Berlin
Regionales Übergangsmanagement Berlin. Modellhafte Umsetzung eines strategischen Konzeptes zur strukturellen Verbesserung der Kooperation der regionalen Akteure im Bereich Übergang Schule-Beruf
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Übersicht

Kontakt

Jana Pampel
SPI Consult GmbH
Bernburger Str. 27
10963 Berlin

Tel.: 030-69008533
Mail: j.pampel@spiconsult.de
www.spiconsult.de

www.ruem-berlin.de 
 

Ausgangslage

Berlin verfügt derzeit über kein landesweites, kohärentes Übergangsmanagement für die heterogene Gruppe der Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf. Vielmehr hält das Übergangssystem Schule-Beruf eine nur schwer zu überschauende Vielzahl von Bildungs- und Qualifizierungsangeboten, Initiativen, Kooperationen, Internetportalen etc. jeweils mit unterschiedlicher institutioneller Anbindung, unterschiedlicher Finanzierungsgrundlage und zeitlicher Absicherung bereit. Allein die Anzahl von Einrichtungen, Behörden und Akteuren, die sich der Optimierung des Übergangs von der Schule in den Beruf im Land Berlin widmen, zeigen wie komplex und intransparent das Übergangssystem ist. Die damit zusammenhängenden institutionellen, aber auch (förder-)rechtlichen Zuständigkeiten des SGB, von Landes- und EU-Programmen sowie des Berliner Schulgesetzes sind nicht nur für die Betroffenen im Übergang Schule-Beruf, sondern zumeist auch für Fachleute schwer zu durchschauen.

Ziele

Ziel des Vorhabens sind die Definition der Zielgruppe aus allen relevanten Personengruppen sowie die Schaffung von Transparenz der vorhandenen Angebote sowohl auf regionaler und bezirklicher Ebene als auch auf der Ebene des Landes Berlin. Durch ein regionales Kooperationsforum mit den Zielen der Standardisierung der Arbeitsinstrumente; der betriebsnahen Ausrichtung; der Gewährleistung der Orientierung am jeweiligen individuellen Bedarf der Jugendlichen; der Entwicklung und Etablierung eines regionalen Übergangsmanagements, eines Dokumentationssystems sowie der wirksamen Abstimmung von Politiken, Programmen, Angeboten und Verfahren auf regionaler Ebene und der ressortübergreifenden Konzeptionierung von Maßnahmen und Programmen am Übergang Schule-Beruf soll eine verbindliche Steuerung des regionalen Übergangsmanagements gewährleistet werden.
Die Grundsätze und Leitlinien des Gender Mainstreaming und des Cultural Mainstreaming als Querschnittsthemen werden dabei auf allen Ebenen berücksichtigt.

Umsetzungsstrategie

Die SPI Consult ist als Treuhänderin und beliehenes Unternehmen des Landes Berlin beauftragt, das Regionale Übergangsmanagement umzusetzen. In einem ersten Schritt wird eine fundierte Situationsanalyse bezogen auf die drei Elemente des Übergangssystems Berufsorientierung, Berufsvorbereitung und Berufsausbildung durchgeführt. Die Arbeitsergebnisse aus den zwölf bezirklichen Gremien werden durch die Projektkoordination zusammengeführt, analysiert und dokumentiert, wobei es gilt, diese auf die Ebene Gesamtberlins zu abstrahieren. Basierend auf dieser Analyse wird durch einzuberufende Schnittstellenkonferenzen zu den vier Querschnittsthemen Kompetenzfeststellungsverfahren; Anrechenbarkeit; Berufswegebegleitung und Betriebe ein adäquates Handlungskonzept entwickelt, das Qualitätsstandards formuliert, Verantwortlichkeiten vereinbart, Ressourcen bündelt und diese in einer Berlin weiten Kooperationsvereinbarung festschreibt. Für die Umsetzung des Vorhabens bedeutet dies einerseits auf der Landesebene verbindliche Abstimmungsprozesse mit den verantwortlichen Institutionen einzuleiten und andererseits auch die Kompetenz auf der bezirklichen Ebene in den Verhandlungsprozess einzubeziehen. Somit gelingt es, eine institutionsübergreifende Vereinbarungskultur zu etablieren, die über den Vorhabenzeitraum hinaus nachhaltig wirkt.

Umsetzungsstand Juli 2010

Die zwei Säulen des Projekts sind die Herstellung von Transparenz im Rahmen des Übergangsfeldes sowie dessen Gestaltung und Verbesserung. Neben den vielfältigen Kooperationsmöglichkeiten mit den Partnern und Partnerinnen vor Ort wurde die Situationsanalyse des Übergangsfeldes konzeptionell ausdifferenziert, um die Ausgangslage sowohl der einzelnen Bezirke als auch des Landes Berlin insgesamt aufzuzeigen. Die Ergebnisse sind in einem Landesbericht zur Ausgangslage, Angebotsstruktur, Informationsmedien und vorhandener Gremienstrukturen im Übergangsfeld zusammengefasst und als Download über die Homepage (www.ruem-berlin.de/) einzusehen. Darüber hinaus erfolgte eine Spezifizierung auf Grundlage des Landesberichtes für die zwölf Berliner Bezirke.

Des Weiteren wurden u.a. eine berlinweite Schul- und Programm- bzw. Angebotsübersicht der berufsorientierenden, berufsvorbereitenden und unterstützenden Förderangebote im Kontext der Berufsausbildung sowie ein Leitsystem über die möglichen Laufbahnen benachteiligter Jugendlicher im Anschluss an die allgemeinbildende Schule entwickelt. Das Leitsystem „Wohin nach der Schule“ ist in zweiter Auflage ca. 2.700 Mal an beratende Institutionen im Übergangsfeld verteilt worden. In einem fortlaufenden Prozess werden diese Ergebnisse den relevanten Akteuren zurückgespiegelt und somit die Grundlagen für eine konzeptionelle Weiterentwicklung des Übergangsfeldes geschaffen.

Während die Phase der Transparenz weitgehend abgeschlossen ist, wurden zur Gestaltung und Optimierung des Übergangsfeldes Schnittstellenkonferenzen zu den vier Themen "Kompetenzfeststellung", "Anrechenbarkeit vorberuflicher Erfahrung", "Berufswegebegleitung" sowie "Betriebliche Anforderungen" gegründet. Die Schnittstellenkonferenzen verstehen sich als institutionen- und ressortübergreifende Arbeitsgremien. Anliegen ist eine übergreifende Diskussion und Abstimmung über die verschiedenen Stationen, Institutionen und Förderkontexte im Übergangsfeld.

Darüber hinaus wurde 2009 im Rahmen des Berliner Masterplans Qualifizierung (BMPQ) der SPI Consult GmbH mit ihrem Projektvorhaben RÜM Berlin von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales die Funktion der Handlungsfeldbeauftragten im Bereich Übergang Schule-Beruf übertragen.

Umsetzungsstand Juli 2011

Insgesamt 20 Schnittstellenkonferenzen zu den vier Themen "Kompetenzfeststellung", "Gestaltung von Berufsvorbereitungskonzepten im Sinne der Anrechenbarkeit auf Berufsausbildung", "Berufswegebegleitung / Begleitung an den Übergängen" sowie "Sicherung von Betriebsnähe und Unterstützungsstrukturen für Unternehmen" wurden bis einschließlich Juni 2011 erfolgreich veranstaltet.

Daraus gingen u.a. teils fertig entwickelte, teils noch in Entwicklung befindliche Produkte hervor:

  • der Berufsorientierungsrahmen als Konzept, das zum einen Schulen als Arbeitshilfe für die Entwicklung des Schulkonzeptes zur Berufsorientierung und zum anderen den zahlreichen Kooperationspartnern von Schulen als Orientierungshilfe zur Präzisierung der zu erbringenden Beiträge der beteiligten Partner dienen soll und Initiator für die Diskussion zur Etablierung einer berlinweiten Charta der Berufs- und Studienorientierung war;
  • ein Gesprächsleitfaden für institutionsübergreifende Fallgespräche, der sich in erster Linie als Empfehlung an begleitende Personen am Übergang Schule-Beruf richtet, die (noch) keine bzw. wenig Erfahrung mit dieser Art von Gesprächen haben., veröffentlicht auf der Homepage des RÜM Berlin im April 2011;
  • eine digitalisierte Angebotsübersicht Berufswegebegleitung in Berlin, die voraussichtlich im Herbst 2011 online gehen wird.

Weitere zentrale Diskussionsstränge der Schnittstellenkonferenzen waren:

  • die Frage der Einführung eines sogenannten qualifizierten Laufzettels zur Berufswegebegleitung (Qlauz);
  • die Definition der Zielgruppen und die Ausgestaltung des angestrebten zweisträngigen Systems am Übergang Schule-Beruf in Berlin;
  • die Möglichkeiten zur besseren Einbeziehung von Eltern in die Berufsorientierung ihrer Kinder durch Schulen und Bildungsträger; daraus ging eine thematische Arbeitsgruppe hervor, die sich zum Ziel gesetzt hat, noch in diesem Jahr eine kleine Methodensammlung zur Elternarbeit zu entwickeln und zu veröffentlichen.

Das bereits 2009 veröffentlichte Leitsystem „Wohin nach der Schule“ wurde aufgrund von Veränderungen einiger Angebote zum Beginn des Schul- und Ausbildungsjahres 2011/12 aktualisiert und in einer Neuauflage von 3.000 Stück gedruckt.

Im Herbst 2011 werden die Transferbroschüren zu den Themen Situationsanalyse, Berufsorientierung und Berufswegebegleitung verfasst. Außerdem werden sechs Transferworkshops für unterschiedliche Zielgruppen - von Multiplikatoren und Multiplikatorinnen an allgemeinbildenden Schulen über Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Jobcentern und Arbeitsagenturen bis hin zu Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern der Berliner Senatsverwaltungen - konzipiert und im Herbst/Winter 2011 umgesetzt.

Weiterhin ist die SPI Consult mit dem Projekt RÜM Berlin als Handlungsfeldbeauftragte an der Umsetzung des Berliner Masterplans Qualifizierung (BMPQ) beteiligt.

 

 
Förderung
Durchführung