Saalfeld
Regionales Übergangsmanagement im Landkreis Saalfeld–Rudolstadt. Modellhafte Umsetzung eines strategischen Konzeptes zur strukturellen Verbesserung der Kooperation der regionalen Akteure im Bereich Übergang Schule–Beruf
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Übersicht

Kontakt

Jana Wagner
Bildungszentrum Saalfeld GmbH
Bahnhofstrasse 6a
07318 Saalfeld

Tel.: 03671-5276-161
Fax: 03671-5276-168
E-Mail: j.wagner@bz-saalfeld.de

www.perspektive-ruem.de  

 

Ausgangslage

Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt gibt es mehrere Akteure und Programme, die sich mit der Qualifizierung von Jugendlichen mit Förderbedarf am Übergang Schule-Ausbildung beschäftigen und das Ziel verfolgen, langfristig die Zahl der Jugendlichen ohne Berufsabschluss zu senken.

Trotzdem bleiben zahlreiche Jugendliche unversorgt beziehungsweise durchlaufen lange Maßnahmekarrieren, ohne einen Berufsabschluss oder den Eintritt in ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu erreichen. Von verschiedenen Akteuren wurden soziale Netzwerke ins Leben gerufen und aufgebaut und somit bereits tragfähige Strukturen für die Integration von benachteiligten Jugendlichen geschaffen. Das Vorhaben „Regionales Übergangsmanagement im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt“ kann daher auf bestehende Verknüpfungspunkte einzelner Netzwerke zurückgreifen, deren Potenziale gebündelt werden müssen. Die Vielfalt der Zuständigkeiten (Bund, Land, Kommunen) in diesem Übergangssystem stellt zurzeit ein Hindernis dar, das die Abstimmung der verschiedenen Netzwerkakteure erschwert.

Ziele

Ziel des „Regionalen Übergangsmanagements im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt“ ist die Initiierung einer Kooperation der regionalen Akteure und Netzwerke auf professioneller Basis. Eine bestmögliche Qualifizierung von Jugendlichen mit Förderbedarf am Übergang Schule-Ausbildung soll durch die Bündelung der Potenziale im Landkreis erreicht werden. Parallelförderungen und sogenannte Maßnahmekarrieren gilt es dabei abzubauen. Damit soll langfristig die Zahl von Jugendlichen ohne Berufsabschluss deutlich gesenkt werden. Mit dem Projekt werden Anregungen zu einer möglichst landesweiten Umsetzung des regionalen Übergangsmanagements gesammelt.

Umsetzungsstrategie

Die Umsetzung des Vorhabens erfolgt in aufeinander abgestimmten Schritten. Sie beginnt mit der Gewinnung von Partnern aus dem kommunalen Bereich, dem Bereich Arbeitsverwaltung, der Träger, dem sozialen Bereich und der privaten Wirtschaft, die bereit sind, in einem Koordinierungsgremium beziehungsweise als Kooperationspartner für das regionale Übergangsmanagement mitzuarbeiten. Die bestehenden Netzwerke, aber auch die noch nicht in Netzwerken integrierten Akteure werden erfasst, Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Weiterentwicklung gemeinsam beraten und vereinbart. Es finden regelmäßig Netzwerktreffen und Workshops zu aktuellen Themen und Entwicklungen statt. Ein wesentlicher Punkt ist die Erstellung eines Angebots- und Netzwerkkataloges zur beruflichen Orientierung und passgenauen Eingliederung in Ausbildung beziehungsweise in Arbeit im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und der Region sowie die Erarbeitung einer einheitlichen Datenbank zur Erfassung von Ausbildungsmöglichkeiten bei den Akteuren des Landkreises. Die Veröffentlichung des Kataloges erfolgt via Internet. Es gibt ein Beratungsangebot für Beratungslehrer an den Schulen, Netzwerkpartner, Eltern und Jugendliche. Langfristig ist die Entwicklung und Durchführung einer Längsschnittuntersuchung, welche die Wege der Jugendlichen von Schule ins Arbeitsleben abbildet, vorgesehen. Die Arbeit des Vorhabens „Regionales Übergangsmanagement im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt“ wird mit einer umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit transparent dargestellt und bekannt gemacht.

Umsetzungsstand Dezember 2011

Das Regionale Übergangsmanagement Saalfeld-Rudolstadt hat sich im Landkreis fest etabliert und ist ein kompetenter Ansprechpartner für Fachkräfte am Übergang Schule-Beruf. Durch die stetige Gremien- und Netzwerkarbeit werden Informationen zum Thema Übergang regelmäßig ausgetauscht und Absprachen zeitnah vorgenommen bzw. umgesetzt. Das RÜM arbeitet hier als Koordinator und ist eine wichtige Anlauf- und Schnittstelle für Schule, Wirtschaft und Eltern.

Konkrete Arbeitsschwerpunkte von Juli 2010 bis Dezember 2011 waren:

  • In regelmäßigen (quartalsweise stattfindenden) Zusammenkünften des Koordinierungsgremiums als Steuergruppe (Vertreter des Jugendamtes, der AfA, des Jobcenters, des Schulamtes, der Wirtschaft, Träger und Politik) werden die Arbeitsschwerpunkte vorgestellt und für den Landkreis relevante weitere Handlungsschritte beraten;
  • Inhalte in der Abstimmungsrunde zu regionalem Ausbildungsmarketing (findet quartalsweise statt) mit Vertretern aus IHK, HWK, Landwirtschaftsamt, Berufsberatung der Agentur für Arbeit, Pressestelle der Agentur für Arbeit Jena, PersEUS, Arbeitgeberservice und RÜM sind:
    • Austausch zur aktuellen Situation auf dem Ausbildungsmarkt;
    • Ausbildungsmarketingaktionen, Information und Transfer zu den jeweils vorgesehenen Aktivitäten, Verknüpfungspunkte;
    • gemeinsame Überlegungen zur Frage: Was macht Aktionen für Schüler attraktiv?;
    • Durchführung von Ausbildungsmarketingaktionen:
      • „Azubi-Speed-Dating“,
      • „Lange Nacht der Unternehmen“,
      • Organisation des Boys´Day /Girls´Day an Einrichtungen;
Diese Ausbildungsaktionen haben sich sowohl bei den Schülern als auch in der regionalen Wirtschaft als feste Größe etabliert, die Akteure sind an den weiteren Planungen dieser Veranstaltungen interessiert;
  • In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt wurden zwei Fachtage (November 2010, September 2011) für Fachkräfte am Übergang Schule-Beruf organisiert und durchgeführt, durch die positive Resonanz ist der dritte Fachtag für 2012 bereits in Planung; Ziel ist das Zusammenführen der Fachkräfte aus Wirtschaft und Schule zu verschiedenen Fragestellungen und das Einbeziehen der Eltern;
  • die geplante Jugendstudie des Landkreises ist durchgeführt worden, alle Schüler und Schülerinnen im Landkreis ab der 9. Klasse wurden u.a. zu ihrem Wohnumfeld, der Familie, der Schule sowie ihrer Berufsplanung befragt, die Ergebnisse liegen seit Sommer 2011 vor und werden derzeit in Gremien, Schulen und der Öffentlichkeit vorgestellt; in Gemeinschaftsarbeit mit dem Jugendamt werden notwendige Handlungsstrategien erarbeitet und die Umsetzung geplant;
  • regelmäßig stattfindende Arbeitstreffen mit den Projektleitern der Projekte am Übergang zum Erfahrungsaustausch und zur Effektivierung der Ansprache an Schulen, Wirtschaft und anderen relevanten Akteuren;
  • Aktivitäten zur Verstetigung des RÜM 
    • Vorstellung RÜM der MdB Fr. C. Stauche am 20.09.2010,
    • Vorabsprache und Vorstellung dem Referatsleiter Berufliche Bildung, Qualifikation im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie (Herr M. Scholtze) am 08.11.2010,
    • Vorsprache im Arbeitskreis des Landesbeirates für Arbeitsmarktpolitik des Landes Thüringen Erfurt , 15.11.2010,
    • BTZ Rohr
      • Austausch zu Aktivitäten im Übergangsmanagement im Hinblick auf gemeinsame landesweite Strategien,
      • Entwicklungen Berufsorientierung in Thüringen,
    • BAG ÖRT Jahrestagung, 02.11.2010;
  • Weiterführung bisheriger Arbeitsschwerpunkte:
    • Homepage www.perspektive-ruem.de als Informationsmedium: z.B. Regionaler Angebots- und Maßnahmekatalog, Praktikumsbörse, Downloads für Akteure und Interessierte, Infomaterial für Eltern zur Berufsorientierung,
    • Einbindung in regionale und überregionale Arbeitskreise und Gremien 
      • z. B. BAG ÖRT, „nelecom“ und deren Veranstaltungen,
      • Fortführung Arbeitsgruppen (AgAM, AgÜM);
  • Teilnahme an bundesweiten Fachveranstaltungen, z.B. Jahrestagung „Weinheimer Initiative“, Fachtagungen etc. und an planmäßigenVeranstaltungen des Projektträgers bzw. der wissenschaftlichen Begleitung als Inputgeber für Akteure vor Ort

 

 

 
Förderung
Durchführung