
Regionales Übergangsmanagement in lokaler Verantwortung in Hoyerswerda. Modellhafte Umsetzung eines strategischen Konzeptes zur strukturellen Verbesserung der Kooperation der regionalen Akteure im Bereich Übergang Schule – Beruf
Übersicht
Carmen Lötsch
Eigenbetrieb „Kultur und Bildung“ der Stadt Hoyerswerda
Lausitzer Platz 4
02977 Hoyerswerda
Tel.: 03571-209300
Mail: loetsch@eigenbetrieb-hy.de
Hoyerswerda ist eine schrumpfende Stadt in einer strukturschwachen Region. Die Arbeitslosenquote in Hoyerswerda ist überdurchschnittlich hoch. Dadurch gestaltet sich auch die Lage auf dem Ausbildungssektor problematisch. Die komplexen Probleme der Stadt Hoyerswerda erfordern ein enges Zusammenwirken aller zivilgesellschaftlichen Kräfte, um jungen Menschen der Region eine Perspektive zu eröffnen und sie zu befähigen, sich aktiv in die Gestaltung einer neuen, lebenswerten Stadt und Region einzubringen. Dazu ist ein gut funktionierendes, stabiles, transparentes und koordiniertes Netzwerk unerlässlich.
Auf Initiative des Oberbürgermeisters wurde das lokale Handlungs- und Entwicklungskonzept „Fit für’s Leben“ initiiert, von einer breiten lokalen Verantwortungsgemeinschaft entwickelt und vom Stadtrat beschlossen. Basis hierfür war eine genaue Analyse der kommunalen Ausgangssituation. Das im Rahmen des Programms Perspektive Berufsabschluss geförderte Vorhaben unterstützt die Initiative der Stadt an der Schnittstelle von Schule-Beruf / Arbeitswelt.
Die berufsorientierenden Maßnahmen in den allgemeinbildenden Schulen sollen optimiert werden. Dabei nimmt die Mobilitätsförderung der jungen Erwachsenen einen besonderen Stellenwert ein. Durch Netzwerkbildung an den Schnittstellen von SGB II; SGB III und SGB VIII werden die gezielten Fördermöglichkeiten für Jugendliche verbessert und damit Maßnahmen der Berufsvorbereitung besser auf einander abgestimmt und unnötige Warteschleifen vermieden. Oberstes Ziel ist es, den Zugang zu Ausbildung und 1. Arbeitsmarkt für chancenarme Jugendliche zu ermöglichen. Dabei soll der zunehmenden Zahl junger alleinerziehender Mütter ohne Ausbildung / Arbeit eine besondere Aufmerksamkeit zukommen.
Um keine Parallelstrukturen im lokalen Übergangsmanagement aufzubauen, ist eine strukturelle Verzahnung zwischen dem Handlungskonzept „Fit für’s Leben“ und dem Vorhaben im Rahmen dieses Vorhabens zwingend notwendig und durch die verabredete Koordinationsstruktur bei der Stadt abgesichert. Die Eltern sollen in den gesamten Prozess des Übergangsmanagements inhaltlich und strukturell eingebunden werden, da sie im positiven, wie im negativen Sinn den höchsten Einfluss auf die Berufsorientierung ihrer Kinder haben. Gender Mainstreaming und Culture Mainstreaming sind als Querschnittsthemen in allen Zielbereichen berücksichtigt.
Eine kontinuierliche lokale Berichterstattung und regelmäßige Bildungskonferenzen begleiten den Prozess. Damit wird zugleich ein Beitrag zu einer breit angelegten Öffentlichkeitsarbeit und zu einer kommunalen Informationspolitik geleistet, die jährlich an den Stadtrat zurückgekoppelt wird.
Ausgehend von der umfangreichen Ist-Stands-Analyse im Jahr 2009 zeichnete sich ein Handlungsbedarf mit unterschiedlicher Intensität in den einzelnen Aufgabenfeldern ab. Ohne andere Aufgaben zu vernachlässigen, stellte sich das Handlungsfeld der Berufsorientierung als besonderer Schwerpunkt der Tätigkeit des RÜM Hoyerswerda in den vergangenen Monaten heraus.