Landkreis Osterode
Landkreis Osterode am Harz, Niedersachsen, Förderlaufzeit: 01.09.2010-31.08.2013


Kontakt

Koordinierungsstelle Bildung-Beruf
Landkreis Osterode am Harz

RÜM - Regionales Übergangsmanagement
Herzberger Straße 5
37520 Osterode am Harz

Julia Koblitz – Leiterin
Telefon: 05522/960-420
E-Mail: julia.koblitz@landkreis-osterode.de

www.bildung-beruf-oha.de

 


Im Landkreis Osterode am Harz ist das Regionsale Übergangsmanagement in der Kommunalverwaltung bei der Stabsstelle Regionalplanung und Bildung eingebettet, welche direkt unter der Führungsspitze verortet ist. Zwei Vollzeitkräfte aus dem Sozialmanagement bzw. der Sozialpädagogik sowie eine halbtags tätige Teamassistentin bilden gemeinsam mit der Teamleitung das RÜM-Team Osterode.

Im Landkreis Osterode sind die Auswirkungen des demographischen Wandels besonders deutlich. Zudem hat derzeit jeder neunte Jugendliche im Landkreis keinen Schulabschluss. Bereits jetzt wirkt sich der Fachkräftemangel in fast allen Wirtschaftsbereichen des Landkreises aus, während die ortsansässigen Jugendlichen zu häufig als nicht ausbildungsreif betrachtet werden. Der Bildungs- und Wirtschaftsstandort gilt als gefährdet.

In den letzten Jahren sind jedoch viele gute Ansätze an Übergängen entstanden, an die angeknüpft werden kann. Hinzu kommt eine unterstützende Haltung des Landkreises, der bereits 2008 themenverwandte strategische Oberziele für sich definiert hat. Darüber hinaus ist das RÜM direkt an die bisher in diesem Bereich tätige „Leitstelle Region des Lernens“ angegliedert. Schließlich kann durch eine inhaltliche und organisatorische Kooperation mit dem Unternehmerverband MEKOM des Landkreises nahtlos an bereits gut funktionierende Netzwerke der Partner angeknüpft werden.

Unsere Ziele orientieren sich zum einen an unserem Slogan „RÜM – Gemeinsam Herausforderungen meistern!“ und dem Projekttitel „Verteilte Zuständigkeit – Gemeinsame Verantwortung. Wir bauen aufeinander auf!“.

Gemeinsam mit den relevanten regionalen Akteuren wollen wir gute bestehende Ansätze für Jugendliche, aber auch für beteiligte Institutionen transparenter gestalten. Langfristig soll aufbauend auf der Bildungs-, Wirtschafts- und Maßnahmenlandschaft und unter starkem Einbezug der involvierten Partner eine Strukturierung und Abstimmung des Angebotes erfolgen. Schritt für Schritt werden freiwillige Kooperationsvereinbarungen mit den Partnern im Landkreis erarbeitet, die künftig zu einem ganzheitlichen Mindeststandard verbunden werden.

Teilziele werden beispielsweise die Beratung des Landkreises bei der Einführung einer medialen Anmelde- und Lernplattform sein. Auch zielgruppenspezifische Übergangskonzepte oder die Unterstützung bei der erfolgreichen Einführung und Umsetzung von Kompetenzfeststellungsverfahren und -dokumentation gehören zu unseren Zielen.

In den ersten Schritten zur Umsetzung wird ein umfassender Überblick über die regionale Übergangslandschaft zusammengetragen und der Ist-Zustand erfasst. Gemeinsam mit den regionalen Partnern ist dann der gewünschte Soll-Zustand zu definieren.

Um Synergieeffekte zu nutzen, wird das Beratungsgremium der Leitstelle Region des Lernens als Beirat für das RÜM fungieren.

Durch übersichtliche Darstellungen im Internet werden strukturierte, transparente Angebotsübersichten - für Jugendliche nach Abschluss gestaffelt, für Institutionen über hilfreiche Links zu bestehenden Angebotsseiten - erarbeitet.

Ergänzend zu den inhaltlichen Vorhaben wird eine Befragung mit dem Ziel durchgeführt, Berufswünsche von Jugendlichen, deren Wege dorthin sowie vor allen Dingen begleitende Maßnahmen und ihre Wirksamkeit auf diesen Wegen zu erheben.

Am Übergang Schule-Beruf erarbeitet RÜM gemeinsam mit der Region des Lernens, den Schulleitern, AWT-Lehrkräften, den berufsorientierenden Schulsozialarbeitern, den Berufseinstiegsbegleitern, dem Fachberater für Berufsorientierung sowie der Agentur für Arbeit auf Basis der regionalen Initiative „SchulBetrieb“ gemeinsam Mindeststandards für diesen speziellen Übergang. Hierbei sollen auf sehr engen, individuellen Lernpartnerschaften zwischen Schulen und Betrieben qualitative Mindeststandards etabliert werden.

Am Übergang von den Allgemeinbildenden Schulen zu den Berufsbildenden Schulen wird zu dem gleichen Zweck auf bereits bestehende Kooperationen aufgebaut. Beide Partner werden in ihren Kooperationsbestrebungen - gerade im Sinne der neuen Erlasse - unterstützt. Beispielsweise werden Workshops zur professionellen Arbeit mit Berufswahlpässen und anderen regionalen Übergabematerialien angeboten und die Durchführung der Bildungsketten gefördert.

Ergebnisse

Ergebnis

Das übergeordnete Ziel des Vorhabens war es, dem Fachkräftemangel in der Region entgegen zu wirken und den Wirtschaftsstandort zu stärken. Hierzu wurde auf der Ebene der Landkreisverwaltung die "Koordinierungsstelle Bildung-Beruf" etabliert. Diese hat innerhalb der Laufzeit die teilweise unübersichtliche Förderlandschaft im Bereich Übergang Schule-Beruf strukturiert, die Angebote der unterschiedlichen Akteure besser auf die regionalen Bedarfe abgestimmt und die Durchführungsprozesse koordiniert.
Auf der Basis von grundlegenden Analysen (Ist-Soll-Analyse, statistische Erhebungen der Übergänge von förderbedürftigen Jugendlichen, ...) wurden tragfähige Strategien - u.a. von landesweit gültigen Mindeststandards / Qualitätskriterien für die enge Zusammenarbeit von Schule und regionalen Betrieben ("SchulBetrieb") entwickelt, die modellhafte Einführung von Kompetenzfeststellungsverfahren im Landkreis fachlich unterstützt und Auswahlkriterien zur Einführung einer ebenfalls landesweiten medialen Austausch- und Lernplattform erarbeitet.
Das Vorhaben wurde von einer intensiven und zielgruppenspezifischen Öffentlichkeitsarbeit flankiert.

Fazit

Die Verankerung der Koordinierungsstelle bei der Stabsstelle "Bildung, Wirtschaft und Regionalplanung" und die Zusammenlegung mit der Leitstelle "Region des Lernens", die bereits ein tragfähiges Netzwerk im Vorfeld erarbeitet hatte, erwiesen sich als tragfähig und zielführend. Es wurden landkreisweite Handlungsstandards, bestehend u. a. aus einem Praxisleitfaden erarbeitet, die wegweisend für einen möglichen Transfer in vergleichbare strukturelle Rahmenbedingungen sind.

Das RÜM Osterode am Harz ist inzwischen in der Abteilung „Koordinierungsstelle Bildung-Beruf“ der Stabsstelle Bildung, Wirtschaft und Regionalplanung verstetigt.

Folgende Punkte hat das RÜM Osterode am Harz im Jahr 2012 bearbeitet:

Im Zuge der Einrichtung einer Gremienstruktur wurde die Entwicklung eines landkreisweiten Handlungsstandards für alle am Übergang Bildung-Beruf beteiligten Akteure beschlossen und begonnen. In vier themenspezifischen Arbeitsgremien arbeiten Akteure aus allen am Übergang beteiligten Institutionen (ca. 15 Pers./AG).

Themen der Arbeitsgremien:

o Kooperationen systematisch gestalten

o Kompetenzen von Jugendlichen

o Transparenz am Übergang Bildung-Beruf

o Systematische Vernetzung am Übergang Schule-Beruf

Alle vier Arbeitsgremien haben in 2012 fünf Mal getagt und erste Zielvereinbarungen zu verschiedenen Themenblöcken für den Handlungsstandard erarbeitet.

Der Beirat mit den leitenden Kräften aller am Übergang beteiligten Institutionen hat zwei Mal getagt.

Das Entscheidungsgremium tagt ca. alle 6-8 Wochen.

Der landkreisweite Handlungsstandard wird im Beirat gemeinsam beschlossen und als Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Die Beiratsmitglieder tragen ihn dann in ihre eigenen Institutionen zur Umsetzung hinein.

Aus dem in 2011 erwähnten Mentoren-Programm der IHK entwickelte das RÜM, gemeinsam mit den Kammern und dem Unternehmerverband sowie dem JobCenter eine Online-Kooperationsbörse für Schulen und Betriebe. Damit wird auf die immens gestiegene Nachfrage der Wirtschaft nach Kooperationen mit Schulen reagiert. Den Schulen bietet sich dadurch eine für alle gleichberechtigte Zugriffsmöglichkeit sowie eine gezieltere und an Profilen orientierte Berufsorientierungsplanung.

Die Kooperation zwischen den Berufsbildenden Schulen und allen Förder, Haupt-, Real-, Ober- und Gesamtschulen wurde im dritten Jahr erfolgreich organisiert und begleitet.

Die neue Internetseite www.bildung-beruf-oha.de wurde bei den Netzwerkpartnern bekannt gemacht und das regionale Schülerportal bei Schulleitungen, AWT-Lehrkräften und berufsorientierenden Schulsozialarbeitern für die künftige Arbeit vorgestellt. Parallel wurde ein Wettbewerb initiiert, bei dem von Schülerinnen und Schülern ein Name für das Schülerportal entwickelt werden sollte, um das Portal ansprechend zu gestalten, einen Zugang zu schaffen und dadurch eine Nutzung sicherzustellen. Die Auswertung läuft derzeit.

Es fand eine Veranstaltung für Personalleiter/-innen und Ausbilder/-innen zum Thema „Betrieblicher Umgang mit Elternarbeit – Ein Nutzen für Unternehmen“ statt, die sehr gut angenommen wurde.

Der 1. Auswertungsbericht der Längsschnittstudie „Abschlüsse und Anschlüsse – Berufliche Zukunftsplanung von Schülerinnen und Schülern im Landkreis Osterode am Harz“ ist veröffentlicht und zeigt künftige Handlungsfelder auf.

Mitwirkung an den Praxisbänden „Kommunale Koordinierung“ und „Schulische Berufsorientierung“ (Arbeitstitel)

3. Netzwerktag Osterode, „NetO³ - Vier Jahre Übergangsmanagement – eine Zwischenbilanz: Auf dem Weg zu einem einheitlichen Handlungsstandard“, ca. 100 TN aus dem Netzwerk

Weiterentwicklung der Initiative SchulBetrieb. Vier neue Partnerschaften wurden gegründet.

Unterstützung von berufsorientierenden Aktionstagen, bspw. des Verkehrsgewerbes, Lehrertournee der Chemie- und Kunststoffbranche

Unterstützung bei der Umsetzung des Zukunftstages

Strukturierung und Weiterentwicklung der Netzwerkarbeit -kultur

Im Zuge einer Verstetigung wurden mehrere Projekte als neue Abteilung des Landkreises in die Stabsstelle Regionalplanung und Bildung integriert. So wurde das RÜM Osterode gemeinsam mit der Region des Lernens zur festen Abteilung „Koordinierungsstelle Bildung-Beruf“ verstetigt.

  • Im Zuge dessen ist die Gründung eines Beirats gelungen, in dem alle relevanten regionalen Partner vertreten sind. Der Beirat wird vom Landrat moderiert und verfolgt folgende Ziele:
    • Vertreten der gemeinsamen Interessen und Beratung im Bereich Übergang Bildung-Beruf,
    • Einbringen der jeweiligen institutionellen Perspektive und Kompetenz,
    • Beratung bei der Einführung neuer Projekte am Übergang Schule-Beruf im Landkreis Osterode am Harz,
    • Erfassen eines differenzierten Meinungsbilds als Entscheidungsgrundlage für die Koordinierungsstelle Bildung-Beruf,
    • Entwickeln einer gemeinsamen Strategie.
    Ergänzt wird dieses halbjährlich tagende Gremium durch operative Arbeitskreise, in denen die Akteure an Zielvereinbarungen zu einem angestrebten Qualitätsstandard an den Übergängen Allgemeinbildende Schulen-Berufsbildende Schulen und Schulen-Wirtschaft arbeiten. Grundlage für diese Arbeit bieten u.a. die etablierte Initiative „SchulBetrieb“, ein neues Mentoren-Programm, die betriebliche Nutzung von Berufswahlpässen sowie einige weitere Themengebiete.
  • Auf Wunsch der Betriebe im Landkreis wurde zu Beginn des neuen Schuljahres gemeinsam mit regionalen Akteuren eine Broschüre für den alljährlich stattfindenden BITO (Berufsinformationstag Osterode) entwickelt. Dieses Arbeits- und Vorbereitungsheft für die Abgangs- und Vorabgangsklassen wurde im Vorfeld an alle Schulen im Landkreis verteilt und im Unterricht gemeinsam mit den Lehrkräften erarbeitet. Inhaltlich werden Jugendliche mit hilfreichen Tipps zu den Themen Bewerbung und Selbstpräsentation sowie informativen Hinweisen zur Kontaktaufnahme mit den Ausstellern auf diesen Tag vorbereitet. Weiterhin wurde ein Wettbewerb installiert, der besonderes Schülerengagement an diesem Tag belohnt.
  • In Kürze startet in Kooperation mit den Kammern sowie dem Jobcenter ein Mentoren-Programm. Dabei besteht die Möglichkeit der Einbindung von Unternehmen in Schulen durch kleinere Projekte im Nachmittagsbereich, in diversen fachlichen Ausrichtungen. Die Nachfrage von betrieblicher Seite ist im Landkreis Osterode am Harz im letzten Jahr extrem gestiegen.
  • Die bereits als Probelauf durchgeführte Kooperation zwischen den berufsbildenden Schulen und den allgemeinbildenden Schulen konnte inzwischen auf sieben teilnehmende Schulen ausgebaut werden.
  • Derzeit wird an einer Bündelung zweier bestehender Arbeitskreise im Bereich Schule-Wirtschaft gearbeitet, die nach Absprache mit den bisherigen Veranstaltern gemeinsam zu einer aktiven Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen werden sollen.
  • In der Planung befindet sich auch ein „Trägertreffen“, welches künftig für alle Träger am Übergang Schule-Beruf eine Plattform bieten soll, um gemeinsam an der Abstimmung einzelner Angebote zu arbeiten oder Versorgungslücken zu schließen.
  • Die neue Internetseite geht nach den Herbstferien für alle Akteure und Jugendliche im Landkreis online. Auf dieser Website werden die regionalen Angebote von und für Akteure zusammengestellt und transparent aufbereitet. In einem gesonderten Schülerportal wird eine Angebotsübersicht gestaffelt nach Abschlüssen und den jeweiligen Möglichkeiten online gestellt.

 

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

Erhebungen

 
Förderung
Durchführung