Mainz
ÜSB - Übergang Schule-Beruf, Stadt Mainz, Rheinland-Pfalz, Förderlaufzeit: 01.05.2008-31.03.2012


Kontakt

Horst Maus
Arbeitsmarktförderung im Büro OB der
Landeshauptstadt Mainz
Rathaus
Jockel-Fuchs-Platz 1
55116 Mainz

Tel.: 06131-12 36 33
Fax: 06131-12 36 37
E-Mail: horst.maus@stadt.mainz.de

http://www.uesb-mainz.de/


Die kreisfreie rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz hat rund 200.000 Einwohner, darunter ca. 95.500 (48 Prozent) sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Stand 2006). „Passausländer“ haben einen Anteil von knapp 16 Prozent. Im gesamten Agenturbezirk Mainz waren im Mai 2008 17.141 Menschen arbeitslos gemeldet, darunter 1.727 (10,1 Prozent) Jüngere unter 25 Jahren, und 3.701 (21,6 Prozent) Ausländer. Von den 8.367 bei der Hauptagentur Mainz gemeldeten Arbeitslosen entfielen 2.706 (32 Prozent) auf den Rechtskreis SGB III und 5.661 (68 Prozent) auf den Rechtskreis des SGB II.

Die Beschäftigungs- und Arbeitsmarktförderung im Büro des Oberbürgermeisters koordiniert in Zusammenarbeit mit dem Sozialdezernat das Netzwerk Forum Pro Ausbildung, ein seit 1999 institutionalisierter, wenngleich informeller Zusammenschluss der lokal und regional am Ausbildungsmarkt aktiven Akteure. Im Forum Pro Ausbildung engagieren sich die allgemein- und berufsbildenden Schulen, die Kammern, die Arbeitsagentur, das Job-Center, die mit der Thematik befassten Landesministerien (Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Ministerium für Bildung, Weiterbildung, Jugend und Kultur), die Kirchen, der DGB und Einzelgewerkschaften, Sozialverbände, der Ausländerbeirat, die Jugendmigrationsdienste, verschiedene Migrantenselbstorganisationen, die Bildungsträger und Träger einschlägiger Programme wie Kompetenzagenturen, Job-Füxe, Jugend-Scouts sowie Mitglieder des Stadtrates. Die Beschäftigungs- und Arbeitsmarktförderung versteht sich dabei als Impulsgeber und Katalysator eines Optimierungsprozesses, der auf die Verbesserung der Kooperations- und Kommunikationskultur im Netzwerk im Interesse der zielgruppenrelevanten Beratung junger Menschen abzielt.

Die Jugendberufsagentur Mainz hat nach zweieinhalbjährigen Vorbereitungen und Verhandlungen am 7. Januar 2008 ihre Arbeit aufgenommen und stellt derzeit bundesweit das erste Modell zur räumlichen und fachlichen Zusammenführung der Beratungsleistungen nach den Rechtskreisen des SGB II, III und VIII für die Zielgruppe der unter 25-jährigen dar. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der U-25-Teams von Agentur für Arbeit und Job-Center für Arbeitsmarktintegration arbeiten unter einem Dach, dem der Mainzer Agentur für Arbeit, mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Mainzer Jugendamts zusammen.

Ziel des Regionalen Übergangsmanagement ist die nachhaltige Verbesserung der Chancen benachteiligter junger Menschen auf Teilhabe an Bildung, Ausbildung und Berufsleben. Im Vordergrund steht dabei die gezielte Förderung und Berufsorientierung gerade der Jugendlichen mit geringeren Möglichkeiten am Ausbildungsmarkt zum Beispiel Hauptschülerinnen und -schüler mit und ohne Abschluss und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Darüber hinaus soll mit den lokalen Akteuren eine Steigerung der Effektivität, der Übersichtlichkeit und der Qualität der Instrumente im Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf erreicht werden.

Es soll eine Zwei-Ebenen-Struktur, strategisch und operativ, mit den relevanten Akteuren der Schulen und des Ausbildungsmarktes geschaffen werden. Die Steuerungsebene erarbeitet ein Handlungskonzept, das die operative Ebene umsetzt beziehungsweise weiterentwickelt und bewertet Vorschläge aus der Praxis. Nach der systematischen Erfassung der Bedarfe sollen auch innovative Modelle zur beruflichen Orientierung erprobt werden. Das verfügbare Spektrum von Förder- und Unterstützungsangeboten soll prozesshaft so systematisiert werden, dass Übergänge von der Schule in den Ausbildungsmarkt noch besser gelingen.

Ergebnisse

Die zunächst für Mainz entwickelte Online-Projektdatenbank auf der Homepage www.uesb-mainz.de wurde um die Angebote des Landkreises Mainz-Bingen erweitert. Um die Aktualität der Daten von eingetragenen Projekten zu gewährleisten, aktualisieren die Netzwerkpartner ihre Profile eigenständig. Neue Projekte werden in die Datenbank aufgenommen, um einen nahezu tagesaktuellen Überblick über die Angebote des Übergangs Schule-Beruf in der Region zu bieten. Damit ist eine Hauptforderung der Beteiligten nach mehr Transparenz im Übergangssystem erfüllt worden.
Ergänzend bietet das Tool „Übergangsmöglichkeiten nach Schulabschluss“ Interessierten, vom individuellen Schulabschluss ausgehend, Informationen über entsprechende Maßnahmen, Schulen, Fördermöglichkeiten.

Unter dem Namen „E³ – Erleben, Experimentieren, Erfahren“ startete nach den Herbstferien 2010 das aus ÜSB-Mitteln finanzierte Projekt „Modellhafte Erprobung einer frühzeitigen Berufsorientierung an der Realschule plus Mainz-Gonsenheim“ für Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen.

Bereits 2009 wurde die Praktikumszeitendatenbank zur Entzerrung der Praktikumstermine thematisiert. Anfang des Jahres 2010 erfolgte die Einbindung auf der Internetpräsenz des Projektes. Zum letzten Quartal 2010 wurde diese um den „Praxistag“ ergänzt. Somit besteht die Möglichkeit für Schulen der Stadt Mainz und des Landkreises Mainz-Bingen, Blockpraktika und geplante Praxistage selbstständig einzutragen.
In finanzieller Kooperation zwischen Boehringer Ingelheim und Schott Mainz, mit dem Bildungsministerium RLP und dem Projekt ÜSB wurde damit ein insbesondere von Arbeitgeberseite gewünschtes Instrument geschaffen.

In regelmäßigen Abständen wurde ein Elternbrief in Kooperation mit der Berufsberatung der Jugendberufsagentur in Mainz veröffentlicht. Die Themen: Eltern im Berufswahlprozess, die Bedeutung von Betriebspraktika und Bewerbungstraining, Berufswahlphasen, Informationen zu Schulpflicht und Bewerbungsfristen, regionale Berufsinformations- und Ausbildungsmessen, das neue Internetportal „Praktikumsbörse Rheinhessen“.

In Ergänzung hat ÜSB einen Flyer zum Thema „Wie unterstütze ich mein Kind auf dem Weg in den Beruf?- Tipps und Hinweise für Eltern in deutscher, türkischer und arabischer Sprache“ erstellt.

In sieben Fachtagungen im Rathaus wurden zahlreiche übergangsrelevante Themen behandelt. Von der „Schulverweigerung“ über die Frage „Wie können Eltern ihr Kind bei der Berufsorientierung unterstützen?“ bis zu den „Auswirkungen des demografischen Wandels auf das regionale Übergangssystem Schule-Beruf" spannte sich der Themenbogen unter Beteiligung der interessierten Fachöffentlichkeit der Region.

Ende 2011 haben sich mehr als 30 der bisherigen Partner in einer Kooperationsvereinbarung auf eine Weiterführung der Zusammenarbeit in Koordination durch die Arbeitsmarktförderung über das Ende der Projektförderung hinaus verständigt. Die Optimierung des regionalen Übergangs bleibt damit verbindliche Daueraufgabe der relevanten Akteure.

 

Im Mai 2008 ist das Projekt „ÜSB … den Anschluss finden“ gestartet und bereits jetzt, nach 3 ½ Jahren der bis Ende März 2012 befristeten Laufzeit, ziehen die Beteiligten eine positive Bilanz.

 

In Mainz sind mit dem rheinland-pfälzischen Bildungs- und dem Arbeitsministerium, dem Job-Center Mainz und der Agentur für Arbeit, den Kammern und der Kreishandwerkerschaft, dem DGB, großen Arbeitgebern wie z. B. dem ZDF u.a.m. insgesamt mehr als 45 Institutionen, Organisationen und Bildungsträger im Projekt vertreten. Koordiniert wird „ÜSB … den Anschluss finden“ von der städtischen Arbeitsmarktförderung im Büro OB in Kooperation mit der städtischen Tochtergesellschaft SPAZ GmbH.

 

„In den vergangenen 3 ½ Jahren haben die Akteure in der Steuerungsgruppe und in den Arbeitsgruppen wichtige Akzente bei der Optimierung des Übergangs gesetzt und mehr Transparenz in die bisher unübersichtliche Übergangslandschaft gebracht“, beurteilt Projektleiter Horst Maus die bisherige Arbeit positiv. Zu diesen Akzenten gehöre nicht nur die Definition der Themenfelder, in denen die Akteure des regionalen Übergangs eine Optimierung sehen, sondern auch die sukzessive praktische Umsetzung der notwendigen Optimierungsschritte.

Im März fand auf Vermittlung von „ÜSB … den Anschluss finden“ ein Berufsfindungsworkshop in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft Mainz-Bingen an der Gustav-Stresemann-Wirtschaftsschule in Mainz statt. Zehn ausgewählte Handwerksbetriebe in unterschiedlichen Berufsfeldern sowie die Stadt Mainz stellten sich mit ihren Ausbildungsmöglichkeiten vor. Im Dialog mit der Schülerschaft warben die Handwerksbetriebe für ihre qualifizierten Ausbildungsmöglichkeiten, um dem drohenden Fachkräftemangel offensiv zu begegnen. Weitere Workshops in dieser Form sind geplant.

 

Auf der Internetseite www.uesb-mainz.de wurde im April 2010 in Kooperation mit Boehringer Ingelheim und Schott Mainz sowie dem rhl.-pf. Bildungsministerium eine Praktikumszeitendatenbank eingerichtet. Diese bietet eine Übersicht über die Zeitpunkte der geplanten Praktika an den Schulen in Mainz und im Umland. Sowohl Schulen als auch Betriebe haben somit die Möglichkeit, die Praktikumszeiten zu planen und Stosszeiten zu entzerren.

 

Auf der operativen Ebene der Organisationsstruktur des Regionalen Übergangsmanagements Mainz erfolgte eine Zusammenlegung der Arbeitsgruppen Analyse und Konkrete Schritte. Die Arbeitsgruppen Schule und Konkrete Schritte führen ihre erfolgreiche Arbeit weiter.

 

Für den 15. September 2010 ist die erste Akteurskonferenz Migrantenorganisationen anberaumt, ergänzt durch die Akteurskonferenz Schulelternbeiräte am 25. November 2010. Beide Akteurskonferenzen setzen sich thematisch mit einem neuen Schwerpunkt in der Zielsetzung von ÜSB Mainz auseinander, wie Eltern und vor allem auch Eltern mit Migrationshintergrund stärker in den Übergangsprozess ihrer Kinder von der Schule in den Beruf eingebunden werden können. In diesem Zusammenhang arbeitet ÜSB Mainz an einem Elternbrief mit den relevanten Akteuren wie z.B.  Berufsberatung und Schulen.  

 

In der Zwischenzeit wurden mit dem Netzwerk „Forum Pro Ausbildung“ zwei Fachtagungen durchgeführt:

„Jugendliche nicht ausbildungsfähig? – Betriebe nicht ausbildungswillig?“ (November 2009) und

„Alles Alpha oder was? Mädchen im Berufsfindungsprozess“ (Juni 2010).

Die geplante Fachtagung für den 10. November 2010 setzt sich mit dem Thema Elternarbeit auseinander.

 

In der Sitzung der Steuerungsgruppe am 24.02.2010 wurde beschlossen, auf der Basis des in den Arbeitsgruppen erstellten dreiphasigen „Modells einer frühzeitigeren Berufsorientierung“ den im Projekt ÜSB engagierten Trägern einen Kreativwettbewerb zur „Frühzeitigen Berufsorientierung an Mainzer Schulen“ anzubieten. Ab dem Schuljahr 2010/2011 wird ein Modellprojekt an einer Realschule plus beginnen, das auf altersangepasste Art das Thema Berufsorientierung bereits in der 5. Klasse beginnen wird. Im Zusammenwirken mit dem Bildungsministerium soll - sobald die ersten Erfahrungen vorliegen - dieses Modell als „Beispiel guter Praxis“ auch für andere Schulen nutzbar gemacht werden.

 

 

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

 
Förderung
Durchführung