Soltau
Bildungsinitiative Heidekreis. Regionales Übergangsmanagement im Landkreis Soltau-Fallingbostel (seit August 2011 Heidekreis). Modellhafte Umsetzung eines strategischen Konzeptes zur strukturellen Verbesserung der Kooperation der regionalen Akteure im Bereich Übergang Schule-Beruf
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Übersicht

Kontakt

Verena Baden, Lena Heß
Bildungsbüro Heidekreis, Koordinierungsstelle Übergang Schule-Beruf
Harburger Str. 75
29614 Soltau

Tel.: 05191-96709-12 und 05191-96709-11
E-Mail: vbaden@heidekreis.de, hess@heidekreis.de

www.bildungsbuero-heidekreis.de

Ausgangslage

Der Heidekreis hat eine Fläche von knapp 1.900 km² und ca. 142.000 Einwohner und Einwohnerinnen. Es handelt sich um einen typischen ländlichen Raum in Niedersachsen. Die sozioökonomische Situation im Heidekreis ist gekennzeichnet durch eine überdurchschnittliche Arbeitslosenquote von 11 Prozent (Niedersachsen: 9,6 Prozent). Der Anteil der Schulabgängerinnen und -abgänger ohne Schulabschluss liegt bei 9,1 Prozent (Niedersachsen: 8,5 Prozent) und der Anteil der Schulabgängerinnen und -abgänger mit Hochschulreife nur bei 15,4 Prozent (Niedersachsen: 22,2 Prozent).

Im Rahmen der bestehenden Aktivitäten zum Übergangsmanagement bildet der Landkreis einen zentralen Eckpfeiler, weil er als Optionskommune im Rahmen des SGB II für Arbeitsvermittlung und Fallmanagement zuständig zeichnet. Die Volkshochschule Heidekreis gGmbH betreibt zudem im Rahmen des SGB VIII die Projekte „PACE“ (Pro Aktiv Center) und „SinA“ (Schneller in Ausbildung). In Verbindung damit betreute Aktivitäten sind beispielsweise „Pro Handwerk“, „ProAusbildung“ (Ausbildungsverbund) oder das Projekt „Zweite Chance“ (Absentismus). Weitere erfahrene Bildungsträger und Projekte stehen zur Umsetzung von Maßnahmen zur Verfügung.

Unter dem Titel „Chancen verbessern – Übergänge gestalten“ führte der damalige Landkreis Soltau-Fallingbostel im Oktober 2007 die erste Bildungskonferenz durch - mit über 200 Teilnehmern und Teilnehmerinnen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Daraus gründete sich zum Jahresende der „Verein zur Verbesserung der Bildungschancen im Landkreis Soltau-Fallingbostel“, der im August 2008 ein Bildungsbüro mit der Koordinierungsstelle Übergang Schule-Beruf einrichtete.

Ziele

Durch ein flächendeckendes umfassendes Übergangsmanagement soll der Anteil Jugendlicher beziehungsweise junger Erwachsener ohne Schul- und Berufsabschluss gesenkt werden. Die Zukunftschancen junger Menschen mit besonderem Förderbedarf sollen sich deutlich verbessern.

Die Kooperationsstelle Übergang Schule-Beruf wird die Akteure bekannter und bewährter Angebote sowie weitere Interessenten zusammenführen und Kooperationen ermöglichen. Eine Koordination der verschiedenen Förderungen und die Entwicklung neuer Unterstützungsangebote, die auf die speziellen Bedarfe der Beteiligten zugeschnitten sind, sollen für eine optimale Qualifizierung von Jugendlichen am Übergang von der Schule in die Berufsausbildung sorgen.

Umsetzungsstrategie

Zur Zielerreichung werden fünf Arbeitsschwerpunkte gesetzt: Transparenz, Kooperation, Flexibilität, Beteiligung und Qualität.

Regelmäßige Informationsveranstaltungen und die Einrichtung eines Bildungsportals sollen Transparenz erzeugen, damit sich alle Beteiligten über vorhandene Erfahrungen, Instrumente und „Best-Practice-Modelle“ informieren können.

Durch die Kooperation aller Beteiligten, die mit der Ausbildung und Betreuung Jugendlicher betraut sind, werden den Jugendlichen frühzeitig Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, damit sie befähigt werden, eine gezielte Berufswahlentscheidung zu treffen. Die lokalen und regionalen Angebotsstrukturen werden überprüft, um Defizite zu identifizieren und Angebote anzuregen, die für eine effektive und flexible Förderung der beruflichen Integration erforderlich sind, aber vor Ort bislang nicht angeboten werden.

Kompetente Beratung und Unterstützung hinsichtlich der Angebote und Maßnahmen am Übergang Schule-Beruf und die Erarbeitung von Arbeitshilfen von und für Lehrkräfte, Ausbildende, Schülerinnen, Schüler und Eltern sowie die Vergabe eines Bildungspreises sollen die Beteiligten zu einer intensiven Mitarbeit motivieren. Zur Optimierung der Ausbildungsqualität sollen die Rahmenbedingungen in den Schulen und Ausbildungseinrichtungen derart gestaltet werden, dass die pädagogische Arbeit der Lehrkräfte in der Übergangsphase Schule-Beruf durch eine fruchtbare Zusammenarbeit aller Akteure und aller Betroffenen unterstützt wird.

 

Umsetzungsstand Dezember 2011

Der Weg in die Ausbildung ist das Ziel des Regionalen Übergangsmanagement im Heidekreis. Dabei geht es um mehr, als einen ausreichenden Schulabschluss – es geht um den Weg der Schülerinnen und Schüler nach ihrer Schulzeit. Es geht um Ausbildungsplätze, weiterführende Bildungsangebote und um Sozialsysteme. Aus diesem Grund beschäftigt sich das Übergangsmanagement mit Konzepten, die dazu beitragen, die Zukunft dieser jungen Erwachsenen nachhaltig zu sichern.

Anknüpfend an unsere innovativen Projekte haben wir durch die Vernetzung dieser Modelle ein aktives Gesamtkonzept geschaffen, das alle Kooperationspartner miteinander vernetzt. Es vereint in effizienter Weise bereits bestehende Angebote mit modernen Techniken und Instrumenten. Von einem Internetportfolio für junge Erwachsene zum Thema „Bildung, Ausbildung und Weiterbildung“ über lernpsychologische Ansätze der Sommerakademie bis hin zu Kompetenzvermittlungen der Lehrkräfte, Ausbildungspaten/Ausbildungspatinnen und Eltern haben wir innovative Konzepte erstellt und umgesetzt.

Im Rahmen des Projektes „Regionales Übergangsmanagement“ fanden neben vielen kleineren Projekten eine Schülerfirmenmesse, eine Schüleronlineerhebung zur Erfassung der Berufswahlkompetenz in Zusammenarbeit mit der Leibniz Universität Hannover, eine sich jährlich wiederholende Berufsbildungsmesse sowie die kreisweite Einführung des Berufswahlpasses statt.

Darüber hinaus wurde ein Patenprojekt für Schülerinnen und Schüler der Hauptschule initiiert und Fortbildungs- und Workshopangebote für Lehrkräfte, Schulsozialarbeiterinnen/Schulsozialarbeiter und Berufseinstiegsbegleiterinnen/Berufseinstiegsbegleiter durchgeführt. Ein weiteres Projekt ist die gemeinsame Erstellung eines Handlungsrahmens zur Berufsorientierung für allgemeinbildende Schulen, der in Kooperation mit dem vierteljährlich tagenden Arbeitskreis „Übergang Schule-Beruf“ erarbeitet wird.

 

 

 
Förderung
Durchführung