Rheingau-Taunus-Kreis
Rheingau-Taunus-Kreis, Hessen, Förderlaufzeit: 01.05.2008-31.03.2012


Kontakt

Regionales Übergangsmanagement des Rheingau-Taunus-Kreises (FB II RÜM)
Heimbacherstr. 7
65307 Bad Schwalbach

 


Der Rheingau-Taunus-Kreis ist ein Großflächenkreis mit einer Gesamtfläche von etwa 811 km² und erstreckt sich auf die beiden Kreisteile Rheingau und Untertaunus. Die Wohnbevölkerung umfasst 185.000 Einwohnerinnen und Einwohner, der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung liegt bei 8,9 Prozent. Die Personengruppe der Spätaussiedlerinnen und -aussiedler ist dabei nicht berücksichtigt. Die Unternehmensstruktur im Rheingau-Taunus-Kreis ist mittelständisch geprägt und zeichnet sich durch eine hohe Branchenvielfalt aus. Das Kreisgebiet ist ein moderner Wirtschafts- und Arbeitsraum, die wirtschaftlichen Schwerpunkte sind unterschiedlich verteilt: Im Rheingau konzentrieren sich Weinanbau und Fremdenverkehr, im Untertaunus sind der Dienstleistungs- und gewerbliche Sektor stark ausgeprägt. Im aktuellen Berichtsmonat August 2008 liegt die Erwerbslosenquote im Rheingau-Taunus-Kreis bei 4,4 Prozent, für Jugendliche unter 25 Jahren weist die Agentur für Arbeit einen Wert von 4,9 Prozent aus. Des Weiteren ist von einer schwer zu präzisierenden Dunkelziffer von nicht gemeldeten Jugendlichen und jungen Erwachsenen auszugehen, die von den Bildungs-, Qualifizierungs- und Ausbildungsangeboten nicht erreicht werden.

Der Rheingau-Taunus-Kreis ist bestrebt, Entwicklung, Innovation und Kooperation auf den unterschiedlichsten Ebenen voranzutreiben und ist an vielen Stellen in die Netzwerkarbeit aktiv involviert. Bildung und Ausbildung sollen allen, auch bildungsfernen Bevölkerungsgruppen ermöglicht werden. Unter Berücksichtigung sozialer und wirtschaftlicher Herausforderungen durch den demografischer Wandel gewinnt die Zielaussage „Kein/e Jugendliche/r darf verloren gehen“ zusätzlich an Bedeutung.

Als Regieinstanz übernimmt das Übergangsmanagement die Aufgabe der Koordination und Steuerung des gesamten vorhandenen Angebots- und Beratungsspektrums im Landkreis, identifiziert Entwicklungs- und Innovationsbedarfe und führt beteiligte Akteure und bestehende Netzwerke zusammen. Dieses soll die Voraussetzungen schaffen, um Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit besonderem Förderbedarf den erfolgreichen Einstieg in die Berufs- und Arbeitswelt zu erleichtern. Der Verwirrung und der Überforderung angesichts zahlreich agierender Behörden, Träger und Einrichtungen mit einer Vielzahl an Maßnahmen und Angeboten kann so entgegengewirkt und den Bedarfen der Zielgruppe in verstärktem Maße angemessen und zielorientiert begegnet werden. Gender Mainstreaming und Cultural Mainstreaming sollen dabei als Querschnittsaufgabe berücksichtigt werden.

Die Aufgabenstellungen zum Aufbau einer kohärenten, abgestimmten Förderstruktur sind zahlreich und vielfältig angelegt. Die Koordinierungsstelle im Rheingau-Taunus-Kreis hat dazu Arbeitspakete identifiziert, die der inhaltlichen Ausrichtung und seiner Umsetzung den Rahmen geben. Als Grundlage zur weiteren Entwicklung dient eine umfassende Bestandsaufnahme der Akteure, ihrer Förderangebote sowie der formulierten Handlungs- und Entwicklungsbedarfe im Kreisgebiet. Thematische Zirkel befassen sich mit ausgewählten Themenkreisen, die sich aus den Entwicklungszielen, der Situationsanalyse und den Bedarfen ableiten lassen. Ein eigenes Arbeitspaket stellt der Schwerpunkt „Berufliche Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ dar. Zu den den Vorhabenprozess durchgängig begleitenden Arbeitspaketen zählen die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit und Transfer, Aufbau eines Netzwerkes der Unterstützungssysteme sowie das Feld der Mittelakquisition. Ein besonderes Augenmerk gehört der Einbindung von Politik und Wirtschaft, die in ihrer Funktion als steuernde Entscheidungsträger maßgeblich die Etablierung von Strukturen beeinflussen.

Ergebnisse

Die Koordinierungsstelle für den Übergang Schule-Beruf „Regionales Übergangsmanagement“ (RÜM) konnte ihre Tätigkeit auf der Basis bereits tragfähiger Strukturen und Netzwerke im Rheingau-Taunus-Kreis gründen.

Handlungsleitlinie für die RÜM-Aktivitäten war die Zielsetzung, Synergien zwischen relevanten Partnern im Bildungswesen am Übergang Schule-Beruf herzustellen und auszubauen, neue Partner zu gewinnen, durch Kooperation und sinnvolle Vernetzung abgestimmtes Handeln von Akteuren zu ermöglichen, damit zu verbesserter Qualifizierung von jungen Menschen beizutragen und eine effizientere und effektivere Planungs- und Organisationsgrundlage für Bildung und Ausbildung zu ermöglichen. RÜM ist dem Auftrag gefolgt und konnte in ausgewählten Feldern Leuchtturmakzente setzen.

„Für alle eine Chance – eine Region für ihre Jugend“, gemäß diesem Leitsatz hat RÜM unter Beteiligung von zahlreichen Akteuren und Partnern aus dem Jugend-, Bildungs-, Sozial- und Wirtschaftssektor Förderangebote, Unterstützungsleistungen, das Feld der Berufsorientierungsprozesse von Jugendlichen und die Vermittlung in Ausbildung und Beschäftigung in den Blick genommen und auf Entwicklungs- und Innovationsbedarfe, Netzwerkeinbindung und Transparenz im Angebotsspektrum hin überprüft.

Gemeldete Bedarfe von Partnern und Akteuren wurden nach Schwerpunktthemen zusammengefasst und mit den Vorgaben des BMBF-Programms abgeglichen. Daraus leitete die RÜM-Koordinierungsstelle zunächst fünf Tätigkeitsbereiche für die weitere Arbeit ab. Es gründeten sich dazu die Themenzirkel Gewinnung von Betrieben und Unternehmen, Berufliche Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund, Einbindung von Eltern, Gestaltung der Berufsfindung, Unterstützungsstrukturen zum Erwerb eines Schulabschlusses.

Die Arbeit in den Themenzirkeln gab eine erste Struktur vor, um das Feld der zu bearbeitenden Aufgaben durch kleine Segmente übersichtlich zu gestalten. Dies entsprach der Intention, Einrichtungen und Organisationen, Betriebe, Behörden, Stiftungen und Verbände sowie ehrenamtlich Tätige aus unterschiedlichen Wirkungskreisen sinnvoll und punktbezogen an den Stellen einzubinden, die für sie vorrangig von Bedeutung waren.

Umsetzungsprozesse

Im Verlauf des weiteren Projektgeschehens entwickelte sich die Themenzirkelstruktur weiter, inhaltliche Entwicklungen führten zu themenzirkelübergreifenden Verschränkungen, die Aktivitäten am Übergang Schule-Beruf verdichteten sich zu den Schwerpunkten Wirtschaft, Integration, Elternarbeit.

Im Zuge der demografischen Entwicklung durch die gesamtgesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderung zur „Fachkräftesicherung“ wie auch die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zum Thema „Inklusion“ haben die enge Kooperation mit der Wirtschaft, die Eingliederung von jungen Zuwanderinnen und Zuwanderern sowie die forcierte Einbindung von Eltern in den Berufswahlprozess ihrer Kinder zusätzliches Gewicht erhalten.

Die enge Zusammenarbeit mit der hessischen Landesstrategie OloV nahm ebenfalls Einfluss auf die strukturelle Weiterentwicklung in RÜM und die Platzierung von Themen am Übergang Schule-Beruf. RÜM hat in der OloV-Steuerungsgruppe und in den damit verbundenen Arbeitsgruppen mitgewirkt, RÜM hat des Weiteren in Abstimmung mit OloV die Moderation des OloV-Fachzirkels der Schulen im Rheingau-Taunus-Kreis übernommen.

RÜM hat mit der Durchführung einer Bestandsaufnahme, einer Schulbefragung, einer Recherche zu ehrenamtlichem Engagement und Patenschaften am Übergang Schule-Beruf die Basis für eine strukturierte Zusammenführung des Angebotsspektrums gelegt, das in das Konzept und die Produktion des Schülerkalenders mit Infos und Tipps rund um Schule und Beruf Eingang gefunden hat.

Der Aufbau eines Bildungsmonitorings wurde über die Einrichtung der Fachstelle Bildung mit dem Projekt „Lernen vor Ort“ ab September 2009 in Angriff genommen. Aufgrund der Heterogenität der Datenlage lässt sich das Übergangsgeschehen bisher nur schlaglichtartig erfassen: Es lassen sich die Rahmenbedingungen darstellen, die Auswirkungen auf das regionale Ausbildungsgeschehen haben – Entwicklung von Schülerzahlen, Ausbildungswanderung und Ausbildungspendeln – sowie die Entwicklung von Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt in den verschiedenen Branchen der Wirtschaft.

Die letzte Arbeitsphase der RÜM-Koordinierungsstelle war geprägt von Modellüberlegungen zur nachhaltigen Verankerung von Inhalten über die bis März 2012 geförderte Periode hinaus. Diesbezüglich wichtige Entwicklungen und Ergebnisse aus den Schwerpunktfeldern Wirtschaft, Integration und Elternarbeit sind unten dargestellt.

Das politische Geschehen im Kreis beeinflusste Planen und Wirken der RÜM-Aktivitäten. Die Landratswahl im Frühjahr 2011 hatte eine rot-grüne Koalition hervorgebracht, die im September 2011 zerbrach und Unsicherheiten für die Planungen zur weiteren Verstetigung nach sich zog.

Wichtige Ergebnisse – Auswahl

Gemeinsam mit den Kammern und der Kreishandwerkerschaft hat RÜM den Bildungspakt „Fachkräftesicherung“ initiiert. Im November 2011 wurde er im Rahmen der Jahrestagung des Bündnisses für den Mittelstand vom Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises, dem Präsidenten der Handwerkskammer, der stellvertretenden IHK-Präsidentin sowie der Kreishandwerksmeistervertretung unterzeichnet. Die Federführung zur Entwicklung einer Umsetzungsstrategie obliegt dem Bündnis für den Mittelstand.

Für den Dialog zwischen Wirtschaft und Eltern hat sich die RÜM-Koordinierungsstelle auf unterschiedlichen Ebenen eingesetzt und konkrete Ideen der Zusammenarbeit entwickelt. Ein Dialogforum zwischen Eltern und Wirtschaft ist auf den Weg gebracht, mit Ende der RÜM-Förderperiode wird der Kreiselternbeirat die Zusammenarbeit verantwortlich koordinieren. Weitere gemeinsame Projekte sind bereits in der konkreten Planung.

Die Zusammenarbeit zwischen RÜM und der Fachstelle Bildung („Lernen vor Ort“) hat sich sehr intensiviert. RÜM war in die Planung und Durchführung der 2. Bildungskonferenz im September 2011 mit eingebunden, ebenso erfolgten enge Abstimmungen zu Fragen und Aktionen rund um das Bildungsgeschehen im Feld der Integration von Menschen mit Zuwanderungshintergrund.

Die enge Kooperation mündete in die Durchführung einer gemeinsamen Veranstaltung unter Beteiligung des Büros für Gleichstellungsfragen und Frauenangelegenheiten im Januar 2012. Die Gleichstellungsbeauftragte ist derzeit die kommissarische Ansprechpartnerin für das Thema „Integration“. Das BildungsForum „Kulturelle Vielfalt - Vor(ur)teile im Miteinander“ richtete den Blick auf den alltäglichen Umgang mit kultureller Vielfalt im Bildungs- und Sozialsystem. Integrationslotsinnen und -lotsen waren in die Umsetzung der Veranstaltung aktiv einbezogen.

Mit der Durchführung von Informations- und Beratungsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit den Türkisch-Islamischen Gemeinden in Idstein und Bad Schwalbach und unter Beteiligung des Jobcenters, der Bundesagentur für Arbeit, der Fachstelle Jugendberufshilfe, der Kompetenzagentur sowie von Vertretern der Beruflichen Schulen Untertaunus konnte die RÜM-Koordinierungsstelle Migrantenselbstorganisationen bereits früh erfolgreich einbinden.

Zur Aktivierung auch weiterer Migrantenselbstorganisationen hat RÜM wertvolle Unterstützung durch die gemeinnützige Gesellschaft für Interkulturelle Bildungs- und Beratungsangebote mbH „MOZAIK“ erhalten, die das programmübergreifende Begleitprojekt „Mit MigrantInnen für MigrantInnen“ durchführt. Die Zusammenarbeit mündete in die Durchführung zweier Informationsveranstaltungen, zum einen für Netzwerkpartner, zum anderen für die Migrantenselbstorganisationen, die der Präsentation des MOZAIK-Konzeptes gewidmet waren.

Perspektivisch stellt die Intensivierung des Kontaktes zu den Migrantenselbstorganisationen mit dem Bemühen, die Benennung von Bildungsbeauftragten zu erreichen und die Präsenz der Migrantenselbstorganisationen im Bildungsnetzwerk des Rheingau-Taunus-Kreises zu gewährleisten, ein wichtiges Arbeitsfeld dar. Der Anlaufstelle für das Thema „Integration“ im Rheingau-Taunus-Kreis kommt hierbei eine wesentliche Rolle zu.

Am 29. Februar 2012 führte die RÜM-Koordinierungsstelle ihre letzte große Netzwerktagung durch. Der Tagungstitel „Der Auftakt zur Fortsetzung – Rückblick, Übergänge, Meilensteine – gemeinsam geht es weiter“ lässt erkennen, dass die Fortführung und Verankerung von RÜM-Inhalten gesichert ist. Unter Beteiligung zahlreicher Netzwerkpartner hat RÜM die geleistete Arbeit in Auszügen einem breiten Fachpublikum vorstellen können.

Verstetigung

RÜM hat Themen in den Fokus des Interesses gebracht, die am Übergang Schule-Beruf von Bedeutung sind und im Zuge des demografischen Wandels, der Nachwuchssicherung und im Sinne der Schaffung von Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit zusätzlich an Bedeutung gewonnen haben.

Die Fortführung der Aufgaben am Übergang Schule-Beruf erfolgt in ausgewählten Feldern des Spektrums Wirtschaft – Integration – Eltern. Die Fachstelle Bildung wirkt am Übergang Schule-Beruf in strategisch-steuernder Funktion weiter und integriert das Aktionsfeld in die Gesamtbildungsstrategie des Rheingau-Taunus-Kreises.

Zur Bearbeitung und Umsetzung der anstehenden Aufgaben werden kreisintern inhaltliche Verknüpfungen mit dem Bündnis für den Mittelstand, der Anlaufstelle für das Thema „Integration“ und dem Kreiselternbeirat gebildet.

 

Die Tätigkeit der RÜM-Koordinierungsstelle war mit der zweiten Hälfte des Jahres 2010 und in 2011 durch politisches Geschehen beeinflusst. Landratswahlkampf, Wahl, Stichwahl als auch die nachfolgenden Koalitionsverhandlungen bis hin zum Koalitionsvertrag standen im Mittelpunkt des Kreisgeschehens.

 

Die Auseinandersetzung mit der nachhaltigen Verankerung und Verstetigung angestoßener und initiierter Aufgaben durch RÜM haben im Rahmen der Koordinierungsstelle mit der Halbzeit des Projekts in 2010 verstärkten Gedankenspielraum eingenommen.

 

Die bereits existenten Bildungsnetzstrukturen haben sich durch die Arbeitsansätze des RÜM qualitativ weiterentwickelt, Beziehungsgefüge innerhalb der Netzwerkstrukturen haben sich intensiviert und verdichtet.

 

Beispiele für umgesetzte Aktivitäten

 

 

Das RÜM im Rheingau-Taunus-Kreis hat ein Konzept entwickelt, das Sprach- und Lernförderung nach motivationspädagogischem Ansatz umsetzt, gekoppelt mit Einheiten zur Berufsorientierung. Das Konzept sieht des Weiteren vor, regionale Unternehmen in Förderpatenschaften einzubinden und den Jugendlichen Einblick in ihre Betriebe zu ermöglichen.

 

Eine Abwandlung dazu bildete das Kooperationsprojekt „Prüfungscoaching durch Schule ergänzende Sprach- und Lernförderung“ zwischen den Beruflichen Schulen Untertaunus und dem Lernzentrum „Learning by doing“ des ASB, das mit Beginn des Schulhalbjahres 2010/2011 als Pilot umgesetzt werden konnte: Jugendliche der 11. Fachschulklassen (mit und ohne Migrationsgeschichte), deren Abschluss gefährdet  war,  konnten an einem speziellen Prüfungscoaching teilnehmen, das Training führte zu einer Leistungsverbesserung besonders im Fach Deutsch. 4 der 5 Teilnehmer-/innen konnten die Schule erfolgreich abschließen.

 

Im Rahmen von Mittelakquisition verfolgt RÜM das Ziel, Gelder für die Finanzierung von schulergänzenden Sprachförderangeboten zu akquirieren bzw. bei der Akquirierung behilflich zu sein. Dazu ist u. a. mit dem Lions Club Verbindung aufgenommen worden.

 

In der Türkisch-Islamischen Gemeinde Bad Schwalbach hat eine weitere Informationsveranstaltung für Jugendliche und Eltern stattgefunden.

 

RÜM hat Kontakte zu Integrationslotsenden aufgebaut, die im Rahmen des Projektes „Lernen vor Ort“ und in anderem Bezugsrahmen ausgebildet worden sind und als Brücke für den Kontakt in die Migrantenorganisationen fungieren können. RÜM hat die Integrationslotsenden mit einem Informationsangebot bereits an seinem Stand auf der Ausbildungsmesse in Wiesbaden mit einbeziehen können.

 

Ein großes Themenfeld bildet der Dialog mit der Wirtschaft. Vor dem Hintergrund der demographischen Herausforderung „Fachkräftesicherung“ hat RÜM zahlreiche Aktivitäten angestoßen und umgesetzt. Im November 2010 konnte das Forum „Fachkräftesicherung und Ausbildungsperspektiven im Rheingau – Gewerbetreibende stellen sich den Herausforderungen“ mit dem Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises, Vorsitzenden und stv. Vorsitzenden der Rheingauer Gewerbevereine sowie der Wirtschaftsförderung des Kreises initiiert und umgesetzt werden.

 

Gemeinsam mit der Handwerkskammer Wiesbaden wurde die Informationsveranstaltung „Ohne Nachwuchs keine Zukunft“ für Betriebe und Bildungspartner im November 2010 durchgeführt.

 

Die Präsenz auf Gewerbemessen (Taunussteiner Industrie- und Gewerbeausstellung, Tage der Wirtschaft Idsteiner Land im September 2010, Leistungsschau Oestrich-Winkel April 2011 sowie Ausbildungsmesse Wiesbaden im Juni 2011) wird gezielt verfolgt, sie dient dem Aufbau von Kontakten zu Betrieben und Unternehmen, Eltern, Multiplikator/-innen und Jugendlichen.

Mit den Kammern und der Kreishandwerkerschaft ist der Blick auf einen Bildungspakt zur Fachkräftesicherung gerichtet, weiterhin steht in der Konkretion die Entwicklung eines gemeinsamen Konzeptes zur Einbindung von Eltern in allen Fragen rund um die Berufsbildung ihrer Kinder.

 

Im Rahmen des RÜM-Arbeitskreises „Wirtschaft - Bildung“ stehen im Themenspeicher die Durchführung von Speed-Dating-Veranstaltungen an Schulen zu bestimmten Berufsbranchen als auch die Idee der Konzeptionierung einer Lernwerkstatt (an Schule).

 

Für die Zielgruppe der Förderschülerinnen und -schüler wurde im April 2011 in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft, den Kammern und der Agentur für Arbeit ein Fachtag „Berufe zum Anfassen“ in Wiesbaden durchgeführt, dem Verein „Barrierefrei starten e.V.“ oblag dazu die Federführung.

 

Das Projekt „FuN“ (Familie und Nachbarschaft) zur Einbeziehung von Eltern, die in der Regel schwer erreicht werden, konnte unter Beteiligung dreier Schulstandorte (St.-Vincenzstift Aulhausen gemeinsam mit Hildegardisschule in Rüdesheim, Reformschule Oestrich-Winkel, IGS Wallrabenstein in Hünstetten) auf den Weg gebracht werden: Eine Fortbildungswerkstatt zur Qualifizierung eines Trainerteams von 12 Personen wurde durchgeführt, die Umsetzung Trainingseinheiten mit Eltern, Jugendlichen und Schule hat an zwei Schulen bereits erfolgreich stattgefunden, Supervisionsveranstaltungen haben sich angeschlossen. Die Finanzierung wurde in Kooperation mit den Präventionsräten Unterer und Oberer Rheingau, der Stadt Idstein sowie aus OloV-Mitteln sichergestellt.

 

Auf der jährlichen Ausbildungsmesse in Wiesbaden für die Region Wiesbaden/Rheingau-Taunus ist RÜM kontinuierlich vertreten. Im Juni 2011 wurde am Stand des RÜM ein Elterntreff eingerichtet, der Eltern als Anlaufstelle diente, um sich auszutauschen und zum Thema Ausbildung und Berufswahl mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen. Die Ausbildungsmesse Wiesbaden stellt für Eltern ein interessantes Forum mit zahlreichen Informationen rund um das Feld „Berufsorientierung und Berufswahlentscheidung“ dar.

 

Die Zusammenarbeit mit OloV hat sich intensiviert. So ist RÜM in den OloV-Fachzirkel der Förderschulen wie auch in den OloV-Fachzirkel der Schulkoordinator/-innen Berufsorientierung eingebunden. Der RÜM-Themenzirkel „Einbindung von Eltern“ hat sich mit der OloV-Arbeitsgruppe „Elternarbeit“ zusammengetan. Im Bereich der Übergangsberichterstattung auf datenbasierter Grundlage für Wiesbaden und den Rheingau-Taunus-Kreis hat sich eine enge Zusammenarbeit mit OloV und Lernen vor Ort im Rheingau-Taunus-Kreis entwickelt.

 

Weitere Verknüpfungen zwischen RÜM und Lernen vor Ort finden sich an den Schnittstellen „Integration“ und „Ehrenamtliches Engagement“. Im Fokus des RÜM steht die Durchführung einer Veranstaltung zum Thema „Integration“. Ein solches Format ist ebenso von Lernen vor Ort anvisiert. Daher ist die Umsetzung einer gemeinsamen Veranstaltung angestrebt.

 

Für die Entwicklung einer kohärenten Gesamtbildungsstrategie für den Rheingau-Taunus-Kreis und orientiert am Programmziel „Lebenslanges Lernen“ ist die gemeinsame Arbeit aller relevanten Partner an den Bildungs-Übergängen eines Menschen (Kindergarten-Grundschule, Schule-Beruf, Ende Erwerbsphase-nachberufliche Lebensphase) von grundlegender Bedeutung. RÜM ist als Koordinierungsstelle für den Übergang Schule-Beruf in die zweite Bildungskonferenz des Projektes  „Lernen vor Ort“ in die Vorbereitung und Ausrichtung der Veranstaltung mit eingebunden.

 

Die RÜM-Koordinierungsstelle im Rheingau-Taunus-Kreis hat bis Juli 2010 umfangreiche Aktivitäten umgesetzt und Fundamente in den Bereichen Gewinnung von Betrieben und Unternehmen zur Bereitstellung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen, Integration von jungen Zuwander/-innen, Einbindung von Eltern, Gestaltung der Berufsfindung sowie Unterstützungsstrukturen zum Erwerb eines Schulabschlusses legen können.

 

RÜM ist aktiv in die Steuerungsgruppe „Bündnisse und Projekte“ des Kreises eingebunden, die einberufen wird durch den persönlichen Referenten des Landrates sowie das Büro der Kreisorgane. Teilnehmende im Steuerkreis sind Vertreterinnen und Vertreter aus allen Projekten und Bündnissen, die der Kreis selbst durchführt und/oder in die er mitverantwortlich involviert ist. Die Steuerungsgruppe tagt im zweimonatlichen Turnus.

 

Die Abstimmungsgespräche mit der politischen Ebene werden durch die Fachbereichsleitung „Arbeit, Jugend und Soziales“ im Auftrag des Landrates als zuständigem Dezernenten wahrgenommen und finden vierteljährlich statt.

 

Für den Aufbau von abgestimmten Strukturen im Netzwerk der Bildungsaktiven ist die RÜM-Koordinierungsstelle in zahlreiche Gremien und Arbeitsgruppen von Partnern und Akteuren eingebunden, die zu den o. a. Themenbereichen arbeiten, Verknüpfungen bieten oder zu einer qualitativen Weiterentwicklung des Übergangssystems beitragen.

 

In den Schnittstellenbereichen zur Hessischen Landesstrategie „OloV – Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen in Hessen“ findet kontinuierliche und enge Abstimmung mit den lokalen OloV-Akteuren statt. Auf Landesebene werden zweimal jährlich Zusammentreffen zwischen dem Hessischen Kultusministerium, dem Hessischen Wirtschaftsministerium und den hessischen RÜM-Standorten durchgeführt.

 

Beispiele für umgesetzte Aktivitäten

 

 

 

RÜM hat in enger Zusammenarbeit mit zwei Türkisch-Islamischen Gemeinden und unter Beteiligung der relevanten Bildungsberatungseinrichtungen im Kreis Informations- und Beratungsveranstaltungen für junge Zuwander/-innen durchgeführt, die großes Interesse hervorgerufen haben. Für die Eltern der Jugendlichen sind gesonderte Informationsabende ins Auge gefasst. Eine weitere Türkisch-Islamische Gemeinde hat ihr Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet.

 

Die Koordinierungsstelle hat mehrfach Partner und Akteure bei der Suche nach Finanzierungsquellen für Angebote im Integrations- und Sprachförderungsbereich unterstützt. In diesem Zusammenhang wurde der Kontakt mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge intensiviert.

 

Die Vernetzung mit Akteuren im Feld der Integration von Zuwander/-innen wird forciert vorangetrieben. Enge Kooperationen dazu finden sich mit dem Projekt „Lernen vor Ort“, der Gleichstellungsbeauftragten des Rheingau-Taunus-Kreises, dem Arbeitskreis Häusliche Gewalt, der Integrationsbeauftragten des Rheingau-Taunus-Kreises sowie weiteren Partnern. Zur Planung und Umsetzung anvisierter Ideen für die berufliche Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist beabsichtigt, Partnerschaften mit der Wirtschaft aufzubauen.

 

In Abstimmung mit OloV, der Agentur für Arbeit, der Handwerkskammer Wiesbaden, der JobCenter im Rheingau-Taunus-Kreis, des Staatlichen Schulamtes, der Integrierten Gesamtschule Obere Aar sowie des Jobnavi Wiesbaden wurde ein Flyer für Betriebe mit Informationen rund um das Thema „Praktikum“ entwickelt. Des Weiteren wurde ein Branchentag mit Betrieben aus der Nahrungsmittelbranche gemeinsam geplant und durchgeführt, die Finanzierung erfolgte jeweils aus OloV-Mitteln.

 

Zum Thema „Wege der Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Bildungeinrichtungen“ hat sich im Rahmen der zweiten Netzwerktagung des RÜM ein Arbeitskreis aus Betrieben und Bildungseinrichtungen gegründet, der Ideen und Umsetzungswege für eine gelungene Zusammenarbeit entwickelt.

 

Die Kontakte zur Wirtschaft (Kammern, Kreishandwerkerschaft, Gewerbevereine, freie Zusammenschlüsse von Betrieben und Unternehmen) intensivieren sich, gemeinsame Veranstaltungen sind anvisiert. Im Themenspeicher stehen die Fachkräftesicherung, der Umgang mit förderbedürftigen Jugendlichen, die Entwicklung eines gemeinsamen Konzeptes für die Einbindung von Eltern sowie der Blick auf eine Bildungspartnerschaft zwischen Wirtschaft und Rheingau-Taunus-Kreis.

 

RÜM hat zwei Veranstaltungen für Lehrer/-innen über gelungene Konzepte der Elterneinbindung und der Berufsorientierung initiiert und durchgeführt, in Kooperation mit OloV wurde eine Fortbildung für Lehrer/-innen in „Gesprächsführung“ auf den Weg gebracht, Fortbildungskonzepte zur aktiven Einbindung von Eltern (ELAN – „Eltern schulen aktive Eltern“, FUN – „Familie und Nachbarschaft“) befinden sich in der Umsetzungsphase.

 

Die Förderung von Jugendlichen mit Verhaltensauffälligkeiten ist ein formulierter Bedarf von vielen Lehrerinnen und Lehrern: RÜM hat dazu eine Informationsveranstaltung mit dem Träger „Verein für individuelle Erziehungshilfen“ (VIE) durchgeführt, der sein Konzept zu Kompetenztrainings für Jugendliche und junge Erwachsene am Übergang Schule - Beruf vorstellte. Zur Finanzierung des Trainings konnten den Schulen Möglichkeiten zur Kooperation mit der Agentur für Arbeit aufgezeigt werden. An einigen Schulen im Rheingau-Taunus-Kreis wird das Training mittlerweile angeboten.

 

Auf Anregung der Förderschulen organisierte die RÜM-Koordinierungstelle in Zusammenarbeit mit der Kreishandwerkerschaft, den Kammern und der Agentur für Arbeit eine Veranstaltung, die das Lehrpersonal zu aktuellen Berufsbildern für Förderschüler/-innen informierte. In Folge ist für die Zielgruppe der Förderschüler/-innen selbst in Abstimmung mit den o. a. Akteuren ein Fachtag mit Betrieben - Berufe zum Anfassen - geplant. Weiterer Kooperationspartner wird der Verein „Barrierefrei starten e. V.“ sein.

 

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung wie auch der Fachkräftesicherung hat die RÜM-Koordinierungsstelle Berufliche wie auch weiterführende Schulen zu den kommenden Abgangsjahrgängen befragt. Ebenso standen die schulinterne Vernetzung sowie Unterstützungsleistungen im Arbeitsfeld „Berufsorientierung“ im Fokus. Die Ergebnisse fließen in die weitere Umsetzung der RÜM-Aktivitäten ein.

 

RÜM hat das Thema „Ehrenamt und Patenschaften“ verstärkt in den Blick genommen und eine Liste mit den im Rheingau-Taunus-Kreis am Übergang Schule – Beruf ehrenamtlich tätigen Projekten erstellt. Enge Kooperationen bestehen mit den Präventionsräten im Rheingau-Taunus-Kreis.

Arbeits­materialien

 
Förderung
Durchführung