Hoyerswerda
Stadt Hoyerswerda, Sachsen, Förderlaufzeit: 01.06.2008-31.03.2012


Kontakt

Eigenbetrieb „Kultur und Bildung“ der Stadt Hoyerswerda
Lausitzer Platz 4
02977 Hoyerswerda

http://www.bildungslandschaft-hoyerswerda.de/index.html


Hoyerswerda ist eine schrumpfende Stadt in einer strukturschwachen Region. Die Arbeitslosenquote in Hoyerswerda ist überdurchschnittlich hoch. Dadurch gestaltet sich auch die Lage auf dem Ausbildungssektor problematisch. Die komplexen Probleme der Stadt Hoyerswerda erfordern ein enges Zusammenwirken aller zivilgesellschaftlichen Kräfte, um jungen Menschen der Region eine Perspektive zu eröffnen und sie zu befähigen, sich aktiv in die Gestaltung einer neuen, lebenswerten Stadt und Region einzubringen. Dazu ist ein gut funktionierendes, stabiles, transparentes und koordiniertes Netzwerk unerlässlich.
Auf Initiative des Oberbürgermeisters wurde das lokale Handlungs- und Entwicklungskonzept „Fit für’s Leben“ initiiert, von einer breiten lokalen Verantwortungsgemeinschaft entwickelt und vom Stadtrat beschlossen. Basis hierfür war eine genaue Analyse der kommunalen Ausgangssituation. Das im Rahmen des Programms Perspektive Berufsabschluss geförderte Vorhaben unterstützt die Initiative der Stadt an der Schnittstelle von Schule-Beruf / Arbeitswelt.

Die berufsorientierenden Maßnahmen in den allgemeinbildenden Schulen sollen optimiert werden. Dabei nimmt die Mobilitätsförderung der jungen Erwachsenen einen besonderen Stellenwert ein. Durch Netzwerkbildung an den Schnittstellen von SGB II; SGB III und SGB VIII werden die gezielten Fördermöglichkeiten für Jugendliche verbessert und damit Maßnahmen der Berufsvorbereitung besser auf einander abgestimmt und unnötige Warteschleifen vermieden. Oberstes Ziel ist es, den Zugang zu Ausbildung und 1. Arbeitsmarkt für chancenarme Jugendliche zu ermöglichen. Dabei soll der zunehmenden Zahl junger alleinerziehender Mütter ohne Ausbildung / Arbeit eine besondere Aufmerksamkeit zukommen.

Um keine Parallelstrukturen im lokalen Übergangsmanagement aufzubauen, ist eine strukturelle Verzahnung zwischen dem Handlungskonzept „Fit für’s Leben“ und dem Vorhaben im Rahmen dieses Vorhabens zwingend notwendig und durch die verabredete Koordinationsstruktur bei der Stadt abgesichert. Die Eltern sollen in den gesamten Prozess des Übergangsmanagements inhaltlich und strukturell eingebunden werden, da sie im positiven, wie im negativen Sinn den höchsten Einfluss auf die Berufsorientierung ihrer Kinder haben. Gender Mainstreaming und Culture Mainstreaming sind als Querschnittsthemen in allen Zielbereichen berücksichtigt.
Eine kontinuierliche lokale Berichterstattung und regelmäßige Bildungskonferenzen begleiten den Prozess. Damit wird zugleich ein Beitrag zu einer breit angelegten Öffentlichkeitsarbeit und zu einer kommunalen Informationspolitik geleistet, die jährlich an den Stadtrat zurückgekoppelt wird.

Ergebnisse

Eine umfangreiche Ist-Stands-Analyse zeigte einen unterschiedlichen Handlungsbedarf für die einzelnen Aufgabenfelder. Als besonderer Schwerpunkt stellte sich für das RÜM Hoyerswerda das Handlungsfeld der Berufsorientierung (BO) dar.

Umgesetzt wurden in den verschiedenen Bereichen die folgenden Tätigkeiten.

Handlungsfeld „Berufs- und Studienorientierung an allgemeinbildenden weiterführenden Schulen“

  • Etablierung regelmäßiger Arbeitstreffen mit Bildungsakteuren des Sozialraums 1 des Landkreises Bautzen,
  • Durchführung thematischer Workshops mit Schulen der Region,
  • Datenerhebung zum Schülerverbleib und dessen Auswertung,
  • Erarbeitung und Umsetzung gemeinsamer Standards zur BO mit Mittelschulen und Förderschulen der Region,
  • Etablierung einer jährlichen Schule-Wirtschafts-Veranstaltung.

Handlungsfeld „Schnittstellen SGB II, SGB III und SGB VIII“

  • Etablierung von Arbeitstreffen der Akteure der einzelnen Rechtskreise,
  • Etablierung von Arbeitstreffen der Träger der Maßnahmen an den Schnittstellen von SGB II, SGB III und SGB VIII,
  • Erstellen einer Übersicht der Jugendeinrichtungen im Sozialraum 1 des Landkreises Bautzen als Arbeitsinstrument für die Akteure der einzelnen Rechtskreise.

Handlungsfeld „Berufliche Integration junger Mütter“

  • Erarbeitung und Verbreitung eines Familienhandbuches für Familien im Sozialraum 1 des Landkreises Bautzen.
  • Handlungsfeld „Elternarbeit“
  • Durchführung thematischer Arbeitstreffen mit dem Kreiselternrat des Landkreises Bautzen.

Handlungsfeld „Öffentlichkeitsarbeit“

  • Die Fachgruppe Bildung beim OBM führt die Arbeit fort,
  • die Veranstaltungsreihe "Bildungsakteure stärken" wird fortgeführt,
  • Erstellung und Veröffentlichung von Elterninformationsbriefen in Zusammenarbeit mit der BA und dem Kreiselternrat,
  • ein Newsletter erscheint regelmäßig,
  • zwei Bildungsberichte aus den Jahren 2009 und 2011 bilden die Basis für die weitere Arbeit,
  • die Homepage der Stadt Hoyerswerda wird um den Bildungssektor erweitert,
  • in den lokalen Printmedien erscheinen regelmäßig Pressemitteilungen,
  • jährlich wird eine Bildungskonferenz durchgeführt und dokumentiert.

Die nachhaltige Wirkung des Vorhabens wird auf drei Ebenen gesichert:

  1. die Übernahme des Übergangsmanagements Schule-Beruf durch die Arbeitsagentur
  2. die Übernahme der regionalen Koordinierung der Bildungsakteure durch die beim Oberbürgermeister angesiedelte Koordinierungsstelle Bildung
  3. die Verbesserung der Kooperation Schule-Wirtschaft durch die Koordinierungsstelle Schule-Wirtschaft auf der Landkreisebene.

Die Kreisgebietsreform von 2008 mit der Schaffung des Landkreises Bautzen machte Hoyerswerda zum Teil des Oberzentralen Städteverbundes Bautzen-Görlitz-Hoyerswerda mit der Funktion eines Oberzentrums für die Region Oberlausitz-Niederschlesien. Es ist zu erwarten, dass durch die so ermöglichte enge Kooperation auf der Ebene der Landkreisverwaltung das im Projekt erworbene Wissen sowie die Erfahrungen und die konkreten Ergebnisse und entwickelten Materialien transferiert, angepasst und weiterentwickelt werden können. Die dafür relevanten Informationen sollen auch weiterhin auf der Stadthomepage im Bereich "Bildung" zur Verfügung stehen.

Im weiteren Verlauf der Projektarbeit wurde im Jahre 2011 ein besonderer Schwerpunkt auf die Vertiefung der Zusammenarbeit mit den Akteuren des Übergangssystems sowie auf die Verfestigung des Ausbaus der Strukturen gelegt. Die Bildungskonferenz des Oberbürgermeisters der Stadt Hoyerswerda am 04. Februar 2011 gab eine gute Gelegenheit, das neue und erweiterte Handlungskonzept Bildung der Stadt Hoyerswerda mit den Vertreterinnen und Vertretern von Schulen, Kitas, freien Trägern der Jugendarbeit und Behörden des Landkreises zu diskutieren. In verschiedenen Workshops wurden Ideen entwickelt, wie Kooperationsvereinbarungen von Partnern im Übergangs- und Bildungssystem neu definiert, erweitert und verbindlicher gestaltet werden können und müssen. Auch der in diesem Jahr erstellte, zweite Bildungsbericht trug wesentlich dazu bei, dass sich die Zusammenarbeit mit den notwendigen Ämtern und Einrichtungen eng und vertrauensvoll gestaltet. Wichtigstes Ziel in der letzten Phase der Projektförderung ist die nachhaltige Wirkung der Projektarbeit in Form eines systematischen, integrierten Konzepts zur Verbesserung der Berufsorientierung in Hoyerswerda und Umgebung. Es gibt erste Anzeichen dafür, dass sich eine Koordinierung des regionalen Übergangsmanagements auf Landkreisebene und die Übernahme bestehender Strukturen realisieren lassen könnten.

Ausgehend von der umfangreichen Ist-Stands-Analyse im Jahr 2009 zeichnete sich ein Handlungsbedarf mit unterschiedlicher Intensität in den einzelnen Aufgabenfeldern ab. Ohne andere Aufgaben zu vernachlässigen, stellte sich das Handlungsfeld der Berufsorientierung als besonderer Schwerpunkt der Tätigkeit des RÜM Hoyerswerda in den vergangenen Monaten heraus.

Handlungsfeld „Berufs- und Studienorientierung an allgemeinbildenden weiterführenden Schulen“

Etablierung regelmäßiger Arbeitstreffen mit Bildungsakteuren des Sozialraums 1 des Landkreises Bautzen

Durchführung eines Workshops zur Qualifizierung schuleigener Berufs- und Studienorientierungskonzepte, zum Einsatz des Berufswahlpasses und zur Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit

Entwicklung eines übertragbaren Workshopkonzeptes zur Qualifizierung der Berufs- und Studienorientierung an den allgemeinbildenden weiterführenden Schulen im Freistaat Sachsen

Entwicklung und Fortführung eines Veranstaltungskataloges zur Berufs- und Studienorientierung als Arbeitsinstrument für Schulen, Berufsberater und andere Bildungsakteure

Erstellung eines Ausbildungsportfolios für den Landkreis Bautzen

Datenerhebung zum Schülerverbleib und dessen Auswertung

Aufbau von Wirtschaftskontakten

Handlungsfeld „Schnittstellen SGB II, SGB III und SGB VIII“

Einbeziehung der durch die Kreisgebietsreform entstandenen neuen Landkreisstrukturen im SGB VIII-Bereich

Etablierung von Arbeitstreffen der Akteure der einzelnen Rechtskreise (Diskussion über Zusammenarbeit der Rechtskreise bezüglich der Teilnehmer von Maßnahmen am Übergang Schule-Beruf)

Etablierung von Arbeitstreffen der Träger der Maßnahmen an den Schnittstellen von SGB II, SGB III und SGB VIII (Diskussion über Ziele, Methoden und Wirksamkeit der Maßnahmen am Übergang Schule-Beruf)

Erstellung einer Übersicht der Jugendeinrichtungen im Sozialraum 1 des Landkreises Bautzen als Arbeitsinstrument für  die Akteure der einzelnen Rechtskreise

Handlungsfeld „Berufliche Integration junger Mütter“

Analyse von Zugangssystemen für junge Mütter im Sozialraum 1 des Landkreises Bautzen

Mitarbeit an der Neuauflage eines Familienhandbuches für Familien im Sozialraum 1 des Landkreises Bautzen

 

Handlungsfeld „Elternarbeit“

Organisation eines Elternabends im Pilotprojekt „gestrecktes Berufsvorbereitungsjahr“

Organisation eines Elternabends mit den Schulelternsprecherinnen und Schulelternsprechern der allgemeinbildenden weiterführenden Schulen im Sozialraums 1 des Landkreises Bautzen (Vorstellung RÜM und Weiterleitung von Informationsmaterial wie beispielsweise dem Ausbildungsportfolios)

Organisation eines Arbeitstreffens mit dem Kreiselternrat des Landkreises Bautzen (gemeinsame Ideensammlung für die Erstellung eines Elterninformationsbriefes)

Erstellung und Veröffentlichung eines ersten Elterninformationsbriefes in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit und dem Kreiselternrat

 

Handlungsfeld „Öffentlichkeitsarbeit“

Erstellung eines RÜM-Informationsflyers

Erstellung regelmäßig erscheinender Newsletter

Dokumentation der bisherigen Aktivitäten im Bereich der Bildungsübergänge im Sozialraum 1 des Landkreises Bautzen (Broschüre „Bildungslandschaft Hoyerswerda; Bericht 2009“)

Erstellung einer Homepage des Regionalen Übergangsmanagements Hoyerswerda

Regelmäßig erscheinende Pressemitteilungen in den lokalen Printmedien

Organisation, Durchführung und Dokumentation einer jährlich stattfindenden Bildungskonferenz

Projekt­darstellungen

  • Newsletter 01/2012

    [PDF - 1,22 MB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Hoyerswerda_Newsletter_01-2012.pdf)

  • Newsletter 02/2011

    [PDF - 1,39 MB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Hoyerswerda_Newsletter_02-2011.pdf)

  • Newsletter 01/2011

    [PDF - 2,35 MB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Hoyerswerda_Newsletter_01-2011.pdf)

  • Newsletter 02/2010

    [PDF - 3,76 MB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Hoyerswerda_Newsletter_02-2010.pdf)

  • Newsletter 01/2010

    [PDF - 1,86 MB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Veroeffentlichungen/ruem_hoyerswerda_newsletter01_2010.pdf)

Arbeits­materialien

  • Elternbrief 03

    [PDF - 542,8 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Hoyerswerda_Elternbrief_03.pdf)

  • Elternbrief 02

    [PDF - 1,84 MB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Hoyerswerda_Elternbrief_02.pdf)

  • Elternbrief 01

    [PDF - 1,16 MB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Hoyerswerda_Elternbrief_01.pdf)

  • Bildungslandschaft Hoyerswerda BERICHT 2009

    [PDF - 2,54 MB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Hoyerswerda_Bildungsbericht_2009.pdf)

 
Förderung
Durchführung