
Regionales Übergangsmanagement in der Region Wilhelmshaven-Friesland. Modellhafte Umsetzung eines strategischen Konzeptes zur strukturellen Verbesserung der Kooperation der regionalen Akteure im Bereich Übergang Schule-Beruf
Übersicht
Sven Pieper
Volkshochschule und Musikschule Wilhelmshaven gGmbH
Mühlenweg 67
26384 Wilhelmshaven
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www.Berufseinstieg-Wilhelmshaven-Friesland.de
Die Stadt Wilhelmshaven und der angrenzende Landkreis Friesland bilden eine überwiegend mittelständisch geprägte Wirtschaftsregion im nordwestlichen Niedersachsen mit zusammen etwa 180.000 Einwohnern.
In den vergangenen Jahrzehnten hat der Strukturwandel im bedeutenden Marinestandort und Tiefwasserhafen Wilhelmshaven zu einem massiven Abbau industrieller Arbeitsplätze geführt. Wirtschaftliche Standbeine der Stadt sind der maritime Wirtschaftssektor (der durch den im Bau befindlichen Containerhafen Jade-Weser-Port weiter gestärkt wird) sowie die Bereiche Chemie, Energie und Logistik.
Problematisch ist die demografische Entwicklung: Wilhelmshaven ist die am stärksten schrumpfende Stadt in Niedersachsen, zudem besteht eine erhebliche Überalterung der Bevölkerung. Überdies ist der Anteil der Personen, die Transferleistungen erhalten, landesweit am höchsten.
Eine wichtige Rolle für die Wirtschaftsstruktur im Landkreis Friesland spielen neben dem Tourismus und der Landwirtschaft die Bereiche Luftfahrzeugbau und Kommunikationsdienstleistungen. Die demografische Entwicklung ist zwar weniger problematisch als in Wilhelmshaven, dennoch sind auch hier ein Rückgang und eine zunehmende Alterung der Bevölkerung zu beobachten.
Bereits jetzt herrscht in der Region in einigen Bereichen Mangel an geeigneten Nachwuchskräften. Ausbildungsplätze können oft nicht adäquat besetzt werden, zunehmender Fachkräftemangel gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft. Verstärkt wird der regionale Wettbewerb um die besten Kräfte durch Großprojekte wie den Bau des Containerhafens Jade-Weser-Port und eines Kohlekraftwerks in Wilhelmshaven.
Zur Bündelung der regionalen Kräfte wurde 2005 auf Initiative der beiden Gebietskörperschaften ein "Runder Tisch Berufliche Aus- und Fortbildung" gegründet, dem alle regionalen Akteure am Übergang Schule-Beruf angehören. Dennoch fehlte bislang eine systematische und umfassende Kooperationsstruktur im Übergangsbereich, die regionale Zusammenarbeit der Akteure blieb deutlich unter ihren Möglichkeiten. Eine durch den Runden Tisch in Auftrag gegebene externe Bedarfsanalyse hat als ein Ergebnis die Notwendigkeit einer koordinierenden Instanz für den Übergang Schule-Beruf postuliert.
Ein Netzwerk Übergangsmanagement soll die Zusammenarbeit der regionalen Akteure verbessern. Das Übergangsystem soll sowohl für Jugendliche und Eltern als auch für die Akteure mit optimal verzahnten regionalen Förderangeboten und Unterstützungsstrukturen transparenter gestaltet und bedarfsgerechter ausgerichtet werden. Ein systematisches und dauerhaftes Monitoring zeigt sowohl erfolgreiche Wege als auch Sackgassen und Umwege auf. Die im Vorhaben geschaffenen Kooperationsstrukturen sollen als regionale Verantwortungsgemeinschaft am Übergang Schule-Beruf dauerhaft verankert werden.
Basierend auf der Analyse der lokalen Problemstellungen steuert ein neutrales Koordinierungsbüro die Netzwerkarbeit, zeigt auf, welcher Akteur in welcher Weise in das lokale Übergangsgeschehen eingebunden ist und stärkt eine verbindliche regionale Kooperation. Ziel ist die Abkehr von bisherigen Zuständigkeitsabgrenzungen hin zu einem prozesshaften gemeinsamen Handeln und transparenten Verfahrensweisen.
Sicherung der Nachhaltigkeit der Projektansätze: