Weinheim
ÜbMa, Stadt Weinheim, Baden-Württemberg, Förderlaufzeit: 01.05.2008-31.03.2012


Kontakt

Dr. Susanne Felger
Stadt Weinheim
Übergangsmanagement Schule-Beruf
Dürrestr. 2

69469 Weinheim

Tel.: 06201/82-578
Fax: 06201/82-516
E-Mail: s.felger@weinheim.de
www.uebma-weinheim.de/


Das gemeinsame Engagement von Stadt Weinheim, Schulen, Jugendarbeit/Jugendhilfe und bürgerschaftlichen Initiativen und Stiftungen für Jugendliche mit besonderen Schwierigkeiten beim Berufsstart hat in Weinheim Tradition. Unser Leitbild ist das einer lokalen Verantwortungsgemeinschaft für die gelingende Bildung und Integration von Jugendlichen mit riskanten Bildungsbiografien. Mit dem Start des Projektes geht die Federführung für die Koordinierung und Qualitätsentwicklung im Übergangsmanagement vom regionalen Jugendhilfeträger Jugendagentur Job Central auf die Stadt Weinheim über. Schon seit 2005 arbeitet eine städtische Berufsintegrationskommission. In den Jahren 2005 und 2007 wurden regionale Berufsintegrationsberichte erstellt. Auch bei geringer Jugendarbeitslosigkeit gelang 2008 weniger als einem Drittel der Absolventen und Absolventinnen von Hauptschulen der direkte Übergang in eine Ausbildung oder eine Werkrealschule. Jugendliche mit Migrationshintergrund waren besonders betroffen.

Entwicklungsziele des Projektes sind: Ausbau, Verbesserung sowie nachhaltige Absicherung der Kooperation und Koordinierung zahlreicher Akteure und Aktivitäten zur besseren Unterstützung von Jugendlichen im Prozess der Berufsorientierung, Berufswegeplanung und am Übergang Schule-Beruf in Weinheim. Die Anstrengungen der lokalen Verantwortungsgemeinschaft traten damit in eine neue Phase. Unterstützt durch ihre Berufsintegrationskommission und Netzwerkpartner übernimmt die Stadt Weinheim die strategische Gesamtsteuerung in Form einer kommunalen Koordinierung.

Die Projektziele beziehen sich a) auf Qualitätsentwicklungen bei der Förderung von Jugendlichen mit riskanten Bildungsbiografien und b) auf die Verbesserung von Arbeitsstrukturen, Prozessen und Steuerinstrumenten für Kooperation und Koordinierung. Diese Aktivitäten sind Teil des Aufbaus einer die Biografie begleitenden lokalen Gesamtstrategie (Weinheimer Bildungskette). So soll die Bildung und Integration von chancenarmen Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund von der Kita bis zur Berufsintegration unterstützt werden. Sie werden an kritischen biografischen Übergängen wie dem von der Schule (Sek. 1) in die Berufsausbildung individuell gefördert und begleitet. Schulen, Eltern, Jugendhilfe/Jugendarbeit, ehrenamtliche Paten und Patinnen, Unternehmen und die Arbeitsagentur sollen Bildungspartner werden, die gemeinsam Verantwortung übernehmen – statt in engen Zuständigkeitsgrenzen zu denken – und die Kinder gut abgestimmt fördern. Die Gestaltung der Unterstützungsangebote für die Jugendlichen (und ihre Eltern/Familien) soll sich an deren individuellen Entwicklungsprozess und -stand orientieren und ihre Kompetenzen, Ressourcen und Bedarfe aufnehmen. „Wir arbeiten stärkenorientiert, aktivierend, wertschätzend und fördern Talente“, heißt es im Netzwerk-Flyer.

Vorhandene Handlungsstrategien, Kooperationen, Arbeitsstrukturen und Steuerungsinstrumente werden weiterentwickelt und aufeinander bezogen, neue kommen hinzu. Kernelement ist der Aufbau einer städtischen Fach- und Koordinierungsstelle für das Übergangsmanagement Schule-Beruf („ÜbMa-Büro“). Sie moderiert das Zusammenspiel zahlreicher Akteure, Aktivitäten und Projekte und fördert Transparenz, Wirksamkeitsorientierung und Qualitätsentwicklung. Als kommunale Koordinierung ist ihr Auftrag demokratisch legitimiert. Das ist wichtig in einem Arbeitsfeld, in dem Erfolge auf breite Beteiligung und freiwillige Abstimmung zwischen den Akteuren angewiesen sind. Deshalb werden Grundzüge der Strategie in der Berufsintegrationskommission, im Jugendhilfeausschuss und seit 2012 im Kinder- und Jugendbeirat jeweils unter Vorsitz des Oberbürgermeisters beraten und beschlossen.

Gemeinsamer Bezugspunkt ist das beteiligungsbasierte Entwickeln, Etablieren und Weiterentwickeln einer kommunal koordinierten lokalen Gesamtstrategie für Bildung, Berufsbildung und Integration. Das Netzwerk verständigt sich über Ziele, Strategien und Handlungskonzepte (bis hin zu Standards), die Partner verpflichten sich zur gemeinsamen oder arbeitsteiligen Umsetzung. Wo möglich werden Ergebnisse und Wirksamkeit gemeinsam reflektiert (Selbstevaluierung), um Prozesse und Angebote weiter zu verbessern. Das Ziel ist eine eng abgestimmte Leistungserbringung, die von den Kindern/Jugendlichen und ihren Familien als konsistente Unterstützung wahrgenommen wird. Dabei fungiert der „kommunal-freie“ Jugendberufshilfe-Träger Job Central als „operativer Arm“ des ÜbMa-Büros.

Netzwerkpartner werden dabei als Experten in ihrem jeweiligen Arbeitsfeld ernst genommen. Innovationen entwickeln wir ausgehend von konkreten Bedarfen der Praxis. Wenn sie sich bewähren, können sie auf andere Kontexte transferiert und/oder als neue Standards vereinbart werden. Entwicklungsprozesse verlaufen also eher induktiv als deduktiv, eher bottom-up als top-down und immer entlang konkreter Bedarfe bzw. als Erarbeiten konkreter “Produkt-“ oder Problemlösungen. Unser Ideal ist das einer kommunikativ sorgfältig und wertschätzend, ressourcenorientiert und klar beteiligungsorientiert arbeitenden kommunalen Koordinierung. Nur so kann eine lebendige lokale Verantwortungsgemeinschaft wachsen.

Bei Bedarf entwickelt die kommunale Koordinierungsstelle gemeinsam mit den Kooperationspartnern auch neue Handlungskonzepte und Projekte. Überaus hilfreich war und ist dabei die Zusammenarbeit mit externen wissenschaftlichen Fachleuten, der überregionale Austausch mit Expertinnen und Experten aus der Praxis sowie der politische Rückenwind aus dem „Impulsprogramm Bildungsregionen“ des Landes Baden-Württemberg.

Im Zentrum der Entwicklungsprozesse stehen Verbesserungen in fünf Handlungsfeldern:

  • Lokale Gesamtstrategie und Verantwortungsgemeinschaft für Bildung und Integration: Weinheimer Bildungskette in der Bildungsregion Weinheim,
  • Berufsorientierung und Berufswegeplanung an Schulen,
  • Kooperationen Schule-Wirtschaft,
  • Beteiligung von Eltern/Familien und Migrantinnen und Migranten,
  • Wirksamkeitsorientierung, Berichterstattung und Übergangsmonitoring.

Eine besondere Stärke des Weinheimer Übergangsmanagements ist die systematische Einbindung eines breiten bürgerschaftlichen Engagements (Pateninitiativen, Stiftungen, Service Clubs). Bewährt haben sich dabei nicht zuletzt professionsübergreifende Fortbildungen oder Reflexionsgespräche, z.B. als gemeinsame Angebote für ehrenamtliche Paten und Patinnen, Fachkräfte der Jugendberufshilfe, Lehrkräfte und Elternbegleiterinnen, teils auch unter Beteiligung der Berufsberatung/BA.

Zur Unterstützung der Prozess-Steuerung und der Strategieentwicklung wird zudem ein lokales Übergangsmonitoring Schule-Beruf aufgebaut, das Grunddaten liefert und hilft, Handlungsbedarfe zu identifizieren, Prioritäten abzustimmen und Wirkungen zu reflektieren. Ein schlankes Monitoring, jährliche Arbeitspläne für die Bildungskette und regelmäßige Fortschrittsberichte in städtischen Gremien unterstützen die Entwicklung hin zu einem zyklischen Arbeitsprozess, der für die Kommunalpolitik, für Netzwerkpartner und die Fachöffentlichkeit transparent ist.

Der fachliche Austausch und die finanzielle Unterstützung in zwei parallelen Leitprojekten (Lebenswelt Schule und Regionales Übergangsmanagement), deren beider Förderung in 2011/2012 endet, haben diese Umsetzungsstrategie ganz wesentlich unterstützt.

Ergebnisse

Lokale Gesamtstrategie und Verantwortungsgemeinschaft

Die Berufsintegrationskommission Weinheim – ein Beirat aus lokalen/regionalen Experten, Expertinnen und Netzwerkpartnern unter Vorsitz des Oberbürgermeisters – berät die Stadt seit 2005 und stimmt die Grundstrategien im ÜbMa/RÜM-Arbeitsfeld ab. Themen waren zuletzt: Sprachförderung und Elternbeteiligung an Werkrealschulen; schulische Berufsorientierung; der Qualitätsrahmen Praktikum und Reformen in der Schulform Werkrealschule.

Aktuell wird beraten, ob diese Arbeit im Rahmen des neuen Kinder- und Jugendbeirats Weinheim fortgesetzt wird. Die Vorteile wären: hier arbeiten Politiker und Politikerinnen aller Gemeinderatsfraktionen mit und alle Weinheimer Bildungsketten-Themen würden in einem Gremium beraten. Der neue Kinder- und Jugendbeirat (als Nachfolgegremium des Kinder- und Jugendausschusses, nach Abgabe der Jugendhilfe-Trägerschaft an den Landkreis zum 1.1.2012) wäre dann zugleich der Beirat der Bildungsregion Weinheim.

Ein erster Meilenstein beim Entwickeln der lokalen Strategie Weinheimer Bildungskette war der 1. Fachtag Weinheimer Bildungskette im Mai 2010. Fast 100 Führungskräfte aus Schulen, Kitas, Kinder- und Jugendhilfe, Stadtverwaltung, Schulamt, der ehrenamtlichen Patenarbeit, Verbänden, Agentur für Arbeit, Kammern, Betrieben, Stiftungen und Mitglieder aller Gemeinderatsfraktionen diskutierten Stand und Perspektive der lokalen Gesamtstrategie. Hier wurde die lokale Verantwortungsgemeinschaft erlebbar und lebendig! Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verständigten sich auf sechs Schlüsselprozesse, die gemeinsam mit Priorität entwickelt werden:

  • Eltern/Familien aktiv beteiligen,
  • Sprachkompetenz (insbesondere Deutsch als Zweitsprache) fördern
  • Lernwege individuell gestalten/Selbstorganisiertes Lernen fördern,
  • Lernwege individuell begleiten,
  • auf Ausbildung und Beruf vorbereiten sowie
  • Kinder/Jugendliche engagieren sich und lernen voneinander.

Die Förderangebote und Projekte der die Biografie begleitenden Förderkette konzentrieren sich auf die erfolgreiche Bewältigung der kritischen bildungsbiografischen Übergänge zwischen Familie-Kita, Kita-Grundschule, Grundschule-Sek.I und Sek.I-Berufsausbildung. Bei den Kindern bzw. Jugendlichen soll eine konsistente Förderung ankommen. Die beteiligten Akteure stimmen ihre Strategien und Handlungskonzepte im Vorfeld und quasi „im Back-Office“ ab. Alle Aktivitäten der kommunalen Koordinierungsstelle Übergangsmanagement Schule-Beruf (ÜbMa-Büro) sind Teil der Bildungskette. Das ÜbMa-Büro steuert und entwickelt die Entwicklung und Umsetzung der Gesamtstrategie in seinen Themenfeldern. Zum 1. Fachtag wurde die umfangreiche Broschüre Weinheimer Bildungskette 2010 vorgelegt, download unter www.uebma-weinheim.de.

Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur „aus einer Hand“ koordinierten lokalen Gesamtstrategie war die Aufnahme der Stadt Weinheim in das Impulsprogramm Bildungsregionen des Landes Baden-Württemberg zum Januar 2011. Durch Übertragung des Antragsrechts vom Landkreis auf die Stadt Weinheim konnte die Stadt als erste kreisangehörige Stadt teilnehmen. Der erste Schritt zur Einrichtung der Bildungsregion Weinheim war die Etablierung einer hochrangig besetzten Steuerungsgruppe, die unter Vorsitz des Oberbürgermeisters arbeitet. Darin vertreten sind: das Land (Regierungspräsidium Karlsruhe), die Schulaufsicht (Staatl. Schulamt Mannheim), der kommunale Schulträger (Amt für Bildung und Sport, Weinheim), die Geschäftsführende Direktorin der Weinheimer Schulen, die Weinheimer Bildungskette (vertreten durch die kommunale Koordinierung: ÜbMa-Büro und Integration Central, das zum Bildungsbüro der Stadt ausgebaut wird) sowie der wichtigste bürgerschaftliche Partner der Stadt (Freudenberg Stiftung). Es wird nach einem Weg gesucht, auch die Agentur für Arbeit einzubinden.

Die Steuerungsgruppe hat ein Leitbild und einen Jahres-Arbeitsplan für die Bildungsregion verabschiedet, der auf der Weinheimer Bildungskette fußt und die Handlungsfelder des ÜbMa-Büros (RÜM) integriert. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Nachhaltigkeit des kommunalen Übergangsmanagements über die Projektförderung hinaus.

Bis März 2012 hat sich die Arbeit der Steuerungsgruppe Bildungsregion gut etabliert. Das Themenspektrum im Arbeitsplan hat sich erweitert. Besonders die enge Zusammenarbeit von Schulträger und Schulaufsicht trägt erste Früchte (z.B. bei den Themen Inklusion, Lehrerfortbildung, Kooperationsstrukturen Kita-Grundschulen, Praktikumsqualität).

Die Leiterinnen des Amts für Bildung und Sport, des städtischen Bildungsbüros und des städtischen ÜbMa-Büros (RÜM) wirken gemeinsam als operative Geschäftsführung für Bildungskette und Bildungsregion und sichern damit – in Umsetzung der Beschlüsse der Steuerungsgruppe – die strategisch-konzeptionelle Konsistenz der lokalen Gesamtstrategie.

Ein Profilmerkmal der Weinheimer Strategie ist die systematische Einbindung von bürgerschaftlichem Engagement in die Weinheimer Bildungskette, besonders im Arbeitsfeld Übergang Schule-Beruf. Im Mittelpunkt steht hier die Zusammenarbeit von Fachkräften der Jugendberufshilfe (Job Central, Stadtjugendring), ehrenamtlichen Paten und Patinnen (WUB), Lehrkräften, Elternbegleiterinnen (Bildungsbüro/IC) und der Berufsberatung der BA an den Schulen. So entstehen dezentrale Kooperationsknoten an den Schulen. Die Qualifizierung, Beratung, Vernetzung und Konzeptentwicklung der Ehrenamtsinitiative Weinheimer Unterstützerkreis Berufsstart (WUB) wird dabei von der Fachstelle Ehrenamt beim Jugendberufshilfeträger Job Central unterstützt. Für beide Akteure konnte das ÜbMa-Büro durch Projektentwicklung und Akquise von Fördergeldern eine gute Entwicklungsperspektive schaffen. Das Weinheimer Handlungskonzept und unsere Praxiserfahrungen mit bürgerschaftlichem Engagement am Übergang Schule-Beruf wurden für das Handbuch „Lokale Bildungsverantwortung“ der Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative dokumentiert (erscheint 2012).

Berufsorientierung/Berufswegeplanung an Schulen und Kooperation Schule-Wirtschaft

Die Berufsorientierung und Berufswegeplanung der Schülerinnen und Schüler soll handlungsorientierter, arbeitsweltnäher und individueller begleitet werden. Dazu haben Hauptschulen/Werkrealschulen und berufsvorbereitende berufliche Schulen zusammen mit ihren außerschulischen Partnern die Praktika intensiviert, verbessert und systematischer in den Prozess der Berufsorientierung und Berufswegeplanung eingebunden. Werkrealschulen haben, unterstützt von Kammern und der Metropolregion Rhein-Neckar, mit einer Vielzahl von Unternehmen bilaterale Kooperationsvereinbarungen geschlossen.

Neue Herausforderungen für die Realisierung konsistenter Angebote zur Berufsorientierung an Werkrealschulen und Realschulen entstehen aktuell durch die neue Schulreformpolitik des Landes. Strategien und Angebote der Kooperationspartner müssen überprüft, neu justiert und evtl. angepasst werden. Noch ist hier vieles im Fluss.

Die vom ÜbMa-Büro entwickelte Veranstaltungsreihe Azubis informieren Schüler/innen bringt derzeit an fünf Schulen engagierte und erfolgreiche Azubis, die selbst eine Hauptschule besucht hatten, mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch darüber, wie der Einstieg in eine Ausbildung trotz schwieriger Schulkarriere und Berufsfindungsbiografie gelingen kann. Peers vermitteln dabei sehr authentisch und auf Augenhöhe wertvolle Erfahrungen und geben hilfreiche Tipps. Betriebe stellen ihre Azubis dafür gerne frei. Dieses Angebot bereichert die schulische Berufsorientierung und wird nach Ende der Förderung durch das BMBF-Programm als Leistung von Job Central fortgeführt und von einer regionalen Stiftung finanziert.

In einer Ausbildungsplatz-Datenbank bei Job Central sammeln, pflegen und kommunizieren die Netzwerkpartner untereinander ihr Wissen um Praktikumsbetriebe, freie Ausbildungsstellen, Kontaktdaten und betriebliche Anforderungen an Bewerber und Bewerberinnen. Die Datenbank wird ständig gepflegt und verzeichnet über 1.600 Ausbildungs- und Praktikumsbetriebe aus der Region. Sie versorgt das gesamte Netzwerk mit aktuellen Informationen.

Ein Beispiel gelungener Netzwerkkooperation war der Arbeitsprozess und ist das Produkt Qualitätsrahmen Praktikum für Werkrealschulen. Das ÜbMa-Büro hat mit Partnern aus Schulen, Schulaufsicht, Schulträger, IHK, HWK, DGB, Arbeitsagentur, Jugendberufshilfe, ehrenamtlichen Patinnen, Paten und Elternbegleitung einen Qualitätsleitfaden erarbeitet. Er benennt sehr konkret, was die Schule, der Betrieb, die Schüler, Schüler nnen und ihre Eltern/Familien wann und wie tun sollen, damit die Jugendlichen ein Betriebspraktikum guter Qualität erleben können. Der Qualitätsrahmen Praktikum ist eine Selbstverpflichtung auf abgestimmte Qualitätsziele und Abläufe. Im Mai 2011 wurde er im Rahmen einer Veranstaltung mit rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmern von den Partnern und mit Unterstützung des Kultusministeriums für die Werkrealschulen der Region in Kraft gesetzt. Fünf Werkrealschulen und ihre Partner haben vereinbart, diese Leitlinie schrittweise umzusetzen. Seit 2011 moderiert das Staatliche Schulamt, in Anlehnung an den ÜbMa-Pilotprozess für Werkrealschulen, einen Arbeitsprozess, der zu ähnlichen Ergebnissen für die Realschulen führen soll (www.uebma-weinheim.de).

Neue Chancen für die Kooperation von Schulen und Wirtschaft entwickeln sich seit 2011 im Kontext des demografischen Wandels und der Diskussionen um die Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs. Dieses Thema wird von der Kommunalen Koordinierung offensiv mit den Strategien zur Förderung der Berufsorientierung und Berufsbildung von Jugendlichen mit riskanten Bildungsbiografien verknüpft. Dazu veranstaltete das ÜbMa-Büro gemeinsam mit der IHK Mannheim im Mai 2011 erstmals eine gut besuchte Fachtagung.

Chancen, Risiken und Handlungsansätze für kommunale Strategien, die die Fachkräftesicherung mit lokalen Strategien zur Förderung des Berufsstarts junger Menschen verbinden, diskutierten im Februar 2012 auch die über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jahresforums 2012 der Arbeitsgemeinschaft Weinheimer Initiative in Kiel.

Als weiteren Impuls zur breiten politischen Diskussion dieses Zusammenhangs legt die Stadt Weinheim im Frühjahr 2012 die Ergebnisse der Unternehmensbefragung 2011 vor. In Zusammenarbeit von städtischer Wirtschaftsförderung und Übergangsmanagement wurden erstmals Fragen zur Fachkräftesicherung, zu Ausbildung und Praktikum in der Befragung platziert. Ab Mai 2012 wird der Bericht „Berufsorientierung und Übergang Schule-Beruf im lokalen Unterstützungsnetzwerk“ unter www.uebma-weinheim.de zur Verfügung stehen.

Beteiligung von Eltern/Familien und Migranteninnen und Migranten

Auf der Basis von guten Erfahrungen mit Elternbeteiligung in Weinheimer Kitas und Grundschulen sowie eines Experten-Gutachtens der Universität Hamburg wurden mit und an Hauptschulen/Werkrealschulen neue Handlungskonzepte erprobt, welche erstmals die Förderung von Sprachkompetenz, Berufsorientierung und Elternbeteiligung verbinden. Seit 2010 wird das Projekt TEMA (Türkische Eltern als Motoren für Ausbildung) entwickelt und umgesetzt: An den beiden Werkrealschulen in Weinheim (und einer in Hemsbach) arbeitet – dank einer Förderung aus dem Programm „Azubi statt ungelernt“ des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg – je eine türkischstämmige Elternbegleiterin und wirkt als soziokulturelle Mittlerin und „Kommunikationsbrücke“ zwischen Migrantenfamilien und der Schule. Sie soll Schulabgänger und -abgängerinnen mit Migrationshintergrund durch die Unterstützung ihrer Familien den Weg in eine Berufsausbildung ebnen. Schule, kommunale Jugendberufshilfe, Berufsberatung/BA, ehrenamtliche Patinnen und Paten sowie türkische Migrantenorganisationen haben verabredet, dabei eng zusammenzuarbeiten. Die Erfahrungen aus den ersten beiden Jahren sind sehr positiv. Die Elternbegleiterinnen sind gut akzeptiert, ihre Funktion ist nicht mehr aus der Bildungskette wegzudenken. Dieses Pilotprojekt gilt innerhalb der lokalen Gesamtstrategie auch deshalb als Meilenstein, weil es erstmals Aufgaben und Funktionen der Arbeitsfelder „Beteiligung von Eltern und Migranten und Migrantinnen“ sowie „Übergang Schule-Beruf“ systematisch verknüpft. Mit einem Folgeantrag im Landesprogramm bestehen nun Chancen zur Fortführung, Ausweitung und schließlich Etablierung dieser wichtigen Bildungsketten-Funktion.

Ergebnisse und Erfahrungen aus dieser Entwicklungsarbeit wurden in zwei Veröffentlichungen des Programms Perspektive Berufsabschluss dokumentiert.

Wirksamkeitsorientierung, Berichterstattung und Übergangsmonitoring

Jährlich erhebt das ÜbMa-Büro bei den Schulen Grunddaten zum Verbleib ihrer Absolventen und Absolventinnen. Im Juni 2011 kam – in Zusammenarbeit mit dem Institut ism aus Mainz – erstmals eine Befragung aller Werkrealschüler und -schülerinnen zu ihrer Berufsorientierung/Berufswegeplanung hinzu. Die Daten gehen in den Teilbericht der neuen Berichterstattung zur Weinheimer Bildungskette ein, die nun schrittweise vorgelegt wird. Im Frühjahr 2012 erscheinen die beiden Teilberichte Berufsorientierung und Übergang Schule-Beruf im lokalen Unterstützungsnetzwerk sowie Eltern und Familien in der Weinheimer Bildungskette. Sie werden im Kinder- und Jugendbeirat beraten und dann veröffentlicht. Diese Berichte sind stärker datenbasiert als ihre Vorläufer und beschreiben in einheitlichem Format die Unterstützungsleistungen der Bildungskette. Das stärkt die Angebotstransparenz und die Wirksamkeits- und Evidenzorientierung der Strategieentwicklung und Prozesssteuerung.

Unterstützt vom ÜbMa-Büro erarbeiteten die beiden Jugendhilfe-Träger Job Central und Stadtjugendring 2010/2011 gemeinsam eine neue Dokumentationsdatenbank für die Jugendberufshilfe. Sie soll helfen, die Ergebnisse und Wirkungen der individuellen Beratungs- und Coachingarbeit besser zu reflektieren.

Zudem moderiert und berät das ÜbMa-Büro aktuell die Entwicklung eines Konzepts zur Selbstevaluierung der ehrenamtlichen Patenarbeit der Pateninitiative WUB. Es wird ein Weg gesucht, Grundzüge der Standards zur Evaluierung und Wirksamkeitsorientierung in der Bildungskette in angemessener Form im Rahmen von bürgerschaftlichem Engagement umzusetzen. Dabei soll die gute Tradition des gemeinsamen Reflektierens und Miteinander-/ Voneinander-Lernens von Paten und Fachkräften genutzt und verstärkt werden. Gerade weil die bürgerschaftlichen Beiträge in unserer Gesamtstrategie unverzichtbar sind, ist dieser Arbeitsprozess von besonderer Relevanz.

Dass sich die intensiven Anstrengungen der lokalen Verantwortungsgemeinschaft auszahlen, zeigen aktuelle Daten: Die Zeitreihen mit Übergangsquoten und -wegen zeigen seit 2009, unterstützt von einer guten Wirtschaftsentwicklung, eine positive Entwicklung. Im Juli 2011 verließen fast vier Fünftel der Absolventen und Absolventinnen der neunjährigen Haupt-/ Werkrealschule die Schule in Richtung Ausbildung oder weiterführende Schule zum Mittleren Abschluss. Die Übergänge in die Berufsvorbereitung am Berufsschulzentrum sinken seit wenigen Jahren „dramatisch“.

Öffentlichkeitsarbeit und überregionale Vernetzung

Der aktuelle Entwicklungsstand des Übergangsmanagements ist durch zahlreiche Fachbeiträge innerhalb und außerhalb des Programms „Perspektive Berufsabschluss“, durch regelmäßige Berichte im Jugendhilfeausschuss bzw. Kinder- und Jugendbeirat, durch Vorträge und Veröffentlichungen sowie durch kontinuierliche Pressearbeit in der Region gut dokumentiert. Die regionale Pressearbeit wird vom Pressereferenten der Stadt Weinheim tatkräftig unterstützt und erscheint in Auszügen auch auf der städtischen Homepage und im weinheim-blog.

Ein umfangreiches Literaturverzeichnis zur Bildungskette und Bildungsregion Weinheim, einschließlich der Arbeit der kommunalen Koordinierung Übergangsmanagement Schule-Beruf Weinheim (ÜbMa) findet sich als Download auf der Homepage des ÜbMa Weinheim www.uebma-weinheim.de.

Darüber hinaus pflegt das Weinheimer ÜbMa-Büro den überregionalen Erfahrungsaustausch im Kontext von Landesprogrammen („Impulsprogramm Bildungsregionen“, „Azubi statt ungelernt“) sowie der RÜM-Regionalgruppe Rhein-Main-Neckar-Saar. Von strategisch besonderer Bedeutung ist zudem die intensive Vernetzung mit anderen bildungspolitisch aktiven Städten und Landkreisen im Rahmen der interkommunalen Arbeitsgemeinschaft Weinheimer InitiativeLokale Verantwortung für Bildung und Ausbildung, deren Sprecher Oberbürgermeister Heiner Bernhard ist.

Lokale Gesamtstrategie und Verantwortungsgemeinschaft:


Es wird angestrebt, die Fortsetzung der Arbeit der Sprachförderung und Elternbeteiligung an Werkrealschulen, die schulische Berufsorientierung sowie den Qualitätsrahmen für Praktika und Reformen in der Schulform Werkrealschule.im Rahmen des neuen Kinder- und Jugendbeirats Weinheim durch die Berufsintegrationskommission Weinheim – ein Beirat aus lokalen/regionalen Experten, Expertinnen und Netzwerkpartnern unter Vorsitz des Oberbürgermeisters –beraten zu lassen. So können alle diesbezüglichen Themen rund um die Weinheimer Bildungskette in einem Gremium beraten werden.
In 2011 wurden die Entwicklung der Bildungsregion Weinheim mit dem Aufbau eines Bildungsbüros und einer operativen Geschäftsführung von Bildungsamt, Bildungsbüro und ÜbMa-Büro vorangetrieben und zur Vorbereitung einer Gesamtstrategie für die Stadt Weinheim, politische Gespräche für eine Nachhaltigkeitsstrategie geführt.
Eine Befragung aller Weinheimer Werkrealschüler zur Berufsorientierung brachte wichtige Erkenntnisse und Ergebnisse für die Entwicklung eines Konzepts für eine neue Form der Berichterstattung der Bildungsregion Weinheim.

Schulische Berufsvorbereitung/Berufswegeplanung und Kooperationen Schule–Wirtschaft:


Neue Herausforderungen für die Realisierung konsistenter Angebote zur Berufsorientierung an Werkrealschulen und Realschulen werden durch die neue Schulreformpolitik des Landes erwartet. Das vom ÜbMa-Büro entwickelt zurzeit eine Veranstaltungsreihe Azubis informieren Schüler/innen die an fünf Schulen engagierte und erfolgreiche Azubis, die selbst eine Hauptschule besucht hatten, mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch darüber bringt, wie der Einstieg in eine Ausbildung trotz schwieriger Schulkarriere und Berufsfindungsbiografie gelingen kann.
Das ÜbMa-Büro erarbeitet mit Partnern aus Schulen, Schulaufsicht, Schulträger, IHK, HWK, DGB, Arbeitsagentur, Jugendberufshilfe, ehrenamtlichen Patinnen, Paten und Elternbegleitung einen Leitfaden Qualitätsrahmen Praktikum für Werkrealschulen. Er wird darstellen, was die Schule, der Betrieb, die Schüler und Schülerinnen und ihre Eltern/Familien wann und wie tun sollen, damit die Jugendlichen ein Betriebspraktikum guter Qualität erleben können.
Neue Chancen für die Kooperation von Schulen und Wirtschaft entwickeln sich seit 2011 im Kontext des demografischen Wandels und der Diskussionen um die Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs. Dieses Thema wird von der Kommunalen Koordinierung offensiv mit den Strategien zur Förderung der Berufsorientierung und Berufsbildung von Jugendlichen mit riskanten Bildungsbiografien verknüpft. Dazu veranstaltete das ÜbMa-Büro gemeinsam mit der IHK Mannheim im Mai 2011 erstmals eine gut besuchte Fachtagung.
In Zusammenarbeit von städtischer Wirtschaftsförderung und Übergangsmanagement wird erstmals eine Befragung der Unternehmen der Region durchgeführt mit Fragen zur Fachkräftesicherung, zu Ausbildung und Praktikum.

Elternbeteiligung, Eltern als Partner in Schule und Berufsvorbereitung:


Seit 2010 wird das Projekt TEMA (Türkische Eltern als Motoren für Ausbildung) entwickelt und umgesetzt: An den beiden Werkrealschulen in Weinheim (und einer in Hemsbach) arbeitet – dank einer Förderung aus dem Programm „Azubi statt ungelernt“ des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg – je eine türkischstämmige Elternbegleiterin und wirkt als soziokulturelle Mittlerin und „Kommunikationsbrücke“ zwischen Migrantenfamilien und der Schule. Sie soll Schulabgänger und -abgängerinnen mit Migrationshintergrund durch die Unterstützung ihrer Familien den Weg in eine Berufsausbildung ebnen. Schule, kommunale Jugendberufshilfe, Berufsberatung/BA, ehrenamtliche Patinnen und Paten sowie türkische Migrantenorganisationen haben verabredet, dabei eng zusammenzuarbeiten. Die Erfahrungen aus den ersten beiden Jahren sind sehr positiv. Die Elternbegleiterinnen sind gut akzeptiert, ihre Funktion ist nicht mehr aus der Bildungskette wegzudenken. Dieses Pilotprojekt gilt innerhalb der lokalen Gesamtstrategie auch deshalb als Meilenstein, weil es erstmals Aufgaben und Funktionen der Arbeitsfelder „Beteiligung von Eltern und Migranten und Migrantinnen“ sowie „Übergang Schule-Beruf“ systematisch verknüpft. Mit einem Folgeantrag im Landesprogramm bestehen nun Chancen zur Fortführung, Ausweitung und schließlich Etablierung dieser wichtigen Bildungsketten-Funktion.

Wirksamkeitsorientierung und Übergangsmonitoring:


Jährlich erhebt das ÜbMa-Büro bei den Schulen Grunddaten zum Verbleib ihrer Absolventen und Absolventinnen. Im Juni 2011 kam – in Zusammenarbeit mit dem Institut ism aus Mainz – erstmals eine Befragung aller Werkrealschüler und -schülerinnen zu ihrer Berufsorientierung/Berufswegeplanung hinzu. Die Daten gehen in den Teilbericht der neuen Berichterstattung zur Weinheimer Bildungskette ein, die nun schrittweise vorgelegt wird. Unterstützt vom ÜbMa-Büro erarbeiteten die beiden Jugendhilfe-Träger Job Central und Stadtjugendring 2010/2011 gemeinsam eine neue Dokumentationsdatenbank für die Jugendberufshilfe. Sie soll helfen, die Ergebnisse und Wirkungen der individuellen Beratungs- und Coachingarbeit besser zu reflektieren.
Zudem moderiert und berät das ÜbMa-Büro aktuell die Entwicklung eines Konzepts zur Selbstevaluierung der ehrenamtlichen Patenarbeit der Pateninitiative WUB. Es wird ein Weg gesucht, Grundzüge der Standards zur Evaluierung und Wirksamkeitsorientierung in der Bildungskette in angemessener Form im Rahmen von bürgerschaftlichem Engagement umzusetzen. Dabei soll die gute Tradition des gemeinsamen Reflektierens und Miteinander-/ Voneinander-Lernens von Paten und Fachkräften genutzt und verstärkt werden. Gerade weil die bürgerschaftlichen Beiträge in unserer Gesamtstrategie unverzichtbar sind, ist dieser Arbeitsprozess von besonderer Relevanz.

Öffentlichkeitsarbeit und überregionale Vernetzung:
Im Mai 2011 wurde eine Fachtagung zum Thema „Fachkräftebedarf decken und Ausbildungschancen für Jugendliche verbessern: Was können Schule und Wirtschaft gemeinsam dafür tun? Durchgeführt. Die Veranstaltung wurde von Oberbürgermeister Heiner Bernhard eröffnet. Die Impulsvorträge von Jürgen, Mohrhardt von der IHK Rhein-Neckar Mannheim und von Gerhard Gölz vom Staatlichen Schulamt Mannheim fanden große Resonanz.
Außerdem informierte eine Reihe von Fachbeiträgen über den aktuellen Entwicklungsstand des Übergangsmanagements innerhalb und außerhalb des Programms „Perspektive Berufsabschluss“. Die regionale Pressearbeit wird vom Pressereferenten der Stadt Weinheim tatkräftig unterstützt und erscheint in Auszügen auch auf der städtischen Homepage und im weinheim-blog.

Lokale Gesamtstrategie und Verantwortungsgemeinschaft:

Die Berufsintegrationskommission Weinheim, ein Expertengremium unter Vorsitz des Oberbürgermeisters, berät die Stadt und stimmt die Grundstrategien mit den Netzwerkpartnern ab. Themen waren zuletzt: Sprachförderung und Elternbeteiligung an Hauptschulen; Kooperationsformen Schule-Betrieb; die neue Schulform Werkrealschule und Verbesserungen bei der Berufsvorbereitung. – Ein Meilenstein in der Entwicklung des lokalen Strategiemodells „Weinheimer Bildungskette“  war der 1. Fachtag Weinheimer Bildungskette im Mai 2010. Fast 100 Führungskräfte aus Schulen, Kitas, Kinder- und Jugendhilfe, Stadtverwaltung, Schulamt, der ehrenamtlichen Patenarbeit, Verbänden, Agentur für Arbeit, Kammern, Betrieben, Stiftungen und Mitglieder aller Gemeinderatsfraktionen diskutierten Stand und Perspektive der Bildungskette. Hier wurde die lokale Verantwortungsgemeinschaft lebendig! Die Teilnehmer/innen verständigten sich auf sechs Schlüsselprozesse, die gemeinsam mit Priorität entwickelt werden: Eltern/ Familien aktiv beteiligen, Sprachkompetenz fördern, Lernwege individuell gestalten und begleiten, auf Ausbildung und Beruf vorbereiten, Kinder/Jugendliche engagieren sich und lernen voneinander. Ziel der Bildungskette ist die individuelle Förderung des einzelnen Kindes bzw. des Jugendlichen durch gute Zusammenarbeit wichtiger Akteure in allen relevanten Lebensbereichen: Kita/Schule, Familie/Elternhaus, Jugendarbeit/Jugendberufshilfe, Arbeitswelt. Die Förderangebote und Projekte der Biografie begleitenden Förderkette konzentrieren sich auf die erfolgreiche Bewältigung der kritischen bildungsbiografischen Übergänge zwischen Familie-Kita, Kita-Grundschule, Grundschule–Sek.I und Sek.I–Berufsausbildung. Alle RÜM-Aktivitäten sind Teil der Bildungskette. Die kommunale Koordinierungsstelle Übergangsmanagement Schule-Beruf steuert und entwickelt die Gesamtstrategie in ihren Themenfeldern. Zum Fachtag wurde die umfangreiche Broschüre Weinheimer Bildungskette 2010 präsentiert; downlowd unter www.uebma-weinheim.de   

Schulische Berufsvorbereitung/Berufswegeplanung und Kooperationen Schule–Wirtschaft:

Die Berufsvorbereitung und die Berufswegeplanung der Schüler/innen soll praktischer,  arbeitsweltnäher und individueller begleitet werden, dazu wurden Betriebspraktika an Hauptschulen/Werkrealschulen und berufsvorbereitenden Schulen intensiviert und systematischer in den Prozess der Berufswegeplanung eingebunden. Hauptschulen haben ihre Zusammenarbeit, unterstützt von Kammern, der Metropolregion Rhein-Neckar und dem kommunalen Übergangsmanagement, mit einer Vielzahl von Unternehmen deutlich vertieft. Zahlreiche „Bildungspartnerschaften“ sind vereinbart und werden nun erprobt. - Die neue Veranstaltungsreihe „Azubis informieren Schüler/innen“ bringt engagierte und erfolgreiche Azubis, die selbst Hauptschüler/innen waren, mit solchen ins Gespräch darüber, wie der Einstieg in eine Ausbildung trotz schwieriger Schulkarriere und „krummer“ Berufsfindungsbiografie gelingen kann. Peers geben dabei sehr authentisch wertvolle Erfahrungen auf Augenhöhe weiter. Betriebe stellen ihre Azubis dafür gerne frei. – Mittels einer Betriebsdatenbank bei der regionalen Jugenberufshilfe sammeln, pflegen und kommunizieren die Netzwerkpartner gemeinsam ihr Wissen um freie Ausbildungsstellen, Kontaktdaten von Betrieben, Anforderungen an Ausbildungsbewerber etc.

Elternbeteiligung, Eltern als Partner in Schule und Berufsvorbereitung:

Auf der Basis von guten Erfahrungen mit Elternbeteiligung in Weinheimer Kitas und Grundschulen sowie eines Experten-Gutachtens werden mit und an Hauptschulen Angebote erprobt, die die Förderung von Sprachkompetenz, eine frühe Berufsorientierung und Elternbeteiligung erstmals verbinden. Seit wenigen Monaten hat jede Hauptschule – dank Mitteln aus einem Landesprogramm – zudem eine Elternbegleiterin, die als Kommunikationsbrücke zwischen Migrantenfamilien und Schule fungiert. Sie sollen türkischen Schulabgänger/innen dank der Unterstützung ihrer Familien den Weg in eine Berufsausbildung ebenen. Schule, kommunale Jugendberufshilfe, Berufsberatung, ehrenamtlichen Paten und türkische Migrantenorganisationen haben verabredet, dafür eng zusammen zu arbeiten.

Wirksamkeitsorientierung und Übergangsmonitoring:

Jährlich werden von der kommunalen Koordinierungsstelle bei den Schulen in einer „Schulabgängerbefragung“ Grunddaten zum Verbleib der Absolvent/innen der Region erhoben. Unterstützt von der kommunalen Koordinierung erarbeiten die beiden Träger der Jugendberufshilfe aktuell gemeinsam eine neue Dokumentations- und Evaluierungssoftware für ihre Beratungs- und Coachingarbeit. Sie soll später ebenfalls Daten für ein Übergangsmonitoring Schule-Beruf liefern. In der 2. Jahreshälfte beginnt die Konzeptentwicklungen für einen ersten kommunalen Bildungsbericht, in den dann die Berichterstattung zum Übergang Schule-Beruf (Berufsintegrationsbericht), der Schulentwicklungsplan und Daten aus den frühen biografischen Phasen der Weinheimer Bildungskette eingehen sollen.

Öffentlichkeitsarbeit und überregionale Vernetzung:

Der aktuelle Entwicklungsstand des Regionalen Übergangsmanagements ist inzwischen in zahlreichen Fachveröffentlichungen innerhalb und außerhalb des bmbf-Programms sowie durch kontinuierliche Pressearbeit gut dokumentiert. – Das Weinheimer ÜbMa pflegt den Erfahrungsaustausch und die Vernetzung mit anderen bildungs- und integrationspolitisch aktiven Städten und Landkreisen im Rahmen der interkommunalen Arbeitsgemeinschaft "Weinheimer Initiative – Lokale Verantwortung für Bildung und Ausbildung“ (siehe http://www.weinheimer-initiative.de/).

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

 
Förderung
Durchführung