Landkreis Nordwestmecklenburg und Hansestadt Wismar
Landkreis Nordwestmecklenburg und Hansestadt Wismar, Mecklenburg-Vorpommern, Förderlaufzeit: 01.10.2010-30.09.2013


Kontakt

Landkreis Nordwestmecklenburg
Regionales Übergangsmanagement
Wismar / Nordwestmecklenburg
Börzower Weg 3
23936 Grevesmühlen

 


Der Landkreis Nordwestmecklenburg und die Hansestadt Wismar sind Gebietskörperschaften im Nordwesten von Mecklenburg Vorpommern an der Ostseeküste gelegen. Sie befinden sich im Städtedreieck Schwerin-Lübeck-Rostock. Von wirtschaftlicher Bedeutung sind die Firmenansiedlungen im Einzugsgebiet von Lübeck und Wismar sowie der Tourismus.

Ein wesentliches Problem für die Wirtschaft, die händeringend gut ausgebildete Arbeitskräfte benötigt, ist der demographische Wandel. Seit 1990 sind auch hier die Geburtenzahlen stark rückläufig und haben inzwischen die Abgangsklassen an den Schule erreicht. Es sind deutlich weniger Schulabgänger vorhanden und nicht alle entsprechen den Anforderungen der Wirtschaft. Es werden bald mehr Ausbildungsplätze vorhanden sein als geeignete Bewerber. Hinzu kommt, dass junge Leute mit guten Abschlüssen die Region verlassen.

Erste Ansätze im Hinblick  auf die Vernetzung der Angebote im Bereich Übergang Schule-Beruf existieren bereits im Landkreis NWM und der Hansestadt Wismar. So gibt es beispielsweise den Arbeitskreis Schule und Wirtschaft Wismar - NWM. Dieser hat eine Homepage entwickelt (http://www.infoboerse-berufsstart.de/), wo Lehrer, Schüler und Eltern zahlreiche Informationen zum Thema Berufsstart finden. Ebenfalls ist dieser Mitorganisator der jährlichen Berufsinfobörse und hat einen Ausbildungswegweiser für die Region Wismar - NWM erstellt. Hier wird bereits versucht alle Akteure regelmäßig zusammenzubringen. Zum anderen wurde an mehreren Schulen im Landkreis ein Praxislerntag eingeführt, der den Schülern erste Einblicke ins Berufsleben ermöglicht. Beide Gebietskörperschaften nehmen auch noch am Programm „Stärken vor Ort“ teil. Da es das Übergangsmanagement Schule-Beruf im Nachbarlandkreis Parchim („ParMa“) bereits gibt, können dort Kontakte geknüpft werden, um erste Erfahrungen auszutauschen.

Junge Menschen sollen nach erfolgreichem Schulabschluss vor Ort eine Perspektive sowohl in der Berufsausbildung als auch im Berufsleben bekommen. Um hier Erfolge zu erreichen müssen alle Akteure eng zusammenarbeiten und für dieses Thema sensibilisiert werden. Durch Kooperation und Stärkung vorhandener Netzwerke soll eine Steigerung der Effektivität und Qualität der Förderinstrumente erreicht werden. Im Ergebnis der Netzwerkarbeit werden positive Auswirkungen auf den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt erhofft:

  • Halten guter Bewerber im Land, Schwächere als Potential erschließen,
  • Transparenz, Kooperation, Koordination im ausbildungsmarktbezogenem Umfeld,
  • Prävention statt „Reparaturwerkstatt“,
  • besseres Matching von Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt.

Um diese Aufgabe umzusetzen, wurde ein Projektteam gebildet, welches sich mit der Entwicklung eines Konzeptes zur Kooperation auseinandersetzt. Im Projektteam sind vier Mitarbeiter tätig, darunter ein Prozessbegleiter, ein Koordinator für den Landkreis Nordwestmecklenburg, eine Koordinatorin für die Hansestadt Wismar und ein Projektmitarbeiter.

Es wird für den Verlauf des Projektes eine zentrale Anlaufstelle für alle Beteiligten geschaffen. Hier sollen die Fäden aller Akteure zusammenlaufen, um die Bildungsketten unter Berücksichtigung des Bedarfes der Wirtschaft zu optimieren. Unabdingbar hierfür ist eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen/Lehrern, Schülern, Eltern, Vereinen/Verbänden, Behörden, Bildungsträgern und Unternehmen.

Zunächst ist der Bestand im Landkreis Nordwestmecklenburg und der Hansestadt Wismar zu erfassen und zu analysieren. Im Anschluss ist der Bedarf zu ermitteln. Damit ist die Grundlage zur Entwicklung eines Konzeptes geschaffen, welches die Angebote der einzelnen Akteure aufeinander abstimmen soll. Wichtig ist, dass die einzelnen Schulen gleichermaßen mit Angeboten unterstützt werden.

Zur Ergebnisverwertung ist die Erstellung und Verbreitung einer Dokumentationsbroschüre angedacht. Ebenfalls soll auf den Webseiten der Gebietskörperschaften der Projektverlauf und die Ergebnisse dargestellt werden.

Im Ergebnis ist ein „Bündnis für Ausbildung und Arbeit“ in Form eines Vertrages zwischen der Arbeitsagentur, IHK, HWK, Schulen, Gebietskörperschaften und der Wirtschaft vorstellbar. Dieser soll dann den Fortbestand eines zentralen Ausbildungsbüros unter Mitwirkung allen Partner und dessen Finanzierung regeln.

Ergebnisse

Ergebnis


Ziel des Projekts war es, auf der Ebene der Landkreisverwaltung eine Koordinierungsstelle zu etablieren, die - orientiert an den regionalen Bedarfen und regionalen Schwerpunktsetzungen der beteiligten Akteure - neue bzw. verbesserte Strukturen im Bereich des Übergangs Schule-Beruf initiiert, abstimmt und im Durchführungsprozess koordiniert. Das Projekt konkretisierte sich in folgenden Handlungsfeldern:
1. Strategische Projektsteuerung, um in einer wirtschaftlich schwierigen Region gute Bewerber/innen im Land zu halten und das Potenzial schwächerer Kandidaten zu erschließen
2. Optimierung des Umfeldes durch Schaffung von Transparenz zur Verbesserung der Kooperation und Koordination
3. Einrichtung der Internetseite www.ruem-nwm.de
4. Besseres Matching von Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt.
Auf der Basis einer grundlegenden Bestands- und Bedarfsanalyse wurde mit den regionalen Partnern ein Netzwerk "Praxislerntag" als Unterstützungselement für Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zur Berufsentscheidung als wichtigstes Instrument des regionalen Übergangsmanagement des Landkreises entwickelt. Aus dieser gemeinsamen Arbeit erwuchs außerdem ein starkes und effektives Engagement des Projekts bei der Organisation der Berufsinfobörse, die das Ziel hat, Jugendlichen die beruflichen Perspektiven der Region aufzuzeigen und nahezubringen. Das Projekt wurde von einer zielgruppenspezifischen Öffentlichkeitsarbeit flankiert.

Fazit


Das Ministerium für Bildung, Wirtschaft und Kultur des Landes Mecklenburg Vorpommern hat, nicht zuletzt durch die intensive Netzwerkarbeit des Projekts und die wegweisende und effektive Arbeit der Koordinierungsstelle, eine Verwaltungsvorschrift erlassen, in der die Schulen u.a. aufgefordert wurden, mit dem Regionalen Übergangsmanagement zusammenzuarbeiten. Der im Projekt entwickelte "Praxislerntag" in NWM als geschlossenes Berufsorientierungskonzept mit seinen vier aufeinander abgestimmten Phasen und dem Netzwerk aus regionalen Akteuren nachhaltig kann deshalb implementiert werden und ist auch für andere Landkreise und kreisfreie Städte in Mecklenburg-Vorpommern von großem Interesse.

Das Regionale Übergangsmanagement (RÜM) Wismar – Nordwestmecklenburg hat sich im vergangenen Jahr intensiv mit dem Thema Berufsorientierung (BO) an Schulen befasst. Aus seinem „Konzept zur Optimierung des Übergangs von der Schule in den Beruf“ ergab sich die Aufgabe der Auseinandersetzung mit den fördermittelabhängigen BO-Angeboten. Diese waren an den einzelnen Schulen im Landkreis Nordwestmecklenburg (LK NWM) ungleichmäßig verteilt. Eine Beurteilung bezüglich der Bedeutung einzelner Angebote im BO-Prozess für Schüler/-innen bedurfte einer Entscheidungsgrundlage. Um diesen Prozess zu unterstützen, hat das RÜM über eine Projektdatenbank die regionalen BO-Angebote transparent dargestellt.

Ausgehend von der Richtlinie zur Berufsorientierung an allgemein bildenden und beruflichen Schulen des Landes M-V vom 14. September 2011, wurde in Zusammenarbeit mit Vertretern aus den Schulen und dem Staatlichen Schulamt ein optimales Modell der Berufsorientierung zunächst für Regionale Schulen entwickelt. Dieses macht den Unterstützungsbedarf der Schulen für eine optimale Vorberei-tung ihrer Schüler/-innen auf den Übergang Schule – Beruf deutlich. Einigkeit bestand darin, dass ein Kompetenzfeststellungsverfahren den idealen Ausgangspunkt in der BO darstellt. Anschließend sollten Schüler/-innen in einem geschützten Bereich die Möglichkeit des beruflichen Erprobens in verschiedenen Berufsfeldern erhalten. Ein darauf folgendes betriebliches Praktikum dient dem Kennenlernen der realen Arbeitswelt mit ihren Anforderungen.

Diese Kernpunkte wurden an einzelnen Schulen bereits in Form eines Praxislerntages (PLT) umgesetzt. Eine Flächendeckung für alle kreisangehörigen Schulen wurde nun durch das RÜM angestrebt. Das Berufsorientierungsprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BOP) bildet einen guten Ausgangspunkt. Die große Aufgabe des RÜM bestand in der Überzeugung regionaler Bildungsträger zu einer Kooperationsbereitschaft. Im Rahmen zahlreicher Gespräche und Verhandlungen entstand unter Koordination des LK in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Schwerin und dem Arbeitskreis SchuleWirtschaft Wismar/Nordwestmecklenburg e. V. ein Trägerverbund. Aus diesem heraus stellte ein regionaler Bildungsträger den Fördermittelantrag für das BOP. Kooperationsverträge wurden unter den Bildungsträgern geschlossen.

Mit Unterstützung seitens des Landkreises NWM und der Agentur für Arbeit SN entstand der Praxislerntag Nordwestmecklenburg (PLT NWM). Mit dem Schuljahr 2012/2013 kann dieser flächendeckend für alle Schulen im LK NWM angeboten werden, die zur Berufsreife oder Mittleren Reife führen. Ein somit kohärenter Berufsorientierungsprozess für Schülerinnen und Schüler ist eine gute Ausgangslage für einen gelungenen Start in das Berufsleben. Sie beginnen mit der Potentialanalyse, probieren sich in Übungswerkstätten aus, absolvieren ein betriebliches Praktikum und werden anschließend bei der Suche nach einem geeigneten, ihren Stärken und Interessen entsprechenden Ausbildungsplatz durch die Agentur für Arbeit und die Kammern unterstützt. Die Zusammenarbeit der einzelnen Träger ist hierbei sehr wichtig. Die Ergebnisse der einzelnen Phasen werden im Berufswahlpass dokumentiert. Alle Prozesspartner bis hin zur Ausbildungsvermittlung greifen diese auf und vertiefen sie weiter. Um u. a. die Zusammenarbeit zu stärken, existiert eine Arbeitsgruppe zum Praxislerntag NWM, die durch das RÜM geleitet wird und regelmäßig zusammen kommt. Zur Unterstützung bietet das RÜM in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis SchuleWirtschaft Wismar/Nordwestmecklenburg e. V. eine Praktikumsplatzbörse an.

Das RÜM hat in enger Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis SchuleWirtschaft Wismar-Nordwestmecklenburg e. V. die Organisation der Berufsinfobörse in Wismar im Oktober 2012 unter-stützt. Seitens der Wirtschaft wurde ein zunehmendes Interesse verzeichnet. Mit ca. 80 Ausstellern wurde ein neuer Rekord erzielt, wobei sogar einigen Firmen abgesagt werden musste. Das Feedback der Schulen und Firmen war positiv, was natürlich zur Fortführung motiviert.

Im Rahmen der Westmecklenburg Erklärung beteiligte sich das RÜM an der Arbeitsgruppe zur Erstellung einer Handlungsempfehlung für erfolgreiche BO-Veranstaltungen mit Messecharakter.

Die einzelnen Arbeitsaufgaben wurden auch im vergangenen Jahr mit der Lenkungsgruppe in regelmäßigen Treffen besprochen, erzielte Arbeitsergebnisse wurden vorgestellt und ausgewertet.

Für einen Austausch mit den Expertinnen und Experten am Übergang Schule – Beruf wurden im Frühjahr und Herbst Veranstaltungen durchgeführt, die dem intensiven Austausch von Informationen untereinander und der Vorstellung erzielter Ergebnisse dienten. Anregungen wurden für die weitere Arbeit mitgenommen.

Ein Austausch mit den Projekten des Regionalen Übergangsmanagements in Mecklenburg-Vorpommern fand im Rahmen einer Landesarbeitsgruppe in regelmäßigen Abständen statt. Im Rahmen der Arbeit ergaben sich einzelne Themen, die gemeinsam angegangen wurden. Die Landesministerien waren zu einer Veranstaltung eingeladen, um mit ihnen in den Dialog zu treten, die Arbeit an den einzelnen RÜM-Standorten vorzustellen und Probleme aufzuzeigen.

Das Regionale Übergangsmanagement Wismar – Nordwestmecklenburg hat seit Beginn der Projektarbeit am 17.11.2010 folgende Arbeitsergebnisse erzielt:

 

 

  • Vorstellung des RÜM in Netzwerken, bei Institutionen, auf der Schulleiterdienstberatung und auf Messen,
  • Bestandsaufnahme regionaler Angebote der Berufsorientierung durch Gespräche und Befragungen der einzelnen örtlichen Träger,
  • Befragungen von Schulen, Schülern und Schülerinnen, Eltern und Unternehmen zum Übergang Schule-Beruf,
  • Aufbau der Internet-Präsenz (www.ruem-nwm.de) mit einer Datenbank zur Sammlung von Projekten und Maßnahmen der Berufsorientierung,
  • die mit der Datenbank erzeugte Transparenz für Nordwestmecklenburg konnte durch die Beteiligung an der Westmecklenburger Erklärung landkreisübergreifend auf den Raum Westmecklenburg ausgeweitet werden (gemeinsame Internet-Seite unter Federführung des RÜM: www.berufsorientierung-westmecklenburg.de),
  • Organisation von Veranstaltungen für Träger, Experten und Expertinnen am Übergang Schule-Beruf zum intensiven Austausch von Informationen untereinander,
  • Erstellung eines Konzeptes zur Optimierung des Übergangs Schule-Beruf: der Konzeptentwurf wurde mit Trägern und Experten diskutiert und anschließend auf der Jugendkonferenz am 02.11.2011 der Öffentlichkeit vorgestellt,
  • enge Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Schule und Wirtschaft Wismar – Nordwestmecklenburg e. V.: zum Beispiel durch Unterstützung bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der Berufsinfobörse am 07. und 08.10.2011,
  • regelmäßige Treffen mit der Lenkungsgruppe zur Präsentation der erzielten Arbeitsergebnisse und zur Festlegung neuer Aufgaben,
  • Vorbereitung und Durchführung von Pressegesprächen sowie Herausgabe von Pressemitteilungen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit,
  • Abschluss einzelner Kooperationsvereinbarungen.

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

 
Förderung
Durchführung