Best-practice: Die Jugendberufsagentur in Hamburg
Im September 2012 hat Hamburg als erstes Bundesland flächendeckend eine Jugendberufsagentur eingerichtet, um junge Menschen unter 25 in Ausbildung oder Beschäftigung zu vermitteln. Sie finden dort Beratung und Hilfe aus einer Hand.

An den Vorbereitungen der Jugendberufsagentur war das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Perspektive Berufsabschluss“ bis März 2012 geförderte Projekt „KorA“ beteiligt. Das Konzept der Jugendberufsagentur wurde auf dem Bildungskongress des Deutschen Städtetages 2012 in München nun als Best-practice Beispiel vorgestellt.

 

Eine übergreifende und nachhaltige Kooperationsstruktur für den Übergang Schule-Beruf

Kooperationspartner der Jugendberufsagentur ist die Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) zusammen mit dem Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB), die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI), die Bezirksämter mit der Jugendhilfe, die Agentur für Arbeit Hamburg und das Jobcenter team.arbeit.hamburg. Künftig werden 318 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus diesen Einrichtungen gemeinsam in und für die Jugendberufsagentur arbeiten. Um junge Menschen nach der Schule den direkten Übergang in Ausbildung und Beschäftigung zu ermöglichen, werden sie bereits in der Berufsorientierung ab Klasse 8 beraten. Die Jugendberufsagentur steht ihnen für alle Fragen rund um die Ausbildung, Beschäftigung, Unterstützungsleistungen oder schulische Bildungswege zur Verfügung. Wirtschaft und Gewerkschaften tragen die Jugendberufsagentur aktiv mit und sind in ihrem Beirat vertreten. Die ersten beiden Standorte liegen in Hamburg-Harburg und Hamburg-Mitte. Weitere Bezirke folgen bis 2014.

 

Angebote und Aufgaben der Jugendberufsagentur

  • An der Schnittstelle von Schule und Beruf erhalten junge Menschen Unterstützung, um schnell und sicher auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
  • Alle schulpflichtigen Jugendlichen werden so lange aktiv angesprochen, bis sie eine Ausbildung bzw. Arbeit aufgenommen haben.
  • Beratung für Schülerinnen und Schüler der Sek II, die die Schule abbrechen.
  • Systematische, verbindliche und kontinuierliche Vernetzung der beteiligten Akteure.
  • Direkter Informationsaustausch und gemeinsames Fallmanagement sichern jungen Menschen ohne Umwege die Integration in Ausbildung und Arbeit.
  • Institutionen übergreifende Planung und Abstimmung der Maßnahmen zur Berufsvorbereitung, Ausbildung sowie Absicherung des Ausbildungserfolges.
  • Arbeitslosigkeit wird vermieden.
  • Doppelförderung und Förderlücken werden vermieden.
  • Die verbesserte berufliche Integration junger Menschen trägt zur Deckung des Fachkräftebedarfs bei.

Damit „niemand verloren geht", erfassen die Schulen alle Jugendlichen der Abgangsklassen im berufsorientierenden Unterricht. Mit einer datenschutzrechtlichen Einverständniserklärung stimmen die Jugendlichen bzw. ihre Erziehungsberechtigten der Datenübermittlung an die Jugendberufsagentur zu, damit diese ihnen konkrete Dienstleistungen anbieten kann, um sie auch nach Verlassen der Schule zu beraten, zu vermitteln und zu fördern. Auch ehemalige Schülerinnen und Schüler profitieren bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres von dem Angebot der Jugendberufsagentur.

 

 

Weitere Informationen finden Sie in den Boxen am rechten Rand.

 

Dokumente

 
Förderung
Durchführung