Bernburg
Aufbau einer Koordinierungsstelle im Salzlandkreis zur modellhaften Umsetzung eines strategischen Konzeptes zur strukturellen Verbesserung der Kooperation der regionalen Akteure im Bereich Übergang Schule-Beruf
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Übersicht

Kontakt

Anke Meyer
Dez. IV - Soziales, Familie und Bildung
Koordinierungsstelle Regionales Übergangsmanagement Salzlandkreis
06400 Bernburg (Saale)

Tel.: 03471 684-1540
Fax: 03471 684-2713
E-Mail: AMeyer@kreis-slk.de

www.jumpersnet.de
www.salzlandkreis.de

Ausgangslage

Der Salzlandkreis ist am 1. Juli 2007 mit der Kreisgebietsreform im Land Sachsen-Anhalt durch die Fusion der ehemaligen Landkreise Bernburg, Aschersleben-Staßfurt und Schönebeck entstanden. Er hat eine Größe von 1.426 km² und ca. 220.000 Einwohner. Trotz der relativ guten Lage in der Mitte Sachsen-Anhalts und guter Verkehrsanbindungen an Straße und Schiene ist die Arbeitsmarktlage noch nicht befriedigend. Noch immer gibt es zu viele Jugendliche und junge Erwachsene, die aus eigener Kraft den Weg von der Schule in einen Beruf nicht schaffen. Ein noch zu hoher Anteil der Jugendlichen hat keinen Schul- oder Berufsabschluss. Die Situation nach der Kreisgebietsreform erfordert in allen Bereichen der kommunalen Selbstverwaltung eine Vielzahl von Strukturanpassungen. Im Bereich des Überganges von Schule in Beruf sind vielfältige lokale Aktivitäten und Initiativen vorhanden. Diese dienen unter anderem der Berufsorientierung, des Kennenlernens betrieblicher Abläufe und damit der besseren Vorbereitung auf eine Berufsausbildung. Sie sind nicht abgestimmt und koordiniert auf der Ebene des Salzlandkreises, da sie unterschiedlich von den ehemaligen Landkreisen in eigener Verantwortung mit verschiedenen Kooperationspartnern entwickelt und durchgeführt worden sind. Die Aufgabe der Berufsberatung und der Vermittlung von Ausbildungsstellen wird von der Bundesagentur für Arbeit im Salzlandkreis nach der Kreisfusion durch drei unterschiedliche Regionalstellen  in Dessau, Magdeburg, und Sangerhausen wahrgenommen. Ebenso gibt es bei der Umsetzung der Arbeitsmarktgesetze unterschiedliche Rechtsträger, Zuständigkeiten und Organisationsformen im Rechtskreisen SGB II (1 ARGE, 1 Optionsmodelle als Eigenbetrieb, 1 Optionsmodell als Amt im Amt). Insgesamt verfügt der Salzlandkreis über eine Vielzahl von Strukturen am Übergang Schule - Beruf, die evaluiert, ausgebaut und vernetzt werden müssen.

Ziele

Die Schaffung einer tragfähigen einheitlichen Struktur und Vorgehensweise für das Management am Übergang Schule in Beruf für den gesamten Salzlandkreis ist Hauptanliegen der Koordinierungsstelle Regionales Übergangsmanagement.
Gemeinsam mit allen Akteuren soll an der Erhöhung der Anzahl Schulabgängerinnen und -abgänger mit Abschluss, an der Verbesserung der Ausbildungsreife und an der Erhöhung der Anzahl Jugendlicher mit erfolgreichem Berufsabschluss gearbeitet werden. Damit soll auch dem Abwandern junger Menschen, besonders mit abgeschlossenen Qualifikationen, entgegengewirkt und zur Förderung und Stärkung der regionalen Wirtschaft beigetragen werden. Gleiches gilt für die Schaffung von neuen Ausbildungsmöglichkeiten in den Betrieben der Region.
In der weiteren Entwicklung des Salzlandkreises ist davon auszugehen, dass die vorhandenen positiven Ansätze mit Hilfe des Regionalen Übergangmanagements die Jungendarbeitslosigkeit nachhaltig senken und die Zukunftschancen für die Jugend verbessert werden.

Umsetzungsstrategie

Es wird eine Koordinierungsstelle Regionales Übergangsmanagement im Dezernat Beschäftigung, Bildung, Kultur und Soziales im Salzlandkreis eingerichtet sowie für den operativen Bereich regionale Standortbüros mit je einem regionalen Koordinator als „Ansprechpartner um die Ecke“ in den drei Regionen Bernburg, Aschersleben-Staßfurt, Schönebeck. Bereits vorhandene Stärken-Schwächen-Analysen der beschriebenen Ausgangslagen im Übergang Schule – Beruf werden überarbeitet.
Der Sach- und Entwicklungsstand bereits vorhandener regionaler Netzwerke am Übergang Schule in Ausbildung soll dargestellt und für alle Akteure im gesamten Salzlandkreis kommuniziert werden. Der Transfer gut funktionierender regionaler Aktivitäten wie zum Beispiel „Best Practice“ zur Verbesserung der Ausbildungsreife
auf den Salzlandkreis soll durch Koordination und Kommunikation verbessert werden. Dafür ist zum Beispiel die Erarbeitung von Handreichungen für die Zielgruppen Jugendliche, Eltern, Schule, Wirtschaft und Netzwerkpartner ein wichtiges Instrument.
Zusätzliche niederschwellige Angeboten bei den Netzwerkpartnern für Jugendliche mit besonderem Förderbedarf unter besonderer Beachtung von Gendermainstreaming und Cultural Mainstreaming, zum Beispiel für junge Mütter und Eltern oder für Jugendliche mit Sprachförderbedarf sollen initiiert werden.
Die Aktualisierung, der Ausbau und die Ausweitung der Internetplattform des Regionalen Übergangsmanagements jumpersnet.de sollen die Kommunikation und die Transparenz verbessern helfen.
Ziel des Vorhabens ist dabei auch die Senkung der Anzahl der Schulabgängerinnen und -abgänger ohne Abschluss durch Steuerung der Kooperationen und Koordination mit Schulen, Schulsozialarbeitern, Jugendamt und dem Schulverwaltungsamt durch die Schaffung einheitlicher Strategien und einer realisierbaren Plattform zum Nachholen von Schulabschlüssen unter Berücksichtigung der Chancengleichheit. Ermittlung und Transfer von Steuerung der flächendeckenden Ausbreitung von Initiativen zur Berufsorientierung in Schulen soll durch Kooperation mit Wirtschaft durch den Aufbau eines Arbeitskreises Schule / Wirtschaft unterstützt werden. Die ziel- und themenorientierte Verknüpfung der Koordinierungsstelle mit den Aktivitäten des Bildungsmanagers des Salzlandkreises soll durch die Bildung von beratenden Gremien, bestehend aus kompetenten Vertreterinnen und Vertretern der Wirtschaft und Politik, Arbeitsmarktakteuren, Vertreterinnen und Vertretern des Bereichs Bildung und der Verwaltung des Salzlandkreises und ermöglichst und die Zusammenarbeit mit dem Beirat der Kompetenzagentur gestaltet werden. Dieses Kommunikationsnetz, das zielorientiert und abgestimmt im Übergang Schule-Beruf wirkt soll die Ergebnisse der Arbeit der Koordinierungsstelle Regionales Übergangsmanagement weiterentwickeln und verstetigen.

Umsetzungsstand Juni 2009:

Im Rahmen einer fundierten Situationsanalyse des Übergangsgeschehens im Salzlandkreis und systematischen Recherche wurden ca. 90 potentielle Netzwerkpartner angesprochen, die Interesse an einer Kooperation im Netzwerk bekundet haben. In regionalen Arbeitskreisen findet die Konsolidierung und Abstimmung der Netzwerkarbeit statt. Gemeinsam mit den Akteuren wurden in einem ersten Schritt die Berufsorientierungsangebote in den Regionen zusammengetragen und gegliedert. Aus den Ergebnissen hat die Koordinierungsstelle einen „Leitfaden zur Berufsfindung für Schüler und Schulabgänger“ speziell für Angebote im Salzlandkreis erarbeitet. Mit diesem Leitfaden können sich Jugendliche über vorhandene Anlaufstellen, sortiert nach Regionen, über im Salzlandkreis angebotene Berufsbilder, über Tipps und Hinweise zur richtigen Bewerbung und zum Vorstellungsgespräch informieren.
In einem Corporate Identity-Findungsprozess erfolgte die Festschreibung von Leitsätzen, Ziel- und Dialoggruppen, Alleinstellungsmerkmalen, Taktik und Maßnahmen sowie Qualitätskontrolle für das regionale Übergangsmanagement.
Vielfältige Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit haben das RÜM im Salzlandkreis bekannt gemacht. Zur Intensivierung der Kommunikation und zur Erhöhung der Transparenz des Maßnahme- und Beratungsangebotes, wurde die Website des Regionalen Übergangsmanagements komplett überarbeitet. Ziel ist es insbesondere, tragfähige und transparente Strukturen in der Region für das Thema frühzeitige Berufsorientierung und eine größere Nähe von Schulen und Arbeitsmarktakteuren zu Unternehmen herzustellen. Dabei werden alle Informationen mit besonderem Augenmerk auf die regionalen Erfordernisse für die Zielgruppen Unternehmen, Schüler, Eltern und Schulen sowie unterschiedlichster Arbeitsmarktakteure aufbereitet und angeboten. Mit Hilfe der Plattform jumpersnet.de gelingt es, die Thematik Übergang Schule-Beruf ganzheitlich und konsistent in den Salzlandkreis zu transportieren.
Um den Dialog zwischen Schulen und Unternehmen zu fördern, bereitet das Regionale Übergangsmanagement in Zusammenarbeit mit der Landesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT Sachsen-Anhalt den Aufbau eines Arbeitskreises zu diesem Thema im Salzlandkreis vor.

 

 
Förderung
Durchführung