
Modellhafte Umsetzung eines strategischen Konzeptes zur strukturellen Verbesserung der Kooperation der regionalen Akteure im Bereich Übergang Schule-Beruf
Übersicht
Stadt Fürstenwalde/Spree
Stabsstelle Wirtschaftsförderung
Fürstenwalder Übergangsmanagement Schule-Beruf
Erik Neumann
Am Markt 4-6
15517 Fürstenwalde/Spree
Tel.: 03361-557-179
Fax: 03361-557-488
E-Mail: erik.neumann@fuerstenwalde-spree.de
www.fuerstenwalde-spree.de
In der Region Fürstenwalde arbeitet bereits eine Vielzahl von Akteuren mit Zuständigkeiten für die verschiedenen Phasen am Übergang Schule-Beruf wie schulische Bildung, Berufs- und Studienorientierung, Beratung, Berufsvorbereitung, Ausbildung. Bislang fehlt jedoch die Verantwortung für die Organisation der Übergänge zwischen diesen Phasen und für das arbeitsteilige Agieren der Akteure.
Der demographische und sozioökonomische Wandel in der Region Fürstenwalde birgt Chancen und Risiken zugleich. Bei sinkenden Schulabgängerzahlen und leicht anwachsender Fach- und Nachwuchskräftenachfrage der Unternehmen verbessern sich die Zukunftsperspektiven der Jugendlichen in der Region. Diese Chancen eröffnen sich jedoch nicht im Selbstlauf – dazu erforderlich ist vielmehr das konzertierte und präventive Zusammenwirken der verschiedenen am Übergang von Schule in Ausbildung, Studium und Beruf beteiligten Akteure.
Ziel des Projektes ist der Aufbau und die nachhaltige Stabilisierung eines lokal verankerten Systems des Übergangsmanagements, das alle entscheidenden Akteure verbindlich zusammenführt, Lücken zwischen den jeweiligen Verantwortungsbereichen definiert und durch entsprechende Aktivitäten an diesen bislang unausgefüllten Schnittstellen dafür sorgt, dass Jugendliche beim Übergang an der ersten Schwelle entsprechend ihren individuellen Voraussetzungen optimal unterstützt werden. So genannte Warteschleifen gilt es dabei so weit wie möglich zu vermeiden.
Zielgruppe des Vorhabens sind alle Jugendlichen am Übergang von der allgemeinbildenden Schule - einschließlich Förderschulen - in Berufsausbildung, Studium oder Beruf. Auch diejenigen Jugendlichen, die sich derzeit in nicht zu einem Berufsabschluss führenden Bildungsgängen befinden, werden eingebunden. Insgesamt sollen bei den Aktivitäten benachteiligte Jugendliche mit schlechten Startchancen besondere Aufmerksamkeit genießen, insbesondere Migrantentinnen und Migranten, Schul- und Ausbildungsabbrecherinnen und -abbrecher, Altbewerberinnen und Altbewerber sowie Jugendliche in Übergangsmaßnahmen.
Um die Ziele des Projekte erreichen zu können, werden alle Akteure aktiv einbezogen, die maßgeblich, aber in unterschiedlicher Verantwortlichkeit in die Übergangsprozesse involviert sind: Schulen, Agentur für Arbeit (SGB III), PRO Arbeit - kommunales Jobcenter (SGB II), Kommunen mit ihren Funktionsbereichen Schule, Jugendhilfe (SGB VIII), Beschäftigungs- und Wirtschaftsförderung, Unternehmen, Kammern, Bildungsdienstleister und freie Träger der Jugendhilfe sowie nicht zuletzt Eltern und Großeltern der Jugendlichen.
Die wichtigsten operativen Ansatzpunkte für die Projektumsetzung sind der strukturierte Austausch zwischen diesen Akteuren und verbindliche Absprachen über arbeitsteilige Aktivitäten am Übergang Schule-Beruf, Beschaffung und transparente Darstellung von Informationen zur Angebots- und Nachfrageseite an der ersten Schwelle, zum Beispiel Übergangspanel, Fachkräftemonitoring sowie Sensibilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für Multiplikatoren, wie Schulleiterinnen und Schulleiter, Lehrerkräfte, Ausbilderinnen und Ausbilder, Unternehmerinnen und Unternehmer, Berufsberaterinnen und Berater, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Eltern und Großeltern.
Das Fürstenwalder Übergangsmanagement kann nach knapp zweieinhalb Jahren Laufzeit eine bislang positive Zwischenbilanz ziehen. Das Projekt hat sich in der Stadt und in der Region um Fürstenwalde/Spree bei den wichtigsten Akteuren und Institutionen nicht nur bekannt gemacht, sondern auch etabliert.
Dies zeigt sich nicht zuletzt darin, dass es in verschiedene bedeutende Gremien vor Ort aktiv eingebunden ist, z.B. in die Lenkungsgruppe der „Initiative Fach- und Nachwuchskräftesicherung Fürstenwalde/Spree“, in die Arbeitsgruppe zur Vorbereitung der jährlich organisierten „Fürstenwalder Ausbildungsbörse“, in den Beirat der Kompetenzagentur, in den Begleitausschuss zur lokalen Umsetzung des Programms „Stärken vor Ort – lokales Kapital für soziale Zwecke“, in das Lokale Bündnis für Familie, in den Schulleiterstammtisch sowie in den Verein Kita-Schule-Wirtschaft im Landkreis Oder-Spree.
Durch die intensive Zusammenarbeit der verschiedenen Partner konnten inzwischen einige Angebote in der Stadt und darüber hinaus fest etabliert werden, die sich an verschiedene Adressatengruppen richten:
Das Projekt „Fürstenwalder Übergangsmanagement Schule-Beruf“ erfährt die nachhaltige Unterstützung des Bürgermeisters als kommunaler Verwaltungsspitze und ist deshalb auch in der Stabsstelle Wirtschaftsförderung der Stadt Fürstenwalde/Spree institutionell verankert. Fachlich ist es eingebunden in das Standortentwicklungskonzept des Regionalen Wachstumskerns als Teil der seit 2006 bestehenden „Initiative Fach- und Nachwuchskräftesicherung Fürstenwalde/Spree“.
In der Kooperation mit den zahlreichen Partnern wird ein multiprofessioneller Vernetzungs- und Unterstützungsansatz verfolgt, um dadurch ganz unterschiedliche Kompetenzen sowie Ressourcen bündeln zu können. Schließlich wurde, im Sinne des Empowerment, ein praxisnaher Projektbeirat aus Eltern und Jugendlichen eingerichtet, der das Vorhaben kritisch begleitet und mit Ideen bereichert – unser so genannter „Eltern-Jugendlichen-Ratschlag“.