Ennepe-Ruhr-Kreis und Stadt Hagen
HagEN Ennepe-Ruhr-Kreis und Stadt Hagen, Nordrhein-Westfalen, Förderlaufzeit: 01.09.2010-31.08.2013


Kontakt

Kommunale Koordinierung Übergang Schule-Beruf
agentur mark GmbH
Handwerkerstraße 11
58135 Hagen

www.ruem-ha-en.de


Die Region ist von den demografischen Veränderungen stärker betroffen als andere im Land Nordrhein-Westfalen. Die Bevölkerungs- und damit ebenfalls die Schülerzahlen gehen deutlich zurück und die Anzahl der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund ist höher als im Landesdurchschnitt. Es bestehen vielfältige Angebote der Berufsorientierung und -vorbereitung, die jedoch besser aufeinander abgestimmt und strukturiert werden müssen. Außerdem soll mit dem Projekt die Qualität und Effizienz der Angebote verbessert und ein regional abgestimmtes Steuerungssystem aufgebaut werden, das auf einem regionalen Übergangsmonitoring basiert.

Ziel ist ein systematisches Übergangsmanagement, in dem die vielfältigen Maßnahmen verschiedener Träger und Akteure gebündelt und sowohl inhaltlich als auch methodisch besser aufeinander abgestimmt werden. Es sollen Zuständigkeiten abgebaut, Maßnahmen harmonisiert und die Akteure stärker als bisher eingebunden werden, deren Fokus auf der Unterstützung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund liegt. Durch eine abgestimmte Vorgehensweise aller Beteiligten sollen erfolgreiche Übergänge von der Schule in den Beruf erhöht und Maßnahmekarrieren reduziert werden.

Das Vorhaben wird von der Stadt Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis unter Einbindung der agentur mark GmbH als zentralem Kooperationspartner umgesetzt. Zu Projektbeginn erfolgt eine Bestandsaufnahme der Angebote und Maßnahmen, die von zahlreichen Institutionen und Trägern angeboten und aus unterschiedlichen Programmen gefördert werden. Damit wird Transparenz hergestellt und Handlungsbedarfe offengelegt. Die Ergebnisse und die daraus abgeleiteten Bedarfe bilden die Basis für die Entwicklung des Handlungskonzeptes Übergang Schule, Ausbildung und Beruf, das in der Region erprobt und eingeführt wird. Nach der Auswertung der Erprobungsphase entsteht ein qualitätsgesichertes Regelangebot im Übergangssystem, das von allen Beteiligten in der Region einvernehmlich getragen wird.

Das Projekt wird von einem Projektarbeitsausschuss gesteuert und begleitet. Zu den Mitgliedern gehören Vertreter des Ausbildungskonsens, der Agentur für Arbeit, des Schulamtes, des Fachbereiches Jugend und Soziales der Stadt Hagen, der agentur mark GmbH, des Bildungsbüros Ennepe-Ruhr und des Fachbereiches Bildung, Medien, Kultur, Sport und Integration des Ennepe-Ruhr-Kreises. Sie bringen die Kompetenzen der jeweiligen Institution ein und tragen auch für die Umsetzung des Handlungskonzeptes Verantwortung. Des Weiteren wird in dem Projekt inhaltlich eng mit den Bildungsbüros der Bildungsnetze im Ennepe-Ruhr-Kreis und in Hagen zusammengearbeitet.

Um Expertenwissen zu generieren und für die Umsetzung des Handlungskonzeptes zu nutzen, wurden Fachforen eingerichtet. Diese wurden zu fünf Themenbereichen gebildet und bestehen aus Teams mit jeweils ca. 10 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die je nach Themenschwerpunkten um externe Expertinnen und Experten ergänzt werden:

Forum 1: Fort und Weiterbildung Lehr-/ Ausbildungspersonal                                    

Forum 2: Qualitätsentwicklung und Übergangsmonitoring

Forum 3. Elternarbeit in der Berufsorientierung                                               

Forum 4. Entwicklung Regelangebot Übergangssystem                       

Die Arbeitsergebnisse werden dokumentiert, veröffentlicht und sind inhaltliche Bestandteile des zu entwickelnden Handlungskonzeptes.

 

Ergebnisse

Ergebnis

Ziel des Vorhabens war es, im Kreis Düren benachteiligten Jugendlichen Zugängen zur Ausbildung zu eröffnen und den Anteil junger Menschen ohne Berufsabschluss nachhaltig zu reduzieren. Das Regionale Übergangsmanagement im Kreis Düren vernetzte und koordinierte hierzu existierende Angebote und Akteure im Übergang Schule-Beruf. Es wurde eine Datenbasis als Planungsgrundlage geschaffen, die Gremien und Netzwerke am Übergang Schule-Beruf wurden verzahnt und systematisiert, und es wurden Expertenforen eingerichtet, um die Beratung abzustimmen, die Elternarbeit zu unterstützen und die schulische Berufsorientierung weiterzuentwickeln. Das Vorhaben hat mit seiner Strukturentwicklung wie auch mit seinen Einzelmaßnahmen zu allen förderpolitischen Zielen des Programms sehr wesentliche Beiträge mit z.T. modellhaftem Charakter geleistet.

Fazit

Mit der flächendeckenden Einführung des Landesvorhabens "Kein Abschluss ohne Anschluss Übergang Schule -Beruf in NRW" und der damit verbundenen Einrichtung der Kommunalen Koordinierungsstelle führt der Kreis Düren die begonnene Arbeit - unter neuem Vorzeichen - seit dem 01.09.2013 weiter. Die strategische und operative Zusammenarbeit aller Akteure erfährt somit Kontinuität. Die bestehenden Netzwerke und Gremien wurden den neuen Zieldimensionen angepasst und weiterentwickelt. Eine Übersicht der künftigen Angebotsstruktur inklusive klarer Zielgruppenzuordnung wird weiterhin allen Akteuren für den Beratungsprozess zur Verfügung gestellt. Die Basis liefert die vom Vorhaben entwickelte Angebotsdatenbank sowie die Übersichten möglicher Anschlussperspektiven gegliedert nach Schulabschlüssen. Der Abgleich von Maßnahmeangebot und -nachfrage erfolgt zukünftig auf der Basis der Anschlussvereinbarungen. Erste Netzwerke zur Durchführung sogenannter Zukunftskonferenzen wurden bereits in Hauptschulen implementiert. Die kommunale Koordinierungsstelle systematisiert diesen Prozess. Der begonnene Prozess zur Stärkung der dualen Ausbildung wird ebenfalls fortgeschrieben. Die Kommunikation zwischen Vertretern der einzelnen Bildungsgänge an den Berufskollegs und den Ausbildungsbetrieben vor Ort wurde ausgebaut und intensiviert.

Schüler/innbefragung - Zufriedenheitsanalyse

Im November und Dezember 2011 wurden 3.096 Schüler/innen der Eingangsklassen der insgesamt acht Berufskollegs in Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis mit einem Online-Fragebogen zu ihrer Zufriedenheit mit den Angeboten der Berufsorientierung in den Herkunftsschulen befragt. Die Ergebnisse wurden den Schulen im März 2012 präsentiert. Darüber hinaus erhielt jede Schule einen eigenen Datensatz, der die Angebotsbewertungen der Schüler/innen enthielt. Die Ergebnisse der Befragung sind in Form einer Präsentation und einer Kurzbroschüre für eine breite Öffentlichkeit auf der Internetseite www.ruem-ha-en.de verfügbar.

 

FuN-Qualifizierung / Fachforum Elternarbeit

Im Februar bzw. März 2012 wurden 10 Teilnehmer/innen (Schulleiter/innen, Schulsozialarbeiter/innnen, Mitarbeiter/innen bei Trägern und aus dem Bereich Jugend/Soziales etc.) zu sog. FuN-Teamer/innen für das Modul Berufs- und Lebensplanung qualifiziert. FuN (= Familie und Nachbarschaft) ist ein modulares, niedrigschwelliges Trainingsprogramm über fünf ca. dreistündige Termine, an dem Eltern und Kinder teilnehmen. Ziel ist es, den Kontakt zwischen Eltern und Kindern wieder herzustellen bzw. zu stärken und über spielerische und handlungsorientierte Methoden Schlüsselqualifikationen (z. B. Kommunikations-/Kooperationsfähigkeit, Frustrationstoleranz etc.) zu vertiefen, die für Aufnahme und Abschluss einer Ausbildung nötig sind. Darüber hinaus wird durch gemeinsame Aktivitäten und Übungen der Kontakt der Eltern untereinander verstärkt, so dass diese sich miteinander austauschen können und die oftmals in benachteiligten Familien vorhandene Isolation verringert wird. Inzwischen wurden die ersten Trainings inkl. Supervisionstermin durchgeführt, an denen sich jeweils ca. sechs Familien beteiligten. Damit haben die FuN-Teamer/innen die Qualifizierung formal beendet und dürfen auch weiterhin Trainings für Eltern anbieten. Ziel ist nun, ein Organisationsmodell zu entwickeln, um weiterhin Trainings durch die bei Trägern oder in Schulen tätigen Personen durchführen zu können.

Das Fachforum Elternarbeit tagt regelmäßig ca. einmal im Quartal und arbeitet am Ansprache-/Aktivierungskonzept. Veranstaltungsformate werden erprobt und an die Ressourcen der Schulen angepasst, damit diese auch künftig mit der vorhandenen personellen und finanziellen Ausstattung Veranstaltungen zur Elternsensibilisierung und –aktivierung durchführen können.

 

Ich bin auf Tour

„Ich bin auf Tour“ ist der Titel eines Nachfolgeangebots, das sich speziell an Förderschüler/innen richtet und zeitnah im Anschluss an das bewährte Angebot “komm auf Tour“ der BzgA stattfindet. Die spielerisch-motivierenden Ansätze des Erlebnisparcours zur Berufs- und Lebensplanung werden an insgesamt drei Tagen an einem außerschulischen Lernort aufgegriffen und vertieft. Mit “Ich bin auf Tour“ wurde ein anschlussfähiges Angebot geschaffen, dass an vorhergehende anknüpft und die Bildungskette für Förderschüler/innen ergänzt. Insgesamt haben 360 Schüler/innen das Angebot wahrgenommen.

 

Initiative Wirtschaft trifft Förderschulen

RÜM HagEN ist Mitglied der Initiative Wirtschaft trifft Förderschulen, an der sich Unternehmen, Schulen, Träger, Wirtschaftsförderung, Kammern etc. beteiligen. Diese Initiative hat sich u.a. das Ziel gesetzt, Unternehmen für die Ausbildung von Förderschüler/innen zu gewinnen, die aufgrund ihres Kompetenzprofils häufig nicht als potenzielle Auszubildende wahrgenommen werden. Vorbehalte gegenüber Förderschüler/innen werden durch Darstellung von Beispielen guter Praxis abgebaut und Unternehmen auf die Potenziale aufmerksam gemacht.

 

Gründung Trägerverbund / Unterstützung Antragstellung BOP

Im Februar 2012 wurde auf Initiative von RÜM HagEN ein Trägerverbund gegründet, dem insgesamt 14 Träger aus Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis angehören. Es diesem Verbund gelungen, in kurzer Zeit einen gemeinsamen Antrag zu erstellen und sich für die Durchführung des  Berufsorientierungsprogramms (BOP BMBF) beim Bundesinstitut für Berufsbildung zu bewerben. Da dieser Antrag positiv beurteilt wurde, können im Schuljahr 2013/14 2.300 Schüler/innen an einer Potenzialanalyse teilnehmen und ihre Interessen während der anschließenden Werkstatttage erkunden und vertiefen. Im Fachforum des RÜM-Projektes wurden Qualitätsstandards erarbeitet, zu deren Einhaltung sich die Mitglieder des Verbundes per Selbsterklärung verpflichtet haben.

 

Unterstützung Ausbildungsmesse Ennepe-Ruhr 2011 und 2012

Die Ausbildungsmesse Ennepe-Ruhr ist inzwischen die größte nicht-kommerzielle Ausbildungsmesse in Deutschland, an der sich 2011 145, 2012 160 ausstellende Unternehmen aus der Region beteiligt haben. Die Messe wurde von ca. 8.500 (2011) bzw. insgesamt 8.000 (2012) Gästen besucht. Im Vorfeld der Messe nahmen die Schüler/innen in beiden Jahren an einem sog. Messetraining teil, an dem u. a. RÜM HagEN, Trägervertreter/innen, Unternehmen und deren Auszubildende beteiligt waren. Bei den ca. zweistündigen Trainings wurden die Schüler/innen auf den Messebesuch vorbereitet. Dadurch konnten sie sich zielgerichtet bei den Ausstellern informieren und dort ihre Bewerbungsunterlagen einreichen. Im Jahr 2012 wurden die Aktivitäten erneut verstärkt und von einem prominenten Messebotschafter verbreitet. RÜM HagEN hat im Vorfeld der Messen ein Rahmenprogramm konzipiert und durchgeführt. Teil dieses Rahmenprogramms war ein Eltern-/Familienabend, um Eltern und Erziehungsberechtigte für das Thema Berufswahlorientierung zu sensibilisieren und sie für einen gemeinsamen Messebesuch mit ihrem Kind zu aktivieren. Im Jahr 2012 lag der Schwerpunkt der von ca. 90 Teilnehmer/innen besuchten Veranstaltung auf den Themen Pubertät und Berufswahl. Ausbilder, Studien-/Berufswahlkoordinatoren, Berufsberaterinnen, Elternvertreter, Auszubildende sowie ein Trainer für Berufsorientierung lieferten in einer moderierten Diskussionsrunde kurze, anschauliche Inputs und standen den Eltern in Tischgesprächen für Einzelfragen zur Verfügung.

 

Nachhaltigkeit

RÜM Hagen hat maßgeblich an der Schaffung von Strukturen mitgewirkt, die für die künftige kommunale bzw. regionale Koordinierung bedeutend sind. Die bisherige erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit am Übergang Schule – Beruf insbesondere im RÜM-Projekt HagEN (Förderprogramm Perspektive Berufsabschluss), der gemeinsame Arbeitsagenturbezirk und die gemeinsame Schulaufsicht sind Hauptargumente, um das kommende landesweite Konzept umzusetzen.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der ersten Projektphase mit der Implementierung der Projektinfrastruktur, der Fachforen, des Projektarbeitsausschusses und der Vorstellung des RÜM-Projekts in der Region, ist RÜM HagEN im Ennepe-Ruhr-Kreis und der Stadt Hagen verankert.

Aktuell befindet sich das Projekt in der zweiten Projektphase, in der es u.a. um eine Bestandsaufnahme, Analyse und Bewertung der Angebote der beruflichen Orientierung, also um die Herstellung von Transparenz geht.

Neben anderen Datenerhebungsaktivitäten erfolgt die Erfassung der vielfältigen Angebote zahlreicher Akteure mithilfe leitfadengestützter Interviews. Das Projektteam führt mit allen allgemeinbildenden Schulen und Berufskollegs in der Region diese Interviews persönlich durch, um die gewünschten Informationen sozusagen vor Ort zu erhalten.

Weiterhin wird die Durchführung einer umfangreichen Zufriedenheitsanalyse bei Schülern und Schülerinnen vorbereitet, sie steht kurz vor ihrer Realisierung. RÜM HagEN wird dabei ca. 4.500 Schülerinnen und Schüler der Eingangsklassen der Berufskollegs befragen. Aufgabe der befragten Jugendlichen ist die retrospektive Beurteilung der Berufsorientierung an ihren Herkunftsschulen, die ihnen entweder von den Schulen selbst oder den Partnern der Berufsorientierung angeboten wurde. Darüber hinaus unterstützt das RÜM-Projektteam die Organisation und Umsetzung der Ausbildungsmesse Ennepe-Ruhr 2011.

Ein grundsätzliches Thema in der Projektarbeit sind die Auswirkungen der gerade in NRW auf Landesebene unter dem Stichwort "Neues Übergangssystem" angestrebten und in der Umsetzung befindlichen Veränderungen im Regionalen Übergangsmanagement. RÜM HagEN erarbeitet momentan die sich daraus ergebenden notwendigen Anpassungen für die Umsetzungsstrategie des Projekts und bereitet die Region auf die zu erwartenden Änderungen in der Schullandschaft vor.

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

Erhebungen

 
Förderung
Durchführung