Kreis Düren
Kreis Düren, Nordrhein-Westfalen, Förderlaufzeit: 01.11.2010-31.10.2013


Kontakt

Kreisverwaltung Düren
Regionales Übergangsmanagement
Amt für Schule, Bildung, Kultur und Sport
Bismarckstraße 16
52351 Düren

E-Mail:amt40@kreis-dueren.de

 www.kreis-dueren.de/ruem  


Im Kreis Düren existieren seit vielen Jahren vielfältige Projekte und Aktivitäten, die junge Menschen im Übergang Schule-Beruf unterstützen. Diese Angebotsvielfalt ist oft wenig transparent, nicht aufeinander und miteinander abgestimmt und/oder in der Fläche nicht bekannt. Eine Zusammenarbeit ist häufig nur punktuell. Bisher wird noch kein Gesamtkonzept zur Optimierung des Übergangs in den verschiedenen Handlungsbereichen verfolgt. Die häufig vorzufindenden „Maßnahmenkarrieren“, insbesondere in der Gruppe benachteiligter junger Menschen, binden finanzielle und personelle Ressourcen. Die Voraussetzungen für eine Optimierung sind gut, da bereits 64 % der Schulen im Kreis Düren dauerhaft mit einem Betrieb oder einer Wirtschaftsorganisation zusammen arbeiten, wie eine neuere Umfrage der Stiftung Partner für Schule NRW ergab.

Im Hinblick darauf, dass Berufswege nicht an Kreisgrenzen enden und der Kammerbezirk auch Nachbarregionen einschließt, wird das Thema ‚Bildung und interkommunale Zusammenarbeit’ bei allen Überlegungen berücksichtigt. Insbesondere sind hier die Nachbarkreise Euskirchen und Heinsberg sowie die Städteregion Aachen zu nennen.

In einem Flächenkreis müssen Jugendliche auch darauf vorbereitet werden, eine Ausbildung nicht zwingend vor Ort in der jeweiligen Heimatgemeinde zu finden. Ggf. müssen weitere Anfahrtswege eingeplant werden. Auch hierzu benötigen Jugendliche mit Förderbedarf individuelle Unterstützung und Begleitung.

Das regionale Übergangsmanagement im Kreis Düren soll bereits existierende Angebote und aktive Akteure im Übergang vernetzen und koordinieren.

Dadurch sollen Doppelstrukturen vermieden werden und Synergien entstehen statt den Ressourceneinsatz zu erhöhen. Ziel ist eine abgestimmte, passgenaue Verknüpfung aller Maßnahmen (lokale, regionale, landesweite und bundesweite) im Übergang zum Wohle der Jugendlichen, auch und insbesondere der benachteiligten Jugendlichen.

Es gilt, gemeinsam mit allen Akteuren ein Übergangssystem aufzubauen, welches eine systematische und effiziente „Bildungskette“ koordiniert und so Brüche in der Biographie junger Menschen durch präventive und prozessbegleitende Maßnahmen und Angebote verhindert.

Als besonders wichtig und nachhaltig im Übergang Schule – Beruf werden im Kreis Düren angesehen:

  • die frühzeitige Elternarbeit vor Ort,
  • ein abgestimmtes Gesamtsystem von individueller Beratung und Begleitung, sowie
  • frühzeitige Erprobungsmöglichkeiten der eigenen Stärken und Interessen für die Jugendlichen in verschiedenen (auch in eher geschlechtsuntypischen) Berufsfeldern.

Unverzichtbar ist dabei die Erhöhung der Transparenz regionaler Beratungs- und Förderangebote unter Einbezug landes- bzw. bundesweiter Angebote.

Drei wesentliche Zwischenziele sollen in einem Jahr erreicht werden:

  • Verlässliche Datenbasis schaffen als Planungsgrundlage: Erfassung der Angebote im Übergang und Schulabgängerbefragungen
  • Verzahnung und Systematisierung der relevanten Gremien in einem strukturierten Kooperationsnetzwerk
  • Beginn der Weiterentwicklung in den Arbeitsfeldern „Gesamtkonzept Beratung“, „Unterstützung von Eltern“, „Beruflichkeit und Schule“

Ergebnisse

Ergebnis

Ziel des Vorhabens war es, im Kreis Düren benachteiligten Jugendlichen Zugängen zur Ausbildung zu eröffnen und den Anteil junger Menschen ohne Berufsabschluss nachhaltig zu reduzieren. Das Regionale Übergangsmanagement im Kreis Düren vernetzte und koordinierte hierzu existierende Angebote und Akteure im Übergang Schule-Beruf. Es wurde eine Datenbasis als Planungsgrundlage geschaffen, die Gremien und Netzwerke am Übergang Schule-Beruf wurden verzahnt und systematisiert, und es wurden Expertenforen eingerichtet, um die Beratung abzustimmen, die Elternarbeit zu unterstützen und die schulische Berufsorientierung weiterzuentwickeln. Das Vorhaben hat mit seiner Strukturentwicklung wie auch mit seinen Einzelmaßnahmen zu allen förderpolitischen Zielen des Programms sehr wesentliche Beiträge mit z.T. modellhaftem Charakter geleistet.

Fazit

Mit der flächendeckenden Einführung des Landesvorhabens "Kein Abschluss ohne Anschluss Übergang Schule -Beruf in NRW" und der damit verbundenen Einrichtung der Kommunalen Koordinierungsstelle führt der Kreis Düren die begonnene Arbeit - unter neuem Vorzeichen - seit dem 01.09.2013 weiter. Die strategische und operative Zusammenarbeit aller Akteure erfährt somit Kontinuität. Die bestehenden Netzwerke und Gremien wurden den neuen Zieldimensionen angepasst und weiterentwickelt. Eine Übersicht der künftigen Angebotsstruktur inklusive klarer Zielgruppenzuordnung wird weiterhin allen Akteuren für den Beratungsprozess zur Verfügung gestellt. Die Basis liefert die vom Vorhaben entwickelte Angebotsdatenbank sowie die Übersichten möglicher Anschlussperspektiven gegliedert nach Schulabschlüssen. Der Abgleich von Maßnahmeangebot und -nachfrage erfolgt zukünftig auf der Basis der Anschlussvereinbarungen. Erste Netzwerke zur Durchführung sogenannter Zukunftskonferenzen wurden bereits in Hauptschulen implementiert. Die kommunale Koordinierungsstelle systematisiert diesen Prozess. Der begonnene Prozess zur Stärkung der dualen Ausbildung wird ebenfalls fortgeschrieben. Die Kommunikation zwischen Vertretern der einzelnen Bildungsgänge an den Berufskollegs und den Ausbildungsbetrieben vor Ort wurde ausgebaut und intensiviert.

Nach der positiven Resonanz auf die Schulabgangsbefragung im Jahr 2011 an allen Haupt-, Real- und Förderschulen im Kreis Düren, führten die Mitarbeiterinnen des Regionalen Übergangsmanagements im Jahr 2012 zusätzlich eine Befragung an Gesamtschulen durch. Ende des Schuljahres 2011/12 konnten über 1.000 Abgangsschülerinnen und -schüler nach ihren Zukunftsplänen und wichtigen Hilfsangeboten der Berufsorientierung befragt werden. Die Ergebnisse zeigen viele Übereinstimmungen mit denen aus dem Vorjahr als auch mit anderen Studien deutschlandweit. So fühlten sich erneut über 80 Prozent der Jugendlichen gut bis sehr gut informiert. Trotzdem hatten sich gut 15 Prozent noch nicht entschieden, was sie nach der Schule machen wollen – und das Ende Mai, also kurz vor dem Schulabschluss. Weiterhin bevorzugten vor allem Jungs ohne Migrationshintergrund den direkten Anschluss in eine duale Ausbildung. Mädchen strebten dagegen häufig einen höheren Schulabschluss an.

 

Als wichtigste Ansprechpartner benannten erneut beinahe 80 Prozent der Jugendlichen ihre Eltern. Das Regionale Übergangsmanagement des Kreises Düren nahm dieses Ergebnis zum Anlass, einen Fachtag zur Stärkung der Eltern zu veranstalten, der Mitte 2013 statt finden wird. Ziel ist es, Fachleute wie Lehrkräfte, Sozialarbeiterinnen und -arbeiter dafür zu sensibilisieren, Eltern noch stärker als bisher in den Berufsorientierungsprozess ihrer Kinder mit einzubinden. Außerdem werden ihnen Methoden an die Hand gegeben, wie Eltern angesprochen und informiert werden können.

 

Nach der im Jahr 2011 durchgeführten Bestandsaufnahme aller Maßnahmen am Übergang Schule-Beruf, erstellte das Regionale Übergangsmanagement eine Datenbank mit Filterfunktionen für interessierte Fachkräfte und Eltern. Diese Datenbank findet sich unter www.kreis-dueren.de/ruem-angebote. Ein weiteres Online-Angebot der Berufsorientierung ist nun ebenfalls freigeschaltet: Ein Überblick aller Anschlussmöglichkeiten im Kreis Düren nach Beendigung der Schule mit unterschiedlichen Schulabschlüssen auf www.kreis-dueren.de/anschluesse.

 

Um die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben vor Ort zu verbessern, konnte die Internetplattform Wirtschaft und Schule als Partner (kurz WSP) der Bezirksregierung Münster in die Stadt Düren geholt werden. Auf der Seite www.wsp-dueren.de können Lehrkräfte an allen weiterführenden Schulen mit Personalverantwortlichen von Ausbildungsbetrieben in Kontakt treten. Ziel ist es, Berufsorientierung als Querschnittsthema in allen Fächern zu platzieren. Mittel dazu sind Unterrichtsangebote, Praktikums- sowie Ausbildungsplätze ortsansässiger Betriebe. Diese Betriebe sichern sich durch eine konsequente, langfristig angelegte Berufsorientierung an Schule ihren Bedarf an Auszubildenden und Fachkräften vor Ort. Die Mitarbeiterinnen des Regionalen Übergangsmanagements stehen im Dialog mit weiteren Gemeinden des Kreises Düren, um auch dort das WSP-Portal einzurichten.

 

Die Schulleitungen der Berufskollegs des Kreises Düren traten mit der Bitte an das Regionale Übergangsmanagement heran, ihre Lehrkräfte in ihrer Arbeit mit Schülerinnen und Schülern in Klassen des Übergangssystems zu unterstützen. Circa 15 Prozent der an den Berufskollegs eingeschriebenen Schülerinnen und Schüler sind noch nicht ausbildungsreif, haben Schwierigkeiten im sozialen Umgang und viele schulische Defizite. Die Frage ist, wie diese jungen Menschen optimal auf eine Ausbildung vorbereitet werden können. Die Zusammenarbeit zwischen den Berufskollegs und dem Regionalen Übergangsmanagements wird im Jahr 2013 dahin gehend vertieft, als dass wir gemeinsame Veranstaltungen für Lehrkräfte und Ausbildende anbieten, hier die Zusammenarbeit verbessern und Methoden vermitteln, wie schwierige Jugendliche besser betreut und unterstützt werden können. In diesem Kontext sollen kleine überschaubare Netzwerke zwischen Schulen und Betrieben vor Ort geknüpft werden.

 

Zusätzlich koordiniert das Regionale Übergangsmanagement auch weiterhin das Landesprojekt "STARTKLAR! – Mit Praxis fit für die Ausbildung in NRW" sowie das Projekt "komm auf Tour – deine Stärken, deine Zukunft". Außerdem wird der Übergang vom Regionalen Übergangsmanagement in das NRW spezifische Landesprogramm "Neues Übergangssystem" vorbereitet. Die Mitarbeiterinnen informierten wichtige Kooperationspartner über das neue Programm, bereiteten Beschlüsse für Entscheidungsträger des Kreises vor und holten Informationen ein. Damit wird die Nachhaltigkeit der begonnenen Arbeit für den Kreis Düren ab Mitte 2013 sicher gestellt.

 

 

Das dreiköpfige Team des Regionalen Übergangsmanagements im Kreis Düren ist seit März 2011 vollzählig und mit Eifer bei der Umsetzung der Projektziele. Die Steuerungsgruppe des Übergangsmanagements wurde an den schon bestehenden Lenkungskreis des Regionalen Bildungsbüros angegliedert und um wichtige Vertreter aus Agentur für Arbeit, jobcom und Kammern erweitert. In diesem Lenkungskreis wurden in einem ersten Schritt Kernprobleme am Übergang Schule-Beruf im Kreis Düren gesammelt und gewichtet.

Zentrale Aufgaben des Regionalen Übergangsmanagement sind demnach: Verbesserung der schülernahen Unterstützungsangebote, Fokus auf die Zielgruppe der Schulverweigerer und -verweigerinnen, Erfassen von Potenzialen für benachteiligte Jugendliche – hier insbesondere in den zweijährigen Berufsausbildungen – sowie mehr Beruflichkeit in der Schule.

Zu diesen Themen wurde ein operativer Jour Fixe "Übergänge gestalten – Anschlüsse sichern" ins Leben gerufen. Dazu werden wichtige Personen geladen, die zu den genannten Themen Stellung nehmen und Lösungsansätze erarbeiten. Dieser operative Arbeitskreis hat sich im Jahr 2011 zweimal getroffen und an den Themen "Schulverweigerer/Schulverweigerinnen " und "Zweijährige Berufsausbildung" gearbeitet.

Das Regionale Übergangsmanagement hat eine erste Schulabgangsbefragung an Haupt-, Real- und Förderschulen des Kreises durchgeführt und daran Bedarfe der Jugendlichen identifiziert. Gleichzeitig wurde – in Zusammenarbeit mit dem Regionalen Übergangsmanagement Euskirchen – eine Bestandsanalyse aller Angebote der Berufsorientierung bei der Universität Münster in Auftrag gegeben. Mit Ergebnissen rechnen wir im März 2012.

Die Ergebnisse aus der Schulabgangsbefragung und der Bestandsanalyse liefern Anhaltspunkte zu weiteren Handlungsaufträgen, um gerade der Gruppe benachteiligter Jugendlicher den Weg in Ausbildung zu ebnen.
Unter dem Stichwort "mehr Beruflichkeit in der Schule!" wurde eine Idee aus Münster aufgegriffen, die im Jahr 2012 implementiert wird: das "Telgter Modell". Diese Internetplattform soll Betriebe und Schulen auf kürzeren Wegen zusammenbringen. Eine Informationsveranstaltung ist am 13. Februar geplant. Die Bezirksregierung Köln wird die entsprechende Lizenz bei der Bezirksregierung Münster erwerben.

Die Öffentlichkeitsarbeit flankiert und unterstützt die Tätigkeit des Regionalen Übergangsmanagements. So halten wir die Internetseite aktuell und bringen Pressemitteilungen zu konkreten Anlässen an die lokale Presse.

Das Regionale Übergangsmanagement unterstützt daneben einige Projekte der Berufsorientierung des Landes NRW: zum einen die vertiefende Berufsorientierung „STARTKLAR!“ wie auch das Projekt "komm auf Tour – deine Stärken, deine Zukunft". Das Regionale Übergangsmanagement organisiert Veranstaltungen, vernetzt wichtige Institutionen und Partner und berät in der Umsetzung hier in der Region.

 

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

Erhebungen

 
Förderung
Durchführung