Saalfeld
Landkreis Saalfeld–Rudolstadt, Thüringen, Förderlaufzeit: 01.05.2008-31.03.2012


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Bildungszentrum Saalfeld GmbH
Am Gewände 7
07333 Unterwellenborn

 


Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt gibt es mehrere Akteure und Programme, die sich mit der Qualifizierung von Jugendlichen mit Förderbedarf am Übergang Schule-Ausbildung beschäftigen und das Ziel verfolgen, langfristig die Zahl der Jugendlichen ohne Berufsabschluss zu senken.

Trotzdem bleiben zahlreiche Jugendliche unversorgt beziehungsweise durchlaufen lange Maßnahmekarrieren, ohne einen Berufsabschluss oder den Eintritt in ein versicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu erreichen. Von verschiedenen Akteuren wurden soziale Netzwerke ins Leben gerufen und aufgebaut und somit bereits tragfähige Strukturen für die Integration von benachteiligten Jugendlichen geschaffen. Das Vorhaben „Regionales Übergangsmanagement im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt“ kann daher auf bestehende Verknüpfungspunkte einzelner Netzwerke zurückgreifen, deren Potenziale gebündelt werden müssen. Die Vielfalt der Zuständigkeiten (Bund, Land, Kommunen) in diesem Übergangssystem stellt zurzeit ein Hindernis dar, das die Abstimmung der verschiedenen Netzwerkakteure erschwert.

Ziel des „Regionalen Übergangsmanagements im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt“ ist die Initiierung einer Kooperation der regionalen Akteure und Netzwerke auf professioneller Basis. Eine bestmögliche Qualifizierung von Jugendlichen mit Förderbedarf am Übergang Schule-Ausbildung soll durch die Bündelung der Potenziale im Landkreis erreicht werden. Parallelförderungen und sogenannte Maßnahmekarrieren gilt es dabei abzubauen. Damit soll langfristig die Zahl von Jugendlichen ohne Berufsabschluss deutlich gesenkt werden. Mit dem Projekt werden Anregungen zu einer möglichst landesweiten Umsetzung des regionalen Übergangsmanagements gesammelt.

Die Umsetzung des Vorhabens erfolgt in aufeinander abgestimmten Schritten. Sie beginnt mit der Gewinnung von Partnern aus dem kommunalen Bereich, dem Bereich Arbeitsverwaltung, der Träger, dem sozialen Bereich und der privaten Wirtschaft, die bereit sind, in einem Koordinierungsgremium beziehungsweise als Kooperationspartner für das regionale Übergangsmanagement mitzuarbeiten. Die bestehenden Netzwerke, aber auch die noch nicht in Netzwerken integrierten Akteure werden erfasst, Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Weiterentwicklung gemeinsam beraten und vereinbart. Es finden regelmäßig Netzwerktreffen und Workshops zu aktuellen Themen und Entwicklungen statt. Ein wesentlicher Punkt ist die Erstellung eines Angebots- und Netzwerkkataloges zur beruflichen Orientierung und passgenauen Eingliederung in Ausbildung beziehungsweise in Arbeit im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt und der Region sowie die Erarbeitung einer einheitlichen Datenbank zur Erfassung von Ausbildungsmöglichkeiten bei den Akteuren des Landkreises. Die Veröffentlichung des Kataloges erfolgt via Internet. Es gibt ein Beratungsangebot für Beratungslehrer an den Schulen, Netzwerkpartner, Eltern und Jugendliche. Langfristig ist die Entwicklung und Durchführung einer Längsschnittuntersuchung, welche die Wege der Jugendlichen von Schule ins Arbeitsleben abbildet, vorgesehen. Die Arbeit des Vorhabens „Regionales Übergangsmanagement im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt“ wird mit einer umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit transparent dargestellt und bekannt gemacht.

Ergebnisse

Regionale Netzwerke und Akteure am Übergang Schule-Beruf, die mehr oder weniger verbindlich miteinander arbeiteten, strukturiert und koordiniert zusammenzuführen, vorhandene Potenziale zu „bündeln“ und gemeinsam mit den Akteuren weiterzuentwickeln – das war ein wesentliches Ziel des „Regionalen Übergangsmanagements im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt“, als wir unsere Arbeit vor fast vier Jahren aufnahmen.

Um dieses Ziel zu erreichen, waren viele Zwischenschritte erforderlich, die wir im Laufe der Zeit auch an aktuelle Entwicklungen, regionale Bedarfe und Erkenntnisse aus Analysen vor Ort angepasst haben.

Die im Folgenden dargestellten Arbeitsschritte, Erfolge und Ergebnisse kennzeichnen beispielhaft die wichtigsten Schwerpunkte unserer Tätigkeit.

Gremienarbeit und Arbeitsgruppen

In diesem Bereich sind wir strategisch so vorgegangen, dass zunächst Partner aus dem kommunalen Bereich, dem der Arbeitsverwaltung, der Träger und dem sozialen Bereich sowie der privaten Wirtschaft gewonnen wurden, die bereit waren, in einem Koordinierungsgremium beziehungsweise als Kooperationspartner für das regionale Übergangsmanagement mitzuarbeiten. Hier baute man auf bereits bestehende Netzwerke auf, wodurch frühzeitig ein arbeits- und beschlussfähiges Gremium aktiv werden konnte, was sich bis zum Ende der Projektlaufzeit als förderlich und gleichzeitig als unabdingbare Voraussetzung für die Erarbeitung und Umsetzung verbindlicher Handlungsstrategien im Landkreis erwies. RÜM brachte in dieses Gremium neueste Erkenntnisse und Ergebnisse aus regionalen und überregionalen Veranstaltungen, Bestandsaufnahmen und Bedarfsanalysen ein. Diese wurden im Gremium auf ihre Relevanz für den Landkreis geprüft, sich daraus ergebende Handlungserfordernisse herausgearbeitet und konkrete Umsetzungsschritte mit entsprechenden Verantwortlichkeiten festgelegt, kontinuierlich überprüft und gegebenenfalls nachgesteuert. Ein Ergebnis dieser Arbeit ist u.a. die Beteiligung des Landkreises am Projekt „Arbeitsbündnis Jugend und Beruf“ und die verbindliche Bereitschaft der Akteure, die Zusammenarbeit an den Schnittstellen Jobcenter, Jugendhilfe und Berufsberatung zu verbessern.

Entsprechend eruierter Bedarfe im Landkreis wurde 2009 eine Arbeitsgruppe zu regionalem Ausbildungsmarketing ins Leben gerufen. Aus einer Befragung in Unternehmen vor Ort wurde die berechtigte Forderung aufgenommen, sowohl bereits existierende als auch innovative Aktionen zur Berufsorientierung inhaltlich und organisatorisch bedarfsgerecht aufeinander abzustimmen. RÜM gründete daraufhin die benannte Arbeitsgruppe mit Vertretern aus IHK, HWK, Landwirtschaftsamt, Berufsberatung der Agentur für Arbeit, Pressestelle der Agentur für Arbeit Jena, dem Personalleiterstammtisch PersEUS und Arbeitgeberservice. Im Laufe der Zusammenarbeit hat sich hier eine zielgerichtete und enge Kooperation und Arbeitsplattform auf operativer Ebene entwickelt, deren Arbeit letztlich auf struktureller Ebene wirksam wird. Folgende Themen sind Schwerpunkte im Rahmen der Arbeitsgruppe:

  • Austausch zur aktuellen Situation auf dem Ausbildungsmarkt und den sich daraus ergebenden regionalen Handlungsbedarfen,
  • Ausbildungsmarketingaktionen; Information und Transfer zu den jeweils vorgesehenen Aktivitäten; Verknüpfungspunkte,
  • gemeinsame Überlegungen zur Frage: Was macht Aktionen für Schüler attraktiv? und 
  • Durchführung von innovativen Ausbildungsmarketingaktionen, wie z.B. dem „Azubi-Speed-Dating“ oder der „Langen Nacht der Unternehmen“.

Darüber hinaus brachte sich RÜM in bereits existierende Gremien ein, wie z.B. in die Steuerungsgruppe des kommunalen Projektes „nelecom“ – Neue Lernkultur in Kommunen, das unter Schirmherrschaft des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur in vier Pilotkommunen des Landes durchgeführt wird. Die Mitwirkung von RÜM ist als Ergebnis punktueller Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort entstanden.

Diese Steuerungsgruppe ist verantwortlich dafür, Rahmenbedingungen innerhalb der Kommune für eine „neue Lernkultur“ zu schaffen, Strategien, Zielstellungen und Empfehlungen für die Akteure zu entwickeln und den Informationstransfer zwischen örtlichen Trägern, Einrichtungen und der Öffentlichkeit zu gewährleisten. Da Übergänge ein wesentliches Thema in diesem Projekt darstellen, war RÜM ein folgerichtiger Bestandteil der Steuerungsgruppe, um landkreisweite Schnittstellen aufzuzeigen, konkrete Arbeitsergebnisse und neue bundesweite Entwicklungen einzubringen.

Innovative Aktionen zur Berufsorientierung

Demografischer Wandel, Fachkräftemangel und die sich daraus ergebende Notwendigkeit der Fachkräftesicherung sind aktuelle Themen im regionalen Kontext, mit denen sich auch das RÜM im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt auseinandersetzen musste. Unter Einbeziehen der lokalen Akteure wurden seit 2009 eine Reihe von innovativen Aktionen durchgeführt, die inzwischen ihren festen Platz in der Berufsorientierungslandschaft des Landkreises und teilweise über dessen Grenzen hinaus haben: „Azubi-Speed-Dating“, „Lange Nacht der Unternehmen“ und die regional ausgerichtete Organisation des bundesweiten „Boys´ Day“ bzw. „Girls´ Day“ wurden durch das Regionale Übergangsmanagement in Kooperation mit Unternehmen, Schulen und jeweils weiteren beteiligten Akteuren wie dem Landratsamt, der Agentur für Arbeit oder dem Unternehmerstammtisch „PersEUS“ vorbereitet, im Rahmen breiter Öffentlichkeitsarbeit im Landkreis bekannt gemacht, gesteuert und schließlich als unterstützende Möglichkeiten zur Fachkräftegewinnung vor Ort implementiert. Diese Aktivitäten stehen beispielhaft für die Stärkung der betrieblichen Orientierung von Angeboten am Übergang Schule-Beruf.

RÜM als Inputgeber und Mittler zu Themen am Übergang Schule-Beruf

Mit Beginn des Projektes stellten wir uns als mittelfristiges Ziel, eine eigene Homepage zu erstellen, die es in dieser geballten Form zu Themen des Übergangs Schule-Beruf im Landkreis noch nicht gab. Nach der relativ frühen Umsetzung dieses Zieles wurde deutlich, dass mit dieser Homepage ein wichtiges Informationsmedium für alle Akteure in diesem Arbeitsfeld geschaffen wurde. Unter verschiedenen Registern können sich sowohl Fachkräfte als auch Eltern und Jugendliche selbst über die für sie relevanten Themen informieren. Ein wichtiges Instrument ist der regionale Angebots- und Maßnahmekatalog. Hier sind alle regionalen Angebote am Übergang Schule-Beruf, die im Vorfeld durch das Regionale Übergangsmanagement erfasst wurden, eingestellt. Fachkräfte und Jugendliche selbst erhalten somit einen transparenten Überblick über die Möglichkeiten sowie die relevanten Ansprechpartner, die ihnen vor Ort zur Verfügung stehen. Des Weiteren wurde in Kooperation mit regionalen Unternehmen eine Praktikumsbörse entwickelt und auf der Homepage eingestellt. Downloads und Links für Akteure und am Thema Übergang Interessierte sowie selbst erstelltes oder allgemeines Informationsmaterial für Eltern zum Thema Berufsorientierung sind weitere Inhalte der Homepage. Unter der Rubrik „Aktuelles“ wird auf regionale und überregionale Fachveranstaltungen sowie aktuell anstehende Berufsorientierungsaktionen vor Ort hingewiesen.

Die Homepage www.perspektive-ruem.de stellt in ihrer Gesamtheit ein hilfreiches Medium dar, das den Nutzern die Möglichkeit gibt, sich über neueste Entwicklungen, Aktionen und konkrete Angebote zeitnah zu informieren. Gleichwohl bedeutete dieser Arbeitsschwerpunkt mit dem damit verbundenen Anspruch auf ständige Aktualität eine Herausforderung für das Team des Regionalen Übergangsmanagements hinsichtlich personaler und zeitlicher Ressourcen.

Neben der Homepage versteht sich das Regionale Übergangsmanagement als Inputgeber für die lokalen Akteure am Übergang, z.B. durch die Teilnahme an regionalen und überregionalen Fachveranstaltungen. Durch Weitergabe neuester Erkenntnisse und Ergebnisse solcher Veranstaltungen, wie z.B. Tagungen der „Weinheimer Initiative“, der Bundesarbeitsgemeinschaft örtlich-regionaler Träger der Jugendsozialarbeit (BAG ÖRT), von planmäßigen Veranstaltungen des Projektträgers oder auch Workshops der wissenschaftlichen Begleitung des Projektes, konnte der Informations- und Kommunikationsfluss zwischen allen beteiligten Akteuren, sowohl auf operativer als auch auf struktureller Ebene, verbessert werden. Durch das Einbringen „bottom-up“ und „top-down“ in Arbeitsgruppen und Gremien wurden erforderliche themenspezifische Diskussionen angeregt und Handlungsprozesse initiiert. Dieser Arbeitsschwerpunkt unterstützte gleichzeitig die Schaffung von Transparenz über die Aktivitäten aller relevanten Akteure am Übergang im Landkreis.

Aktionen für Fachkräfte

Um alle relevanten Akteure vor Ort zu erreichen bzw. das Thema Übergang Schule-Beruf und dessen Wichtigkeit breit zu streuen, wählten wir verschiedene Formen der Öffentlichkeitsarbeit, verbunden mit konkreten thematischen Veranstaltungen. Neben der bereits benannten Homepage oder auch einem „letter of progress“ führten wir beispielsweise einen Workshop für externe Fachkräfte (Beratungslehrer und -lehrerinnen, Berufsberaterinnen und -berater) durch. Ausgangspunkt war dabei eine vorgeschaltete Befragung in den Schulen des Landkreises zu den jeweiligen Berufsorientierungskonzepten und damit gegebenenfalls verbundenen Unterstützungsbedarfen durch RÜM. Der Wunsch nach Transparenz in der hiesigen Angebots- und Maßnahmelandschaft sowie nach Unterstützung bei Kooperationen mit Unternehmen waren hierbei am häufigsten benannt. Daraufhin führte RÜM in Zusammenarbeit mit Vertretern der Kammern, des Jugendmigrationsdienstes und der Kompetenzagentur des Landkreises den Workshop „Durch anschlussorientierte Beratung den Übergang Schule-Beruf im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt erfolgreich unterstützen“ durch. Neben allgemeinen Informationen zum Umgang mit der Homepage wurde mit den Fachkräften an konkreten Fallbeispielen die Arbeit mit dem Angebots- und Maßnahmekatalog praktisch erprobt.

RÜM beteiligte sich im Rahmen der Steuerungsgruppe „nelecom“ 2010 aktiv an einer überregionalen Fachtagung zum Thema: „Alle in einem Boot – Kommunen im Wandel“ und führte dabei einen Workshop zu seiner Rolle, zu Chancen und Möglichkeiten des RÜM sowie praxisnahen Arbeitsschwerpunkten durch.

In Zusammenarbeit mit dem Jugendamt wurden 2010 und 2011 erstmals in dieser Form im Landkreis Fachtage für Fachkräfte am Übergang Schule-Beruf organisiert und durchgeführt. Zu Themen wie „ Wie bringt man zusammen, was zusammen gehört? – Jugendliche auf dem Weg zur Ausbildung, Vorstellungen und Anforderungen vereinen!“ haben das Regionale Übergangsmanagement und die lokale Koordinierungsstelle Jugendsozialarbeit Verantwortliche aus Wissenschaft, Schule, Wirtschaft und Verwaltung sowie die jungen Menschen selbst gewonnen, um über ihre Erfahrungen und Vorgehensweisen zu berichten.

Alle durchgeführten Veranstaltungen stießen bei den Teilnehmenden, bei Unternehmen und Fachkräften bis hin zu den Eltern und Jugendlichen auf eine durchweg positive Resonanz. Sie machten deutlich, dass eine große Bereitschaft und auch ein Bedarf zum themenspezifischen Austausch und zur weiteren zielgerichteten Vernetzung bestehen.

Durchführung einer Jugendstudie für den Landkreis

Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt beauftragte im Herbst 2010 das Organisationsberatungsinstitut Thüringen – ORBIT mit der inhaltlichen Durchführung einer Jugendbefragung in den Regelschulen, den Gymnasien und den Förderschulen des Landkreises. Die Realisierung der Befragung wurde durch die Jugendhilfeplanung mit Unterstützung des Regionalen Übergangsmanagements des Landkreises organisiert und vorgenommen. Die Ergebnisse liegen seit Sommer 2011 vor und wurden bzw. werden derzeit in Gremien, Schulen und der Öffentlichkeit vorgestellt. In Diskussionsrunden wurden sich daraus ergebende Handlungsschritte bzw. Arbeitspakete mit den Akteuren beraten und verbindliche Verantwortlichkeiten bzw. Termine festgelegt. Auch hierbei übernahm das Regionale Übergangsmanagement einen wesentlichen Part, entsprechende Informationen zu streuen und Akteure zielgerichtet zusammenzuführen. Ein konkretes Ergebnis der Studie war beispielsweise, dass überwiegend Mädchen nicht genügend adäquate Angebote der beruflichen Orientierung beziehungsweise überhaupt keine beruflichen Perspektiven für sich durch die regionale Wirtschaft sehen. Als eine erste Reaktion darauf startete das RÜM eine landkreisweite Kampagne zum Thema „Gender“. Deren Ziel ist es, sowohl Unternehmen als auch Jugendliche und Eltern für das Thema Berufswahl zu sensibilisieren und darauf aufmerksam zu machen, wie wichtig eine zielgerichtete Berufsorientierung ist. Die Kampagne wird über das Ende der Projektförderung hinaus in der Region wirken.

Fazit

Der Übergang Schule-Beruf hat sich durch die Arbeit des Regionalen Übergangsmanagements im Landkreis als wesentliches kommunales Thema etabliert. Das RÜM arbeitete im Laufe des Projektes als Koordinator und war eine wichtige Anlaufstelle und vor allem Schnittstelle für Schule, Wirtschaft, weitere Akteure am Übergang bis hin zu Eltern und den Jugendlichen selbst.

In Wahrnehmung der kommunalen (Mit-)Verantwortung bei der Sicherung der Berufs- und Lebensperspektiven der nachwachsenden Generation verfolgt der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt das Ziel, eine dauerhafte zentrale kommunale Koordinierungsstelle im unmittelbaren Stabsstellenbereich der Landrätin einzurichten. Mit diesem Vorhaben erfährt die Arbeit des Regionalen Übergangsmanagements eine nachhaltige Wirkung vor Ort.

 

Das Regionale Übergangsmanagement Saalfeld-Rudolstadt hat sich im Landkreis fest etabliert und ist ein kompetenter Ansprechpartner für Fachkräfte am Übergang Schule-Beruf. Durch die stetige Gremien- und Netzwerkarbeit werden Informationen zum Thema Übergang regelmäßig ausgetauscht und Absprachen zeitnah vorgenommen bzw. umgesetzt. Das RÜM arbeitet hier als Koordinator und ist eine wichtige Anlauf- und Schnittstelle für Schule, Wirtschaft und Eltern. 

 

 

 

Konkrete Arbeitsschwerpunkte von Juli 2010 bis Dezember 2011 waren:

In regelmäßigen (quartalsweise stattfindenden) Zusammenkünften des Koordinierungsgremiums als Steuergruppe (Vertreter des Jugendamtes, der AfA, des Jobcenters, des Schulamtes, der Wirtschaft, Träger und Politik) werden die Arbeitsschwerpunkte vorgestellt und für den Landkreis relevante weitere Handlungsschritte beraten;

 

Inhalte in der Abstimmungsrunde zu regionalem Ausbildungsmarketing  (findet quartalsweise statt) mit Vertretern aus IHK, HWK, Landwirtschaftsamt, Berufsberatung der Agentur für Arbeit, Pressestelle der Agentur für Arbeit Jena, PersEUS, Arbeitgeberservice und RÜM sind:                 

Austausch zur aktuellen Situation auf dem Ausbildungsmarkt;

Ausbildungsmarketingaktionen, Information und Transfer zu den jeweils vorgesehenen Aktivitäten, Verknüpfungspunkte;

gemeinsame Überlegungen zur Frage: Was macht Aktionen für Schüler attraktiv?;

Durchführung von Ausbildungsmarketingaktionen:

„Azubi-Speed-Dating“,

„Lange Nacht der Unternehmen“,

Organisation des Boys´Day /Girls´Day an Einrichtungen;

diese Ausbildungsaktionen haben sich sowohl bei den Schülern als auch in der regionalen Wirtschaft als feste Größe etabliert, die Akteure sind an den weiteren Planungen dieser Veranstaltungen interessiert;

 

in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt wurden zwei Fachtage (November 2010, September 2011) für Fachkräfte am Übergang Schule-Beruf organisiert und durchgeführt, durch die positive Resonanz ist der dritte Fachtag für 2012 bereits in Planung;

à Ziel ist das Zusammenführen der Fachkräfte aus Wirtschaft und Schule zu verschiedenen Fragestellungen und das Einbeziehen der Eltern

 

 

 

 

die geplante Jugendstudie des Landkreises ist durchgeführt worden, alle Schüler und Schülerinnen im Landkreis ab der 9. Klasse wurden u.a. zu ihrem Wohnumfeld, der Familie, der Schule sowie ihrer Berufsplanung befragt, die Ergebnisse liegen seit Sommer 2011 vor und werden derzeit in Gremien, Schulen und der Öffentlichkeit vorgestellt; in Gemeinschaftsarbeit mit dem Jugendamt werden notwendige Handlungsstrategien erarbeitet und die Umsetzung geplant;

 

regelmäßig stattfindende Arbeitstreffen mit den Projektleitern der Projekte am Übergang zum Erfahrungsaustausch und zur Effektivierung der Ansprache an Schulen, Wirtschaft und anderen relevanten Akteuren;

 

stetig Aktivitäten zur Verstetigung des RÜM

Vorstellung RÜM der MdB Fr. C. Stauche am 20.09.2010,

Vorabsprache und Vorstellung dem Referatsleiter Berufliche Bildung, Qualifikation im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie (Herr M. Scholtze) am 08.11.2010,

Vorsprache im Arbeitskreis des Landesbeirates für Arbeitsmarktpolitik des Landes Thüringen Erfurt   , 15.11.2010,

BTZ Rohr

Austausch zu Aktivitäten im Übergangsmanagement im Hinblick auf gemeinsame landesweite Strategien,

Entwicklungen Berufsorientierung in Thüringen,

BAG ÖRT Jahrestagung, 02.11.2010;

 

      -    Weiterführung bisheriger Arbeitsschwerpunkte:

Homepage www.perspektive-ruem.de  als Informationsmedium: z.B. Regionaler Angebots- und Maßnahmekatalog, Praktikumsbörse, Downloads für Akteure und Interessierte, Infomaterial für Eltern zur Berufsorientierung,

 

Einbindung in regionale und überregionale Arbeitskreise und Gremien

z. B. BAG ÖRT, „nelecom“ und deren Veranstaltungen,

Fortführung Arbeitsgruppen (AgAM, AgÜM);

 

Teilnahme an bundesweiten Fachveranstaltungen, z.B. Jahrestagung

„Weinheimer Initiative“, Fachtagungen etc. und an planmäßigen

Veranstaltungen des Projektträgers bzw. der wissenschaftlichen Begleitung

 à Inputgeber für Akteure vor Ort

 

Das Regionale Übergangsmanagement im Landkreis Saalfeld - Rudolstadt hat sich zur Halbzeit der Projektlaufzeit einen festen Platz in der Projektlandschaft des Landkreises gesichert. Mit einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit hat es das RÜM SLF-RU geschafft, in die Gremien aufgenommen zu werden, die im Landkreis am Übergang Schule-Beruf tätig sind z. B. den Arbeitskreis Schule-Wirtschaft. Oder den Personalleiterstammtisch „PersEUS“, der u.a. über innovative Möglichkeiten der Fachkräftesicherung im Landkreis berät.

 

Ein Angebots- und Maßnahmekatalog ist seit Oktober 2009 über die Homepage des Regionalen Übergangsmanagements (www.perspektive-ruem.de) online nutzbar. Im November 2009 fand dazu ein Workshop mit Beratungslehrern und Berufsberatern aus dem Landkreis statt. Eine ständige Aufgabe des Teams ist es, diesen Katalog sowie die gesamte Homepage zu aktualisieren und relevante Themen für alle Akteure am Übergang (Schüler, Eltern, Wirtschaft, Kooperationspartner) zu erfassen und darzustellen.

 

Regelmäßig stellt das Regionale Übergangsmanagement seine Aktivitäten und Ergebnisse im Koordinierungsgremium vor und berät das weitere Vorgehen mit den vertretenen Entscheidungsträgern. Innerhalb der Projektlaufzeit hat das Gremium bereits zum 8. Mal getagt.

Gegenwärtig wird gemeinsam mit dem Jugendamt des Landkreises eine Schülerbefragung vorbereitet, die das Übergangsgeschehen im Landkreis abbilden soll. Im November 2010 wird auf Initiative des Regionalen Übergangsmanagements erstmalig für die Fachkräfte im Landkreis ein Fachtag Übergang Schule-Beruf stattfinden.

Als ein weiter Schwerpunkt in der Arbeit des RÜM hat sich die Elternarbeit herauskristallisiert, die bereits durch die Erstellung eines Elterninformationsflyers verstärkt wurde und durch die Bereitstellung weiterer Informationsmaterialien und der Verteilung u. a. in Elternabenden ausgebaut werden soll.

 

 

 

 

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

Erhebungen

 
Förderung
Durchführung