Soltau
Bildungsinitiative Heidekreis, Niedersachsen, Förderlaufzeit: 01.05.2008- 31.03.2012


Kontakt

Bildungsbüro Heidekreis, Koordinierungsstelle Übergang Schule-Beruf
Harburger Str. 2
29614 Soltau

 


Der Heidekreis hat eine Fläche von knapp 1.900 km² und ca. 142.000 Einwohner und Einwohnerinnen. Es handelt sich um einen typischen ländlichen Raum in Niedersachsen. Die sozioökonomische Situation im Heidekreis ist gekennzeichnet durch eine überdurchschnittliche Arbeitslosenquote von 11 Prozent (Niedersachsen: 9,6 Prozent). Der Anteil der Schulabgängerinnen und -abgänger ohne Schulabschluss liegt bei 9,1 Prozent (Niedersachsen: 8,5 Prozent) und der Anteil der Schulabgängerinnen und -abgänger mit Hochschulreife nur bei 15,4 Prozent (Niedersachsen: 22,2 Prozent).

Im Rahmen der bestehenden Aktivitäten zum Übergangsmanagement bildet der Landkreis einen zentralen Eckpfeiler, weil er als Optionskommune im Rahmen des SGB II für Arbeitsvermittlung und Fallmanagement zuständig zeichnet. Die Volkshochschule Heidekreis gGmbH betreibt zudem im Rahmen des SGB VIII die Projekte „PACE“ (Pro Aktiv Center) und „SinA“ (Schneller in Ausbildung). In Verbindung damit betreute Aktivitäten sind beispielsweise „Pro Handwerk“, „ProAusbildung“ (Ausbildungsverbund) oder das Projekt „Zweite Chance“ (Absentismus). Weitere erfahrene Bildungsträger und Projekte stehen zur Umsetzung von Maßnahmen zur Verfügung.

Unter dem Titel „Chancen verbessern – Übergänge gestalten“ führte der damalige Landkreis Soltau-Fallingbostel im Oktober 2007 die erste Bildungskonferenz durch - mit über 200 Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Daraus gründete sich zum Jahresende der „Verein zur Verbesserung der Bildungschancen im Landkreis Soltau-Fallingbostel“, der im August 2008 ein Bildungsbüro mit der Koordinierungsstelle Übergang Schule-Beruf einrichtete.

Durch ein flächendeckendes umfassendes Übergangsmanagement soll der Anteil Jugendlicher beziehungsweise junger Erwachsener ohne Schul- und Berufsabschluss gesenkt werden. Die Zukunftschancen junger Menschen mit besonderem Förderbedarf sollen sich deutlich verbessern.

Die Kooperationsstelle Übergang Schule-Beruf wird die Akteure bekannter und bewährter Angebote sowie weitere Interessenten zusammenführen und Kooperationen ermöglichen. Eine Koordination der verschiedenen Förderungen und die Entwicklung neuer Unterstützungsangebote, die auf die speziellen Bedarfe der Beteiligten zugeschnitten sind, sollen für eine optimale Qualifizierung von Jugendlichen am Übergang von der Schule in die Berufsausbildung sorgen.

Zur Zielerreichung werden fünf Arbeitsschwerpunkte gesetzt: Transparenz, Kooperation, Flexibilität, Beteiligung und Qualität.

Regelmäßige Informationsveranstaltungen und die Einrichtung eines Bildungsportals sollen Transparenz erzeugen, damit sich alle Beteiligten über vorhandene Erfahrungen, Instrumente und „Best-Practice-Modelle“ informieren können.

Durch die Kooperation aller Beteiligten, die mit der Ausbildung und Betreuung Jugendlicher betraut sind, werden den Jugendlichen frühzeitig Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, damit sie befähigt werden, eine gezielte Berufswahlentscheidung zu treffen. Die lokalen und regionalen Angebotsstrukturen werden überprüft, um Defizite zu identifizieren und Angebote anzuregen, die für eine effektive und flexible Förderung der beruflichen Integration erforderlich sind, aber vor Ort bislang nicht angeboten werden.

Kompetente Beratung und Unterstützung hinsichtlich der Angebote und Maßnahmen am Übergang Schule-Beruf und die Erarbeitung von Arbeitshilfen von und für Lehrkräfte, Ausbildende, Schülerinnen, Schüler und Eltern sowie die Vergabe eines Bildungspreises sollen die Beteiligten zu einer intensiven Mitarbeit motivieren. Zur Optimierung der Ausbildungsqualität sollen die Rahmenbedingungen in den Schulen und Ausbildungseinrichtungen derart gestaltet werden, dass die pädagogische Arbeit der Lehrkräfte in der Übergangsphase Schule-Beruf durch eine fruchtbare Zusammenarbeit aller Akteure und aller Betroffenen unterstützt wird.

Ergebnisse

Das Regionale Übergangsmanagement Heidekreis hat in den der vergangenen drei Jahren eine Vielzahl an Aktivitäten initiiert. Im Hinblick auf die angestrebte Verstetigung und Verankerung in Landkreisstrukturen sind insbesondere folgende Projekttätigkeiten als Meilensteine zu betrachten.

Im Sommer 2011 wurde zum wiederholten Male erfolgreich die Leuphana Sommerakademie mit 36 Schülerinnen und Schülern durchgeführt. Als Ergänzung dazu fand im Oktober 2011 im Rahmen eines Transfers in die Schule schulformübergreifend eine Fortbildungsveranstaltung für alle im Bereich Übergang-Schule Tätigen statt, die sich der Thematik „Individuelle Förderung“ mit einem Impulsvortrag und drei parallel stattfindenden Workshops widmete.

Das im Mai 2011 für 19 Schülerinnen und Schüler an der Hauptschule Soltau initiierte Patenprojekt wird eng vom Regionalen Übergangsmanagement begleitet. Regelmäßige Kontakte mit der Schule sowie Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch der Patinnen und Paten untereinander ebnen den Weg für einen längerfristigen Bestand des Projektes. In der Anlaufphase des Projektes wurde deutlich, wie wichtig die unterstützende und tragende Rolle der Schulseite für den Erfolg eines solchen Projektes ist, so dass diese Position im weiteren Verlauf noch mehr gestärkt werden soll.

Die Berufsbildungsmesse „Perspektive Zukunft“ wurde im November 2011 als Kooperationsprojekt der Berufsbildenden Schule Soltau, der Agentur für Arbeit, der Kreishandwerkerschaft, zahlreicher Akteure aus der regionalen Wirtschaft und des Regionalen Übergangsmanagements Heidekreis durchgeführt. Mit über 60 Ausstellern sowie rund 2.000 teilnehmenden Schülerinnen und Schülern war sie erneut ein großer Erfolg. In ihrem Rahmen wurde auch diesmal mit einer Vielzahl an Berufen und Studienangeboten eine breite Palette regionaler Ausbildungsplätze präsentiert. Die Messe trug so durch Sensibilisierung und Interessenvermittlung dazu bei, dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzusteuern. Die gemeinsame Erarbeitung der Messe stärkt und erweitert die Zusammenarbeit mit regionalen Kooperationspartnern, durch die gemeinsame Planung und Umsetzung entwickeln sich neue Arbeitskreise und Projektideen. Die Berufsbildungsmesse hat sich als ein fester Knotenpunkt in der Berufsorientierung etabliert, deren jährliche Wiederholung zu einem festen Zeitpunkt bereits fest im Landkreis verankert ist.

Auf Wunsch der allgemeinbildenden und der berufsbildenden Schulen im Landkreis hat das Regionale Übergangsmanagement Heidekreis gemeinsam mit dem Arbeitskreis Übergang Schule-Beruf den Berufswahlpass für die 8. Klassen der Förder-, Haupt- und Realschulen sowie in den 8. Klassen der Kooperativen Gesamtschulen landkreisweit eingeführt.

Die im Rahmen des Regionalen Übergangsmanagements Heidekreis durchgeführten Projekte und Initiativen stellen eine bedeutungsvolle Erweiterung des regionalen Angebotspektrums beruflicher Orientierung dar, es konnten die Grundlagen für eine selbstständige Umsetzung und Weiterführung oder auch Übernahme durch ausgewählte Gremien über die Dauer der Projektlaufzeit hinaus geschaffen werden.

Die Intensivierung der regionalen Vernetzung im Landkreis wird durch die Bildung und regelmäßigen Treffen von Arbeitskreisen und -gruppen stetig weiterentwickelt. Durch die Kontinuität des Austausches kann davon ausgegangen werden, dass diese auch nach Beendigung der Projektlaufzeit weitergeführt werden. Einige Arbeitsgruppen haben regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen zum Ziel, wie beispielsweise die größte Berufsbildungsmesse im Landkreis oder die Schülerkonferenz. Auch die Durchführung weiterer Bildungskonferenzen durch den Landkreis ist gesichert. Die Schaffung von Transparenz in den Bildungsangeboten ist ein wesentlicher Baustein des Regionalen Übergangsmanagements im Heidekreis. Die hierzu angefertigten und regelmäßig gepflegten Angebote – wie der Online-Bildungsnavigator mit allen Institutionen, Ansprechpartnern und Angeboten zum Thema Bildung und Übergänge sowie der Online-Veranstaltungskalender – werden auch nach Beendigung der Projektlaufzeit vorerst bestehen bleiben.

 

Der Weg in die Ausbildung ist das Ziel des Regionalen Übergangsmanagement im Heidekreis. Dabei geht es um mehr, als einen ausreichenden Schulabschluss – es geht um den Weg der Schülerinnen und Schüler, der nach ihrer Schulzeit kommt. Es geht um Ausbildungsplätze, weiterführende Bildungsangebote und um Sozialsysteme. Aus diesem Grund beschäftigt sich das Übergangsmanagement mit Konzepten, die dazu beitragen, die Zukunft dieser jungen Erwachsenen nachhaltig zu sichern. Anknüpfend an unsere innovativen Projekte haben wir durch die Vernetzung dieser Modelle ein aktives Gesamtkonzept geschaffen, das alle Kooperationspartner miteinander vernetzt. Es vereint in effizienter Weise bereits bestehende Angebot mit modernen Techniken und Instrumenten. Von einem Internetportfolio für junge Erwachsene zum Thema „Bildung, Ausbildung und Weiterbildung“, über lernpsychologische Ansätze der Sommerakademie bis hin zu Kompetenzvermittlungen der Lehrkräfte, Ausbildungspaten und  Eltern – haben wir innovative Konzepte erstellt und umgesetzt. Im Rahmen des Projektes „Regionales Übergangsmanagement  fanden neben vielen kleineren Projekten eine Schülerfirmenmesse, eine Schüleronlineerhebung zur Erfassung der Berufswahlkompetenz in Zusammenarbeit mit der Leibniz Universität Hannover, eine sich jährlich wiederholende Berufsbildungsmesse sowie die kreisweite Einführung des Berufswahlpasses statt. Darüber hinaus wurde ein Patenprojekt für Schülerinnen und Schüler der Hauptschule initiiert und Fortbildungs- und Workshopangebote für Lehrkräfte, Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter und Berufseinstiegsbegleiterinnen und Berufseinstiegsbegleiter durchgeführt. Ein weiteres Projekt ist die gemeinsame Erstellung eines Handlungsrahmens zur Berufsorientierung für Allgemeinbildende Schulen, der in Kooperation mit dem vierteljährlich tagenden Arbeitskreis Übergang Schule-Beruf erarbeitet wird.

Projekt­darstellungen

  • Pressebericht im Heide-Kurier vom 05.06.2011: Ausbildungspatenmodell

    [PDF - 347,7 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Soltau_Ausbildungspatenmodell_HeideKurier_050611.pdf)

  • Flyer zur Berufsbildungsmesse 2010

    [PDF - 1,22 MB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Soltau_Berufsbildungsmesse_2010.pdf)

  • Projektflyer

    [PDF - 203,7 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Soltau_Flyer_052012.pdf)

Arbeits­materialien

 
Förderung
Durchführung