
Regionales Übergangsmanagement Göttingen. Modellhafte Umsetzung eines strategischen Konzeptes zur strukturellen Verbesserung der Kooperation der regionalen Akteure im Bereich Übergang Schule-Beruf
Übersicht
Dietmar Linne
Regionales Übergangsmanagement Göttingen
Bahnhofsallee 5
37081 Göttingen
Tel.: 0551-38445860
E-Mail: D.Linne@goettingen.de
www.uebergangsmanagement-goettingen.de
Die Stadt Göttingen kann bereits umfangreiche Maßnahmen und Projekte aus dem Bereich Übergang Schule-Beruf vorweisen. Ein Schwerpunkt kommunaler Aktivitäten lag in den Bereichen berufliche Orientierung in Schulen, Gestaltung und Moderation der Übergänge von Ausbildung und Arbeit sowie in der Förderung von familiengerechten Ausbildungsmöglichkeiten. Trotz dieser Angebotsvielfalt liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei einer Quote von 11,3 Prozent. Im präventiven Bereich zeigten sich bei der Betrachtung regionaler Aktivitäten erhebliche Lücken. Es existierte weder kommunal noch regional ein abgestimmtes Vorgehen im Bereich der Berufsorientierung an Schulen.
Durch ein Schnittstellenmanagement müssen vorhandene Angebote erhoben, gebündelt und öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Aktivitäten verschiedener Akteure sollen vernetzt und koordiniert werden, um eine Optimierung bestehender Angebote zu erreichen. Ergebnisse sollen in Form einer Bildungslandkarte veröffentlicht werden. Zudem ist der Aufbau einer Servicestelle geplant.
Die Leitstelle Übergangsmanagement erarbeitet ein Gesamtkonzept an einer Modellschule, das verschiedene Maßnahmen und Projekte zur Berufsvorbereitung sinnvoll miteinander verknüpft, klare Ziele formuliert und Nachhaltigkeit gewährleistet. Im Rahmen der geplanten Vernetzung und durch Schaffung eines strukturellen Übergangsmanagements gilt es, den Kooperationspartner Schule zu stärken und die Akteure der Wirtschaft stärker einzubeziehen.
Die Bestandserhebung erfolgt durch das regionale Übergangsmanagement, Kooperationspartner Zoom e.V. Zur Partizipation aller Akteure werden vorhandene Netzwerkstrukturen genutzt und ausgebaut. Auf der Basis der gewonnenen Daten werden unter Einbeziehung aller Akteure und in enger Kooperation mit den kommunalen Entscheidungsträgern Veränderungsbedarfe definiert und ein Optimierungsprozess initiiert und verstetigt. Die Ergebnisse werden für unterschiedliche Nutzer aufbereitet und auf einer Internetseite veröffentlicht.
Mit einer Modellschule soll exemplarisch ein Berufswahlkonzept erarbeitet werden, das von der ganzen Schule getragen und strukturell in ein Schulkonzept eingebunden wird. Verschiedene Aktivitäten und Projekte zur Berufsorientierung sollen koordiniert und Elemente zur Optimierung des Überganges in den Beruf ergänzt werden. Grundlage dieses Konzeptes wird eine Bedarfserhebung sein. In den Umsetzungsprozess werden mehrere externe Kooperationspartner eingebunden, zum Beispiel Agentur für Arbeit, Jobcenter, Migrantenselbsthilfeorganisationen, Gleichstellungsbeauftragte, Kammern, Wirtschaft, berufsbildende Schulen. Zusätzlich soll ein Schulnetzwerk initiiert werden, das die Umsetzung des Konzeptes begleitet und eine Übertragung auf die eigene Schule vorbereitet.
Das Regionale Übergangsmanagement Göttingen initiierte zahlreiche Aktivitäten, um die Ziele zu erreichen:
Eine Bestandsaufnahme der Angebote und Aktivitäten des Überganges Schule-Beruf sowie eine Längsschnittstudie über die Bildungswege Göttinger Abgangsschüler/ Abgangsschülerinnen sollte Bedarfe und Wege für die weitere Vorgehensweise aufzeigen und die Grundlagen für eine regionale Bildungsplanung bieten.
Alle Akteure aus dem Bereich Übergang Schule-Beruf wurden befragt und eine Bestandsaufnahme über die Angebote erstellt. Die Ergebnisse wurden auf der Homepage veröffentlicht, eine Aktualisierung ist in Vorbereitung.
Eine für Niedersachsen erstmalige Datenerhebung im Rahmen einer Befragung aller Göttinger Schülerinnen und Schüler der Abgangsklassen 2009 (ausgenommen Gymnasien) zu ihren beruflichen Wünschen und Perspektiven wurde durchgeführt. Drei weitere Befragungswellen boten umfangreiches Datenmaterial, das jeweils in einer Broschüre veröffentlicht wurde und Politik, Schulen, Wirtschaft und der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Der Abschlussbericht wird Ende Januar 2012 erscheinen.
Die neu aufgebaute Servicestelle Übergang Schule-Beruf übernimmt folgende Aufgaben: Information, Beratung, Unterstützung, Koordination, Vernetzung und Fortbildung für Schulen, Bildungsträger, Wirtschaft, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Über die Internetplattform Schule - Ausbildung - Beruf können sich alle Beteiligten und Interessenten/Interessentinnen über Angebote und Maßnahmen informieren.
Zur Bedarfsermittlung, Einbindung aller Akteure und zum Transfer der Ergebnisse wurden die Foren „Schule“ und „Übergangssystem“ eingerichtet. Akteure aus allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen, Verwaltung, der Agentur für Arbeit, aus Bildungs- und Maßnahmeträgern, der Jugendhilfe, den Verbänden und der Wirtschaft nahmen regelmäßig an den Foren und Workshops teil. Folgende Themen wurden aufgegriffen:
Aus den Foren entstanden zum Teil Arbeitskreise, die sich mit der Umsetzung einzelner Aktivitäten befassten: