Wilhelmshaven-Friesland
Regionales Übergangsmanagement in der Region Wilhelmshaven-Friesland. Modellhafte Umsetzung eines strategischen Konzeptes zur strukturellen Verbesserung der Kooperation der regionalen Akteure im Bereich Übergang Schule-Beruf
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Übersicht

 

Kontakt

Sven Pieper
Volkshochschule und Musikschule Wilhelmshaven gGmbH
Mühlenweg 67
26384 Wilhelmshaven

Tel.: 04421 - 16 40 81
Fax: 04421 - 16 40 90
E-Mail: sven.pieper@vhs-wilhelmshaven.de

www.Berufseinstieg-Wilhelmshaven-Friesland.de 

Ausgangslage

Die Stadt Wilhelmshaven und der angrenzende Landkreis Friesland bilden eine überwiegend mittelständisch geprägte Wirtschaftsregion im nordwestlichen Niedersachsen mit zusammen etwa 180.000 Einwohnern.

In den vergangenen Jahrzehnten hat der Strukturwandel im bedeutenden Marinestandort und Tiefwasserhafen Wilhelmshaven zu einem massiven Abbau industrieller Arbeitsplätze geführt. Wirtschaftliche Standbeine der Stadt sind der maritime Wirtschaftssektor (der durch den im Bau befindlichen Containerhafen Jade-Weser-Port weiter gestärkt wird) sowie die Bereiche Chemie, Energie und Logistik.

Problematisch ist die demografische Entwicklung: Wilhelmshaven ist die am stärksten schrumpfende Stadt in Niedersachsen, zudem besteht eine erhebliche Überalterung der Bevölkerung. Überdies ist der Anteil der Personen, die Transferleistungen erhalten, landesweit am höchsten.

Eine wichtige Rolle für die Wirtschaftsstruktur im Landkreis Friesland spielen neben dem Tourismus und der Landwirtschaft die Bereiche Luftfahrzeugbau und Kommunikationsdienstleistungen. Die demografische Entwicklung ist zwar weniger problematisch als in Wilhelmshaven, dennoch sind auch hier ein Rückgang und eine zunehmende Alterung der Bevölkerung zu beobachten.

Bereits jetzt herrscht in der Region in einigen Bereichen Mangel an geeigneten Nachwuchskräften. Ausbildungsplätze können oft nicht adäquat besetzt werden, zunehmender Fachkräftemangel gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft. Verstärkt wird der regionale Wettbewerb um die besten Kräfte durch Großprojekte wie den Bau des Containerhafens Jade-Weser-Port und eines Kohlekraftwerks in Wilhelmshaven.

Zur Bündelung der regionalen Kräfte wurde 2005 auf Initiative der beiden Gebietskörperschaften ein "Runder Tisch Berufliche Aus- und Fortbildung" gegründet, dem alle regionalen Akteure am Übergang Schule-Beruf angehören. Dennoch fehlte bislang eine systematische und umfassende Kooperationsstruktur im Übergangsbereich, die regionale Zusammenarbeit der Akteure blieb deutlich unter ihren Möglichkeiten. Eine durch den Runden Tisch in Auftrag gegebene externe Bedarfsanalyse hat als ein Ergebnis die Notwendigkeit einer koordinierenden Instanz für den Übergang Schule-Beruf postuliert.

Ziele

Ein Netzwerk Übergangsmanagement soll die Zusammenarbeit der regionalen Akteure verbessern. Das Übergangsystem soll sowohl für Jugendliche und Eltern als auch für die Akteure mit optimal verzahnten regionalen Förderangeboten und Unterstützungsstrukturen transparenter gestaltet und bedarfsgerechter ausgerichtet werden. Ein systematisches und dauerhaftes Monitoring zeigt sowohl erfolgreiche Wege als auch Sackgassen und Umwege auf. Die im Vorhaben geschaffenen Kooperationsstrukturen sollen als regionale Verantwortungsgemeinschaft am Übergang Schule-Beruf dauerhaft verankert werden.

Umsetzungsstrategie

Basierend auf der Analyse der lokalen Problemstellungen steuert ein neutrales Koordinierungsbüro die Netzwerkarbeit, zeigt auf, welcher Akteur in welcher Weise in das lokale Übergangsgeschehen eingebunden ist und stärkt eine verbindliche regionale Kooperation. Ziel ist die Abkehr von bisherigen Zuständigkeitsabgrenzungen hin zu einem prozesshaften gemeinsamen Handeln und transparenten Verfahrensweisen.

Umsetzungsstand Juli 2011

  • Der erste Berufsintegrationsbericht für Wilhelmshaven und Friesland erscheint im September 2011. Enthalten sind die Grunddaten zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt der Region, die Ergebnisse der Schüler- und Folgebefragungen sowie Handlungsempfehlungen.
  • Für die Stadt Wilhelmshaven wurde flächendeckend ein Beratungs- und Kompetenzpass eingeführt, der Informationen über die Schülerinnen und Schüler von der allgemeinbildenden Schule in die BBS trägt und BO-Maßnahmen für die Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz dokumentiert. Die Einführung des BKP an den Schulen im Landkreis Friesland wird derzeit vorbereitet.
  • Inzwischen wurden zwei Workshops zum Thema Elterneinbindung durchgeführt. Aus den detaillierten Rückmeldungen zu den Veranstaltungen hat sich ergeben, dass die Reihe in Form einer Lehrkräftefortbildung zu bestimmten Themen fortgesetzt werden soll.
  • Es wird eine grafische Darstellung der Übergangsmöglichkeiten entwickelt, diese soll neben dem Printprodukt auch als interaktives Angebot auf der RÜM-Internetseite bereitgestellt werden.
  • Im Auftrag einer Arbeitsgruppe aus BBS und allgemeinbildenden Schulen wird derzeit eine Befragung zur Evaluierung der Praxistage der allgemeinbildenden Schulen an den BBSn in Wilhelmshaven und Friesland durchgeführt.
  • Durch eine Mitarbeiterin des RÜM wird die Nutzung des Beratungs- und Kompetenzpasses sowie dessen geplante Erweiterung um den Faktor Kompetenzdokumentation in einigen Modellschulen begleitet. Erfasst werden zudem alle schulischen BO-Aktivitäten und der Zeitpunkt, zu dem diese einsetzen. Ein weiteres Thema ist hier die Qualitätsentwicklung bei der Durchführung von Schulpraktika.

Sicherung der Nachhaltigkeit der Projektansätze:

  • Das RÜM war für die Stadt Wilhelmshaven in den Prozess der Entwicklung eines regionalen Bildungsmonitorings eingebunden. Unter Federführung des Schuldezernenten wurde im Rahmen einer Arbeitsgruppe ein Konzept unter dem Titel „Jedes Kind erhält einen Abschluss“ entwickelt und vom Rat beschlossen. Hier finden sich verschiedene Ansätze des RÜM, die künftig durch das Jugendamt fortgeführt werden.
  • Im Landkreis Friesland wurde ein Bildungsbüro eingerichtet, dass einen Teil der Projektansätze fortsetzen wird.

 

 

 
Förderung
Durchführung