Göttingen
Göttingen, Niedersachsen, Förderlaufzeit: 01.05.2008-30.06.2012


Kontakt

Thomas Deimel-Bessler
Beschäftigungsförderung Göttingen
Regionales Übergangsmanagement Schule-Beruf
Bürgerstr. 48
37073 Göttingen

Tel.: 0551/384815-18

E-Mail: t.deimel-bessler@goettingen.de

www.uebergangsmanagement-goettingen.de


Die Stadt Göttingen kann bereits umfangreiche Maßnahmen und Projekte aus dem Bereich Übergang Schule-Beruf vorweisen. Ein Schwerpunkt kommunaler Aktivitäten lag in den Bereichen berufliche Orientierung in Schulen, Gestaltung und Moderation der Übergänge von Ausbildung und Arbeit sowie in der Förderung von familiengerechten Ausbildungsmöglichkeiten. Trotz dieser Angebotsvielfalt liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei einer Quote von 11,3 Prozent. Im präventiven Bereich zeigten sich bei der Betrachtung regionaler Aktivitäten erhebliche Lücken. Es existierte weder kommunal noch regional ein abgestimmtes Vorgehen im Bereich der Berufsorientierung an Schulen.

Durch ein Schnittstellenmanagement müssen vorhandene Angebote erhoben, gebündelt und öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Aktivitäten verschiedener Akteure sollen vernetzt und koordiniert werden, um eine Optimierung bestehender Angebote zu erreichen. Ergebnisse sollen in Form einer Bildungslandkarte veröffentlicht werden. Zudem ist der Aufbau einer Servicestelle geplant.

Die Leitstelle Übergangsmanagement erarbeitet ein Gesamtkonzept an einer Modellschule, das verschiedene Maßnahmen und Projekte zur Berufsvorbereitung sinnvoll miteinander verknüpft, klare Ziele formuliert und Nachhaltigkeit gewährleistet. Im Rahmen der geplanten Vernetzung und durch Schaffung eines strukturellen Übergangsmanagements gilt es, den Kooperationspartner Schule zu stärken und die Akteure der Wirtschaft stärker einzubeziehen.

Die Bestandserhebung erfolgt durch das regionale Übergangsmanagement, Kooperationspartner Zoom e.V. Zur Partizipation aller Akteure werden vorhandene Netzwerkstrukturen genutzt und ausgebaut. Auf der Basis der gewonnenen Daten werden unter Einbeziehung aller Akteure und in enger Kooperation mit den kommunalen Entscheidungsträgern Veränderungsbedarfe definiert und ein Optimierungsprozess initiiert und verstetigt. Die Ergebnisse werden für unterschiedliche Nutzer aufbereitet und auf einer Internetseite veröffentlicht.

Mit einer Modellschule soll exemplarisch ein Berufswahlkonzept erarbeitet werden, das von der ganzen Schule getragen und strukturell in ein Schulkonzept eingebunden wird. Verschiedene Aktivitäten und Projekte zur Berufsorientierung sollen koordiniert und Elemente zur Optimierung des Überganges in den Beruf ergänzt werden. Grundlage dieses Konzeptes wird eine Bedarfserhebung sein. In den Umsetzungsprozess werden mehrere externe Kooperationspartner eingebunden, zum Beispiel Agentur für Arbeit, Jobcenter, Migrantenselbsthilfeorganisationen, Gleichstellungsbeauftragte, Kammern, Wirtschaft, berufsbildende Schulen. Zusätzlich soll ein Schulnetzwerk initiiert werden, das die Umsetzung des Konzeptes begleitet und eine Übertragung auf die eigene Schule vorbereitet.

Ergebnisse

Die in der Programmlaufzeit geleisteten Arbeiten des Regionalen Übergangsmanagements Göttingen bieten die notwendige Grundlage für eine nachhaltig angelegte Kooperation im Übergang Schule – Beruf. Sie ermöglichten den Ausbau einer kommunalen Koordinierung des Übergangsgeschehens in der Stadt Göttingen.

Im März 2012 wurde zwischen den beiden zuständigen Dezernenten von Stadt und Landkreis Göttingen und 12 relevanten Akteuren des Übergangsgeschehens eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Mit Ausnahme einer berufsbildenden Schule tragen alle allgemeinbildenden Schulen der Sekundarstufe I und II und die berufsbildenden Schulen die Vereinbarung.

Die Kooperationsvereinbarung legt Formen der Zusammenarbeit fest und bestimmt die Richtungsziele für die nächsten zwei Jahre. Diese sind im Einzelnen:

• die Weiterentwicklung der Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen der Stadt Göttingen, um die Quote der Schülerinnen und Schüler zu erhöhen, die im direkten Anschluss an die Schule eine Ausbildung beginnen;

• der Ausbau der Kooperationen zwischen Schulen, Betrieben und Verwaltung;

• die Optimierung der Übergänge und Schnittstellen zwischen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen sowie zwischen Schule und Ausbildung;

• die Bereitstellung einer bedarfsgerechten Unterstützung für alle Jugendlichen, die dies benötigen.

Im August 2012 wurde eine Steuerungsgruppe, bestehend aus den Leitungsebenen der Bundesagentur für Arbeit Göttingen, den zuständigen Dezernenten von Stadt und Landkreis Göttingen, der niedersächsischen Landesschulbehörde und dem Arbeitgeberverband Mitte e.V. gegründet, die die zukünftigen operativen Schwerpunkte der Arbeit festlegt. Hierfür entwickelte die Beschäftigungsförderung Göttingen ein Rahmenkonzept. Der zukünftige Schwerpunkt der städtischen Koordinierungsstelle Übergang Schule – Beruf wird in der Weiterentwicklung der Berufsorientierung an den Schule liegen. Dabei ist allen Beteiligten inzwischen bewusst, dass eine Koordinierung nicht an der Stadtgrenze enden kann. Der Landkreis Göttingen beteiligt sich an diesem Vorhaben.

Um die Entwicklung des Überganges von der Schule in den Beruf zu verfolgen wird ab 2013 ein jährlicher Bericht zum Übergangsgeschehen erstellt werden.

Die erzielten Ergebnisse des Übergangsmanagement Göttingen sind auf dem aktuellen Stand der lokalen Entwicklung gut dokumentiert und veröffentlicht, so dass eine Weiterarbeit mit den Ergebnissen ohne Problem möglich ist. Das Informationsportal des Regionalen Übergangsmanagement Göttingen www.uebergangsmanagement-goettingen.de wird über das Projektende hinaus weiter geführt. Die Publikationen können dort heruntergeladen werden.

Eine projektübergreifende Datenbank, die regionale Angebote im Übergang Schule Beruf erhebt und öffentlich zugänglich ist, ist auf den Weg gebracht. Hier entstanden Synergieeffekte durch eine fruchtbare Kooperation zwischen den Modellprogrammen „JUGEND STÄRKEN: Aktiv in der Region“ und „Perspektive Berufsabschluss Regionales Übergangsmanagement“, die in Abstimmung mit den jeweiligen Projektträger möglich wurde. Um Redundanzen zu vermeiden, wurden hier gemeinsam Ressourcen in eine Angebotsdatenbank investiert. Die Angebote sind unter www.aktiv-in-der-region.jugend-staerken.de/angebote zu finden.

Das Regionale Übergangsmanagement Göttingen initiierte zahlreiche Aktivitäten, um die Ziele zu erreichen:

1. Bestandsaufnahme und Längsschnittstudie

Eine Bestandsaufnahme der Angebote und Aktivitäten des Überganges Schule-Beruf sowie eine Längsschnittstudie über die Bildungswege Göttinger Abgangsschüler/ Abgangsschülerinnen sollte Bedarfe und Wege für die weitere Vorgehensweise aufzeigen und die Grundlagen für eine regionale Bildungsplanung bieten.

Alle Akteure aus dem Bereich Übergang Schule-Beruf wurden befragt und eine Bestandsaufnahme über die Angebote erstellt. Die Ergebnisse wurden auf der Homepage veröffentlicht, eine Aktualisierung ist in Vorbereitung.

Eine für Niedersachsen erstmalige Datenerhebung im Rahmen einer Befragung aller Göttinger Schülerinnen und Schüler der Abgangsklassen 2009 (ausgenommen Gymnasien) zu ihren beruflichen Wünschen und Perspektiven wurde durchgeführt. Drei weitere Befragungswellen boten umfangreiches Datenmaterial, das jeweils in einer Broschüre veröffentlicht wurde und Politik, Schulen, Wirtschaft und der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Der Abschlussbericht wird Ende Januar 2012 erscheinen.

2. Übergänge von der Schule in den Beruf optimieren

Die neu aufgebaute Servicestelle Übergang Schule-Beruf übernimmt folgende Aufgaben: Information, Beratung, Unterstützung, Koordination, Vernetzung und Fortbildung für Schulen, Bildungsträger, Wirtschaft, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren. Über die Internetplattform Schule - Ausbildung - Beruf können sich alle Beteiligten und Interessenten/Interessentinnen über Angebote und Maßnahmen informieren.

Zur Bedarfsermittlung, Einbindung aller Akteure und zum Transfer der Ergebnisse wurden die Foren „Schule“ und „Übergangssystem“ eingerichtet. Akteure aus allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen, Verwaltung, der Agentur für Arbeit, aus Bildungs- und Maßnahmeträgern, der Jugendhilfe, den Verbänden und der Wirtschaft nahmen regelmäßig an den Foren und Workshops teil. Folgende Themen wurden aufgegriffen:

  • Berufsorientierung an Schulen/Modellschule für Berufsorientierung,
  • Göttinger Längsschnittstudie,
  • Eltern an der Berufsorientierung beteiligen,
  • Schnittstellen und Übergänge optimieren,
  • Jugendliche mit Migrationshintergrund im Übergang Schule-Beruf,
  • Schulverweigerer/Schulverweigerinnen und Schulabbrecher/Schulabbrecherinnen.

Aus den Foren entstanden zum Teil Arbeitskreise, die sich mit der Umsetzung einzelner Aktivitäten befassten:

  1. Arbeitskreis Elternarbeit: Erstellung Broschüre Göttinger Eltern-Kompass, Informationen für Eltern, Projekt Eltern mit Migrationshintergrund für Berufsorientierung interessieren.
  2. Arbeitskreis Berufsorientierung und Gender: Durchführung eines Fachtages, Durchführung von Projekten, um Berufswahlspektren zu erweitern (Briefe an die Wirtschaft und Schulen), Runder Tisch Wirtschaft und Lehrkräfte zur Gewinnung von Mädchen in MINT-Berufen ist in Vorbereitung.
  3. Arbeitskreis Jugend und Migration: Durchführen eines Fachtages und Erarbeiten von Empfehlungen für Politik und Verwaltung zur Ergänzung des Integrationskonzeptes der Stadt Göttingen.

Weitere Aktivitäten zur Optimierung des Überganges:

  • ein onlinegestütztes Schüleranmeldeverfahren ist in enger Kooperation mit der Agentur für Arbeit in der Konzeptions- und Entwicklungsphase,
  • eine Datenbank zur Erfassung von „gefährdeten Schüler/innen“ (Schulverweigerern, Schulabbrecher/innen) wird in Kooperation mit dem Projekt „Aktiv in der Region“ aufgebaut,
  • eine Kooperationsvereinbarung für ein kommunales Rahmenkonzept zum Übergang Schule-Beruf wird mit allen wichtigen Entscheidungsträgern und Akteuren zur Optimierung und Entwicklung rechtskreisübergreifender Handlungsoptionen abgeschlossen (Januar 2012).

3. Berufsorientierung an Schulen optimieren

  1. Modellschule für Berufsorientierung
    Um konkrete Hilfestellung für die Gestaltung des Übergangs von der Schule in den Beruf geben zu können, wurde ein "neuakzentuiertes Berufsorientierungskonzept" mit der Modellschule, der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, entwickelt und umgesetzt. Das Konzept umfasst folgende Erfolgskriterien:
    • Früherer Beginn der Berufsorientierung (Projekte „Meine Stärken erkunden“ und „Genderprojekt“ (Mädchen erkunden technische – Jungen soziale Berufe)) in Klasse 7,
    • Individuelle Berufswegplanung (Einführung Berufswahlpass),
    • Wirtschaft und Eltern verstärkt einbeziehen (Planspiel „Spiel das Leben“ und Elternabend zur Berufsorientierung in Klasse 8),
    • Berufspraktische Anteile erhöhen (Kooperationen mit berufsbildenden Schulen (Neustädter Modell)),
    • Individuelles Coaching (Modellhafte Erprobung „LehrerInnen coachen SchülerInnen“, Lehrerfortbildung und Evaluation); Ausbildungspatenschaften
    • Elternarbeit (Befragung der Eltern, Broschüre Eltern-Kompass zur Unterstützung, Erproben neuer Beteiligungsformen: Elternerzählcafé),
    • Strukturelle Verankerung (Einrichtung einer Berufsorientierungs(BO)-Konferenz, Festlegung von Zuständigkeiten, Erwerb Gütesiegel BO wird angestrebt).
  2. Aktivitäten an Schulen
    Mit allen Haupt- und Realschulen und einer weiteren Gesamtschule der Stadt Göttingen wurden Kooperationsverträge abgeschlossen, die die Beratung im Hinblick auf die Optimierung des Berufsorientierungskonzeptes beinhalten. Aktivitäten:
    • Entwicklung von schulinternen Profilmappen zur individuellen Dokumentation der Berufswahlprozesse,
    • Entwicklung einer regionalen Beilage zum Berufswahlpass,
    • Einführung und Organisation des Planspieles „Spiel das Leben“ an allen Göttinger Haupt-, Real- und Gesamtschulen,
    • Konzeptentwicklung und Organisation Ausbildungspatenschaften,
    • Beratung und Transfer zum individuellen Schülerinnen/Schüler-Coaching,
    • Beratung, Vermittlung und Beantragung von Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung.

 

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

Erhebungen

 
Förderung
Durchführung