Landkreis Coburg
"Mehr Aus-Bildung", Landkreis Coburg, Bayern, Förderlaufzeit: 01.10.2010-30.09.2013


Kontakt

Landratsamt Coburg
Projekt "Mehr Aus-Bildung"
Lauterer Straße 60
96450 Coburg


Der Landkreis Coburg, im Nordwesten des Regierungsbezirks Oberfranken in Bayern und an der Grenze zu Südthüringen gelegen, besteht aus 17 Städten und Gemeinden. Mit etwa 89.000 Einwohnern und einer Bevölkerungsdichte von 151 Einwohnern pro Quadratkilometer ist er dem ländlichen Raum zuzuordnen. Durch die verschiedenen administrativen Zuständigkeiten im Bildungsbereich hat die Region besondere Herausforderungen zu meistern.

Wirtschaftlich zählt der Coburger Raum heute zu den am stärksten industrialisierten Regionen Deutschlands. Traditionelle Wirtschaftszweige wie die Polstermöbel- und Spielwarenherstellung treffen hier auf Unternehmen der Logistik und der Energie- und Medizintechnik. Der Landkreis befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel, der von demografischen Veränderungen begleitet wird. Vor allem hochqualifizierte Jugendliche im Alter von 18 bis 25 Jahren wandern aus der Region ab.

Um den Jugendlichen frühzeitig berufliche Perspektiven in der Region aufzuzeigen, widmen sich Schulen, Institutionen, Arbeitskreise und Unternehmen in vielfältiger Art und Weise dem Thema der Berufsorientierung. Sie stellen den Schüler/innen ein breit gefächertes, jedoch bisher eher wenig transparentes und aufeinander abgestimmtes Unterstützungsangebot zur Verfügung.

Mit dem Projekt „Mehr Aus-Bildung“ reagiert der Landkreis Coburg auf die regionalen Gegebenheiten und setzt sich zum Ziel, durch Einbeziehung aller am Übergangsmanagement beteiligten Akteure verstärkt in einen dauerhaften Austausch zu treten. So wird es möglich trotz der zergliederten Zuständigkeiten im Übergangsbereich gesamtverantwortlich für die schulische und berufliche Ausbildung einzutreten.

Dieser Austausch soll durch die Schaffung verbindlicher Strukturen für das Zusammenwirken aller relevanten Institutionen ermöglicht werden, mit dem Ziel den Übergang von Haupt- und Förderschüler/innen in den Beruf positiv zu gestalten. Nach einer umfassenden Bestandsanalyse und der Erstellung eines Angebotsportfolios werden bereits agierende Partner in der Abstimmung ihrer Strategien, bei der Bündelung ihrer Ressourcen und bei der Verzahnung ihrer Planungen unterstützt. Ziel ist es, sowohl Förderlücken als auch Doppelangebote und Parallelstrukturen sichtbar zu machen. Auf diese Weise kann das Unterstützungsangebot für die Jugendlichen bedarfsgerechter gestaltet werden.

Neben intensiver Netzwerkarbeit möchte „Mehr Aus-Bildung“ erstmals die Übergangswege der Haupt- und Förderschüler/innen in der Region Coburg sichtbar machen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage nach Zusammenhängen zwischen soziodemografischen Merkmalen der Jugendlichen, ihren Wünschen und Orientierungen, von ihnen absolvierte Fördermaßnahmen und die an ihre Pflichtschulzeit anschließenden Wege in das Berufsleben.

Durch ein flächendeckendes umfassendes Übergangsmanagement soll langfristig der Anteil Jugendlicher beziehungsweise junger Erwachsener ohne Schul- und Berufsabschluss gesenkt werden. Das Projekt „Mehr Aus-Bildung“ versucht sich durch mehrere Handlungsschritte diesem Ziel zu nähern:

  • Bestandsaufnahme der vorhandenen Angebotsstruktur im Bereich des Übergangs Schule-Beruf in der Region
  • Erstellung einer Angebotsübersicht
  • Netzwerkarbeit mit dem Ziel, verbindliche Strukturen für das Zusammenwirken aller relevanten Akteure zu schaffen
  • Darstellung der Übergangswege der Haupt- und Förderschüler/innen durch Schaffung einer Datenbasis
  • Einführung des Berufswahlpasses sowie Unterstützung der Lehrkräfte bei der Arbeit mit diesem Berufswahlportfolio
  • Koordination von Ausbildungsplatzbörsen für Schüler/innen und Ausbildungsunterstützung für Unternehmen

Ergebnisse

Ergebnis


Wesentliche Hauptziele des Projekts "Mehr Aus-Bildung" im Rahmen des Regionalen Übergangsmanagement waren Schaffung von Transparenz im Übergangsbereich, die Stärkung regionaler Strategien im Übergangsbereich und die Verbesserung der Vernetzung der Akteure. Mit der Erstellung der Angebotsdatenbank und der Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer und dem Zukunftscoach wurde eine transparente Darstellung der Akteure, Angebote und Maßnahmen geschaffen. Zudem wurden Befragungen wichtige Erkenntnisse über die Übergangswege der Jugendlichen in der Region geschaffen. Die Ergebnisse flossen des Weiteren in die Bildungsberichterstattung des Landkreises ein.
Mit der "Zeig DICH!-Tour" wurde eine von vielen Akteuren getragene regionale Berufsorientierungsmaßnahme ins Leben gerufen. Sie fördert nicht nur die Berufsorientierung der Schülerinnen und Schüler, sondern wirkt sich auch positiv auf die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Unternehmen aus. Auch die Aktivitäten zum Ehrenamtsnachweis sind Beiträge für eine Verbesserung der Berufsorientierung in der Region. Die Einbindung des Kreisjugendring, des Stadtjugendrings und der Kulturvermittlerin der Region macht die regionale Verankerung deutlich. Mithilfe regionaler Partner erarbeitet wurde auch die Broschüre "Förderung und Beratung für ausbildende und ausbildungswillige Unternehmen in der Region Coburg".
Das Vorhaben hat die Vernetzung der regionalen Akteure des Übergangsbereichs sowohl mit der Durchführung der jährlichen Netzwerktagungen als auch mit der Einbindung in die Organisation und Erarbeitung der zuvor dargestellten Aktivitäten befördert. Die Ergebnisse und Aktivitäten des Vorhabens waren Grundlage für eine Wiederbelebung des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT.

Fazit


Positiv für die Fortführung der Aktivitäten von "Mehr Aus-Bildung" wirkt sich die enge Einbindung der Übergangsakteure bei der Erarbeitung und Umsetzung aus. Dadurch konnte ein Fortbestehen nach dem Projektende gesichert werden. Folgende Aktivitäten werden fortgeführt und als regionale Angebote der Berufsorientierung verstetigt: Die "Zeig DICH!-Tour" durch den Zukunftscoach für den Landkreis Coburg, die Wirtschaftsjunioren Coburg und die Junioren des Handwerks. Die Online-Datenbank für Angebote und Maßnahmen des Übergangsbereichs durch die Industrie-und Handelskammer zu Coburg und den Zukunftscoach für den Landkreis Coburg. Die Elternveranstaltungen durch den Fachbereich Bildung, Kultur und Sport des Landratsamtes Coburg. Die Broschüre Berufswegbegleiter durch den Fachbereich Bildung, Kultur und Sport des Landratsamtes Coburg. Die Broschüre und der Flyer zum Ehrenamtsnachweis durch den Fachbereich Bildung, Kultur und Sport des Landratsamtes Coburg, den Kreisjugendring Coburg und den Stadtjugendring Coburg. Die Ausbildungsbroschüre durch den Zukunftscoach für den Landkreis Coburg.
Das Vorhaben hat zudem für die Wiederbelebung des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT gesorgt, der zukünftig eine zentrale Rolle für die Steuerung des regionalen Übergangssystems übernehmen kann.

Das Projekt „Mehr Aus-Bildung“ hat im Jahr 2012 die Offenlegung der Übergangswege der Schülerinnen und Schüler, die Organisation der „Zeig DICH!-Tour“ sowie den Aufbau einer Onlinedatenbank der regionalen Berufsorientierungsmaßnahmen in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten gestellt. Folgende Handlungsschwerpunkte wurden bearbeitet:

· Kontaktpflege und -ausbau mit den regionalen Akteuren des Übergangs Schule-Beruf,

· Initiierung und Durchführung der „Zeig DICH!-Tour“ in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsjunioren Coburg und den Handwerksjunioren Oberfranken West,

· Auswertung der Unternehmensbefragung zur Aus- und Weiterbildung in der Region Coburg,

· Durchführung und Auswertung einer Befragung der Mittelschüler/innen der Region Coburg zur Berufsorientierung, Berufswahl und beruflichen Zukunft,

· Konzeption, Durchführung und Auswertung einer Elternbefragung zur Berufsorientierung von Mittelschüler/innen in der Region Coburg,

· Aufbau einer Onlinedatenbank der regionalen Berufsorientierungsmaßnahmen,

· kontinuierliche Teilnahme an bestehenden Arbeitskreisen (z.B. AK Bildung der Wirtschaftsjunioren Coburg),

· Etablierung des Berufswahlpasses als Instrument der Berufsorientierung an den Mittelschulen,

· Organisation und Durchführung der Tagung „Arbeitswelt im Wandel – sind wir gerüstet für die Zukunft?“ im November 2012.

Zudem waren Aktivitäten des Transfers, Erfahrungsaustausches und Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit zentrale Handlungsfelder des Projektes. Dazu zählen:

· Aufbau und Pflege der Projekthomepage www.mehr-aus-bildung.de und der Facebookseite www.facebook.com/mehrausbildung,

· regelmäßige Treffen mit den bayerischen RÜM-Projekten aus Nürnberg, Augsburg und Fürth,

· Teilnahme an den Transferveranstaltungen und Workshops sowie der Jahrestagung des Programms „Perspektive Berufsabschluss“,

· Präsentation der Projektergebnisse und -ideen auf den Veranstaltungen des Programms „Perspektive Berufsabschluss“,

· Transfer der „Zeig DICH!-Tour“-Idee an interessierte Landkreise und auf der (Neu- )  Lehrerveranstaltung der Region,

· regelmäßige Berichterstattung im Ausschuss für Landkreisentwicklung und Wirtschaftsfragen und im Schul- und Kulturausschuss,

· Veröffentlichung der Projektergebnisse in der Fachzeitschrift „Ländlicher Raum“, im Praxisband und in den Newslettern des Förderprogramms,

· intensive Presse- und Öffentlichkeitsarbeit u.a. im Rahmen der „Zeig DICH!-Tour“, der Schüler/innenbefragung und der Tagung „Arbeitswelt im Wandel"

Das Projekt „Mehr Aus-Bildung“ hat seit dem Projektstart insbesondere die Zusammenstellung der regionalen Angebote und Strukturen im Übergangsbereich, die Kontaktaufnahme und -pflege mit den Akteuren und die Schaffung einer Datenbasis zur Offenlegung der Übergangswege der Haupt- und Förderschülerinnen und -schüler vorangetrieben. Handlungsschwerpunkte waren vor allem:

  • die Durchführung und Nachbereitung der Auftaktveranstaltung „FOKUS Ausbildungsreife. Eltern, Schule, Wirtschaft – gemeinsam auf dem Weg!“ im März 2011,
  • die Recherche und systematische Aufarbeitung der vorhanden Angebote im Übergangsbereich,
  • die Vorstellung der Ziele und Handlungsstrategien des Projektes bei den regionalen Akteuren, in vorhandenen Arbeitskreisen sowie politischen Gremien,
  • die Initialisierung eines Arbeitskreises zum Übergang Schule-Beruf, mit besonderen Bezug auf die Zielgruppe der Haupt- und Förderschüler/innen,
  • die kontinuierliche Teilnahme an bestehenden Arbeitskreisen (bspw. AK SCHULEWIRTSCHAFT, AK Ausbildungsmarketing),
  • die Erarbeitung eines Konzepts zu einem „Tag der offenen Ausbildungsbetriebe“ und Durchführung einer Bedarfs- und Unterstützungserhebung bei Unternehmen,
  • der Recherche vorhandener regionaler Daten zum Übergangsbereich,
  • die Vorbereitung einer Unternehmensbefragung zur Aus- und Weiterbildungssituation im August 2011,
  • die Konzeption der Schülerbefragungen.

Daneben gab es auch zahlreiche Aktivitäten des Transfers und des Erfahrungsaustausches. Diese wurden von Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Dazu gehören:

  • regelmäßige Treffen und ein kontinuierlicher Austausch mit den bayerischen RÜM-Projekten in Augsburg, Fürth und Nürnberg,
  • die Teilnahme am Workshop „Zielorientierte Projektplanung“,
  • die Kontaktaufnahme mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Berufswahlpass und Teilnahme am Arbeitstreffen der Bundesarbeitsgemeinschaft in Nürnberg,
  • ein überregionaler Erfahrungsaustausch mit anderen Projekten des Programms „Perspektive Berufsabschluss“,
  • die öffentlichkeitswirksame Präsentation des Projektes in Newslettern, Broschüren und Presseartikeln, unterstützt durch die Entwicklung eines Corporate Design und Erstellung von Projektflyern

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Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

Erhebungen

 
Förderung
Durchführung