Delmenhorst
aNaQ.Net Netzwerk abschlussorientierter Nachqualifizierung, Delmenhorst, Niedersachsen, Förderlaufzeit: 01.09.2010-31.08.2013


Kontakt

VHS Delmenhorst
Elke Beecken
Arbeit und Beruf, Arbeitsmarktprojekte für Integration und Qualifikation
Tel.: 04221 – 98 180 2467
beecken@vhs-delmenhorst.de

Eine Unterstützungsstruktur, die gezielt die Nachqualifizierung für an-/ungelernte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Arbeitslose ohne Berufsabschluss und Wiederungelernte zum Ziel hat und die ausgebaut werden könnte, bestand in Delmenhorst nicht.

Es gab auch keine verlässlichen Erhebungen über die Fallzahlen. Während der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, von denen bekannt ist, dass sie ohne Abschluss arbeiten, von 2009 bis 2010 von 13,5 % auf 12,1 % gefallen ist, ist der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, von denen nicht bekannt ist, ob sie überhaupt einen Abschluss haben, konstant bei 25 % geblieben.

Aufbau eines Netzwerks und Bekanntmachung der Chancen und Möglichkeiten von modularer Nachqualifizierung mit dem Ziel der Erlangung eines Berufsabschlusses über eine Externenprüfung.

Aufbau von Beratungsstrukturen für die Zielgruppen Betriebe, Bildungsträger und an Nachqualifizierung Interessierter.

Erweiterung der Beratungsstruktur und Ausweitung der Beratungstätigkeit in das niedersächsische Umland.

Verselbstständigung der Unterstützerstruktur zur dauerhaften Etablierung von Nachqualifizierung in der Region.

Das Vorhaben wird in 4 Phasen umgesetzt.

Phase 0 -  Info-Phase:

Aufbau eines Netzwerks und Bekanntmachung der Chancen und Möglichkeiten von modularer Nachqualifizierung durch die Erarbeitung einer Marketingkonzeption und die Erstellung von Info-Materialien (Plakate, Flyer, Pressemappe, Internetpräsenz), Infoveranstaltungen.

Phase 1 - Aufbau der Beratungsstruktur:

Aufbau einer Beratungsstruktur für die Zielgruppen Betriebe (Schwerpunkt aufsuchende Beratung), Bildungsträger und an Nachqualifizierung Interessierter (regelmäßige Sprechstunden).

Phase 2 - Erweiterung der Unterstützungsstruktur:

Erweiterung der Beratungsstruktur durch Herausgabe eines Katalogs mit Nachqualifizierungsangeboten, Entwicklung von Curricula für und Schulungen von Nachqualifizierungs-Coaches und externen Beratern, Implementierung von Pilotprojekten in Betrieben, Ausweitung der Beratungstätigkeit in das niedersächsische Umland.

Phase 3 - Verselbstständigung der Unterstützerstruktur:

Verselbstständigung der Unterstützerstruktur zur dauerhaften Etablierung von Nachqualifizierung in der Region durch Gewinnung von Netzwerkpartnern für die Übernahme von Projektaktivitäten mit den Schwerpunkten PR-Aktivitäten, Beratung und Entwicklung sowie Angebot von Qualifizierungsmodulen.

Ergebnisse

Ergebnisse

Das Projekt "Netzwerk abschlussorientierte Nachqualifizierung" (aNaQ.Net) der Volkshochschule Delmenhorst hat mit folgenden Ergebnissen zur Erreichung der förderpolitischen Ziele des BMBF-Programms "Perspektive Berufsabschluss" beigetragen:
* Aufbau einer Beratungsstruktur für Betriebe, potenzielle Nachqualifizierungsteilnehmer/-innen und Bildungsdienstleister.
* Aufbau eines regionalen NQ-Netzwerks unter Einbeziehung relevanter Arbeitsmarkt- und Bildungsakteure.
* Auf- und Ausbau einer Service- und Unterstützungsstruktur.
* Durchführung einer regionalen Bedarfseruierung.
* Werbung und Sensibilisierung für das Thema Nachqualifizierung durch eine auf unterschiedliche Zielgruppen orientierte Öffentlichkeitsstrategie.
* Versuch, modulare Qualifizierungskonzepte in der Region zu implementieren; dies gelang nur teilweise.

Fazit

Das Projekt konnte Basisstrukturen zur Etablierung von Nachqualifizierung in Delmenhorst schaffen. Bei Verbesserung der finanziellen Förderstrukturen werden sich die Bildungsdienstleister der Region dem Thema verstärkt zuwenden und können auf das vorhandene Beratungswissen, erprobte Instrumente und bewährte Konzeptstrukturen zurückgreifen.
Die VHS Delmenhorst ist auch im bundesweit organisierten Verein zur Förderung der beruflichen Bildung an Volkshochschulen (BBV e.V.) aktiv. Über dieses bundesweite Netzwerk meist kommunal getragener Partnerorganisationen fand das Thema Nachqualifizierung Eingang in die übergreifende VHS-Diskussion (das Projekt wurde auch in der Vereinsbroschüre vorgestellt); der BBV e. V. wird das Thema zukünftig weiter bearbeiten.

Die Ausweitung der Beratungsarbeit auf Orte des niedersächsischen Umlands wurde mit den Jobcentern, Arbeitsagenturen, den relevanten kommunalen Stellen sowie den Selbsthilfeorganisationen und den freien Trägern der umliegenden Städte und Kreise thematisiert - Bedarfe wurden geklärt. Bis Ende 2012 blieb es noch bei dem Verweis der Ratsuchenden nach Delmenhorst; feste Beratungsstunden vor Ort sollen 2013 nach Bedarf eingerichtet werden.

Gemeinsam mit dem Verein "Integrationslotsenteam in Delmenhorst und Umgebung e.V." wurde ein Curriculum zum Berufsbildungssystem und zur Nachqualifizierung für die Beratung von Ratsuchenden mit Migrationshintergrund durch die Integrationslotsen entwickelt und mit den Migrantenorganisationen abgestimmt. Die Qualifizierungseinheiten beginnen voraussichtlich in 2013.

Zur Hinführung an einen Berufsabschluss im Bereich „Schutz und Sicherheit“ entwickelte und zertifizierte aNaQ.net gemeinsam mit Partnern aus Bremen und Delmenhorst (Viets Projekt GmbH und VHS Delmenhorst) eine modular angelegte Qualifizierung als Einstiegsangebot. Der Kursstart ist für den 15.2.13 geplant, eine Förderung durch das Jobcenter ist möglich und wurde im Vorfeld abgestimmt.

Nachqualifizierungen zum Berufsabschluss in Betrieben laufen in Form von Einzelmaßnahmen, so z.B. im Garten- und Landschaftsbau. Die Finanzierung erfolgt über das Instrument „Umschulung“ durch die Arbeitsagentur bzw. die Jobcenter.

Breiten Raum nahmen im Jahr 2012 der Austausch und die Kooperation mit Netzwerkpartnern sowie die Beratungsarbeit ein.
Die Zusammenarbeit mit den Kammern, den Jobcentern und der Arbeitsagentur wurden verstärkt. Insgesamt wurden etwas mehr als 50 Betriebe in Delmenhorst und den angrenzenden Regionen, teilweise mehrfach, beraten. Insgesamt ergaben sich so rund 230 Beratungskontakte. Mit Personen aus der Zielgruppe der nicht ausreichend formal Qualifizierten fanden rund 160 Beratungen statt. Die Zahl der Beratungskontakte summierte sich auf knapp 290.

Die PR-Aktivitäten wurden durch eine zweite regionale Tagung, über Radiowerbung und durch Veröffentlichungen zum Projekt in der regionalen Presse verstärkt.

Die Info-Phase und der Aufbau der Beratungsstruktur sind abgeschlossen.

Das Vorhaben konnte durch eine Auftaktveranstaltung, mehrere Messeauftritte, Werbung in Printmedien, durch Fernsehauftritte und einen Radiospot bekannt gemacht werden. Mit der Ausweitung der Beratungstätigkeit in das niedersächsische Umland wurde sofort mit dem Aufbau der Beratungsstruktur begonnen. Die überwiegende Zahl der Beratungsfälle kommt über die Jobcenter zu uns.

Derzeit wird die Entwicklung von Curricula für und Schulungen von Nachqualifizierungs-Coaches und externen Beraterinnen und Beratern in Angriff genommen, allerdings – als Ergebnis der bisherigen Arbeit – nicht für Mitarbeiter in Betrieben, sondern für Multiplikatoren und Multiplikatorinnen im Hinblick auf die Zielgruppe der Menschen mit Migrationshintergrund. Ein Qualifizierungskonzept für eine Gruppe von Integrationslotsen wird zurzeit erarbeitet.

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

 
Förderung
Durchführung