Gütersloh
Regionales Koordinationssystem U 25, Kreis Gütersloh, Nordrhein-Westfalen, Förderlaufzeit: 01.05.2008 - 31.03.2012


Kontakt

Kathrin Adämmer
Kreis Gütersloh
Herzebrocker Str. 140
33334 Gütersloh

Tel.: 05241-85 1510
E-Mail: Kathrin.Adaemmer@gt-net.de

 


Der Kreis Gütersloh wird in absehbarer Zeit einer der jüngsten Landkreise der Republik mit einem untypisch hohen Aussiedler- und Migrantenanteil, aber auch mit einer deutlich überdurchschnittlichen Erwerbsbeteiligung von Frauen, Älteren und Migrantinnen und Migranten sein. Die Ausbildungslücke auf dem Ausbildungsmarkt im Kreisgebiet wird noch bis mindestens 2015 bei konstanten Schülerzahlen aktive Maßnahmen erfordern.

Der Kreis Gütersloh hat erkannt, dass Erfolge in der Bildungspolitik – insbesondere beim Übergang Schule-Beruf – ein wesentlicher Beitrag zur Standortentwicklung sind. Der kontinuierliche Auf- und Ausbau der Bildungsregion Gütersloh hat eine politische Priorität.

Das Übergangsmanagement ist der Kern des Regionalen Bildungsmanagements im Kreis Gütersloh, so hat es der Kreis Gütersloh definiert. Die Ziele des Übergangsmanagements im Kreis sind Monitoring und Analyse aller Entwicklungen im Übergang Schule-Beruf, Konzeptentwicklung für Jugendliche mit Schwierigkeiten im Übergang, Aufbau eines Kooperationssystems zwischen allen Akteuren sowie Mitarbeit an der Entwicklung einer dynamischen Bildungsregion.

Alle Aktivitäten sollen im Einklang mit den Zielen der Förderinitiative 1 "Regionales Übergangsmanagement" (RÜM) im BMBF-Programm „Perspektive Berufsabschluss“ vertieft und gestützt werden.

Wichtige Schwerpunkte der regionalen Aktivität sind die Förderung von Kooperationen und der Ausbau von Netzwerken. Auf der Grundlage verlässlicher Steuerungsdaten sollen diese vorangetrieben werden. Bereits vorhandene, regionale Ansätze zur Berufsorientierung werden unter Einbindung der wesentlichen Akteure weitergeführt und zukunftsweisende Perspektiven zur Verbesserung des Übergangsmanagements entwickelt. Bei der Anpassung dieser Kooperationsstruktur finden neue, überregionale Programme Berücksichtigung.
Die Jugendkonferenz hat sich zum zentralen Kooperationsorgan entwickelt. Das RÜM reagiert auf sich ändernde Schullandschaften (Verbundschulen, Gemeinschaftsschulen …) und unterstützt die Weiterentwicklung des Übergangs von der Schule in die duale Ausbildung bzw. die Angebote der weiterführenden Schulen / Berufskollegs. Die Einbindung von Migrantenorganisationen in das Übergangsmanagement ist eingeleitet und soll verstetigt werden. Auf der operativen Umsetzungsebene werden zwei Handlungsfelder bearbeitet, das „Kooperative Berufswahlsystem“ und das „Bildungsmonitoring“.

Ergebnisse

1. Handlungsfeld „Kooperatives Berufswahlsystem“

An einem gelingenden Übergang von der Schule in die Berufsausbildung ist eine Vielzahl von unterstützenden Einrichtungen und Akteuren maßgeblich beteiligt. Um für Jugendliche den Übergang zwischen Schule und Ausbildung zu optimieren, sollen die unterschiedlichen Kompetenzen der Institutionen in dem Kooperativen Berufswahlsystem gebündelt werden.

Ziele des Kooperativen Berufswahlsystems sind:

  1. Parallelstrukturen abbauen,
  2. Synergieeffekte aufdecken und nutzen,
  3. vorhandene Unterstützungssysteme im Übergang fördern.

Konkrete Umsetzungsbausteine im Kooperativen Berufswahlsystem sind:

1.1 Interkulturelle Elterninformationsveranstaltungen zum Thema „Schule-Ausbildung-Beruf“

Gemeinsam mit den Netzwerkpartnern MOZAIK gGmbH, Agentur für Arbeit, GT aktiv GmbH, Kreisschulpflegschaft, den Integrationsbeauftragten des Kreises und der Kommunen sowie den Jugendämtern wurde 2010 eine interkulturelle Veranstaltungsreihe für Eltern zum Thema „Schule – Ausbildung - Beruf“ konzipiert und durchgeführt. Aufgrund der guten Resonanz hat sich diese Veranstaltungsreihe mittlerweile etabliert.

Ziele der Veranstaltungsreihe sind, Eltern mit Migrationshintergrund über das Schul-, Ausbildungs- und Weiterbildungssystem zu informieren, Unterstützungsangebote aufzuzeigen und den direkten Kontakt zwischen Eltern und Akteuren zu initiieren, um Hemmschwellen abzubauen. Alle beteiligten Institutionen übernehmen einen inhaltlichen Beitrag, so dass die Themen Schule, Ausbildung und Beruf aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden.

Veranstaltungsorte sind Schulen, Migrantenorganisationen, religiöse Gemeinden und Familienzentren im Kreisgebiet. Es besteht die Möglichkeit der Übersetzung in verschiede Landessprachen. Die Aufgabe und Bedeutung von interkulturellen Netzwerken als Kommunikationsplattformen wird sowohl auf strategischer als auch auf operativer Ebene durch Synergieeffekte begleitet. Im Rahmen des BMBF-Programms konnten insgesamt 23 Veranstaltungen durchgeführt und ca. 1.150 Eltern erreicht werden.

Parallel zu den Informationsveranstaltungen werden aktuell weitere Migrantenorganisationen durch Integrationsbeauftragte und die Integrationsfachdienste in den jeweiligen Kommunen identifiziert und über das Angebot der Veranstaltungen informiert. Hierdurch wird das entstandene kreisweite interkulturelle Netzwerk ausgebaut und nachhaltig gesichert. Zudem werden z.Z. verschiedene Handreichungen im Sinne der Verstetigung erstellt, die den Integrationsbeauftragten und Integrationsfachdiensten bei der Organisation und Koordination von Elterninformationsveranstaltungen vor Ort helfen werden.

Nach Beendigung des BMBF-Programms „Perspektive Berufsabschluss“ ist die Koordination der Elterninformationsveranstaltungen mit den verschiedenen Kooperationspartnern in den Kommunen des Kreises Gütersloh zunächst in der bisherigen Größenordnung - wie z.B. mit mehreren Informationsständen, dem sog. „Markt der Möglichkeiten“ - und der Häufigkeit vom Bildungsbüro nicht leistbar. Durch die organisatorische Einbindung des Integrationsbeauftragten für den Kreis Gütersloh in das Bildungsbüro ist die Koordination und Vernetzung der Arbeitskreise auf strategischer Ebene weiterhin möglich.

Gem. § 7 des Teilhabe- und Integrationsgesetzes plant die Landesregierung die Einrichtung eines Kommunalen Integrationszentrums (KIZ) in allen 54 Kreisen und kreisfreien Städten in NRW. Fördervoraussetzung dazu ist die Vorlage einer Konzeption, die mit den kreisangehörigen Städten und Gemeinden abgestimmt ist. Der Kreis Gütersloh beantragt beim Land die Einrichtung eines KIZ. Die dafür vorzulegende Konzeption wird zurzeit mit den Fachdiensten erarbeitet. Sollte im Kreis Gütersloh ein Kommunales Integrationszentrum eingerichtet werden, wären die personellen Kapazitäten zur Fortsetzung der interkulturellen Elterninformationsveranstaltungen zum Thema „Schule - Ausbildung - Beruf“ gegeben.

1.2 „Startklar! Mit Praxis fit für die Ausbildung“

Im Januar 2010 startete landesweit das Projekt „STARTKLAR! Mit Praxis fit für die Ausbildung“. Dieses Programm integriert Strukturen im Bereich der Berufsorientierung und des Übergangs von der Schule in Ausbildung und Beruf in ein dreijähriges Modell. Es gliedert sich in drei Phasen:

  • Kompetenzen feststellen und sich orientieren; drei verschiedene Berufsfelder kennenlernen – Jahrgang 8
  • Praxisbezogen lernen und sich qualifizieren – Jahrgang 9
  • Berufswahl konkretisieren/in Ausbildung begleiten – Jahrgang 10

Das Programm richtet sich an Gesamt-, Förder- und Hauptschulen. Eine enge Zusammenarbeit mit außerbetrieblichen Ausbildungsstätten und Trägern der Jugendberufshilfe ist erforderlich. Das Programm zielt auf eine Verzahnung der Lerneinheiten im schulischen Unterricht und an außerschulischen Lernorten ab.

Die Koordination erfolgt bis Ende 2011 im Rahmen des BMBF-Programms „Perspektive Berufsabschluss“ und in enger Absprache mit der Schulaufsicht. Mittlerweile ist „STARTKLAR!“ ein Arbeitsbaustein des Bildungsbüros im Kreis Gütersloh.

1.3 Kooperation zwischen Realschulen und Berufskollegs des Kreises Gütersloh

In der Jugendkonferenz vom 25.11.2009 wurde die rückläufige Bereitschaft von Realschulabsolventinnen und -absolventen zu einer duale Ausbildung kritisch hinterfragt. Auch der hohe Anteil an „Altbewerbern“ mit Realschulabschluss (ca. 32,7 % der Altbewerber und Altbewerberinnen) gab Anlass zur Diskussion. Ein Maßnahmenpaket wurde abgestimmt und die Umsetzung im Rahmen des Programms unterstützt.

Das Kernstück ist die vom Schulministerium des Landes NRW initiierte Kooperationsvereinbarung zwischen den zwölf Realschulen mit den fünf Berufskollegs des Kreises Gütersloh. Seit Sommer 2010 führen Schülerinnen und Schüler der Realschulen vor dem Schuljahresende ein zusätzliches Praktikum von einer Woche in den Berufskollegs durch. Die Zusammenarbeit der Berufskollegs mit den Realschulen soll den Jugendlichen im Rahmen von Unterrichtshospitationen Einblicke in fachtheoretische Aspekte einzelner Berufsfelder geben und die Möglichkeit eröffnen, das Berufskolleg und seine Bildungsgänge kennenzulernen. Das Bildungsbüro führte in den Jahren 2010 und 2011 Schülerbefragungen durch, um die Wirkung bei den Schülern und Schülerinnen zu evaluieren und die Kooperation zu optimieren. Die Ergebnisse der zweiten Evaluation wurden am 25.11.11 den Schuldezernenten und den Schulleitern und Schulleiterinnen der Realschulen und der Berufskollegs sowie deren Stubos vorgestellt.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass mehr als 82% der Schülerinnen und Schüler das Praktikum als positiv/sinnvoll bewerteten (im Vorjahr lag dieser Wert bei rund 78%). Auch die Schulleitungen der Realschulen und Berufskollegs im Kreis Gütersloh haben eine hohe Zufriedenheit bezüglich des neuen Angebotes geäußert. Im Schuljahr 2011/2012 wird das Praktikum deshalb fortgeführt.

Ergänzend zur Kooperation der Realschulen mit den Berufskollegs im Kreis Gütersloh hat das Übergangsmanagement mit der Agentur für Arbeit Informationsabende für Eltern von Realschülerinnen und -schülern angeboten. Das Ziel war, über die Möglichkeiten der dualen Ausbildung zu informieren.

2. Handlungsfeld „Bildungsmonitoring“

Das Bildungsmonitoring Übergang Schule-Beruf dient dem Kreis Gütersloh als Planungsgrundlage für die Optimierung und zur bedarfsgerechten Bereitstellung von Bildungsangeboten im Übergangssystem. Im Rahmen der Leitbildentwicklung des Bildungsbüros wurden die Handlungsfelder „Bildungsberichterstattung“ sowie „Integration“ in das Portfolio aufgenommen. Die Bedeutung der Inhalte aus "Perspektive Berufsabschluss“ wird dadurch hervorgehoben.

Der Gedanke, dass das Bildungsbüro zukünftig als „Servicestelle Bildungsdaten“ fungiert, soll weiter verfolgt werden. Die Schulverwaltung hat bei der IT-NRW einen Schulträgerdatensatz eingekauft, der zukünftig für Bildungsplanungszwecke vom Bildungsbüro und der Schulverwaltung zu nutzen ist.

Im Mai 2011 wurde der erste Bildungsbericht für den Kreis Gütersloh – Schwerpunkt: Schulische Entwicklungen von den Grundschulen bis zu den Berufskollegs – vorgestellt. Das Bildungsbüro hat mit dem ersten Bildungsbericht und der bereits im vergangenen Jahr erstellten Längsschnittstudie (inklusive Phasenmodell) zwei Instrumente an der Hand, mit denen die Bildungsangebote im Kreis untersucht, strukturiert und reflektiert werden können. Damit ist das Bildungsbüro in der Lage, Nachfragen aus der Politik sowie der Bildungspraxis datenbasiert zu beantworten und als Servicestelle für Entscheidungsträger aufzutreten. Gleichzeitig ermöglichen diese Instrumente, eigenständig Themen, Entwicklungen und Bedarfe aus der Nachfrage und dem Angebot der Bildungslandschaft zu erkennen und frühzeitig darauf zu reagieren.

Im November 2010 wurden Zwischenergebnisse aus der Längsschnittstudie in der Jugendkonferenz vorgestellt. 2011 hat sich daraus die Arbeitsgruppe „Phasenmodell zur Berufsorientierung“ konstituiert, um das Modell hinsichtlich seiner Anschlussfähigkeit für die Praxis zu diskutieren. Die Ansatzpunkte sind in einem wissenschaftlichen Artikel für eine Veröffentlichung des DJI dargestellt.

Weitere Entwicklungen aus den Ergebnissen der Längsschnittstudie sind folgende:

  • Im Kreis Gütersloh sollen mehr Berufsorientierungsangebote im „privaten Bereich“ (Eltern, soziales Umfeld) der Jugendlichen bereitgestellt werden. Fast alle Angebote klammern diesen Bereich weitgehend aus. Elternbeteiligung im Rahmen der Berufsorientierung wird als eine zentrale Aufgabe beschrieben.
  • Im Herbst 2011 wurde das Programm „FuN-Beruf“ als Multiplikatorenfortbildung im Rahmen von "Perspektive Berufsabschluss" eingeführt. Durch diese Weiterqualifikation können nun Familien – auch mit wenig ausgeprägten Bildungszugängen – direkt angesprochen werden. Dieser Angebotsbaustein ermöglicht auch eine „gelebte Kooperation“ zwischen Schule, Übergangsmanagement und Jugendhilfe.
  • Der Bestand vorhandener Angebote und Programme zur Berufsorientierung der freien Träger im Kreis Gütersloh wurde gemäß der Struktur des Phasenmodells (Schülerperspektive) zusammengetragen. Die Träger wünschen sich eine Fortsetzung der Arbeit und beschreiben das Ziel, Standards zur Berufsorientierung für den Kreis Gütersloh zu etablieren.
  • Der Gedanke des Phasenmodells, die Angebote stärker aus Schülerperspektive abzubilden, wurde bei der Überarbeitung der Broschüre „Berufskollegs“ berücksichtigt. Statt der bisherigen Broschüre wurde nun ein übersichtliches Plakat zum Bildungsgangangebot der Berufskollegs erstellt. Zusammen mit einem Flyer wurde es Ende 2011 in den Schulen verteilt.

Im März 2012 liegen nun die Ergebnisse der letzten Befragungswelle vor. Sie werden mit dem Expertengremium diskutiert und der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Ziel ist es, aus den Handlungsempfehlungen weitere Umsetzungsstrategien für die Praxis zu entwickeln und zu verfolgen, um so die gewonnenen Erkenntnisse entsprechend zu nutzen und umzusetzen.

Dr. Bastian Pelka von der Sozialforschungsstelle Dortmund wird die Gesamtergebnisse dem Schulausschuss in der Sitzung am 22.03.2012 vorstellen. Der Abschlussbericht zur Längsschnittstudie wird in der Sitzung zur Verfügung gestellt. Anschließend werden die Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen aus der Längsschnittstudie seitens des Bildungsbüros mit den Kooperationspartnern diskutiert und ein erforderliches Maßnahmenpaket entwickelt.

Zur Steigerung der Transparenz über vorhandene Angebote im Übergang Schule-Beruf wurde seit September 2009 vierteljährlich der Newsletter herausgegeben. Neben der Vorstellung von Projekten des RÜM dient der Newsletter als Informationsplattform für Netzwerkpartner. Auch der Schulausschuss des Kreises Gütersloh wird dadurch regelmäßig mit Informationen aus dem Übergangsmanagement versorgt. Zur Verstetigung des Informationsinstruments nach Beendigung von "Perspektive Berufsabschluss" wurde der Newsletter im September 2011 in die Struktur des Bildungsbüros überführt. Neben inhaltlichen Themen zum Übergang Schule-Beruf enthält der Newsletter ab sofort weitere Informationen zum Thema frühkindliche Bildung sowie Inhalte aus der Schul- und Unterrichtsentwicklung.

1. Handlungsfeld „Kooperatives Berufswahlsystem“

An einem gelingenden Übergang von der Schule in die Berufsausbildung ist eine Vielzahl an unterstützenden Einrichtungen und Akteuren maßgeblich beteiligt. Um für Jugendliche den Übergang zwischen Schule und Ausbildung zu optimieren, sollen die unterschiedlichen Kompetenzen der Institutionen in dem Kooperativen Berufswahlsystem gebündelt werden.
Ziele des Kooperativen Berufswahlsystems sind:

Parallelstrukturen abbauen,

Synergieeffekte aufdecken und nutzen,

vorhandene Unterstützungssysteme im Übergang fördern.

Konkrete Umsetzungsbausteine im Kooperativen Berufswahlsystem sind:

 

1.1 Interkulturelle Elterninformationsveranstaltungen zum Thema „Schule-Ausbildungs-Beruf“

Gemeinsam mit den Netzwerkpartnern Mozaik gGmbH, Agentur für Arbeit, GT aktiv GmbH, Kreisschulpflegschaft, den Integrationsbeauftragten des Kreises und der Kommunen sowie den Jugendämtern wurde 2010 eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Schule-Ausbildung-Beruf“ konzipiert und durchgeführt. Aufgrund der guten Resonanz wird diese Veranstaltungsreihe weiter fortgesetzt.
Ziele dieser Reihe sind, Eltern mit Migrationshintergrund über Unterstützungsangebote zu informieren, den direkten Kontakt zwischen Eltern und Akteuren zu initiieren und Hemmschwellen abzubauen. Inhaltlich gilt es, einen Überblick über das schulische und duale Ausbildungssystem, berufliche Weiterbildungsformen sowie Institutionen zu geben, die Beratung und Unterstützung bereitstellen. Zentral ist dabei die Idee, dass an den jeweiligen Veranstaltungsorten jeweils die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Einrichtung vorstellen, die auch vor Ort für die Adressaten Ansprechpartner sind.
Alle beteiligten Institutionen übernehmen einen inhaltlichen Beitrag, so dass die Themen Schule, Ausbildung und Beruf aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden. Veranstaltungsorte sind Migrantenorganisationen und Familienzentren im Kreisgebiet. Es besteht die Möglichkeit der Übersetzung in verschiede Landessprachen.

Nach der erfolgreichen Pilotphase werden aktuell weitere Migrantenselbstorganisationen durch Integrationsbeauftragte und die Integrationsfachdienste in den jeweiligen Kommunen identifiziert und mit dem Angebot der Informationsveranstaltungen bekannt gemacht. Hierdurch wird das entstandene kreisweite interkulturelle Netzwerk ausgebaut. Es soll insbesondere gezielt mit Migrantenselbstorganisationen nachhaltig gesichert werden.

Die Aufgabe und Bedeutung von interkulturellen Netzwerken als Kommunikationsplattform wird sowohl auf strategischer als auch auf operativer Ebene durch Synergieeffekte begleitet. „Good-Practice-Modelle“ können in weitere Landkreise und kreisfreie Städte transferiert werden.

1.2 „Startklar! Mit Praxis fit für die Ausbildung“

Im Januar 2010 startete landesweit das Projekt „STARTKLAR! Mit Praxis fit für die Ausbildung“. Dieses Programm integriert Strukturen im Bereich der Berufsorientierung und des Übergangs von der Schule in Ausbildung und Beruf in ein dreijähriges Modell. Es gliedert sich in drei Phasen:

Kompetenzen feststellen und sich orientieren; drei verschiedene Berufsfelder kennenlernen – Jahrgang 8

Praxis bezogen lernen und sich qualifizieren – Jahrgang 9

Berufswahl konkretisieren/in Ausbildung begleiten – Jahrgang 10

Das Programm richtet sich an Gesamtschulen, Förderschulen und Hauptschulen. Eine enge Zusammenarbeit mit außerbetrieblichen Ausbildungsstätten und Trägern der Jugendberufshilfe ist erforderlich. Das Programm zielt auf eine Verzahnung der Lerneinheiten im schulischen Unterricht und an außerschulischen Lernorten ab.

Die Koordination erfolgt bis Ende 2011 im Rahmen des BMBF-Programms „Perspektive Berufsabschluss“ und in enger Absprache mit der Schulaufsicht. Mittlerweile ist „STARTKLAR!“ ein Arbeitsbaustein des Bildungsbüros im Kreis Gütersloh.

1.3 Kooperation zwischen Realschulen und Berufskollegs des Kreises Gütersloh

In der Jugendkonferenz vom 25.11.2009 wurde die rückläufige Bereitschaft von Realschulabsolventinnen und -absolventen, eine duale Ausbildung anzustreben, kritisch hinterfragt. Auch der hohe Anteil an „Altbewerbern“ mit Realschulabschluss (ca. 32,7 % der Altbewerber und -bewerberinnen) gab Anlass zur Diskussion. Ein Maßnahmenpaket wurde abgestimmt und die Umsetzung im Rahmen des Programms unterstützt.
Das Kernstück ist die vom Schulministerium des Landes NRW initiierte Kooperationsvereinbarung zwischen den 12 Realschulen mit den 5 Berufskollegs des Kreises Gütersloh. Seit Sommer 2010 führen Schülerinnen und Schüler der Realschulen vor dem Schuljahresende ein zusätzliches Praktikum von einer Woche in den Berufskollegs durch. Die Zusammenarbeit der Berufskollegs mit den Realschulen soll den Jugendlichen im Rahmen von Unterrichtshospitationen Einblicke in fachtheoretische Aspekte einzelner Berufsfelder geben sowie die Möglichkeit eröffnen, das Berufskolleg und die Bildungsgänge kennenzulernen. Im Rahmen des BMBF-Programms „Perspektive Berufsabschluss“ war es seitens des Bildungsbüros möglich, 2010 und 2011 Schülerbefragungen durchzuführen, um die Kooperation zu optimieren und die Wirkung bei den Schülern und Schülerinnen zu evaluieren. Die Ergebnisse der 2. Evaluation wurden am 25.11.11 den Schuldezernenten und den Schulleitern und Schulleiterinnen der Realschulen und der Berufskollegs sowie deren Stubos vorgestellt.

Als Ergebnis lässt sich zusammenfassend festhalten, dass mehr als 82% der Schülerinnen und Schüler das Praktikum als positiv/sinnvoll bewerten (im Vorjahr lag dieser Wert bei rund 78%).

Die Schulleitungen der Realschulen und Berufskollegs im Kreis Gütersloh haben ebenfalls eine hohe Zufriedenheit bezüglich des neuen Angebotes geäußert. Im Schuljahr 2011/2012 wird das Praktikum deshalb fortgeführt.

Ergänzend zur Kooperation der Realschulen mit den Berufskollegs im Kreis Gütersloh hat das  Übergangsmanagement mit der Agentur für Arbeit Informationsabende für Eltern von Realschülerinnen und -schülern angeboten. Das Ziel war, über die Möglichkeiten der dualen Ausbildung zu informieren.

2. Handlungsfeld „Bildungsmonitoring“

Das Bildungsmonitoring Übergang Schule-Beruf dient dem Kreis Gütersloh als Planungsgrundlage für die Optimierung und zur bedarfsgerechten Bereitstellung von Bildungsangeboten im Übergangssystem. Im Rahmen der Leitbildentwicklung des Bildungsbüros wurden die Handlungsfelder „Bildungsberichterstattung“ sowie „Integration“ in das Portfolio aufgenommen. Die Bedeutung der Inhalte aus „Perspektive Berufsabschluss“ wird dadurch hervorgehoben.
Der Gedanke, dass das Bildungsbüro zukünftig als „Servicestelle Bildungsdaten“ fungiert, soll weiter verfolgt werden. Die Schulverwaltung hat bei der IT-NRW einen Schulträgerdatensatz eingekauft, die zukünftig für Bildungsplanungszwecke vom Bildungsbüro und der Schulverwaltung zu nutzen sind.

Im Mai 2011 wurde der erste Bildungsbericht für den Kreis Gütersloh – Schwerpunkt: schulische Entwicklungen von den Grundschulen bis zu den Berufskollegs – offiziell vorgestellt. Das Bildungsbüro hat mit dem ersten Bildungsbericht und der bereits im vergangenen Jahr erstellten Längsschnittstudie (inklusive Phasenmodell) zwei Instrumente an der Hand, mit denen die Bildungsangebote im Kreis untersucht, strukturiert und reflektiert werden können. Damit ist das Bildungsbüro in der Lage, Nachfragen aus der Politik sowie der Bildungspraxis datenbasiert zu beantworten und als Servicestelle für Entscheidungsträgerinnen und -träger aufzutreten. Gleichzeitig ermöglichen diese Instrumente dem Bildungsbüro, eigenständig Themen, Entwicklungen und Bedarfe aus der Nachfrage und dem Angebot der Bildungslandschaft zu erkennen und frühzeitig darauf reagieren zu können.

Im November 2010 wurden Zwischenergebnisse aus der Längsschnittstudie in der Jugendkonferenz vorgestellt. 2011 hat sich daraus die Arbeitsgruppe „Phasenmodell zur Berufsorientierung“ konstituiert, um das Modell hinsichtlich einer Anschlussfähigkeit für die Praxis zu diskutieren. Die Ansatzpunkte sind in einem wissenschaftlichen Artikel für eine Veröffentlichung des DJI dargestellt.

Weitere Entwicklungen aus den Ergebnisse der Längsschnittstudie sind folgende:

Im Kreis Gütersloh sollen mehr Berufsorientierungsangebote im „privaten Bereich“ (Eltern, soziales Umfeld) der Jugendlichen bereitgestellt werden. Fast alle Angebote klammern diesen Bereich weitgehend aus. Elternbeteiligung im Rahmen der Berufsorientierung wird als eine zentrale Aufgabe beschrieben.
Im Herbst 2011 wurde das Programm „FuN-Beruf“ als Multiplikatorenfortbildung im Rahmen von Perspektive Berufsabschluss eingeführt. Durch diese Weiterqualifikation können nun Familien – auch mit wenig ausgeprägten Bildungszugängen – direkt angesprochen werden.
Dieser Angebotsbaustein ermöglicht auch eine „gelebte Kooperation“ zwischen Schule, Übergangsmanagement und Jugendhilfe.

Der Bestand vorhandener Angebote und Programme zur Berufsorientierung der freien Träger im Kreis Gütersloh wurde gemäß der Struktur des Phasenmodells (Schülerperspektive) zusammengetragen. Die Träger wünschen sich eine Fortsetzung der Arbeit und beschreiben das Ziel, Standards zur Berufsorientierung für den Kreis Gütersloh zu etablieren.

Der Gedanke des Phasenmodells, die Angebote stärker aus Schülerperspektive abzubilden, wurde bei der Überarbeitung der Broschüre „Berufskollegs“ berücksichtigt. Statt der bisherigen Broschüre wurde nun ein übersichtliches Plakat zum Bildungsgangangebot der Berufskollegs erstellt. Zusammen mit einem Flyer wurde es Ende 2011 in den Schulen verteilt.

Zur Steigerung der Transparenz über vorhandene Angebote im Übergang Schule-Beruf wurde seit September 2009 vierteljährlich der Newsletter herausgegeben. Neben der Vorstellung von Projekten des RÜM dient der Newsletter als Informationsplattform für Netzwerkparter. Auch der Schulausschuss des Kreises Gütersloh wird dadurch regelmäßig mit Informationen aus dem Übergangsmanagement versorgt. Zwecks Verstetigung des Informationsinstruments nach Beendigung von Perspektive Berufsabschluss wurde der Newsletter im September 2011 in die Struktur des Bildungsbüros überführt. Neben inhaltlichen Themen zum Übergang Schule-Beruf enthält der Newsletter ab sofort weitere Informationen zum Thema frühkindliche Bildung sowie Inhalte aus der Schul- und Unterrichtsentwicklung.

1. Handlungsfeld „Kooperatives Berufswahlsystem“

An einem gelingenden Übergang von der Schule in die Berufsausbildung ist eine Vielzahl an unterstützenden Einrichtungen und Akteuren maßgeblich beteiligt. Um für Jugendliche den Übergang zwischen Schule und Ausbildung zu optimieren, sollen die unterschiedlichen Kompetenzen der Institutionen in dem Kooperativen Berufswahlsystem gebündelt werden.

Ziele des Kooperativen Berufswahlsystems sind:

  • Parallelstrukturen abbauen
  • Synergieeffekte aufdecken und nutzen
  • vorhandene Unterstützungssysteme im Übergang fördern 
  • Konkrete Umsetzungsbausteine im Kooperativen Berufswahlsystem

1.1 Interkulturelle Elterninformationsveranstaltungsreihe zum Thema „Schule-Ausbildung-Beruf“

Gemeinsam mit den Netzwerkpartnern Mozaik gGmbH, Agentur für Arbeit, GT aktiv GmbH, Kreisschulpflegschaft, den Integrationsbeauftragten des Kreises und der Kommunen sowie den Jugendämtern wurde eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Schule-Ausbildung-Beruf“ konzipiert und durchgeführt. Ziele dieser Reihe waren, Eltern mit Migrationshintergrund über Unterstützungsangebote zu informieren, den direkten Kontakt zwischen Eltern und Akteuren zu initiieren und Hemmschwellen abzubauen. Alle beteiligten Institutionen übernahmen einen inhaltlichen Beitrag, so dass die Themen Schule, Ausbildung, Beruf aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wurden. Veranstaltungsorte waren Migrantenorganisationen und Familienzentren im Kreisgebiet. Die Veranstaltungen zeichneten sich durch die direkte Ansprache mit Übersetzungsmöglichkeiten in und über Migrantenorganisationen und Familienzentren aus. Inhaltlich galt es, einen Überblick über das schulische und duale Ausbildungssystem, berufliche Weiterbildungsformen sowie Institutionen zu geben, die Beratung und Unterstützung bereitstellen. Zentral war dabei die Idee, dass an den jeweiligen Veranstaltungsorten, die Mitarbeiter ihre Einrichtung vorstellen, die auch vor Ort für die Menschen erreichbar sind.

Zum momentanen Zeitpunkt gilt es, das erfolgreiche Angebot des Netzwerkes in die Nachhaltigkeit zu führen.

 

1.2 „Startklar! Mit Praxis fit für die Ausbildung“

Im Januar 2010 startete landesweit das Projekt „STARTKLAR! Mit Praxis fit für die Ausbildung“. Hierbei handelt es sich um ein Programm, welches Strukturen im Bereich der Berufsorientierung und des Übergangs von der Schule in Ausbildung und Beruf in ein dreijähriges Modell integriert. Es gliedert sich in drei Phasen

1. Kompetenzen feststellen und sich orientieren; drei verschiedene Berufsfelder kennenlernen – Jahrgang 8

2. Praxis bezogen lernen und sich qualifizieren – Jahrgang 9

3. Berufswahl konkretisieren/in Ausbildung begleiten – Jahrgang 10

Das Programm richtet sich an Gesamtschulen, Förderschulen und Hauptschulen. Eine enge Zusammenarbeit mit außerbetrieblichen Ausbildungsstätten und Trägern der Jugendberufshilfe ist hierbei erforderlich. Das Programm zielt auf eine Verzahnung der Lerneinheiten im schulischen Unterricht und des Unterrichts an außerschulischen Lernorten.

Die Koordination des Programms erfolgt in stetiger Absprache mit der Schulaufsicht. Koordinationsbedarfe ergeben sich in folgenden Bereichen:

- Sicherstellung von Kommunikationsstrukturen

- Erhebung von Fortbildungsbedarfen

- Verzahnung mit bereits bestehenden Angeboten im Übergangsmanagement

 

1.3 Kooperation mit der Jugendhilfe

Der Baustein „Kooperation mit der Jugendhilfe“ nimmt die Schnittstellen zwischen der Jugendsozialarbeit und dem Übergangsmanagement des Bildungsbüros des Kreises Gütersloh in den Fokus:

Wer zeichnet  für die Aufgabenstellung gemäß § 13 SGB VIII verantwortlich?

Wer nimmt welche Aufgabe mit welchen Zuständigkeiten wahr?

Gibt es eine gemeinsame strategische Planung, um Jugendliche auf ihrem Weg in den Beruf zu unterstützen?

Die regionalen Bedingungen des Kreises Gütersloh mit derzeit drei Jugendamtsbezirken - ab 2012 sogar vier - sowie zwei weiteren Fachstellen für den Übergang Schule-Beruf neben dem Übergangsmanagement des Bildungsbüros erfordern verlässliche Kommunikations- und Informationsstrukturen.

Zu Abstimmungszwecken gibt es bereits seit 2008 einen Arbeitskreis mit den kommunalen Ansprechpartner/innen des Übergangsmanagements. Es ist geplant, den Kreis mit Vertreter/innen der Jugendsozialarbeit zu erweitern. Mit dem Ziel, die Angebote der Akteure auf kommunaler und kreisweiter Ebene transparent zu machen, Doppelstrukturen aufzudecken und eine gemeinsame Strategieplanung für die Begleitung Jugendlicher in die Arbeitswelt zu erarbeiten, beginnt im Herbst 2010 ein gemeinsamer Arbeitsprozess.

 

2. Handlungsfeld „Bildungsmonitoring“

Das Bildungsmonitoring Übergang Schule-Beruf dient dem Kreis Gütersloh als Planungsgrundlage für die Optimierung und zur bedarfsgerechten Bereitstellung von Bildungsangeboten im Übergangssystem.

Im Rahmen einer Längsschnittstudie an den Berufskollegs werden im halbjährlichen Rhythmus Schüler/innen aus dem Berufsvorbereitungsjahr, Berufsgrundschuljahr sowie berufsvorbereitenden Maßnahmen und KSOB-Klassen zu ihrer aktuellen beruflichen Situation befragt. Die Eingangsbefragung mit der Beteiligung von 708 Schüler/innen wurde im Januar 2010 abgeschlossen. Die Ergebnisse wurden zunächst in einer Expertengruppe diskutiert und erste Optimierungsansätze abgeleitet. Eine Kooperation mit dem Nachbarkreis Herford wurde hergestellt. Nach den Sommerferien liegen die Ergebnisse der 2. Befragungswelle vor. Diese werden nachfolgend in bestehenden Arbeitskreisen und Gremien einer größeren Expertengruppe präsentiert, weitere Optimierungsansätze abgeleitet und in Arbeitsgruppen umgesetzt.

Neben dieser vertieften Analyse der Bildungsgänge zur Berufsausbildungsvorbereitung ist die erste Berichterstattung Übergang Schule-Beruf für den Kreis Gütersloh in Planung. Der Fokus wird auf das Thema Migration gerichtet.  Der Bericht soll erstmalig Ende 2011 erscheinen. Über die kreiseigene Homepage sind bereits die wesentlichen Datenbänke erreichbar, die z. T. kommunenscharfe Auswertungen erlauben.

Der Informationstransfer über laufende Projekte zur Berufsorientierung und Berufsvorbereitung im Kreis Gütersloh wird derzeit über den vierteljährlichen Newsletter gewährleistet. Im Jahr 2010 ist dieser in den Monaten März, Juni sowie September erschienen und zusätzlich auf der Homepage des Bildungsbüros veröffentlicht. 

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

Erhebungen

 
Förderung
Durchführung