RÜM Dortmund
Zeitgewinn-Agentur. Regionales Übergangsmanagement in Dortmund. Modellhafte Umsetzung eines strategischen Konzeptes zur strukturellen Verbesserung der Kooperation der regionalen Akteure im Bereich Übergang Schule-Beruf
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Übersicht

Kontakt

Birgit Klein
Schulverwaltungsamt Stadt Dortmund
Regionales Bildungsbüro
Kleppingstr. 21-23
44135 Dortmund

Tel.: 0231-50 2 46 78
E-Mail: bklein@stadtdo.de

www.rbb.dortmund.de  

Ausgangslage

Schulverwaltungsamt, Jugendamt und Familienprojekt sind in Dortmund bereits seit den 90er Jahren in einem Dezernat zusammen gefasst. Schulverwaltungsamt und Schulamt arbeiten abgestimmt im Fachbereich Schule zusammen. Die Wirtschaftsförderung Dortmund beteiligt sich an den Projekten zum Übergangsmanagement. Kommunale Koordinierungs-Strukturen sind mit der vom Oberbürgermeister im Jahr 2000 berufenen Bildungskommission und dem 2002 als operative Einheit beim Fachbereich Schule der Stadt Dortmund eingerichteten Regionalen Bildungsbüro bereits seit einigen Jahren vorhanden. Es bietet Beratung, Vermittlung, Qualifizierung, Koordinierung, Projektentwicklung und -begleitung in den folgenden Handlungsfeldern an:

  • Schulentwicklung,
  • Medienentwicklung,
  • Übergang Schule – Arbeitswelt,
  • Schulpsychologische Beratung,
  • Bildungspartnerschaften.

Das Handlungsfeld Übergang Schule – Arbeitswelt ist mit Ratsbeschluss von Mai 2005 hinzugekommen. Auf Initiative des Oberbürgermeisters wurde das "Zeitgewinn-Projekt" ins Leben gerufen. Die Vermeidung von Zeitverlust wurde zu einem Leitthema für mehr Qualität im Übergang gemacht und das Regionale Bildungsbüro mit seiner operativen Umsetzung beauftragt. Ein Zeitgewinn-Beirat "Regionales Übergangsmanagement Schule - Arbeitswelt" wurde vom Oberbürgermeister einberufen, in dem Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Dortmund, der Schulen, der Wirtschaft, der Kammern und Sozialverbände gemeinsam daran arbeiten, mehr Qualität und Effektivität im Übergangsmanagement für alle Jugendlichen zu erzielen.   
 

Ziele

Ziel des Vorhabens ist es, eine funktionsfähige Zeitgewinn-Agentur aufzubauen, die verschiedene zentrale Funktionen des lokalen Übergangsmanagements vereinigt. Sie soll als Serviceeinrichtung für die Partner im Übergangssystem fungieren und operativ verantwortlich sein für die weitere Gestaltung des lokalen Übergangssystems. Mit der Etablierung der Zeitgewinn-Agentur wird eine stärkere intrakommunale, fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit sowie ein zunehmend höheres Niveau wechselseitiger Verbindlichkeit in der Kooperation mit den Übergangs-Partnern außerhalb der städtischen Verwaltung angestrebt. Nachdem in der Dortmunder Stadtgesellschaft und zwischen allen zentralen Übergangs-Akteuren ein breiter und tragfähiger Konsens über die Notwendigkeit kommunaler Koordinierung herrscht und hierfür wichtige Vorarbeiten geleistet sind, soll die knapp vierjährige Laufzeit des Vorhabens genutzt werden, um mit zunehmender Verbindlichkeit Instrumente und Routinen für die Zusammenarbeit vor Ort zu entwickeln, ein funktionierendes Qualitätsmanagement aufzubauen und eine politische Legitimation sowie eine gute öffentliche Verankerung zu erreichen. Besonderen Stellenwert haben die Berufskollegs. Langfristiges Ziel ist die Weiterentwicklung der Berufskollegs zu regionalen Berufsbildungszentren für Jugendliche.

Umsetzungsstrategie

Eine Grundlage für die Verstärkung und Konsolidierung der kommunalen Kooperation werden Monitoring / Berichterstattung zu den Übergangsverläufen Jugendlicher sein.

Verbindliche, ressourcengestützten Kooperationsmöglichkeiten mit anderen wichtigen Akteuren im Übergangssystem, insbesondere Agentur für Arbeit, ARGE, aber auch mit dem Land NRW als Schulaufsicht und mit der Regionalagentur sollen ausgelotet werden. Die Fortbildung beziehungsweise Qualifizierung des Personals kann dabei zur Nachhaltigkeit beitragen. Die Zusammenarbeit mit Verbänden und Vereinen, insbesondere auch Migrantenorganisationen, Elternvereinen als informelle Partner im Bildungs- und Übergangssystem soll verstärkt werden.

Am Ende des vierjährigen Vorhabens soll auf der Grundlage eines abgestimmten Leitbildes Übergang Schule-Arbeitswelt die Zeitgewinn Agentur im Regionalen Bildungsbüro des Fachbereichs Schule der Stadt Dortmund realisiert und nachhaltig verankert sein.    

Umsetzungsstand August 2011

Seit diesem Schuljahr nimmt die Stadt Dortmund erstmals an dem Online-Anmeldeverfahren „Schüler Online“ teil. Schülerinnen und Schüler konnten sich mit diesem Verfahren im Internet für ein Dortmunder Berufskolleg, die Sekundarstufe II einer allgemeinbildenden Schule oder zur Berufsschule anmelden. Für jede dieser drei Möglichkeiten ist jeweils eine Anmeldung möglich. „Schüler Online“ bietet darüber hinaus einen guten Überblick über die Bildungsgänge an den Berufskollegs und den weiterführenden Schulen und ist damit eine gute Entscheidungshilfe.

Erste Erfahrungen zeigen, dass die Anmeldezahlen aufgrund der Vermeidung von Mehrfachanmeldungen an den Berufskollegs um 800 zurückgegangen sind. Eine weitere Erkenntnis ist, dass sich das Anmeldeverhalten mit Blick auf die gymnasiale Oberstufe an Gesamtschulen und Gymnasien verändert hat. Die Oberstufe an einer Gesamtschule wird im Verhältnis 2:1 gegenüber den Gymnasien bevorzugt angewählt.

Der erste Durchlauf ist gelungen. Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen konnten im Vorfeld besser beraten werden.

Zur Vorbereitung auf den Übergang an die Berufskollegs haben Fortbildungen mit dem Thema „Die Vielfalt der Dortmunder Berufskollegs - Anschlüsse und Abschlüsse“ für die Klassenlehrer und Klassenlehrerinnen der Abgangsklassen der allgemeinbildenden Schulen stattgefunden. Die Konzeptentwicklung und Durchführung erfolgte in Kooperation mit 16 Beratungslehrerinnen und Beratungslehrer der Berufskollegs.

Der erste Dortmunder Berufsintegrationsbericht 2010 ist im Januar 2011 erschienen. Der Bericht enthält Daten über den dualen Ausbildungsmarkt in Dortmund, Jugendliche in Sondermaßnahmen der Arbeitsverwaltung, die Situation an Berufskollegs im Übergang Schule - Beruf sowie die Verbleibsdaten der Abgänger und Abgängerinnen der 10. Klassen von allgemeinbildenden Schulen in Dortmund. Eine Fortschreibung wird im Spätherbst 2011 veröffentlicht.

Seit Oktober 2010 hat die Anlaufstelle für berufsschulpflichtige Jugendliche die direkte Verteilung von nicht versorgten berufsschulpflichtigen Jugendlichen auf die Dortmunder Berufskollegs übernommen. In der Regel werden die Jugendlichen in Klassen für Schüler und Schülerinnen ohne Berufsausbildungsverhältnis (KSoB) integriert. Sie gehen zwei Tage in der Woche in die Schule und arbeiten drei Tage in der Woche in einem Praktikumsbetrieb. Die unbürokratische Hilfe wurde in Dortmund gut angenommen und wird von den Jugendlichen sowie von den unterschiedlichsten Akteuren (Jobcenter Dortmund, Agentur für Arbeit, allgemeinbildende Schule, Bezirksregierung Arnsberg, Jugendhilfe, u.v.m) genutzt.
Im Zeitraum Oktober 2010 bis Juni 2011 konnten über 90 nicht versorgte Schülerinnen und Schüler an Dortmunder Berufskollegs vermittelt werden.

Für Lehrer/Lehrerinnen und Schulsozialarbeiter Schulsozialarbeiterinnen an Dortmunder Schulen wurde von Februar bis Juni 2011 die viertägige Fortbildung „Mädchen und Jungen im Blick - Geschlechterbewusste Pädagogik in weiterführenden Schulen“ angeboten. Die Fortbildung bestand aus vier Modulen und hat sowohl Gender-Theorien als auch die praktische Umsetzung von einzelnen Projekten beinhaltet.
Voraussetzung für die Teilnahme war, dass von jeder teilnehmenden Schule eine Frau und ein Mann als „Tandem“ teilgenommen haben.
Die Fortbildung ist bei den Teilnehmenden auf sehr positive Resonanz gestoßen und wird voraussichtlich im kommenden Jahr für weitere Teilnehmer und Teilnehmerinnen wiederholt.

Im Oktober 2011 findet bereits zum zweiten Mal der „Tag der Zweiten Chance“ statt. Im Zeitgewinn-Netzwerk „Zweite Chancen sichern“ haben sich 58 Anbieter von Aus- und Weiterbildung zusammengeschlossen, die Jugendlichen und Erwachsenen einen (Wieder-)Einstieg in systematische Bildung ermöglichen. Beim „Tag der Zweiten Chance“ präsentieren die Anbieter sich und ihre Angebote in der Dortmunder Innenstadt.

Wichtige Schritte auf dem Weg zur Weiterentwicklung der Berufskollegs zu Regionalen Berufsbildungszentren sind eingeleitet worden. Im Juni 2011 fand auf Einladung des Oberbürgermeisters der Stadt Dortmund ein erstes Abstimmungsgespräch mit Vertreterinnen des Ministeriums für Schule und Weiterbildung und der Bezirksregierung Arnsberg (obere Schulaufsichtsbehörde), den Schulleitungen der Berufskollegs und Projektmitarbeiterinnen statt.

Der grundlegende Strukturwandel, die demografische Entwicklung und der zukünftige Fachkräftebedarf stellen vielfältige neue organisatorische und mit dem Blick auf regionale Partnerschaften auch kooperative Anforderungen besonders auch an die Berufskollegs. Die Bedeutung der beruflichen Schulen als regionale Standortfaktoren und als Dienstleister mit einer ausgeprägten Orientierung an den Bedarfen und Interessen der Schülerinnen und Schüler sowie den dualen Bildungspartnern, aber auch eine kontinuierliche, messbare Qualitätssteigerung der schulischen Arbeit geraten immer stärker in das Blickfeld aller an beruflicher Bildung Beteiligten.
Unter den Aspekten größere Selbstständigkeit, umfassendere Gesamtverantwortung, neues
Schulmanagement und neue Personalsteuerung soll in den nächsten Jahren die Entwicklung der Dortmunder Berufskollegs zu Berufsbildungszentren erprobt werden.

 

 

 
Förderung
Durchführung