Hamburg
Regionales Übergangsmanagement - KorA. Modellhafte Umsetzung eines strategischen Konzeptes zur strukturellen Verbesserung der Kooperation der regionalen Akteure im Bereich Übergang Schule-Beruf in zwei Regionen des Bezirkes Hamburg-Mitte
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Übersicht

 

Kontakt


Jens E. Radder
Hamburger Institut für Berufliche Bildung (HIBB)
Hamburger Straße 131
22083 Hamburg

Kontakt über:
Projektassistentin Beate Müller
Tel.: 040 42863 2963
Fax: 040 42863 4033
Beate.Mueller@hibb.hamburg.de
www.hibb.hamburg.de/kora

 

Ausgangslage

Auf Grund der großen Nachfrage von Bewerbern aus dem Umland nach Ausbildungsplätzen in Hamburg haben einheimische Schulabgängerinnen und Schulabgänger mit schlechten Abschlusszeugnissen Probleme beim Übergang in Ausbildung und Arbeit. In der Folge hatte sich in Hamburg über Jahrzehnte ein umfangreiches, differenziertes und selbst für Expertinnen und Experten kaum durchschaubares Übergangssystem entwickelt.

Neben Maßnahmen der Jugendhilfe werden berufsvorbereitende Maßnahmen, schulische Berufsqualifizierung und geförderte duale Ausbildung angeboten. Dieses Übergangssystem wird von mehreren Landesbehörden, der Agentur für Arbeit Hamburg, der ARGE nach dem SGB II, dem ESF, von Bundesprogrammen, der Wirtschaft und privaten Initiativen getragen. Seit einigen Jahren erfolgt bereits eine enge Abstimmung der Förderprogramme zwischen den Landesbehörden, der Agentur für Arbeit und der ARGE nach dem SGB II.

Im Stadtstaat Hamburg werden die kommunalen Aufgaben von sieben Bezirksämtern,  unter anderem vom Bezirksamt Hamburg-Mitte, wahrgenommen. Dazu gehören auch die Jugendhilfe und das Sozialraummanagement. Alle beruflichen Qualifizierungsinstrumente und -programme in der Benachteiligtenförderung sowie die Aufgaben der Jugendberufshilfe werden dagegen von Landesbehörden geplant und umgesetzt. Auch die Agentur für Arbeit, die ARGE nach dem SGB II, die Kammern und die Verbände der Wirtschaft sind in Hamburg zentral aufgestellt.

 

Ziele

Ziel des Hamburger Vorhabens ist es daher, die berufliche Benachteiligtenförderung mit der Jugendhilfe und der sozialen Stadtentwicklung zu einem Förderkonzept "aus einem Guss" zusammenzuführen und entsprechende Vernetzungen zu schaffen.

 

Umsetzungsstrategie

Für das Projekt "Regionales Übergangsmanagement" wurden im Bezirk Hamburg-Mitte die beiden Regionen Billstedt-Horn und Elbinseln ausgewählt, die auf Grund ihrer sozialen Einwohnerprofile verstärkte Aktivitäten in der Jugendhilfe und der Benachteiligtenförderung erfordern. Hier sollen Strukturen, Verfahren und Instrumente zur Optimierung und Koordinierung der Bildungs- und Beratungsangebote für benachteiligte Jugendliche und ein regionales Übergangsmanagement entwickelt und erprobt werden. In den beiden Regionen wurden Koordinierungsstellen zur Unterstützung der lokalen Netzwerke eingerichtet, auf bezirklicher Ebene hat ein regionales Bildungsbüro seine Arbeit aufgenommen.

Die Aufgaben, Verantwortungsbereiche und Strukturen im Bereich des Überganges in Ausbildung und Beschäftigung werden auf regionaler und bezirklicher Ebene sowie auf Landesebene reorganisiert und in eine Gesamtstrategie der Entwicklung lokaler Bildungslandschaften eingebunden. Die Angebote der Jugend- und Sozialhilfe, der Berufsbildungs- und Arbeitsförderung sowie der Regional- und Stadtentwicklung werden im Rahmen der gemeinsamen Strategie des Übergangsmanagements abgestimmt und bereitgestellt. Die im Rahmen des Vorhabens entwickelten Strukturen, Verfahren und Instrumente sollen nach erfolgreicher Erprobung auf weitere Regionen in Hamburg übertragen werden. In die Entwicklung und Erprobung eines ganzheitlichen Übergangsmanagement will sich die Hamburger Wirtschaft aktiv einbringen.

 

Umsetzungsstand Mai 2011

Im Rahmen von Auftaktveranstaltungen haben wir unser Projekt in Hamburg bekannt gemacht. Die beiden Koordinierungsstellen Elbinseln und Billstedt-Horn initiieren die Bildung neuer Netzwerke. Sie unterstützen und flankieren Initiativen, die bereits in den Regionen tätig sind. Eine Bestandsaufnahme der Angebote und Vernetzungssysteme, schwerpunktmäßig in den beiden Modellregionen, wurde durchgeführt und ist Voraussetzung für die Analyse und Bewertung der Aufstellung von Maßnahmen im Übergangssystem.

Für diese Bestandsaufnahme wurden im ersten Quartal 2009 ca. 70 Vertreterinnen und Vertreter von Schulen und außerschulischen Jugendhilfe-, Qualifizierungs-, Beschäftigungs- und Beratungseinrichtungen sowie von Fachbehörden, der Agentur für Arbeit und team.arbeit.hamburg, von Kammern und Sozialpartnern in leitfadengestützten Interviews befragt. Zusammen mit den Informationen aus Datenblättern, mit deren Hilfe Maßnahmen und Angebote in der Region erhoben und in ihrer Gesamtheit strukturiert dargestellt werden, fassten wir die Ergebnisse in einem Bericht zusammen, der uns und den Modellregionen als Grundlage für die weitere gemeinsame Arbeit dient. Der Bericht wird durch die Erkenntnisse einer Netzwerkanalyse ergänzt, die die Kommunikations- und Kooperationsstrukturen der Akteure untereinander darstellt.

Das Regionale Übergangsmanagement KorA arbeitet vor dem Hintergrund veränderter politischer Ausgangsbedingungen in Hamburg. Im Februar 2009 wurden Rahmenkonzepte für Primarschule, Stadtteilschule und das sechsstufiges Gymnasium veröffentlicht. Mitte Juni 2009 ist ein weiteres Rahmenkonzept für die Reform des Übergangssystems Schule - Beruf veröffentlicht worden. Mit dem neu gestalteten Übergangssystem sollen für alle Jugendlichen der Anschluss und eine verlässliche Begleitung in weiterführende Bildung, Ausbildung, Studium und Beschäftigung gewährleistet werden. Zudem beschloss die Hamburgische Bürgerschaft am 9. Februar 2011 mit den Stimmen aller Fraktionen Maßnahmen zur Umsetzung der Reform der beruflichen Bildung. Dazu zählen neben dem schrittweisen Aufbau einer systematischen Berufsorientierung ab Jahrgangsstufe 8 die Reform des Übergangs von der allgemeinbildenden Schule in den Beruf und damit verbunden die Neuordnung beruflicher Bildungsgänge.

Das Regionale Übergangsmanagement KorA agiert innerhalb dieser Rahmenbedingungen und entwickelt einzelne Bausteine für ein Handlungskonzept Übergangsmanagement, die bereits während der Projektlaufzeit umgesetzt werden sollen.

Einer dieser Bausteine ist das „Zukunftsgespräch". Diesen erproben wir derzeit in Kooperation mit verschiedenen Schulen in den Modellregionen. Das Zukunftsgespräch ist ein Verfahren der Gesprächsführung, mit dem Beratungsgespräche zur Berufsorientierung strukturiert und moderiert werden können. Zukunftsgespräche sollen die Aufgabe der Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner an den Schulen unterstützen, sie eignen sich aber auch für andere Lehrkräfte, die mit der Berufsorientierung befasst sind. Das Verfahren baut auf den „Zukunftskonferenzen" auf, die seit fünf Jahren erfolgreich an Hauptschulen im Rheinisch-Bergischen Kreis (NRW) umgesetzt werden.

Zudem unterstützen wir Schulen bei ihrer Wahrnehmung der reformierten Berufs- und Studienorientierung, in deren Zuge sie Kooperationen mit Berufsschulen und anderen Akteuren in ihrer Region eingehen und Netzwerke aufbauen. Das Regionale Übergangsmanagement KorA bietet ihnen Beratung und moderierte Workshops zum Aufbau und Management dieser Netzwerke.

Die Ergebnisse und Erfahrungen der Zukunftsgespräche und des Netzwerkmanagements werden in das Handlungskonzept Regionales Übergangsmanagement einfließen


 

 

 
Förderung
Durchführung