungsgruppe u25 gelegt werden. Hierzu zählen:

  • Erhebung des Angebotsbestands im Übergangssystem und Überprüfung auf Doppelstrukturen
  • Um die abgestimmte Angebotsplanung für Stuttgart zu unterstützen, sollen
  • Jugendkonferenzen als öffentliches Forum für Dialog und fachlichen Austausch organisiert werden,
  • Studien und Untersuchungen beauftragt werden, um Wissen als Handlungsgrundlage zu erhalten,
  • interdisziplinärer Austausch stattfinden.

 

Umsetzungsstrategie

Die Federführung des Prozesses liegt beim Jugendamt, die Gesamtverantwortung bei der Bürgermeisterin für Soziales, Jugend und Gesundheit. Damit ist auch der Wille zur kommunalen Umsetzung angezeigt und eine Verankerung in der Verwaltung gegeben.

Das Team von RÜM übernimmt die Gesamtkoordination sowie die Umsetzung der Projektaufträge und ist Bindeglied zu den kommunalen Akteuren.

In der Steuerungsgruppe u25 werden Entwicklungsschritte und Projektaufträge miteinander abgestimmt und über den Zuschnitt einer abgestimmten Maßnahmeplanung entschieden.

Die Projektgruppe Konzept- und Maßnahmenplanung hat die Aufgabe der Erarbeitung eines Konzeptes für eine abgestimmte Maßnahmenplanung sowie die Bearbeitung möglicher weiterer Aufträge aus der Steuerungsgruppe.

Eine Zusammenarbeit mit und Einbindung der Stuttgarter Gruppen/Akteure auf verschiedenen Ebenen wird angestrebt. Das regionale Übergangsmanagement soll als kommunikativer Planungs- und Weiterentwicklungsprozess umgesetzt werden.

 

Umsetzungsstand Dezember 2010

Der Internetauftritt www.stuttgart.de/ruem informiert neben den halbjährlich erscheinenden Newslettern alle Interessierte über Aktivitäten und Fortschritte im Übergangsmanagement.

Punkt 1: Verbesserung des Übergangs am „Startplatz Hauptschule“

  • Am „Startplatz Schule" ansetzend, unterstützt RÜM einzelne Schulen dabei a) die verschiedenen Angebote der Berufsorientierung, Berufsberatung, Wirtschaft, Schulsozialarbeit und Lotsen/Mentoren, möglichst optimal miteinander zu verknüpfen, bzw. b) eine aktive Zusammenarbeit mit Eltern und c) der Wirtschaft im beruflichen Übergang systematisch aufzubauen. Hierzu ist ein Gesamtkonzept erarbeitet und mit dem Staatlichen Schulamt abgestimmt worden. Interdisziplinäre Fachkreise haben in diesem Zusammenhang Konzeptbausteine zu den Themen Elternarbeit, Unterstützung spät zugewanderter Jugendlicher und Unterstützung von bildungsambitionierten jungen Frauen erarbeitet. RÜM unterstützt seit 2009 drei Hauptschulen bei der Entwicklung eines ausgewogenen Gesamtkonzepts. Im Mai 2010 kamen zwei weitere Schulen hinzu.
  • Unter Federführung von RÜM und Mitwirkung von Beschäftigten der Agentur für Arbeit, der IHK, der HWK, der Schulen und der Schulsozialarbeit entstand ein Berufswahl-Portfolio, das mit Beginn des Schuljahres 2010/11 den Schülerinnen und Schülern der Stuttgarter Haupt- und Werkrealschulen ab Klasse 6, die sich für die Arbeit mit dem Instrument entschieden haben, ausgehändigt wurde. Das betrifft zum jetzigen Stand 29 Haupt- und Werkrealschulen. Das Portfolio bündelt alle Unterlagen der Berufswegeplanung und stellt Materialien für den individuellen Reflexionsprozess zur Verfügung. Eine begleitende Handreichung für die Lehrkräfte beschreibt Informationen bezüglich Zielen und Einsatz des Portfolios.
  • Im laufenden Jahr wurde eine Handreichung für die Zusammenarbeit mit Eltern am Übergang Schule-Beruf erarbeitet, die Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter und (muttersprachliche) Mulitplikatoren und Mulitplikatorinnen mit praktischen Tipps und ortsbezogenen Informationen in der Arbeit unterstützen wird. Die Handreichung wird Anfang 2011 publiziert. Parallel wurde in Zusammenarbeit mit dem Fortbildungsinstitut des Staatlichen Schulamtes eine Fortbildung in vier Modulen konzipiert, die praxisnah auf Bausteine für eine gute Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schule eingeht. Zielgruppe der Fortbildung sind Lehrkräfte und Schulsozialarbeiter wie Schulsozialarbeiterinnen der Haupt- und Werkrealschulen, die als Tandem an der Fortbildung teilnehmen. Der interdisziplinäre Arbeitsansatz will zum Erfahrungsaustausch und der Entwicklung gemeinsamer Handlungsmöglichkeiten in der Elternarbeit beitragen. Die Fortbildung lief im Dezember 2010 an und wird bei bleibend hoher Nachfrage im Schuljahr 2011/2012 neu aufgelegt.
  • In einer Arbeitsgruppe entstand die Idee, für junge Mädchen mit Migrationserfahrung alternative Rollenvorbilder mit Hilfe einer Kampagne (Plakate und Veranstaltungen) zu präsentieren. Die Arbeitsgruppe arbeitet seit Oktober 2009 und wird durch RÜM moderiert. Der Start der Kampagne ist für April 2011 vorgesehen.
  • RÜM hat einen bedarfsgerechten, flexiblen Lösungsansatz analog des „Hamburger Hauptschulmodells“ konzipiert, der die bestehenden Modelle individueller Begleitung im Übergang Hauptschule-Ausbildung aufeinander abstimmt und so erweitert, dass die direkte Übergangsquote von Hauptschulabsolventinnen und -absolventen in Ausbildung verbessert werden kann. Im nächsten Schritt werden die politischen Gremien über die Umsetzung entscheiden.

Punkt 2: Verbesserung der lokalen Datenlage/Aufbau einer Datengrundlage

  • Eine Bestandsaufnahme der Angebote im Bereich u25 zum Thema "Übergang Schule-Ausbildung-Beruf" wurde bis September 2009 aktualisiert und herausgebracht.
  • Seit Juli 2010 ist ein Online-Service freigeschaltet, der einen Überblick über die zahlreichen Angebote in Stuttgart bietet, die hilfreich für den erfolgreichen Übergang von der Schul- in die Berufswelt sein können.

Punkt 3: Bündelung des Bestehenden und Abstimmung bezüglich neuer Bedarfe und Angebote

  • Innerhalb der Steuerungsgruppe u25 wurde 2009 eine aufwändige Bedarfssammlung als Basis für eine abgestimmte Maßnahmenplanung initiiert. Die Partner zeigen großes Engagement in der besseren Abstimmung von Angeboten und in einer ineinandergreifenden Zusammenarbeit am Übergang Schule-Beruf.
  • Jährliche Transferveranstaltungen (Jugendkonferenz am 29. Oktober 2009, Werkstattgespräch am 8. Oktober 2010) sind wichtige Informations- und Austauschforen für die kommunalen Akteure im Übergang Schule-Beruf.

 

 

 
Förderung
Durchführung