Stadt Laatzen
Stadt Laatzen, Niedersachsen, Förderlaufzeit: 01.09.2010-31.08.2013


Kontakt

Regionales Übergangsmanagement
Stadt Laatzen
Marktplatz 3
30880 Laatzen

www.ruem-laatzen.de

Die Stadt Laatzen mit ihren Ortsteilen Laatzen, Rethen, Gleidingen und Ingeln-Oesselse liegt in direkter Nachbarschaft zur niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Von den insgesamt 42.295 Einwohnern sind 5.122 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14-25 Jahren, davon 626 mit ausländischer Staatsangehörigkeit. (Stand 01/2010)

Laatzen bietet eine gut strukturierte Schullandschaft mit insgesamt sieben Grundschulen, verteilt auf alle Ortschaften sowie jeweils vier Förder- und weiterführenden Schulen im Stadtgebiet. Die Verkehrsinfrastruktur bietet mit einem gut ausgebauten Straßenbahn- und Busnetz sehr gute Bedingungen für eine regionale Angebotsstruktur.

Im Jahr 2009 betrug der Anteil der arbeitslos gemeldeten Jugendlichen 8,1 % an der Gesamtzahl der Erwerbspersonen. Insbesondere die Zahlen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund weisen in der Vermittlungsquote ein hohes Ungleichgewicht auf.

Die Stadt Laatzen hat das Laatzener Profil für Bildung und Betreuung aufgestellt. Es bestehen bereits verschiedene Kooperationen und Förderangebote im Bereich der schulischen und beruflichen Bildung im Einzugsgebiet der Stadt Laatzen. Diese wirken jedoch meist punktuell und sind in der Regel nicht miteinander vernetzt.

Das Regionale Übergangsmanagement hat den Auftrag, die vorhandenen Unterstützungsangebote für Jugendliche und junge Erwachsene beim Übergang Schule-Beruf zu vernetzen und flächendeckend eine einheitliche Struktur zu organisieren. Hierdurch soll eine nachhaltige und erfolgreiche Integration in das Erwerbsleben erreicht werden. Der Aufbau einer passgenauen Vermittlungsstruktur in vorhandene Hilfeangebote steht dabei im Fokus.

Die vielfältigen bestehenden Angebote im Bereich Übergang Schule-Beruf des Stadtgebietes Laatzen sollen dabei standardisiert und zusammengeführt werden. Ziel ist es, eine verlässliche und dauerhafte Vernetzung von bestehenden Hilfsstrukturen zu schaffen um die Bildungs-, Ausbildungs- und Erwerbschancen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erhöhen.

Durch die Initiierung von Best Practise-Projekten sollen zudem vorhandene Lücken im Übergangssystem geschlossen werden. Im Zuge einer notwendigen Transparenz von Unterstützungsangeboten, die das Projekt schaffen wird, werden alle jungen Menschen umfassend informiert.

Die aufzubauenden Strukturen und zu vernetzenden Angebote im Übergang Schule-Beruf sollen durch das Regionale Übergangsmanagement in ein organisiertes und eigenständiges Netzwerk begleitet werden.

Die bestehenden Angebote und Bedarfe werden durch eine offene und transparente Netzwerkarbeit aufeinander abgestimmt. Dies geschieht über Netzwerktreffen und die Informationsweitergabe durch verschiedene Medien. Als Grundlage für notwendige Maßnahmen und Handlungsschritte dienen drei Evaluationssäulen: zum einen eine Basisevaluation bezüglich der vielfältigen Übergangsstrategien und -angebote im Arbeitsfeld Schule-Beruf sowie den unversorgten Bedarfen in Laatzen. Zum zweiten werden jährliche Schülerbefragungen in Form ienr Längsschnitttstudie durchgeeführt. Die dritte Säule beinhaltet gezielte berufsorientierte Projektevaluationen, die zur qualitativen Angebotsoptimierung beitragen. Darüber hinaus fließen die Angebote im Umfeld der Stadt Laatzen durch die Vernetzung mit dem Übergangsmanagement der Stadt und Region Hannover in die zu vermittelnden Informationen mit ein.

Bei der Schaffung eines dauerhaften Netzwerkes werden alle adressatenrelevanten Akteure, zu denen insbesondere die Eltern gehören, einbezogen. Die Mitwirkung von Wirtschaftsbetrieben in berufsvorbereitenden Angeboten und Projekten soll erweitert und intensiviert werden. Hierbei werden stets die Grundsätze des Gender und Cultural Mainstreaming beachtet und berücksichtigt.

Um möglichst viele Laatzener Jugendliche und junge Erwachsene zu erreichen sowie die Transparenz des Projektes zu gewährleisten wurde neben der Arbeit im Netzwerk eine Website erstellt. Hier werden zielgruppenspezifische Angebote sowie bestehende Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten eingestellt. Neben der Erstellung von einheitlichen Materialien für die Schulen ist eine weitere Aufgabe des Regionalen Übergangsmanagements, bei der Organisation von Informationsveranstaltungen zu berufsrelevanten Themen für verschiedene Akteure mitzuwirken.

Ergebnisse

Ergebnis

Ziel des Projekt war es, auf der Ebene der Stadt Laatzen eine Koordinierungsstelle zu etablieren, die - orientiert an den regionalen Bedarfen und regionalen Schwerpunktsetzungen der beteiligten Akteure - neue bzw. verbesserte Strukturen im Bereich des Übergangs Schule-Beruf initiiert, abstimmt und im Durchführungsprozess koordiniert. Das Vorhaben hatte im Wesentlichen die folgenden strategischen Ziele und operativen Umsetzungsstrategien:
Herstellung der Transparenz zur Angebotssituation, Gewährleistung passgenauer Hilfen beim Übergang Schule-Beruf, Vernetzung der Akteure und Erarbeitung der Förderstrategien, Verbesserung und Erhöhung der Bildungs- und Ausbildungschancen, Erhöhung der Chancengleichheit im Sinne des Gender und Cultural Mainstreaming, Verringerung der Ausbildungsabbrüche durch passgenauere berufliche Orientierung, Gestaltung vielfältiger Übergangsstrategien und gezielter effektiver Angebote durch eine transparente Netzwerkarbeit, Ausbau der Kooperation mit den Wirtschaftsunternehmen und Verstetigung des Regionalen Übergangsmanagements als Koordinierungsstelle in Laatzen nach Förderende.
Auf der Grundlage einer Basisevaluation zum Sachstand der Angebote und Förderkonzepte wurden vorhandene Qualitätsstandards und verbindliche Verfahrensstandards für ein strukturiertes Übergangssystem analysiert und mit Handlungsanweisungen zur dauerhaften Steigerung der Qualität und der Effektivität der Angebote untersetzt. Das Projekt wurde von einer intensiven und zielgruppenspezifischen Öffentlichkeitsarbeit flankiert.

Fazit

Durch fortlaufende statistische Recherche, konsequentes Berichtsmonitoring und die Kooperation mit dem Niedersächsischen Institut für Wirtschaftsforschung ist es gelungen, nachhaltige Kooperationsstrukturen zu etablieren und das Regionale Übergangsmanagement in der Stadt Laatzen über das Ende des Förderzeitraums hinaus konzeptionell weiter zu entwickeln, personell zu verstetigen und in den kommunalen Strukturen zu verankern. Die Ergebnisse des Regionalen Übergangsmanagement bilden die Grundlage für die erfolgreiche Implementierung und Fortführung der Koordinierungsaufgaben, die konzeptionelle Weiterentwicklung und die personelle Verstetigung in der städtischen Verwaltungsstruktur der Stadt Laatzen.

Das Regionale Übergangsmanagement der Stadt Laatzen hat in der bisherigen Projektphase folgende Aufgabenfelder bearbeitet:

  • Ausbau des Informationsportals
  • Angebots- und Bedarfsmonitoring sowie Evaluation
  • Strukturierung und Weiterentwicklung der Netzwerkarbeit
  • Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen
  • Optimierung der Berufsorientierung

Ausbau eines Informationsportals

Die seit Mai 2011 aktivierte Website www.ruem-laatzen.de  stellt neben differenzierten Materialien zu Ausbildung und Beruf für junge Menschen, Eltern, Schulen  und Unternehmen auch Hinweise und Kontaktdaten zu Unterstützungsangeboten vor Ort zur Verfügung. Des Weiteren werden sämtliche Vorhaben und Planungen des RÜM Laatzen über diese Homepage veröffentlicht, um eine möglichst hohe Transparenz zu erzielen. Hierzu zählen außer einer detaillierten, fortschreibenden Projektplanungsübersicht Berichterstattungen zu durchgeführten Evaluationen und allen relevanten Aktivitäten des Regionalen Übergangsmanagements Laatzen. In 2012 wurden die Bereiche zur Information von Schülerinnen und Schülern sowie jungen Erwachsenen intensiv ausgebaut und um Themen wie Internetsicherheit, Freiwilligendienste und  außerschulische Angebote erweitert. Auch das Segment zur Elterninformation wurde unter Bezug auf die im Rahmen der Längsschnittstudie erworbenen Erkenntnisse zur Elternbeteiligung signifikant ergänzt, sowohl im Hinblick auf die unterstützende Wirkung als auch auf die Transparenz.

 

Angebots- und Bedarfsmonitoring sowie Evaluationen

Die Wirksamkeit des Regionalen Übergangsmanagement wurde mithilfe eines durchgängigen Berichtsmonitoring untersucht und die Ergebnisse über Netzwerktreffen sowie verschiedene Medien wie die eigene Projekt-Website veröffentlicht. Des Weiteren werden drei Evaluationssäulen eingesetzt, um differenzierte Ergebnisse für Maßnahmen und Handlungsschritte zu erzielen. 

Basisevaluation
Die Bedarfs- und Angebotsanalyse wurde am RÜM-Standort Laatzen vom Niedersächsischen Institut für Wirtschaftsforschung durchgeführt, welches bereits den Bildungsmonitor der Region Hannover 2010 erarbeitet hat. Die Basisevaluation liefert wichtige und notwendige Handlungsgrundlagen zur Optimierung der Übergangsstruktur Schule-Beruf.
Besonderheit: die Gesprächsleitfäden für die Befragungen der verschiedenen Institutionen sind zum einen in enger Absprache mit dem Regionalen Übergangsmanagement erstellt worden. Darüber hinaus wurden die Befragungen vom RÜM Laatzen begleitet. Diese Vorgehensweise hatte den Vorteil, dass aufgrund der erfolgreichen Netzwerkarbeit großes Vertrauen aufgebaut wurde und die Auskunftsbereitschaft in Anwesenheit des RÜM entsprechend hoch war. Des Weiteren lagen bereits vor Fertigstellung des Evaluationsberichts wichtige Informationen vor, die für zeitnahe Handlungsschritte von großer Wichtigkeit waren.

Längsschnittstudie 2011-2013
Schülerbefragungen ermöglichen einen genaueren Blick auf die Problemlagen junger Menschen beim Übergang Schule-Beruf. Sie geben u.a. Auskunft über Bedarfe in der beruflichen Orientierung oder die Nutzung von Unterstützungsangeboten. Das RÜM Laatzen führt die online-Befragungen in Form einer Längsschnittstudie durch, deren erste Phase im Juni 2011 begann und 2013 beendet wird. 
Besonderheit:
die Längsschnittstudie wird von der Vorbereitung bis zur Evaluation eigenständig vom RÜM Laatzen koordiniert, durchgeführt und abgeschlossen. Der Vorteile lagen insbesondere in der Verwendung einer kostenfreien Software, sodass die Studien auch nach dem Projektförderende weitergeführt werden könnten und der Flexibilität der Fragestellungen, die ohne Mehrkosten verändert werden können.

Projektevaluationen
Spezifische berufsorientierende Projekte werden vom RÜM Laatzen in Eigenregie im Rahmen des Qualitätsmanagements evaluiert,  um die Wirksamkeit der Angebote zu prüfen und gegebenenfalls Optimierungsvorschläge zu entwickeln. Mithilfe von Befragungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird in Abstimmung mit den Projektträgern eruiert, welche Maßnahmen notwendig sind, um erforderliche Qualitätsstandards zu halten bzw. zu erreichen. Die Projektevaluationen haben darüber hinaus den Zweck, Pilotprojekte auf Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit zu untersuchen. Nach Auswertung der Ergebnisse werden Evaluationsberichte erarbeitet und den Projektträgern zur Verfügung gestellt.  Im Rahmen der Wirkungsforschung wurden in 2011 und 2012 an Laatzener Schulen Projekte zur beruflichen Orientierung evaluiert. Basierend auf den positiven Resultaten wurde die Fortführung und Weitentwicklung der Angebote beschlossen

 

Strukturierung und Weiterentwicklung der Netzwerkarbeit

Der Auftrag an das Regionale Übergangsmanagement umfasst u.a. die Optimierung der Kooperationen und Vernetzung. Doppelstrukturen sollen verhindert bzw. abgebaut werden und die Abstimmung von Arbeitskreisen verbessert werden. Das RÜM Laatzen vernetzt sich daher mit bestehenden Arbeitskreisen im Bereich der Übergangsarbeit und kann durch den Informationsaustausch als Steuerungselement dienen. Durch die Intensivierung der Kooperationen und dem daraus resultierenden Informationstransfer können Konzepte für eine positive Veränderung der Schnittstelle zwischen Schule und Beruf nachhaltig entwickelt, ausgebaut und umgesetzt werden. Ausgehend von den in der Längsschnittstudie erzielten Ergebnissen zur Elternarbeit wurde beispielsweise das Netzwerkgremium um Vertreterinnen und Vertreter des Stadtelternrates und von Schulelternräten dauerhaft erweitert. Die gemeinsame Planung und Umsetzung des Projekts "Berufswahl-Lotsen - Eltern als Partner im Berufswahlprozess" durch alle Netzwerkpartner trug wesentlich zur erfolgreichen Durchführung bei.

Die Vernetzung mit den Institutionen, insbesondere den Schulstandorten, führte dazu, dass das Regionale Übergangsmanagement von Kammern und Innungen als Schnittstelle für den Standort Laatzen genutzt wird. So werden u.a. Kooperationen mit Betrieben oder überregionale Förderangebote über das RÜM Laatzen als zentralen Ansprechpartner koordiniert.
Einen weiteren wichtigen Baustein bildet der Informationstransfer durch regionale und überregionale Netzwerkarbeit. Im Rahmen der Vernetzung mit der Koordinierungsstelle Bildung und Beruf der Region Hannover werden in einem Gesamtforum mit Vertretern aller relevanten Institutionen Handlungsvorschläge erarbeitet und dem Regionalen Beirat als Beschlussvorlage dargelegt. Das RÜM Laatzen hat somit als Mitglied des Gesamtforums die Möglichkeit, die Bedarfe Laatzener Institutionen einzubringen und auf regionaler Ebene zu erörtern. Der Austausch mit der Koordinierungsstelle Berufsorientierung des Niedersächsischen Kultusministeriums führte zudem zu einer gezielten Kommunikation bzw. Vermittlung unterstützender Module der vertieften Berufsorientierung durch das RÜM Laatzen an Laatzener Schulstandorten. Konkret wurden hier Fördermittel zur Einrichtung von Berufsorientierungsbüros akquiriert.

Weitere wesentliche Elemente der Vernetzung bilden die Kooperationen mit berufsbildenden Schulen. Das RÜM wirkt am Standort Laatzen als Mandatsträger für die Optimierung der BBS-Anmeldeverfahren. Des Weiteren wurde der Austausch mit dem Veranstalter eines jährlich stattfindenden Aus- und Weiterbildungsmarkts intensiviert. So sollen Schülerinnen und Schülern aktiv als sogenannte Messe-Lotsen oder auch zum Moderieren eingesetzt werden, um eine höhere Wahrnehmung von Ausbildungsmessen als Informationsmedium zu erreichen.

 

 

Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen

 

Die kontinuierliche Teilnahme an Fachveranstaltungen und eine konsequente Öffentlichkeitsarbeit wirken nachhaltig auf die Optimierung  von Kooperationen und dienen gleichermaßen der Projekttransparenz. Hierbei hat die methodische Vorstellung von Ergebnissen und erfolgreich initiierter Projektarbeit positiven Einfluss auf den Stellenwert der RÜM-Koordinierungsstelle. So wurden beispielsweise die erstellten Studien im Rahmen von regionalen und überregionalen Veranstaltungen vorgestellt. Im November 2012 erhielt das RÜM Laatzen die Möglichkeit, das best practice-Projekt "Berufswahl-Lotsen" auf Einladung der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung im Rahmen der Elternkonferenz "Eltern können mehr!" vorzustellen. Im Zuge der positiven Präsentationsresonanz wurden Weiterentwicklungschancen und somit eine Fortführung des Pilotprojektes aufgezeigt.

 

Optimierung der Berufsorientierung

Ein zentraler Punkt beim Übergang Schule-Beruf ist eine qualitativ hochwertige berufliche Orientierung. Das RÜM Laatzen arbeitet daher verstärkt mit den Schulstandorten an einer verlässlichen und nachhaltigen Berufsorientierungsstruktur. Hierzu zählen Kooperationen mit der Jugendberufshilfe, Berufsberatung, Betrieben, Kammern, Innungen und Projektträgern.
Das Regionale Übergangsmanagement dient dabei als Vermittler und Ansprechpartner, mit dem Ziel, standardisierte Verfahren zu installieren, damit alle jungen Menschen in Laatzen die gleichen Vorbereitungen auf einen erfolgreichen Übergang von der Schule in das Berufsleben erhalten.
Module von Mindeststandards sieht das RÜM Laatzen in folgenden Bereichen:
Potentialanalysen, Berufsfeldrecherchen, Bewerbungstraining, Vorbereitungen auf Vorstellungsgesprächen, Praxiserfahrungen, Kontaktanbahnung zu Betrieben.
Durch die enge Zusammenarbeit mit den Kammern und Innungen in Hannover sowie der Agentur für Arbeit sind bereits vielfältige Umsetzungsmöglichkeiten bearbeitet worden. Konkret resultierte aus den Kooperationen die Teilnahme aller Schulstandorte in Laatzen am Berufsorientierungsprogramm (BOP) des BMBF. Nach der erfolgreichen Akquise und Koordination der ersten Teilnahmedurchgänge wurde die Organisation zur eigenständigen Planung an die Schulleitungen abgegeben. Somit konnte eine standardisierte und qualifizierte Vorbereitung im Berufswahlprozess für die kommenden Jahre gesichert werden.

Ein weiterer Bereich für eine erfolgreiche Übergangsphase ist die passgenaue Vermittlung in berufsbildende Schulen. Hier hat das RÜM Laatzen in 2011 einen Antrag auf Optimierung des BBS-Anmeldeverfahrens im Gesamtforum des Regionalen Bildungsbeirates eingebracht.     

Bis zur endgültigen Klärung organisiert und koordiniert das RÜM Laatzen seither ein vereinfachtes Anmeldeverfahren für alle Schulen am Standort Laatzen.

 

Die Empirische Untersuchung zum Übergang Schule – Beruf, Studie 2011 durch das RÜM Laatzen hat zudem Eltern als wesentliche Partner bei der Berufswahl von Jugendlichen identifiziert. Ein zielorientiertes Informationskonzept wurde daher entwickelt, um diese Gruppe der Vertrauten mit notwendigen Kenntnissen auszustatten. Mit dem Multiplikatorenkonzept "Berufswahl-Lotsen", das sich derzeit in der aktiven Umsetzungsphase befindet, sollen Eltern als Partner bei der Berufswegeplanung ihrer Kinder gestärkt werden. Engagierte Bürgerinnen und Bürger wurden zu Berufswahl-Lotsen qualifiziert und geben ihre gewonnenen Kenntnisse und aufklärende Fachinformationen in ihrem individuellen Netzwerk weiter. Auf diesem Weg wird das Thema Berufswahl in den Familien vermehrt thematisiert und mögliche Hemmschwellen zur Inanspruchnahme von öffentlichen Beratungsstellen abgebaut.

 

Ausblick 2013

Das DJI (Deutsches Jugendinstitut e.V.) befragte im Rahmen einer Studie Schulvertretungen, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen zu der Frage "Sind MINT-Berufe zukunftsträchtig auch für Hauptschülerinnen?". Im Hinblick auf die Erschließung dieses Berufsbereichs für die Zielgruppe, überprüft das RÜM Laatzen in enger Abstimmung mit dem Kooperationsgremi-um diese These mithilfe eines weiteren best practice-Projekts am Standort Laatzen. Im Rah-men des Projekts sollen Jugendliche die Gelegenheit für ein Fachpraktikum in einem MINT-Unternehmen erhalten. Das Projekt soll Unternehmen dazu animieren, auch Hauptschülerin-nen und Hauptschüler als potentielle Zielgruppe für eine Ausbildung in MINT-Berufen in Betracht zu ziehen. Für die Schülerinnen und Schüler ist das Projekt eine gute Plattform, ihre Motivation und Bereitschaft zu höherwertigen Ausbildungsgängen zu zeigen.

Das Regionale Übergangsmanagement der Stadt Laatzen hat in der ersten Projektphase vier Aufgabenfelder bearbeitet:

Installation eines Informationsportals

Seit Mai 2011 ist die Website www.ruem-laatzen.de aktiviert und stellt neben differenzierten Materialien zu Ausbildung und Beruf für junge Menschen, Eltern und Unternehmen auch Hinweise und Kontaktdaten zu Unterstützungsangeboten vor Ort zur Verfügung. Des Weiteren werden sämtliche Vorhaben und Planungen des RÜM Laatzen über diese Homepage veröffentlicht, um eine möglichst hohe Transparenz zu erzielen. Hierzu zählen außer einer detaillierten Projektplanungsübersicht Berichterstattungen zu durchgeführten Evaluationen und weiteren Aktionen. 

Datenerfassung

Die Wirksamkeit des Regionalen Übergangsmanagement wird mithilfe eines durchgängigen Berichtsmonitoring untersucht und die Ergebnisse über Netzwerktreffen sowie verschiedene Medien wie Broschüren und die eigene Projekt-Website veröffentlicht. Des Weiteren werden drei Evaluationssäulen eingesetzt, um differenzierte Ergebnisse für Maßnahmen und Handlungsschritte zu erzielen. 

Basisevaluation
Die Bedarfs- und Angebotsanalyse wird am RÜM-Standort Laatzen vom Niedersächsischen Institut für Wirtschaftsforschung durchgeführt, welches bereits den Bildungsmonitor der Region Hannover 2010 erarbeitet hat. Die Basisevaluation liefert wichtige und notwendige Handlungsgrundlagen zur Optimierung der Übergangsstruktur Schule-Beruf.
Besonderheit: die Gesprächsleitfäden für die Befragungen der verschiedenen Institutionen sind zum einen in enger Absprache mit dem Regionalen Übergangsmanagement erstellt worden. Darüber hinaus werden die Befragungen vom RÜM Laatzen begleitet. Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass aufgrund der erfolgreichen Netzwerkarbeit großes Vertrauen aufgebaut wurde und die Auskunftsbereitschaft in Anwesenheit des RÜM entsprechend hoch ist. Des Weiteren liegen bereits vor Fertigstellung des Evaluationsberichts wichtige Informationen vor, die für zeitnahe Handlungsschritte von großer Wichtigkeit sind.

Längsschnittstudie 2011-2013
Schülerbefragungen ermöglichen einen genaueren Blick auf die Problemlagen junger Menschen beim Übergang Schule-Beruf. Sie geben u.a. Auskunft über Bedarfe in der beruflichen Orientierung oder die Nutzung von Unterstützungsangeboten. Das RÜM Laatzen führt die online-Befragungen in Form einer Längsschnittstudie durch, deren erste Phase im Juni 2011 begann und 2013 beendet wird. 
Besonderheit: die Längsschnittstudie wird von der Vorbereitung bis zur Evaluation eigenständig vom RÜM Laatzen koordiniert, durchgeführt und abgeschlossen. Der Vorteil liegt insbesondere in der Verwendung einer kostenfreien Software, sodass die Studien auch nach dem Projektförderende weitergeführt werden könnten und der Flexibilität der Fragestellungen, die ohne Mehrkosten verändert werden können.

Projektevaluationen
Spezifische berufsorientierende Projekte werden vom RÜM Laatzen in Eigenregie im Rahmen des Qualitätsmanagements evaluiert,  um die Wirksamkeit der Angebote zu prüfen und gegebenenfalls Optimierungsvorschläge zu entwickeln. Mithilfe von Befragungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird in Abstimmung mit den Projektträgern eruiert, welche Maßnahmen notwendig sind, um erforderliche Qualitätsstandards zu halten bzw. zu erreichen. Die Projektevaluationen haben darüber hinaus den Zweck, Pilotprojekte auf Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit zu untersuchen. Nach Auswertung der Ergebnisse werden Evaluationsberichte erarbeitet und den Projektträgern zur Verfügung gestellt. 

Strukturierung der Netzwerkarbeit

Der Auftrag an das Regionale Übergangsmanagement umfasst u.a. die Optimierung der Kooperationen und Vernetzung. Doppelstrukturen sollen verhindert bzw. abgebaut werden und die Abstimmung von Arbeitskreisen verbessert werden. Das RÜM Laatzen vernetzt sich daher mit bestehenden Arbeitskreisen im Bereich der Übergangsarbeit und kann durch den Informationsaustausch als Steuerungselement dienen. Konkret werden beispielsweise Arbeitsaufträge des Koordinierungsgremiums „Regionales Übergangsmanagement“ an Arbeitskreise erteilt, deren Ergebnisse im Gremium verhandelt werden. Dies führt zu einer Aufwertung der Arbeitskreise und stellt eine optimale Vorarbeit für weiterführende Handlungsschritte und Beschlüsse im Gremium dar.
Die Vernetzung mit den Institutionen, insbesondere den Schulstandorten, führt dazu, dass das Regionale Übergangsmanagement von Kammern und Innungen als Schnittstelle für den Standort Laatzen genutzt wird. So werden u.a. Kooperationen mit Betrieben oder überregionale Förderangebote über das RÜM Laatzen als zentralen Ansprechpartner koordiniert.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Vernetzung mit der Koordinierungsstelle Bildung und Beruf der Region Hannover. Hier werden in einem Gesamtforum mit Vertretern aller relevanten Institutionen Handlungsvorschläge erarbeitet und dem Regionalen Beirat als Beschlussvorlage dargelegt. Das RÜM Laatzen hat somit als Mitglied des Gesamtforums die Möglichkeit, die Bedarfe Laatzener Institutionen einzubringen und auf regionaler Ebene zu erörtern.

Optimierung der Berufsorientierung

Ein zentraler Punkt beim Übergang Schule-Beruf ist eine qualitativ hochwertige berufliche Orientierung. Das RÜM Laatzen arbeitet daher verstärkt mit den Schulstandorten an einer verlässlichen und nachhaltigen Berufsorientierungsstruktur. Hierzu zählen Kooperationen mit der Jugendberufshilfe, Berufsberatung, Betrieben, Kammern, Innungen und Projektträgern.
Das Regionale Übergangsmanagement dient dabei als Vermittler und Ansprechpartner, mit dem Ziel, standardisierte Verfahren zu installieren, damit alle jungen Menschen in Laatzen die gleichen Vorbereitungen auf einen erfolgreichen Übergang von der Schule in das Berufsleben erhalten.
Module von Mindeststandards sieht das RÜM Laatzen in folgenden Bereichen:
Potentialanalysen, Berufsfeldrecherchen, Bewerbungstraining, Vorbereitungen auf Vorstellungsgesprächen, Praxiserfahrungen, Kontaktanbahnung zu Betrieben.
Durch die enge Zusammenarbeit mit den Kammern und Innungen in Hannover sowie der Agentur für Arbeit sind bereits vielfältige Umsetzungsmöglichkeiten bearbeitet worden und befinden sich nun in der konkreten Umsetzungsphase.
Ein weiterer Bereich für eine erfolgreiche Übergangsphase ist die passgenaue Vermittlung in berufsbildende Schulen. Hier hat das RÜM Laatzen einen Antrag auf Optimierung des BBS-Anmeldeverfahrens im Gesamtforum des Regionalen Bildungsbeirates eingebracht, der derzeit geprüft wird. Inhalte sind neben der Anmeldung vor allen Dingen eine fundierte Beratung, die von mehreren Institutionen getragen werden könnte.

Ausblick 2012 

Der erste Teil der beschriebenen Längsschnittstudie hat neben vielen weiteren Informationen die Elternbeteiligung als wichtigen Faktor der beruflichen Orientierung ausgemacht.
Ein wesentliches Ziel ist daher die Einbindung der Eltern als beratendes und unterstützendes Element im Berufsorientierungsprozess der Jugendlichen. Mit ihren Erfahrungen können sie einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen beruflichen Integration ihrer Kinder leisten. Daher wurde ein Arbeitskreis mit der Ideensammlung verschiedenster Möglichkeiten von Kontaktanbahnungen und Elterneinbindung beauftragt, die nunmehr im Koordinierungsgremium diskutiert wird. Nach Beschluss der Handlungsstrategie wird der Arbeitskreis detailliertere Planungsschritte erarbeiten und zur Beschlussvorlage vorbereiten.

      

 

Projekt­darstellungen

  • Projektplanungsübersicht 2012

    [PDF - 706,4 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Laatzen_projektuebersicht_2012.pdf)

  • Citycard: "Schule und dann?"

    [PDF - 536,1 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Laatzen_citycard_schule_und_was_dann.pdf)

  • Citycard: "Schon beworben?"

    [PDF - 518,6 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Laatzen_citycard_schon_beworben.pdf)

  • Projektplanungsübersicht 2011

    [PDF - 701,8 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Laatzen_projektuebersicht_2011.pdf)

  • Strukturschaubilder

    [PDF - 6,02 MB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Laatzen_Strukturschaubilder.pdf)

  • Citycard "Dein Weg in die Zukunft!"

    [PDF - 148,3 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Laatzen_Postkarte_Dein_Weg_in_die_Zukunft.pdf)

  • Projektflyer

    [PDF - 422,5 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Laatzen_Flyer_Uebergangsmanagement_Laatzen.pdf)

  • Projektplanungsübersicht

    [PDF - 67,4 kB]

     (URL: http://www.bmbf.de/downloads/Downloads_Projekte_Uebergangsmanagement/Uebergangsmanagement_Laatzen_Projektplanungsuebersicht.pdf)

Arbeits­materialien

Erhebungen

 
Förderung
Durchführung