Stadt Neubrandenburg
Stadt Neubrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Förderlaufzeit: 01.09.2010-31.08.2013


Kontakt

Stadt Neubrandenburg
Christine Lorenz
Koordinatorin Bildung/Projektleiterin Regionales Übergangsmanagement
FB Schule, Kultur, Sport
SG Bildung und Förderungen
Friedrich- Engels-Ring 53
17033 Neubrandenburg

Tel.: 0395-555 2416
Fax: 0395-555 2950
E-Mail: Christine.Lorenz@Neubrandenburg.de

www.neubrandenburg.de/ruem


Die rund 66.000 Einwohner zählende kreisfreie Stadt Neubrandenburg, mit der Funktion eines Oberzentrums für rund 400.000 Menschen, hat sich in den letzten Jahren zu einem Dienstleistungs- und Gewerbezentrum entwickelt, das vor allem durch mittelständische Unternehmen geprägt ist. Trotz rückläufiger Schulabgängerzahlen ist die Lage am Ausbildungsstellenmarkt weiterhin schwierig. Die Erwerbslosenquote von Jugendlichen unter 25 Jahren liegt mit 17,9 % über dem Bundes- und Landesdurchschnitt. Ein besonderes Problem ist die Abwanderung von gut ausgebildeten Mädchen und jungen Frauen bereits nach Schulabschluss.

Obwohl bereits eine Vielzahl von Akteuren an der Schnittstelle von Schule – Beruf aktiv ist, fehlt ein übergeordnetes Netzwerk, das die vorhandenen Aktivitäten sichtbar macht, koordiniert und die Abstimmung zwischen den Institutionen übernimmt.

Das Ziel ist die Verbesserung der Bildungs-, Ausbildungs- und Erwerbschancen der Jugendlichen in Neubrandenburg. Im Rahmen des Projektes wird ein nachhaltiges regional gesteuertes Übergangsmanagement aufgebaut, das insbesondere Parallelstrukturen in der Berufsorientierung vermeidet und die regionalen Ausbildungs- und  Berufspotenziale kenntlich macht. Dabei konzentriert sich das regionale Übergangsmanagement auf drei Entwicklungsziele:

  • Optimierung des institutionellen Umfeldes durch die Schaffung dauerhafter, vernetzter Strukturen für die passgenaue Beratung und Vermittlung der Jugendlichen
  • Sicherung der Verbindlichkeit und Systematik bei der Begleitung von Jugendlichen durch Festlegung und Anwendung von Qualitätsstandards im Prozess der Berufsorientierung
  • Verbesserung der Wahrnehmung regionaler Angebote sowie Stärkung des Selbstmanagement der Jugendlichen im individuellen Übergang Schule – Beruf

In einem ersten Schritt wird eine Situationsanalyse vorgenommen, welche die vorhandenen Angebote im Übergang Schule – Beruf in Neubrandenburg erfasst, die entsprechenden Handlungsbedarfe herausstellt und die Basis für die Netzwerkarbeit der unterschiedlichen Akteure darstellt. Um die Berufsorientierung zu systematisieren, ist die Erfassung von Langzeitdaten von Schülern und Schülerinnen ab Klasse 7 geplant. Diese bilden die Grundlage für die Konzeption und Entwicklung von Qualitätsstandards in den Bereichen

  • Betriebspraktika
  • Beratung und Betreuung
  • Kompetenzfeststellung

In einem jährlichen Bildungsbericht bzw. -monitoring erfolgen die Analyse und Wertung der erhobenen Verlaufsdaten und darauf aufbauend die Entwicklung und Durchführung innovativer Projekte (z. B. Mentorenprogramme, Elternbildung etc.).

Die Verbindlichkeit und Nachhaltigkeit des regionalen Übergangsmanagement Stadt Neubrandenburg wird gesichert durch

  • Koordinierungsstelle Regionales Übergangsmanagement, angesiedelt bei der Stadt Neubrandenburg
  • Einrichtung eines Web-Portals, das zum einen die am regionalen Übergangsmanagement beteiligten Akteure vernetzt, zum anderen die Vermittlung von Schüler – Unternehmen aufbaut und entwickelt
  • Kooperationsvereinbarungen zwischen den Akteuren (z. B. Unternehmen und Schulen)
  • Einbindung der Hochschule Neubrandenburg (v.a. durch die Studiengänge Early Education und Soziale Arbeit)

Ergebnisse

Ergebnis

Auf der Basis einer grundlegenden Bestands- und Bedarfsanalyse sowie Eltern-, Schüler- und Unternehmensbefragungen wurden vorhandene Qualitätsstandards und verbindliche Verfahrensstandards für ein strukturiertes Übergangssystem analysiert und mit Handlungsanweisungen zur dauerhaften Steigerung der Qualität und der Effektivität der Angebote untersetzt. Die Anbindung der Koordinierungsaufgabe an die Stadtverwaltung, das Interesse des Bürgermeisters an der Thematik, die enge Kooperation mit den relevanten Akteuren des Handlungsfeldes Schule - Beruf sowie die Mitarbeit im AK Schule/Wirtschaft mit Einbeziehung der regionalen Unternehmen haben sich dabei als hilfreich und durchsetzungsfähig erwiesen. Das Projekt wurde von einer intensiven und zielgruppenspezifischen Öffentlichkeitsarbeit flankiert.
Das Regionale Übergangsmanagement konnte sich in der Stadt Neubrandenburg als kompetenter Ansprechpartner in der Verwaltung, für Schulen und deren Angehörige, für Bildungsträger sowie für die regionalen Akteure des Handlungsfeldes wie Jobcenter und Kammern etablieren. Die Ergebnisse und Erfahrungen wurden dokumentiert und zur Nachnutzung und Weiterentwicklung aufbereitet.

Fazit

Durch intensive Zusammenarbeit, gute Netzwerkarbeit und koordinierte Abstimmungsprozesse konnte sich das Projekt mit seinen Erfahrungen und Erkenntnissen auf den politischen Entscheidungsebenen einbringen. Dadurch und durch die gute, inspirierende und unterstützende Kooperation mit dem AK Schule/Wirtschaft ist es gelungen, die Aufgabe des Regionalen Übergangsmanagement nachhaltig bei den regionalen Partnern zu verankern.
Das Ministerium für Bildung, Wirtschaft und Kultur des Landes Mecklenburg Vorpommern hat eine Verwaltungsvorschrift erlassen, in der die Schulen u.a. aufgefordert wurden, mit dem Regionalen Übergangsmanagement zusammenzuarbeiten. Die wesentlichen koordinierenden Aufgaben des Regionalen Übergangsmanagements werden nach Projektende vom AK Wirtschaft/Schule weitergeführt. Der im Projekt entwickelte kooperative Kongress "Go app! - praktisch lernen!" wird von der Stadt Neubrandenburg als wichtige Aktivität der Region zur Unterstützung des Übergangs von der Schule in den Beruf übernommen.

Seit gut anderthalb Jahren dreht sich im Projekt Regionales Übergangsmanagement (RÜM)
Stadt Neubrandenburg alles um die Koordination der Berufsorientierung und Berufsfindung
vor Ort. Jugendlichen soll der Weg zum „Traum“-Beruf ermöglicht und vor allem kenntlich gemacht werden.

Die besonderen Ausgangsbedingungen, das heißt die ländliche Region und der bereits
vorhandene Fachkräftemangel, untermauern die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit aller
an der Berufsorientierung Beteiligten. Hervorzuheben ist, dass RÜM an vorhandene
Strukturen anknüpft und Handlungsbedarfe aufdeckt, um gemeinsam mit den Akteuren
Lösungen zu finden.

An der Stelle sei darauf verwiesen, dass infolge der Kreisgebietsreform im September
2011 Veränderungen in den Strukturen und Zuständigkeiten der Stadtverwaltung eingetreten
sind, die jedoch die Zielsetzung des Projektes RÜM Neubrandenburg nicht verändert
haben.

Das Gelingen des Programmes ist wesentlich von der Unterstützung städtischer und regionaler Akteure abhängig, mit denen seit circa zwei Jahren in Neubrandenburg in diversen
Workshops zusammen gearbeitet wird. Diese Treffen bildeten unter anderem den Grundstein
für die Entwicklung innovativer Ideen. Von der Idee zum Konzept erfolgte nach umfangreicher Diskussion vor Ort und Prüfung durch den Fördermittelgeber die Umsetzung
der einzelnen Projekte. Dazu zählen:
• Berufsorientierungs-Radio „BO-Radio“
• „30 Dates zum Beruf“
• „Messe kleiner Meister“
• ET-struct
• „Benimm im Trend“ – erfolgreich Auftreten im Leben und im Beruf
• „Orientierungslauf – Zukunft Handwerk“
• HEE - Handeln, Entdecken, Erkunden
• Kompetenztraining.

„Macht Fiebermessen gesund?“ – Nach Erläuterung dieser Fragestellung wurden im RÜM-Report 2011 erste Ergebnisse der Befragung von Schülerinnen und Schülern der 8. bis 11. Klassen aus sieben Neubrandenburger Schulen kurz vorgestellt. Eine detaillierte Auswertung, erweitert und verknüpft mit Erkenntnissen aus den Befragungen von 702 Eltern, wurde in der Broschüre „RÜM-Befragungen 2011“ veröffentlicht. Die zweite Erhebungswelle der Schüler- und Elternbefragung werden in der Broschüre „RÜM-Befragungen 2012“ veröffentlicht. Die Auswertung der Daten hat ein Team wissenschaftlicher Mitarbeiterinnen der Hochschule Neubrandenburg unter Einbezug von Studierenden des Fachbereichs Soziale Arbeit vorgenommen und die Ergebnisse auf der Grundlage aktueller Berufswahltheorien genauer untersucht.

Darüber hinaus konnte erstmals eine Unternehmensbefragung präsentiert werden.
Ziel der Befragungen ist, mehr über die Prozesse der Berufsorientierung von Schülerinnen, Schülern sowie Eltern zu erfahren. Daher wurden unter anderem folgende Fragen gestellt: Wie nehmen Schülerinnen und Schüler sowie die Eltern Berufsorientierung in Neubrandenburg wahr? Was hat ihnen geholfen? Welchen Berufswunsch haben Jugendliche?
Die zweite Erhebungswelle der als Längsschnittstudie angelegten Befragung befasst sich schwerpunktmäßig mit der Attraktivität Neubrandenburgs als Arbeits- und Lebensumfeld. Diese Frage ist von besonderer Bedeutung, da Ziele von RÜM sind, die Region als Ausbildungs- und Studienort interessanter zu machen und Jugendliche in der Region zu halten.

„Transparenz schaffen“ – unter dieser Überschrift wurden im RÜM-Report 2011 ausgewählte Ergebnisse der Bestandsaufnahme dargestellt. Ein Jahr danach beantwortet Professor Thomas Gericke (Universität Magdeburg und Forschungs- und Beratungsstelle EVALOG) Fragen zur Wirksamkeit regionaler Förderangebote. Anhand von Fallstudien wird der individuelle Prozess der Berufswahlentscheidung aus Sicht von Schulabgängerinnen und -abgängern mit all seinen Einflussfaktoren abgebildet sowie die Beratungs- und Unterstützungsleistungen aufgezeigt. Diese Fallstudien werden im Jahr 2013 veröffentlicht.

Weitere Informationen sind auf der Homepage des Projektes unter: www.neubrandenburg.de/ruem zu finden. Hier können auch die erwähnten Broschüren: RÜM-Report 2011 und 2012 sowie die RÜM-Befragungen 2011 und 2012 herunter geladen werden.

Seit Beginn der Projektarbeit Ende 2010 kann das RÜM Stadt Neubrandenburg erste Ergebnisse verzeichnen:

  • Vorstellung des RÜM in bestehenden Netzwerken, Institutionen und auf Ausbildungsmessen;
    Aufbau einer Webpräsenz;
  • Einrichtung einer Steuerungsgruppe mit allen relevanten Akteuren, wie beispielsweise Verwaltung, Schule, Agentur für Arbeit und Kammern;
  • Durchführung des Elternbildungstages (ELBITA) 2010;
  • Bestandsaufnahme der regionalen Angebote im Übergang Schule-Beruf;
  • Befragungen von Schülerinnen und Schülern zu Schule, Ausbildung und Berufsorientierung;
  • Neuordnung und Koordinierung des Arbeitskreises SchuleWIRTSCHAFT.

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

Erhebungen

 
Förderung
Durchführung