Marburg-Biedenkopf
Landkreis Marburg–Biedenkopf, Hessen, Förderlaufzeit: 01.05.2008-30.09.2012


Kontakt

Landkreis Marburg-Biedenkopf
Fachbereich Familie, Jugend und Soziales
Fachdienst Jugendförderung, Regionales Übergangsmanagement
Im Lichtenholz 60 
35043 Marburg 

www.ruem-marburg-biedenkopf.de

Das Vorhaben „Regionales Übergangsmanagement“ wird gemeinsam vom Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Stadt Marburg durchgeführt. Beide Gebietskörperschaften arbeiten auf dem Gebiet der Jugendberufshilfe und am Übergang Schule-Beruf für benachteiligte Jugendliche eng zusammen. In der Region Marburg-Biedenkopf gibt es eine Vielzahl von Einrichtungen und Ansätzen, die zu einer gelingenden sozialen und beruflichen Integration junger Menschen einen Beitrag leisten. Was aber bisher fehlt, ist eine steuernde Instanz zur perspektivischen Planung der Erarbeitung gemeinsamer Zielvorgaben und zur strukturellen Abstimmung und Ausrichtung der Akteure.

Vor dem Hintergrund der strategischen Ausrichtung des Vorhabens sollen die bestehenden Strukturen mit dem Ziel einer gesteigerten Effektivität und Effizienz modifiziert werden. Ziel dabei ist, ausgehend von Modellen einer sozialräumlichen und regionalen Ausrichtung, entwickelte Ansätze für die Fläche nutzbar zu machen und zum Beispiel im Rahmen von Fachtagungen einen entsprechenden Transfer zu leisten. Langfristig soll die Zahl junger Menschen ohne Berufsabschluss deutlich gesenkt werden mit dem Ziel, dass keine Jugendlichen im Übergang der Systeme „verloren“ gehen. Durch eine Optimierung des regionalen Übergangsmanagements sollen insbesondere die Zukunftschancen für Jugendliche mit Migrationshintergrund verbessert werden.

Damit Brüche im Bereich der Systemübergänge verhindert werden, muss im Sinne der Prävention möglichst frühzeitig eine abgestimmte Förderung schon im schulischen Bereich einsetzen. Die Optimierung adäquater Förderinstrumente und Verbesserung der Strukturen des regionalen Übergangsmanagements sollen durch die Handlungsschwerpunkte Förderung der auch interkulturellen Elternarbeit, Ausbau der Netzwerkstrukturen mit der Wirtschaft, Einführung einer abgestimmten Berufswegplanung, Optimierung der Datengrundlage und Verbindlichkeit der Kooperation der regionalen Akteure erreicht werden.

Ergebnisse

(interkulturelle) Elternarbeit:

Das RÜM-Team veranstaltete auch in 2012 schulische und außerschulische, z.T. auch muttersprachliche Elterninformationsveranstaltungen zum dualen Ausbildungssystem, dem Berufsorientierungsprozess und der Rolle der Eltern im Berufswahlprozess ihrer Kinder in Kooperation mit Schulen und Institutionen am Übergang. Zielgruppen waren: Eltern, Lehrkräfte, Studierende, Berufseinstiegsbegleiter/-innen, Bildungsbeauftragte und Fachkräfte bzw. Multiplikatoren am Übergang Schule-Beruf.

Zusammenarbeit mit dem Begleitprojekt „Mit MigrantInnen für MigrantInnen“:

Aufgrund der Verlängerung des RÜM wurde das Begleitprojekt „Mit MigrantInnen für MigrantInnen“ bis zum 30. Juni 2012 verlängert. In diesem Zeitraum konnten von den am Projekt beteiligten Bildungsbeauftragten, sechs Migrantenorganisationen und ein vereinsunabhängiger Multiplikator für die Weiterarbeit als Netzwerkpartner gewonnen werden. Alle Beteiligten einigten sich auf eine Verstetigung des Projektes und die Gründung des interkulturellen Arbeitskreises „Gemeinsam Chancen schaffen“. Gemeinsam wurde eine Kooperationsvereinbarung erarbeitet und unterschrieben.

Seit Juli 2012 wird nun der Arbeitskreis vom Internationalen Bund/Jugendmigrationsdienst mit Unterstützung durch den Ausländerbeirat, in Begleitung, Beratung und Organisation durch den Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Universitätsstadt Marburg auf Grundlage dieser Kooperationsvereinbarung weitergeführt. Über eine Förderung durch das Land Hessen ist es gelungen die ehrenamtliche Tätigkeit der Bildungsbeauftragten zur Information, Beratung und Begleitung von Jugendlichen und deren Eltern in Bildungsfragen, mit dem Schwerpunkt Übergang Schule-Beruf und Vernetzung, mit einer Aufwandsentschä-
digung anzuerkennen.
Eine Kurzdarstellung des Good-Practice-Ansatzes aus der Pilotregion Marburg-Biedenkopf wurde von der MOZAIK gGmbH erstellt.

Transparenz:

Ende 2011 erstellte das RÜM ein Plakat „Wie weiter nach der Schule“. Anhand eines Farbleitsystems werden Wege nach der Schule, Inhalte der Angebote und Kontaktdaten der Institutionen sichtbar. Das Plakat wurde im Rahmen von OloV in der Region an Fachkräfte, Schulen und Institutionen verteilt und steht auch zum downloaden bereit.
Die Homepage und die Online-Datenbank sind durch ein Downloadcenter ergänzt worden. Alle Online-Produkte können nach Projektende durch das kommunale RÜM weitergepflegt und somit verstetigt werden.

Zusammenarbeit mit Wirtschaft

Das Dialogforum traf sich im Projektzeitraum 2012 noch einmal. Nach Projektende wird das Netzwerk weiterhin durch das kommunale RÜM in Kooperation mit dem Staatlichen Schulamt Marburg-Biedenkopf moderiert werden.

Das Peer Group-Projekt wurde auch in 2012 als ein gemeinsames Projekt des RÜM und des Jugendbildungswerkes der Universitätsstadt Marburg in Kooperation mit der Agentur für Arbeit angeboten. Dieses Projekt wurde als ein Best-Practice Beispiel in eine OloV-Broschüre aufgenommen und ein Beitrag über den Peer-Ansatz im Hessischen Fernsehen gezeigt.

Seit August 2012 konnte der Aufgabenbereich des RÜM in dem Projekt an die Jugendförderung des Landkreises Marburg-Biedenkopf übergeben werden. Somit wurde auch dieses Projekt erfolgreich in der Region verankert. Bis September 2012 wurden insgesamt ca. 1.430 Schüler/-innen in 70 Einsätzen an 10 Schulen erreicht.

Zusammenarbeit mit Modellschulen

In 2012 war RÜM als externer Partner von zwei weiteren Schulen in das Auditverfahren für das Gütesiegel- Berufs- und Studienorientierung involviert. Insgesamt gibt es nun in der Region Marburg-Biedenkopf 10 Gütesiegelschulen.

Das regionale Schulraster, welches die Berufsorientierungsaktivitäten aller Haupt- und Realschulen der Region zusammenfasst, um der regionalen Koordinierungsstelle eine gezielte Maßnahmesteuerung und bedarfsgerechte Unterstützung der Schulen zu ermöglichen, wurde durch Angaben der Förderschulen ergänzt. Die Schulkoordinatoren der Förderschulen nehmen jetzt ebenfalls an den SchuKo-Versammlungen teil.

Der Modellschulenansatz wurde in 2012 beendet. Über die OloV-Regionalkoordination, deren Teilnahme an den Schuko-Sitzungen und einem regelmäßigem Austausch mit dem Staatlichen Schulamt Marburg-Biedenkopf ist der Kontakt zu den Schulen in der Region auch zukünftig gegeben.

Datenerhebung

Der Online-Fragebogen wurde auf die Homepage des RÜM implementiert und an zwölf Schulen insgesamt 463 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 mit Hilfe dieses onlinegestützten Erhebungsinstruments befragt und ein Bericht über die Ergebnisse der Querschnittserhebung zur Zufriedenheit mit Maßnahmen am Übergang von Schule zu Beruf sowie der schulischen Berufsorientierung an Förder-, Haupt- und Realschulen des Landkreises Marburg-Biedenkopf und der Universitätsstadt Marburg erstellt.

Die Ergebnisse der Schülerbefragungen zum Thema „Anschlussoptionen“ im Projektzeit-raum wurden zusammengefasst und dokumentiert.

Netzwerkarbeit

RÜM beteiligte sich an Veranstaltungen, z.B. Ausbildungstage des KJC, der Berufsorien-tierungsveranstaltung „Komm rein - Mach mit“, Ausbildungsmessen, Fachtagungen u.a. mit Inputs, Informationsständen, Workshops etc.

Im Februar 2012 organisierte das RÜM den Fachtag „Strategien, Strukturen und Individu-alität: Sichtweisen auf den Übergang Schule-Beruf“. In diesem Zusammenhang wurde anhand eines Rückblickes und einer Ausstellung die zentralen Ergebnisse des RÜM Marburg-Biedenkopf präsentiert und gewürdigt. Zugleich gab ein öffentlicher Diskurs über die zukünftige Bedeutung kommunalpolitischen Handelns und regionaler Strukturen für den Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf die Gelegenheit für den Blick nach vorn.

Netzwerkarbeit bleibt weiterhin ein Arbeitsschwerpunkt des kommunalen RÜM.

Kooperation

Das kommunalen RÜM bleibt auch nach Projektende mit der OloV-Regionalkoordination für die Region Marburg-Biedenkopf betraut und ist weiterhin für die Moderation der Steuerungsgruppe sowie die Umsetzungskoordination der gemeinsamen Zielvereinbarungen zuständig.

Veröffentlichungen

-.Projektflyer Regionales Übergangsmanagement Marburg-Biedenkopf
- Flyer für Eltern in deutscher und türkischer Sprache.
- Flyer für Betriebe „Kein Jugendlicher darf verloren gehen! – Betriebe engagieren sich“
- Beteiligung an der Publikation des DLR „Von der Praxis für die Praxis“ mit einem Beitrag zur berufsbezogenen Elternarbeit.
- Visitenkarte Homepage
- Broschüre: „Qualitätskriterien für Praktika“ mit „Verhaltensregeln für SchülerInnen im Betriebspraktikum“
- Broschüre und Dokumentation der „Fortbildungsreihe Berufsbezogene Elternarbeit für Lehrkräfte und Sozialarbeiter/-innen an Haupt- und Realschulen“ in Zusammenarbeit mit OloV
- Dokumentation des an einer Modellschule durchgeführten „Berufsorientierungs-Camps“ in Zusammenarbeit mit OloV
- Das Plakat „Wie weiter nach der Schule“ soll Transparenz am Übergang Schule-Beruf schaffen. Dieses wurde vom RÜM im Rahmen von OloV gestaltet und herausgegeben.
- Flyer „Peer Group-Projekt“ in Zusammenarbeit mit OloV
- Beiträge in Newslettern der MOZAIK gGmbH und des DLR, Perspektive Berufsabschluss
- Ergebnisse Online-Erhebung „Schüler/-innenzufriedenheit mit Maßnahmen am Übergang Schule-Beruf im Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Universitätsstadt Marburg“
- „Wie weiter nach der Schule? Anschlussoptionen – Ergebnisse der Schulabsolvent/-innenbefragung im Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Universitätsstadt Marburg in den Schuljahren 2008/2009 bis 2010/2011

Resümee:

Das Regionale Übergangsmanagement Marburg-Biedenkopf kann auf eine sehr erfolgreiche Projektlaufzeit zurückblicken.

Es wurden Netzwerke für die verschiedensten Zielgruppen gegründet, übernommen oder in Kooperation mit anderen Institutionen gemeinsam moderiert. Das RÜM wurde in Arbeitskreise, Ausschüsse und Arbeitsgruppen eingebunden, u.a. auch zu den Querschnittsthemen Gender und Cultural Mainstreaming. Es fanden Austauschgespräche auf Regional-, Landes- und Bundesebene statt. Ziel war immer Transparenz zu schaffen, Abstimmungsprozesse anzustoßen und den gegenseitigen Austausch zu fördern.

Ein wichtiger Aufgabenbereich war die Schulung von Multiplikator/-innen. Dieser Ansatz hat sich als sehr erfolgversprechend gezeigt. So wurden Ehrenamtliche aus Migrantenorganisationen zu Bildungsbeauftragten geschult, Lehrkräfte und Sozialarbeiter/-innen in der berufsbezogenen Elternarbeit gestärkt, Studentinnen und Studenten sowie Lehrkräfte in der Vorbereitung die Arbeitsschwerpunkte des RÜM näher gebracht, Berufseinstiegsbegleitungen, Honorar- und Fachkräfte am Übergang Schule-Beruf informiert und weitergebildet. Aber auch junge Auszubildende wurden befähigt sich als Peers zu betätigen, um Schüler/-innen von ihren Erfahrungen auf dem Weg in den Beruf zu berichten und sich selbst in ihrer Persönlichkeit weiterzuentwickeln.

RÜM nutzte die Möglichkeit gemachte Erfahrungen, Ansätze und Ergebnisse auf bundes-, landes- und regionaler Ebene im Rahmen von Fachtagungen weiterzugeben. Hier standen insbesondere die Ergebnisse aus den Arbeitsschwerpunkten (interkulturelle) Elternarbeit und Zusammenarbeit mit der Wirtschaft im Focus.

Es konnten Kooperationsvereinbarungen zwischen Schulen und Betrieben forciert und begleitet werden. Kontakte zu Betrieben ausgebaut und neu hergestellt werden. Möglich waren die Erfolge nur durch den persönlichen Einsatz und Offenheit aller Beteiligten und zum Teil auch durch bestehende Strukturen vor Ort. Hier haben sich persönliche Kontakt als besonders erfolgversprechend herausgestellt. Innerhalb der Projektlaufzeit ist ein gut funktionierendes Netzwerk entstanden auf das sich gut aufbauen lässt.

Das Begleitprojekt „Mit MigrantInnen für MigrantInnen“ konnte ebenfalls durch eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung in den interkulturellen Arbeitskreis „Gemeinsam Chancen schaffen“ überführt werden.

Auch die Zusammenarbeit mit dem hessischen Landesprogramm „Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit bei der Schaffung und Besetzung von Ausbildungsplätzen“ (OloV) und die Übernahme der OloV-Regionalkoordination durch die Projektleitung des RÜM haben sich in der strukturellen und operativen Arbeit sinnvoll ergänzt.

Der größte Erfolg ist die Weiterführung des RÜM seit Oktober 2012 mit kommunalen Mitteln bis Juni 2014. So wird auch zukünftig das RÜM, als ein Teil des Aufgabenverbundes Jugendberufshilfe, in Kooperation zwischen dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und der Universitätsstadt Marburg, strategische und operative Arbeitsschwerpunkte am Übergang Schule-Beruf übernehmen.

Folgende Themenschwerpunkte wurden weiterverfolgt:

(interkulturelle) Elternarbeit

Die von den Lehrkräften in einer Fortbildungsreihe entwickelten Projekte zur berufsbezogenen Elternarbeit wurden an ihren Schulen durchgeführt und in einem Abschlussmodul ausgewertet. Die Projekte sowie die Erfahrungen, Stolpersteine und Lösungsmöglichkeiten wurden in einer Broschüre in Form einer Handreichung dokumentiert und der Fachöffentlichkeit vorgestellt.

Das RÜM-Team veranstaltete wie bisher schulische und außerschulische, z.T. auch fremdsprachige Elterninformationsveranstaltungen zum dualen Ausbildungssystem, dem Berufsorientierungsprozess und der Rolle der Eltern im Berufswahlprozess ihrer Kinder. Im August 2011 wurde ein Fachtag zum Thema berufsbezogene Elternarbeit durchgeführt. Hier berichteten Lehrkräfte, die an der zuvor genannten Fortbildung teilgenommen hatten, von ihren Erfahrungen in der Elternarbeit. Alle stellten eine positiven Entwicklung und eine verstärkte Zunahme der Elternbeteiligung fest. Dieser Fachtag wurde dokumentiert.

Darüber hinaus konnten weitere Multiplikatoren und Multiplikatorinnen zum Thema Elternarbeit in der Berufsorientierung in Workshops, regionalen und überregionalen Fachtagen und Fachveranstaltungen sowie Studienseminaren informiert und geschult werden. Unter anderem fand ein Runder Tisch Berufswahlpass statt, um einen informellen Austausch zum Thema Berufswahlpass zu ermöglichen. Dieses Angebot nahmen fast alle Schulen und Schulformen in der Region wahr.

Mozaik

Seit Beginn 2010 beteiligt sich das RÜM an dem Begleitprogramm „Mit MigrantInnen für MigrantInnen“. Ziel ist es, durch die Zusammenarbeit mit muttersprachlichen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren insbesondere aus Migrantenorganisationen (MO) die Bildungssituation von jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern und deren Eltern bei der Berufsorientierung ihrer Kinder zu unterstützen. Hierzu benötigen Eltern Informationen über das deutsche Schulsystem, Ansprechpersonen bei Problemen und Möglichkeiten ihre Kinder auf dem Weg in Ausbildung zu begleiten. Um diese Bedarfe zu decken, wurden die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für eine niedrigschwellige Beratung und Begleitung von jungen Menschen und deren Eltern (aus der eigenen MO) gestärkt und zu sogenannten „Bildungsbeauftragten“ qualifiziert.

Es konnten neun Organisationen für eine Kooperation gewonnen, 11 Bildungsbeauftragte in Qualifizierungsveranstaltungen geschult, vereinsinterne Informationsveranstaltungen durchgeführt sowie die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in regionale Netzwerke eingebunden werden. Hieraus entwickelten sich auch Kontakte zwischen Schulen und Migrantenvereinen, die weiterhin ausgebaut und intensiviert werden. Im November wurden die Bildungsbeauftragten für ihr Engagement zertifiziert. Das Projekt wird bis März 2012 weitergeführt.

Transparenz

Im Mai 2010 ging die Homepage des RÜM mit Angebotsseiten für Eltern, Betriebe, Netzwerkpartner, Schulen und Jugendliche unter der Adresse www.ruem-marburg-biedenkopf.de ans Netz. Die Internetseiten werden ständig aktualisiert und Termine, Aktuelles, Produkte und Dokumentationen des Projektes auf ihnen präsentiert.

Um die Transparenz am Übergang Schule-Beruf auszubauen, wurde auch eine Online-Datenbank Übergang Schule-Beruf erstellt. Hier können Träger ihre Maßnahmen und Angebote am Übergang Schule-Beruf einstellen und für Jugendliche, Eltern und Fachkräfte zugänglich machen.

Mit einer durch das RÜM durchgeführten Telefonakquise Ende 2010 konnten für die Online-Praktikumsbörse des Landkreises Marburg-Biedenkopf zahlreiche Betriebe, die Praktikaplätze anbieten, für einen Börseneintrag gewonnen werden.

Zusammenarbeit mit Wirtschaft

In dem vom RÜM in Kooperation mit dem SSA moderierten Netzwerk Dialogforum Arbeitgeber-Schule wurde ein Kriterienkatalog „Qualitätskriterien für betriebliche Praktika“ mit dazugehörigen Verhaltensregeln in Praktika entwickelt. Dieser wurde flächendeckend in der Region an alle Schulen und Betriebe verteilt. Thematische Schwerpunkte in den regelmäßig stattfindenden Treffen waren: Schule-Wirtschaftskooperationen, Ausbildungsreife, Berufswahlpass und Bewerbungsverfahren. Um die Zusammenarbeit der Netzwerkpartner untereinander zu fördern und die direkte Kontaktaufnahme untereinander zu erleichtern, wurde Anfang 2011 eine AG Kontakte gegründet. Die Mitglieder dieses Netzwerkes konnten in verschiedenste Berufsinformationsveranstaltungen eingebunden werden.

Die Zusammenarbeit zwischen Schulen und der regionalen Wirtschaft konnte durch zahlreiche Aktivitäten gestärkt werden, z.B. „Schüler schnuppern Wirtschaftsluft“. Die Wirtschaftsjunioren bieten Schulbesuche und Betriebsbesichtigungen mit dem Ziel an, die Motivation der Jugendlichen durch den persönlichen Kontakt mit Führungskräften aus der Wirtschaft zu stärken. In dem ebenfalls in Zusammenarbeit mit OloV durchgeführten „PeerGroup-Projekt“ berichten Auszubildende in Schulklassen über ihre Erfahrungen auf dem Weg in den Beruf.

Zusammenarbeit mit Modellschulen

Die Zusammenarbeit mit den Modellschulen konnte weiter fortgesetzt werden. RÜM unterstützte und beriet die Schulen bei der Durchführung von Berufsorientierungsveranstaltungen, Berufsorientierungs-Camps oder Elternabenden. An allen Schulen wurden Schulcurricula im Rahmen von OloV entwickelt. Die für die Berufsorientierung zuständigen Schulkoordinatoren und -koordinatorinnen sind in die regionalen Netzwerke eingebunden. An einer Modellschule wurde in Kooperation mit dem RÜM ein schuleigener Berufsorientierungsraum aufgebaut und die Elternarbeit intensiviert. Der Berufsorientierungsraum bietet Raum für alle Themen, Aktionen und Akteure, die am Übergang Schule-Beruf an der Schule zum Einsatz kommen (wie Beratungsgespräche, Elterngespräche, Kompetenzfeststellungen, Berufsberatung, Informationssuche und -vermittlung u.v.m). Beide Angebote konnten in das schulische Berufsorientierungskonzept der Modellschule integriert werden. Außerdem kam aufgrund der gut ausgebauten Netzwerkarbeit des RÜM eine Kooperation Schule-Betrieb zwischen dieser Modellschule, einem Betrieb aus der Region und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf zustande. Diese und eine weitere Modellschule sind mit dem hessischen Gütesiegel Berufs- und Studienorienierung ausgezeichnet worden.

Das regionale Schulraster, welches die Berufsorientierungsaktivitäten aller Haupt- und Realschulen der Region zusammenfasst, um der regionalen Koordinierungsstelle eine gezielte Maßnahmesteuerung und bedarfsgerechte Unterstützung der Schulen zu ermöglichen, wurde durch Angaben der Förderschulen ergänzt. Die Schulkoordinatorinnen und -koordinatoren der Förderschulen nehmen ebenfalls an den SchuKo-Versammlungen teil.

Datenerhebung

Im Juni 2009, im Mai/Juni 2010 und im Mai/ Juni 2011 wurden die Schülerinnen und Schüler der Abgangsklassen (Hauptschulen) sowie der Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung (Berufliche Schulen) befragt, um eine Datengrundlage für die weitere Arbeit zu schaffen. Bereits in den Jahren 2006-2008 gab es ähnliche Befragungen vor Ort, so dass Entwicklungen dargestellt werden können. Die Ergebnisse der Schülerbefragung 2011 werden in den Netzwerken bekanntgegeben.
Als ein Fazit zeigt sich, dass folgende Themen sollten weiterhin bearbeitet und ausgebaut werden sollten:

 

  • Zielgruppengerechte Angebote zur Berufsorientierung und Erweiterung des Berufswahlspektrums von Jugendlichen sollten ausgeweitet und fortgesetzt werden (durch Einbindung von Eltern, der Wirtschaft u.a.);
  • die Attraktivität, Perspektiven und Chancen der dualen Ausbildung sollten frühzeitig aufgezeigt werden (durch Einbindung von Eltern, der Wirtschaft u.a.);
  • Eltern sollten durch zielgruppen- und bedarfsgerechte Angebote in die (schulische) Berufsorientierung aktiv eingebunden werden; auch Peer-Group-Ansätze sind Erfolg versprechend und sollten weiterentwickelt werden;
  • Außerdem sollten Angebote zur Qualifizierung und Stärkung von Lehrkräften im Kontext der zielgruppenbezogenen Berufsorientierung aufrecht erhalten bzw. ausgebaut werden.

 

Es wurde eine Online-Datenbank Übergang Schule-Beruf erstellt und auf der Homepage des RÜM zugänglich gemacht. Hier können Institutionen ihre Maßnahmen und Angebote am Übergang Schule-Beruf bekanntmachen. Mit Hilfe einer Suchmaske können Jugendliche die für sie in der Region passenden Angebote herausfiltern. Es wurde großen Wert auf eine jugendgerechte Sprache gelegt.

Um die Zufriedenheit von Schülerinnen und Schülern am Übergang Schule-Beruf und in der Berufsorientierung zu erfassen, wird gerade ein Online-Fragebogen entwickelt, der die adressatenbezogene Zufriedenheit mit der schulischen Berufsorientierung und die Einstellungen und Erwartungen von Jugendlichen um Übergang Schule-Beruf misst.

Netzwerkarbeit

RÜM moderiert und organisiert verschiedenste Netzwerke und Regionalkonferenzen am Übergang Schule-Beruf mit den Zielen, Transparenz zu schaffen und Netzwerkarbeit zu fördern. Darüber hinaus ist das RÜM in weitere Netzwerke als Teilnehmer eingebunden.

Beteiligung an Veranstaltungen, z.B. Ausbildungstage des KJC, Berufsorientierungsveranstaltung „Komm rein - Mach mit“, Ausbildungsmessen.

Kooperation

Das Regionale Übergangsmanagement hat die OloV-Regionalkoordination für die Region Marburg-Biedenkopf übernommen, moderiert die Treffen der OloV-Steuerungsgruppe und koordiniert die Umsetzung der Zielvereinbarungen.

Veröffentlichungen

 

  • das RÜM Marburg-Biedenkopf beteiligte sich an der Praxis-Publikation des Projektträgers mit einem Beitrag zur berufsbezogenen Elternarbeit;
  • Herausgabe eines Elternflyers in türkischer Sprache; die Flyer wurden an Schulen, Institutionen und Migrantenvereine verteilt;
  • das Plakat „Wie weiter nach der Schule“ soll Transparenz am Übergang Schule-Beruf schaffen; dieses wird vom RÜM in Zusammenarbeit mit OloV gestaltet und demnächst herausgegeben;
  • eine Dokumentation des 2010 an einer Modellschule durchgeführten Berufsorientierungs-Camps wurde von RÜM in Zusammenarbeit mit OloV erstellt;
  • ein Flyer über das Peer-Group-Projekt ist ebenfalls in Zusammenarbeit mit OloV in Arbeit.

 

Mit dem "Rahmenkonzept zur berufsbezogenen (interkulturellen) Elternarbeit" wurde eine handlungsorientierte Konzeption entwickelt, die neben allgemeinen Grundsätzen zur Elternarbeit, eine Aufzählung relevanter Inhalte sowie Überlegungen zu Methoden und konkreten Projektideen beinhaltet. Diese war u. a. Grundlage für eine modulare Lehrkräftefortbildung, die von September 2009 bis Juli 2010 durchgeführt wurde und deren Ziel die Entwicklung von innovativen Elternarbeitsprojekten an den teilnehmenden Schulen war. Als Ergebnis der Fortbildungsreihe wurden an acht Haupt- und Realschulen der Region konkrete Aktivitäten zur berufsbezogenen Elternarbeit geplant und durchgeführt. Die positive Resonanz der Eltern auf die neu geschaffenen Angebote führte dazu, dass die Ansätze weiterentwickelt und nachhaltig implementiert werden sollen. In der bisherigen Projektlaufzeit veranstaltete das RÜM-Team zudem (teils mehrsprachige) Elterninformationsabende zum dualen Ausbildungssystem sowie zur Rolle der Eltern in der Berufsorientierung ihrer Kinder. Diese fanden sowohl in Schulen als auch an außerschulischen Veranstaltungsorten statt. Die hier gewonnenen Erfahrungen werden im weiteren Projektverlauf an Multiplikatoren und Netzwerkpartner weiter gegeben.

Seit April 2009 findet regelmäßig das „Dialogforum Arbeitgeber-Schule“ statt, in dem Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Schule und Jugendhilfe den Übergang Schule-Beruf betreffende Fragestellungen diskutieren. Die Beteiligten haben sich zum Ziel gesetzt, konkrete Vereinbarungen für die Zusammenarbeit in der Region zu treffen. So wurde mit den „Qualitätskriterien für betriebliche Praktika“ ein Kriterienkatalog entwickelt, der einheitliche Standards für Schülerpraktika vorsieht.

Das Vorhaben unterstützt landkreisweit fünf Modellschulen bei der Entwicklung bzw. Fortschreibung der jeweiligen Curricula zur Berufsorientierung. Die Unterstützung umfasst im Wesentlichen die fachliche Beratung der Schulen. Ergänzend werden Fachveranstaltungen (bspw. zum Berufswahlpass) angeboten.

Des Weiteren wurden die Berufsorientierungsaktivitäten aller Haupt- und Realschulen der Region in einem regionalen Schulraster zusammengefasst, um der regionalen Koordinierungsstelle eine gezielte Maßnahmesteuerung und bedarfsgerechte Unterstützung der Schulen zu ermöglichen.

Im Juni 2009 und im Mai/Juni 2010 wurden die Schülerinnen und Schüler der Abgangsklassen (Hauptschulen) sowie der Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung (Berufliche Schulen) befragt, um eine Datengrundlage für die weitere Arbeit zu schaffen. Bereits in den Jahren 2006-2008 gab es ähnliche Befragungen vor Ort, so dass Entwicklungen dargestellt werden können.

Eine Bestandsaufnahme aller Ausschüsse, Arbeitskreise und Foren diente als Grundlage für einen Umstrukturierungsprozess der regionalen Gremienstruktur am Übergang Schule-Beruf. Vor diesem Hintergrund wurde ein struktureller Weiterentwicklungsvorschlag erarbeitet, der mit den regionalen Arbeitsmarktakteuren abgestimmt und gemeinsam verabschiedet wurde. Die „Gremienstruktur“ dient dazu, allen Akteuren die vorhandenen Netzwerke transparent zu machen, Berichtswege zwischen den verschiedenen Arbeitsgruppen und Versammlungen festzulegen und die personelle Zusammensetzung einzelner Gremien zu regeln. Ferner wurde die regionale Steuerungsgruppe Schule-Beruf aufgewertet. Dort wird zukünftig einmal pro Jahr auch die obere Leitungsebene aller regionalen Partner vertreten sein.

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

Erhebungen

 
Förderung
Durchführung