Herford
Kreis Herford, Nordrhein-Westfalen, Förderlaufzeit: 01.05.2008- 31.03.2012


Kontakt

Martina Soddemann (Projektleitung)
Kreis Herford
Jugend, Schule und Kultur - Bildung, Beratung und Kultur
Amtshausstr. 3
32051 Herford

Tel.: 05221-13--1467   
E-Mail: m.soddemann@kreis-herford.de

www.kreis-herford.de


Der Kreis Herford hat ca. 250.000 Einwohner. Mit neun Städten und Gemeinden gehört er zum Regierungsbezirk Detmold, der mit fünf weiteren Kreisen und der kreisfreien Stadt Bielefeld die Region Ostwestfalen-Lippe (OWL) bildet.

Aufgrund der seit längerem angespannten Lage auf dem Ausbildungsstellenmarkt, der sich auch in der zweitschlechtesten Angebot-/Nachfrage-Relation in OWL ausdrückt, haben sich die Chancen für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf, aber auch für Jugendliche mit schlechtem oder durchschnittlichem Hauptschulabschluss auf einen regulären Ausbildungsplatz im dualen System und damit auf den Erwerb eines Berufsabschlusses in den Jahren vor dem Projektbeginn verschlechtert. Deutlich wurde dies vor allem an der hohen Quote von Altbewerberinnen bzw. Altbewerbern sowie an der wachsenden Anzahl von Schülerinnen und Schülern, die nach dem Ende der allgemeinbildenden Schule einen berufsvorbereitenden Bildungsgang an einem der fünf öffentlichen Berufskollegs des Kreises Herford besuchen.

Im Gegensatz zu anderen Regionen wird der demografische Wandel im Kreis Herford die Situation auf dem Ausbildungsmarkt erst mit mehrjähriger Verzögerung merklich beeinflussen. Diese Situation erfordert ein systematisches und regional abgestimmtes Übergangsmanagement in den allgemeinbildenden Schulen. Um dies zu erreichen, hat der Kreis Herford bereits in der Vergangenheit eine Reihe von Aktivitäten gebündelt, zu denen auch mehrere Maßnahmen der Berufsorientierung gehörten. Die KURS-Kooperationen zwischen jeweils einem Unternehmen der Region und einer Schule werden aktuell vom Kreis Herford initiiert und begleitet. Als zusätzliches Steuerungsinstrument wird ein zentrales Anmeldesystem (SchülerOnline) an den Berufskollegs eingesetzt. Dementsprechend muss ein regionales Übergangsmanagement zukünftig auch den Übergang von den und in die berufsvorbereitende(n) Bildungsgänge(n) und Maßnahmen in den Blick nehmen. Dies sollte über die Netzwerkbildung und die weiteren Aktivitäten im Rahmen des Projektes erreicht werden. Umsetzende Stelle war das Bildungsbüro des Kreises Herford, das bereits 1999 in Übereinstimmung zwischen dem Kreis und seinen Städten und Gemeinden eingerichtet wurde. Grundsätzlich versteht sich das Bildungsbüro als Dienstleister und Unterstützer für die im Bildungsbereich tätigen Institutionen. 

Ziel des Projektes war die Etablierung eines regionalen Netzwerks zur Entwicklung und Einführung eines systematischen Übergangsmanagements im Bereich der Berufskollegs. Dies geschah auf der Grundlage und unter Berücksichtigung der bereits im allgemeinbildenden Bereich vorhandenen und etablierten Maßnahmen sowie der vorhandenen Kommunikations- und Netzwerkstrukturen im Kreis Herford.

Die umfangreiche Ermittlung und Dokumentation des Zustandes des Übergangssystems an der Schnittstelle Schule-Beruf war eine wichtige Grundlage für die Planung von Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der Situation in der Region beitragen konnten. Darum wurde 2009 eine Stärken- und Schwächen-Analyse im Bereich der in den Berufskollegs etablierten berufsvorbereitenden Bildungsgänge durchgeführt. Die inhaltliche Ausrichtung und die von den Berufskollegs praktizierten Maßnahmen zur Vermittlung der Jugendlichen in ein adäquates Ausbildungsangebot standen im Fokus der Untersuchung. Die Erwartungen und Einschätzungen von Jugendlichen, Lehrkräften, Wirtschaftsvertreterinnen und -vertretern und weiteren Akteuren des Übergangssystems wurden eingeholt, um Verbesserungspotenziale identifizieren zu können. Auf der Grundlage der Analyse und der darin enthaltenen Empfehlungen findet seit November 2009 die Konsolidierung und Abstimmung der bereits vorhandenen Aktivitäten innerhalb des Netzwerks statt. Auch die Priorisierung der vielfältigen Herausforderungen an der Schnittstelle zwischen Schule und Beruf, die von den Projektpartnern sehr unterschiedlich gewichtet wurden, konnte mit Hilfe der wissenschaftlichen Betrachtung beschleunigt werden.

Innerhalb der regionalen Bildungsgremienstruktur war das Koordinierungsgespräch in der frühen Projektphase ein wichtiges Instrument zum Erreichen der beschriebenen Ziele. Durch die Beteiligung von Vertreterinnen und Vertretern der Berufskollegs, der Agentur für Arbeit und der Arge (inzwischen Jobcenter) eigneten sich die Sitzungen dieser Gruppe besonders gut, um eine gemeinsame Strategie für die Weiterentwicklung des Übergangssystems abzustimmen.

Im Anschluss an die konzeptionellen Vorarbeiten wurde die konkrete Umsetzung für das Schuljahr 2009/2010 in Angriff genommen. Dazu gehörte auch der Einsatz von Maßnahmen, die gemeinsam mit den Partnerinstitutionen vorbereitet und teilweise neu konzipiert wurden.

Das Projekt war auf die Gruppe der Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf fokussiert. Aufgrund ihrer individuellen Voraussetzungen schaffen viele dieser jungen Menschen den direkten Einstieg in eine Berufsausbildung nicht. Als alternative Anschlussoption nach dem Ende der allgemeinbildenden Schule werden häufig berufsvorbereitende Bildungsgänge genutzt, um weitere Qualifikationen für den Ausbildungsmarkt zu sammeln. Auch aus diesem Grund definiert „Perspektive Berufsabschluss“ im Kreis Herford die schulische Berufsvorbereitung als Mittelpunkt der Netzwerkaktivitäten. Die Klassen für Jugendliche ohne Berufsausbildungsverhältnis, die Maßnahmeklassen, das Berufsorientierungsjahr und das Berufsgrundschuljahr, boten neben einem Zugang zur Zielgruppe auch diverse Verbesserungspotenziale, die durch die Stärken- und Schwächen-Analyse bestimmt werden konnten. Hinzu kam mit Einschränkungen das erste Jahr der Berufsfachschule, das zumindest von einem Teil der Schülerinnen und Schüler nicht als zielgerichteter Bildungsgang sondern eher als Übergangslösung genutzt wurde. Als flankierende Maßnahme wurde geprüft, inwieweit eine individuelle Unterstützung und Förderung für Jugendliche – zum Beispiel durch Sprachförderangebote in den Fachklassen des dualen Systems – erforderlich ist, um frühzeitig einen Ausbildungsabbruch zu vermeiden.

Im Projektverlauf wurde auch die Berufsorientierung an abgebenden Schulen immer stärker berücksichtigt. Insbesondere Studien- und Berufswahlkoordinatorinnen und -koordinatoren unterstützten „Perspektive Berufsabschluss“ in Arbeitsfeldern wie der Herstellung von mehr Transparenz im gesamten Übergangssystem oder der stärkeren Verknüpfung verschiedener Bildungsinstitutionen. 

Projektpartner: Wesentliche Partner waren die Berufskollegs, die Agentur für Arbeit, das Jobcenter, die Kammern, der Arbeitgeberverband, die Gewerkschaften, die Wirtschaftsförderung des Kreises und der Stadt Herford, die Kommunen, die allgemeinbildenden Schulen, die Bildungsträger, die Bezirksregierung und der Jugendmigrationsdienst. Durch die Projektaktivitäten hat sich die Unterstützungsbereitschaft sowohl durch Institutionen als auch durch Einzelpersonen quantitativ und qualitativ stark weiterentwickelt.

Zentrale Aktivitäten innerhalb der Förderphase des Projektes

Schwerpunkt: Identifizierung von Verbesserungspotenzialen / Weiterentwicklung der Übergangsangebote

Im Jahr 2009 wurde im Auftrag des Herforder Projekts eine Stärken- und Schwächen-Analyse der berufsvorbereitenden Bildungsgänge und deren Umfeld durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Studie bilden seitdem, gemeinsam mit den weiteren Zielen des regionalen Übergangsmanagements, die Grundlage für die Arbeit. Auch innerhalb der Schulentwicklungsplanung, die vom Schulträger und den Berufskollegs in einem dialogischen Verfahren durchgeführt wird, sind die Studienergebnisse ein zentraler Ansatzpunkt für die Weiterentwicklung der berufsvorbereitenden Bildungsgänge. Alle Maßnahmen von “Perspektive Berufsabschluss“ im Kreis Herford können den Empfehlungen aus der Stärken- und Schwächen-Analyse und den Programmschwerpunkten zugeordnet werden.

In der Zeit von Dezember 2010 bis März 2012 wurden insgesamt sieben Workshops für Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte der fünf öffentlichen Berufskollegs des Kreises Herford durchgeführt. Auch dies war ein direktes Ergebnis der Stärken- und Schwächen-Analyse. Der Endbericht beinhaltet die Empfehlung zur Weiterqualifizierung des Bildungspersonals, das in der Berufsvorbereitung eingesetzt wird. In der Arbeitsgruppe Berufsvorbereitung der Schulentwicklungsplanung – an der neben Vertretungen der Schulen auch das RÜM Herford beteiligt ist – wurde darüber diskutiert, wie sich ein langfristig ausgerichtetes Fortbildungskonzept umsetzen lässt. Es ist geplant, dass in jedem Halbjahr ein Unterstützungsangebot für die Zielgruppe stattfinden soll.

Zum Auftakt hatten insgesamt 45 Lehrkräfte und sozialpädagogische Fachkräfte die Gelegenheit, sich in zweitägigen Workshops mit dem eigenen Verhalten in schwierigen Situationen auseinanderzusetzen und einen alternativen Führungsstil kennenzulernen. Die Durchführung dieser Basisqualifizierung wurde durch Projektmittel ermöglicht. Die Evaluation hat ergeben, dass die Teilnehmenden die Inhalte der Workshops nicht nur als hilfreich empfunden haben, sondern oft auch in der Praxis anwenden konnten. Aufgrund der großen Nachfrage wurde im Oktober 2011 ein weiterer Termin angeboten. Außerdem konnten sich interessierte Personen in einem Aufbauseminar vertiefend mit dem Thema auseinandersetzen. In dieser zweiten Qualifizierungsrunde beteiligten sich die Berufskollegs an den Kosten, was auch für kommende Maßnahmen in der Zeit nach dem Projektende vorgesehen ist. Die beiden letzten Workshops im März 2012 konzentrierten sich inhaltlich auf das Thema Gewaltprävention, das im Rahmen der Evaluation früherer Angebote von Lehrkräften als besonders relevant eingestuft wurde.

Schwerpunkt: Bestandsaufnahme / Herstellung von Transparenz

Das RÜM und seine Partnerinstitutionen haben sich mit einer Reihe von Veranstaltungen und Veröffentlichungen darum bemüht, verschiedene Zielgruppen umfangreich über alle Angebote im Übergang zwischen Schule und Beruf zu informieren. In diesem Zusammenhang sind sowohl Übersichten zu den berufsvorbereitenden Bildungsgängen der Berufskollegs als auch zu den Berufsorientierungskonzepten der allgemeinbildenden Schulen erschienen. Jungen Menschen dabei zu helfen, alle Optionen richtig einzuschätzen und einen individuell passenden Weg zu wählen, war eines der Hauptziele dieser Anstrengungen. Allerdings sollten auch  Beraterinnen und Berater in unterschiedlichen Institutionen (Schule, Bildungsträger, Wirtschaft etc.) durch kompakte Informationen dazu befähigt werden, Veränderungen in der Angebotsstruktur schnell berücksichtigen zu können.

Eine aktualisierte und erweiterte Fassung der im Jahr 2010 erstmalig erstellten Übersicht zur Berufsorientierung im Kreis Herford wurde im Juni 2011 als Online-Dokument veröffentlicht. Erneut werden die Berufsorientierungskonzepte fast aller allgemeinbildenden Schulen der Region im Detail vorgestellt. Darüber hinaus enthält die Broschüre auch weiterführende Informationen zu den einzelnen Maßnahmen. Zusätzlich wird über die berufsvorbereitenden Bildungsgänge der Berufskollegs informiert. Eine gekürzte, gedruckte Version, die sich in erster Linie an ausbildungsinteressierte Betriebe wendet, wurde ebenfalls erstellt und mit Hilfe der Projektpartner verteilt.

Schwerpunkt: Stärkung von Kooperationen

Aufgrund der langjährigen Netzwerkarbeit des Bildungsbüros des Kreises Herford waren zu Projektbeginn bereits eine Reihe von Partnerschaften, Planungsgremien und Arbeitsgruppen zwischen Institutionen aus den Bereichen Wirtschaft, Bildung und Verwaltung etabliert. Darum konnte das RÜM schon früh innerhalb klarer Strukturen als Impulsgeber fungieren und neue Wege in der Zusammenarbeit aufzeigen. Insbesondere im Rahmen der dialogischen Schulentwicklungsplanung der Berufskollegs war es möglich, Maßnahmen auf Basis der Empfehlungen aus der Stärken- und Schwächen-Analyse zu entwickeln.

Durch das RÜM wurden auch Akteure an Planungsprozessen beteiligt, die in der Vergangenheit in erster Linie über Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in die Strukturen der Bildungslandschaft eingebunden waren oder ihre Angebote immer wieder neu in einzelnen Vereinbarungen abstimmen mussten. Die enge Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Herford ermöglichte die Kooperation mit den Bildungsträgern vor Ort. Konkrete Ergebnisse der Zusammenarbeit waren eine Veranstaltung und Informationsmaterial zu den regional verfügbaren Angeboten der Berufsorientierung. Die Adressaten waren Berufswahlkoordinatorinnen und -koordinatoren aller Schulformen. Außerdem wurden Mindeststandards für die gemeinsame Betreuung und Beschulung von jungen Menschen an der Schnittstelle zwischen berufsvorbereitender Maßnahme und Berufskolleg vereinbart.

Das RÜM ist durch die Projektleitung und den Projektmitarbeiter in einer Vielzahl der Steuerungsgremien und operativen Arbeitsgruppen der Bildungsregion Herford und darüber hinaus vertreten. Oft werden Informationen aus dem Projekt auch über weitere Mitarbeiter des Amtes für Jugend, Schule und Kultur transportiert.

Die Koordinierungsgruppe ist seit vielen Jahren ein etabliertes Gremium innerhalb der Bildungsregion Herford. Bis zum Jahr 2010 bemühten sich die Teilnehmenden in erster Linie darum, gemeinsam die nach dem Ende der Sekundarstufe I verfügbaren Bildungsangebote abzustimmen und zu organisieren. Darum bot das Gremium Ansätze für die frühen Projektaktivitäten von “Perspektive Berufsabschluss“. Die schnelle und gezielte Durchführung der Stärken- und Schwächen-Analyse war beispielsweise nur möglich, weil die Teilnehmenden der Koordinierungsgruppe zeitnah über alle Pläne informiert wurden und so die Möglichkeit hatten, den Prozess aktiv zu begleiten. Zum damaligen Zeitpunkt nahmen bereits die Leitungen aller fünf öffentlichen Berufskollegs sowie der U25-Abteilungen der Agentur für Arbeit und der Arge (heutiges Jobcenter) an den Sitzungen teil.

Im Projektverlauf wurde deutlich, dass die Beteiligung weiterer Institutionen sinnvoll ist, um gemeinsam mit den relevanten Akteuren an allen Herausforderungen des Übergangssystems zwischen Schule und Beruf arbeiten zu können. Die Erweiterung der Koordinierungsgruppe wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 2010 vorangetrieben. Inzwischen wurde das Gremium mit dem von Landesseite vorgeschriebenen Beirat Schule-Beruf zusammengeführt. Das Regionale Übergangsmanagement fungierte als Impulsgeber und war an der Ausarbeitung der Geschäftsordnung, die neben der Beteiligung auch die Aufgaben regelt, maßgeblich beteiligt. Als das Hauptgremium des Übergangsmanagements ist die neu formierte Koordinierungsgruppe darauf vorbereitet, auch nach Projektende die Ziele von “Perspektive Berufsabschluss“ weiter zu verfolgen. Sie ist, ebenso wie die Arbeitsgruppen der Schulentwicklungsplanung, ein fester Bestandteil der Strategie zur Sicherung der Nachhaltigkeit des Herforder Projektes.

Die Mitglieder der Koordinierungsgruppe Schule und Beruf sind:

  • der Schulaufsichtsbeamte für die Hauptschulen des Schulamtes für den Kreis Herford,
  • die Teamleitung U25/ Berufsberatung der Agentur für Arbeit Herford,
  • die Teamleitung U25/ Berufsberatung der Arbeitsgemeinschaft für Arbeit im Kreis Herford,
  • die Leitungen der fünf Berufskollegs in Trägerschaft des Kreises Herford,
  • je eine Berufswahlkoordinatorin bzw. ein Berufswahlkoordinator jeder allgemein bildenden Schulform im Kreis Herford,
  • eine Vertreterin/ ein Vertreter des Arbeitgeberverbandes Herford e.V.,
  • eine Vertreterin/ ein Vertreter der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld,
  • eine Vertreterin/ ein Vertreter der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld,
  • eine Vertreterin/ ein Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes Region Ostwestfalen-Lippe,
  • eine Vertreterin/ ein Vertreter der Initiative Wirtschaftsstandort Kreis Herford e.V.,
  • eine Vertreterin/ ein Vertreter der Jugendhilfe der Städte und Gemeinden im Kreis Herford,
  • eine Vertreterin/ ein Vertreter des Regionalen Leitungsteams,
  • eine Verantwortliche/ ein Verantwortlicher für den Bereich Wirtschaftsförderung der Stadt Herford,
  • Vertreter und Vertreterinnen des Kreises Herford – Jugend, Schule und Kultur.

Nach einer Priorisierung der Verbesserungspotenziale entschieden die Teilnehmenden, dass die Förderung des direkten Übergangs von der Sekundarstufe I in die duale Ausbildung das Schwerpunktthema der ersten Sitzungen sein sollte. Nachdem in diesem Zusammenhang bereits verschiedene Maßnahmen geplant und umgesetzt wurden, konnte mit einer Qualitätsdiskussion hinsichtlich der Berufsorientierung begonnen werden.

Schwerpunkt: Koordinierende Aufgaben innerhalb der Berufsorientierung

Die Abstimmung von berufsorientierenden Angeboten an allgemeinbildenden Schulen mit den Inhalten und Anforderungen der Bildungsgänge der Berufskollegs erfordert die schulformübergreifende Einbeziehung von Berufswahlkoordinatorinnen und -koordinatoren. Diese Strategie wurde bereits in der frühen Projektphase verfolgt und hat zwischenzeitlich zum Aufbau einer stabilen Kooperation mit den Lehrkräften geführt, die an abgebenden Schulen für die Erstellung und Umsetzung von Berufsorientierungskonzepten verantwortlich sind.

Die Sensibilisierung für die Aufgaben und Ziele von "Perspektive Berufsabschluss" konnte in der Region Herford kontinuierlich vorangetrieben werden. Durch das Engagement der Berufswahlkoordinatorinnen und -koordinatoren ist es gelungen, eine aussagekräftige Übersicht zu den Maßnahmen der Berufsorientierung im Kreis Herford zu erstellen. 25 der insgesamt 34 SEK-I-Schulen machten detaillierte Auskünfte zu ihren Konzepten. Darüber hinaus enthält die Übersicht Erklärungen zu den einzelnen Maßnahmen, um es den aufnehmenden Bildungseinrichtungen zu ermöglichen, den gesamten Prozess nachzuvollziehen.

Koordinierende Aufgaben bei der Durchführung und Vermittlung berufsorientierender Maßnahmen wurden ebenfalls im Rahmen des Projektes übernommen. So wurde das Angebot in diesem Bereich in mehreren Sitzungen mit Vertreterinnen und Vertretern lokal aktiver Bildungsträger zusammengefasst und den Schulen in Form eines gemeinsam entwickelten und abgestimmten Newsletters zur Verfügung gestellt. Auch die Kooperation zwischen der Bezirksregierung, der Landesstiftung Partner für Schule, den vier im Kreis beteiligten Schulen und dem zuständigen Träger zur Durchführung des Berufsorientierungsprogramms "STARTKLAR! Mit Praxis fit für die Ausbildung" wird vom Herforder Projet begleitet.

Das RÜM war besonders in den letzten beiden Jahren der Förderphase an der Vorbereitung und Durchführung verschiedener Veranstaltungen für die Zielgruppe beteiligt. Teilweise beschränkte sich die Unterstützung auf die gezielte Weitergabe von Informationen, mehrfach war die Kreisverwaltung aber auch für die übergeordnete Organisation zuständig. Zwei Mal wurden junge Menschen eingeladen, um sich bei den “Last-Minute-Angeboten für Schulabgänger/innen“ einen Ausbildungsplatz zu sichern oder ein anderes Anschlussangebot wahrzunehmen. Außerdem konnten sich Förderschülerinnen und Förderschüler mit Hilfe der Berufskollegs in den Jahren 2011 und 2012 in jeweils einer zentralen Veranstaltung im Kreishaus über die schulische Berufsvorbereitung informieren.

Der “Tag der Ausbildungschance“, der jährlich von der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer veranstaltet wird und das „komm auf Tour“-Projekt, das in der Region von der Stadt Herford organisiert wurde, konnten ebenfalls unterstützt werden.
Durch das gut ausgebaute Bildungsnetzwerk im Kreis Herford und die Vorbereitung innerhalb der Koordinierungsgruppe Schule und Beruf war es möglich, bei beiden Veranstaltungen eine breite institutionelle Beteiligung zu sichern. So konnten den interessierten jungen Menschen nicht nur offene Ausbildungsplätze vorgestellt werden, sondern auch Alternativen, wie der neu eingeführte freiwillige Zivildienst oder der freiwillige Wehrdienst.

Ergebnisse

Am Ende der Förderphase kann das gut ausgebaute Netzwerk zur Bearbeitung der Herausforderungen an der Schnittstelle zwischen Schule und Beruf als zentraler Erfolg von „Perspektive Berufsabschluss“ in der Region Herford bezeichnet werden. Nahezu alle Instituitionen haben während der Projektlaufzeit ihr Engagement in den Bereichen Berufsorientierung, Berufsvorbereitung, Beratung und Ausbildung intensiviert und ihre jeweiligen Angebote besser miteinander abgestimmt als zuvor. Die personelle und inhaltliche Erweiterung der Koordinierungsgruppe zum zentralen Gremium des regionalen Übergangsmanagements sichert auch zukünftig die enge Kooperation aller Projektpartner.

Sowohl die übergeordneten Zielsetzungen von „Perspektive Berufsabschluss“ als auch die im Rahmen der Umsetzung des Projekts gewonnenen Erkenntnisse können durch den Transfer in die regionalen Bildungsgremien langfristig wirken. So bleiben die Empfehlungen der „Stärken- und Schwächen-Analyse“ beispielsweise weiterhin eine wichtige Grundlage für die Schulentwicklungsplanung der Berufskollegs und eine regionale Koordinierung ist fester Bestandteil des Zielsystems, das im Januar 2012 von der Bildungskonferenz verabschiedet wurde.

Insgesamt wurden mit dem Projekt anknüpfungsfähige Strukturen geschaffen, die auch in Zukunft eine wichtige Basis für die Weiterentwicklung der Bildungsregion darstellen. Kommenden Herausforderungen, wie dem demografischen Wandel, dem drohenden Fachkräftemangel und den Bemühungen zur flächendeckenden Systematisierung des Übergangssystems in NRW, kann in der Region Herford mit einem starken Netzwerk begegnet werden.

Auf der Basis der Stärken- und Schwächen-Analyse der berufsvorbereitenden Bildungsgänge und Maßnahmen bildeten für die Arbeit des Kreises Herford zum Regionalen Übergangsmanagement im Jahr 2011 die Ausweitung und Intensivierung der Netzwerkarbeit sowie auf die Verbesserung der Kooperation der Schulen einen wesentlichen Schwerpunkt. Folgende Ergebnisse und Maßnahmen wurden von Perspektive Berufsabschluss im Kreis Herford erzielt, eingeleitet oder begleitet:

Eine wichtige Grundlage der weiteren Arbeit zur Planung und Gestaltung des Regionalen Übergangsmanagements bildet der in 2010 veröffentlichte Bericht zum Ausbildungsmarktmonitoring des Kreises Herford, der von der Sozialforschungsstelle Dortmund und der Technischen Universität Dortmund erstellt wurde.
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Das Regionale Übergangsmanagement Herford wird über die Arbeit im Projekt mehr und mehr zu einem wichtigen Partner bei der Schulentwicklungsplanung der Berufskollegs im Rahmen der AG Berufsvorbereitung. Es wirkt mit in der Matchinggruppe zur Abstimmung von Anschlussangeboten nach der Sek. I und an der Vorbereitung der Bildungskonferenz.

Ein wichtiger Beitrag in 2011 war die Neufassung der Informationen zur Berufsorientierung. Außerdem wurde der Internetauftritt attraktiv gestaltet und mit Informationen angereichert, Newsletter und Projektflyer ergänzen die umfangreiche und zielgruppenspezifische Öffentlichkeitsarbeit.

Im Zentrum der Aktivitäten des Kreises Herford stand im Jahr 2009 die Konzeption und Durchführung der Stärken- und Schwächen-Analyse der berufsvorbereitenden Bildungsgänge und Maßnahmen. Die Ergebnisse dieser Studie bilden seitdem, gemeinsam mit den weiteren Zielen des regionalen Übergangsmanagements, die Grundlage für die Netzwerkaktivitäten. Folgende Ergebnisse und Maßnahmen wurden von Perspektive Berufsabschluss im Kreis Herford erzielt, eingeleitet oder begleitet:

 

1. Vereinbarung von Mindeststandards in der Zusammenarbeit von Berufskollegs und Maßnahmeträgern

Zur Optimierung der gemeinsamen Betreuung und Beschulung von Maßnahmeteilnehmerinnen und -teilnehmern wurden Workshops und Abstimmungstreffen mit allen beteiligten Institutionen durchgeführt. Das Ergebnis dieser Bemühungen war eine schriftlich festgelegte Vereinbarung zwischen den Berufskollegs und allen regional aktiven aktuellen und potentiellen Anbietern von BvB-Maßnahmen. Auch das Einverständnis der Agentur für Arbeit, als Auftraggeber für Maßnahmen, wurde eingeholt. Die Vereinbarung beinhaltet eine Reihe von konkreten Maßnahmen, die für einen Probezeitraum von einem Schuljahr kreisweit zum Einsatz kommen sollen. Dazu gehören unter anderem gemeinsame Beratungstage für die Schülerinnen und Schüler sowie klare Absprachen zur Organisation, um den Ablauf zu optimieren und eine frühere Planung zu ermöglichen. Das Amt für Jugend, Schule und Kultur des Kreises Herford fungiert im Rahmen des Projektes “Perspektive Berufsabschluss“ als Begleiter und Unterstützer der Bemühungen und nimmt auf Wunsch der jeweiligen Partner an den Organisationssitzungen teil. Es ist zuständig für die Dokumentation des Fortschritts, die Ausrichtung und Moderation der Auswertungsveranstaltungen und die Überführung der Ergebnisse in eine langfristig angelegte Vereinbarung.

 

2. Veranstaltung für unversorgte Schulabgängerinnen und -abgänger

Unter dem Titel “Last Minute Angebote für Schulabgänger/innen“ fand Mitte Juni 2010 eine Veranstaltung für Jugendliche statt, die noch kein Anschlussangebot für die Zeit nach den Sommerferien haben. Neben der Agentur für Arbeit waren auch die Kammern, die Berufskollegs und der Jugendmigrationsdienst mit Ständen vertreten. Ein weiterer Stand mit Informationsmaterialien zu Alternativangeboten, wie FÖJ, FSJ und Verbundausbildung wurde vom Herforder Vorhaben betreut. Durch die Fokussierung auf die spezielle Zielgruppe, konkrete Ausbildungsplatzangebote und umfangreiche individuelle Gespräche gelang es, die Veranstaltung inhaltlich klar von den sonstigen Berufsmessen im Kreisgebiet abzugrenzen. Die bisherigen Rückmeldungen der beteiligten Partnerinstitutionen sind positiv und eine weitere Durchführung im Jahr 2011 erscheint lohnenswert.

 

3. Erstellung einer Bildungslandkarte

Die Erstellung einer Bildungslandkarte zur Unterstützung von Beratungsleistungen im Übergang Schule-Beruf gehört zu den deutlichen Empfehlungen der Stärken- und Schwächen-Analyse. Das Plakat “Bildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten nach der allgemeinbildenden Schule“ wurde mit Unterstützung der Berufskollegs und weiterer Projektpartner erstellt. Alle allgemein bildenden weiterführenden Schulen und die Träger von Jugendmaßnahmen im Kreis Herford haben Exemplare erhalten.

 

4. Übernahme von Aufgaben im Bereich der Berufsorientierung

Die Abstimmung von berufsorientierenden Angeboten an allgemeinbildenden Schulen mit den Inhalten und Anforderungen der Bildungsgänge der Berufskollegs erfordert die schulformübergreifende Einbeziehung von Berufswahlkoordinatorinnen und -koordinatoren. Diese Strategie wurde bereits in der frühen Projektphase verfolgt und hat zwischenzeitlich zum Aufbau einer stabilen Kooperation mit den Lehrkräften geführt, die an abgebenden Schulen für die Erstellung und Umsetzung von Berufsorientierungskonzepten verantwortlich sind. Die Sensibilisierung für die Aufgaben und Ziele von “Perspektive Berufsabschluss“ ist bereits weit fortgeschritten. Durch das Engagement der Berufswahlkoordinatorinnen und       -koordinatoren ist es gelungen, eine aussagekräftige Übersicht zu den Maßnahmen der Berufsorientierung im Kreis Herford zu erstellen. 25 der insgesamt 34 SEK-I-Schulen machten detaillierte Auskünfte zu ihren Konzepten. Darüber hinaus enthält die Übersicht Erklärungen zu den einzelnen Maßnahmen, um es den aufnehmenden Bildungseinrichtungen zu ermöglichen, den gesamten Prozess nachzuvollziehen.

Koordinierende Aufgaben bei der Durchführung und Vermittlung berufsorientierender Maßnahmen werden ebenfalls im Rahmen des Projektes übernommen. So wurde das Angebot in diesem Bereich in mehreren Sitzungen mit Vertreterinnen und Vertretern lokal aktiver Bildungsträger zusammengefasst und den Schulen in Form eines gemeinsam entwickelten und abgestimmten Newsletters zur Verfügung gestellt. Auch die Kooperation zwischen der Bezirksregierung, der Landesstiftung Partner für Schule, den drei im Kreis beteiligten Schulen und dem zuständigen Träger zur Durchführung des Berufsorientierungsprogramms “STARTKLAR! Mit Praxis fit für die Ausbildung“ wird vom Herforder Vorhaben begleitet.

5. Bearbeitung relevanter Themen des Übergangsmanagements im Rahmen der Schulentwicklungsplanung der Berufskollegs

In Abstimmung mit den fünf Schulleitungen der öffentlichen Berufskollegs werden die Empfehlungen aus der Stärken- und Schwächen-Analyse in allen Arbeitsgruppen der Schulentwicklungsplanung berücksichtigt. Da immer mindestens eine Vertreterin bzw. ein Vertreter des Amtes für Jugend, Schule und Kultur an den Sitzungen teilnimmt, war während der gesamten letzten Phase vor der Sommerferien 2010 jederzeit gewährleistet, dass die Ziele des regionalen Übergangsmanagements bedacht wurden. Dies trifft besonders auf die Planung von Qualifizierungen zu, die im kommenden Schuljahr mit Unterstützung von “Perspektive Berufsabschluss“ für Lehrkräfte in der Berufsvorbereitung angeboten werden sollen.

 

Arbeits­materialien

Erhebungen

 
Förderung
Durchführung