Pflegeberufe Borken / Coesfeld
Aqua - Abschlussorientierte Nachqualifizierung in Gesundheits- und Pflegeberufen, Borken/Coesfeld, Nordrhein-Westfalen, Förderlaufzeit: 01.09.2010-31.08.2013


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DRK Soziale Arbeit und Bildung gGmbH
Aqua - Abschlussorientierte Nachqualifizierung in Gesundheits- und Pflegeberufen
Röntgenstr. 6
46325 Borken



Das Modellprojekt „Aqua – Abschlussorientierte Nachqualifizierung in Gesundheits- und Pflegeberufen“ eröffnet für junge Erwachsene ein neues Feld der beruflichen Nachqualifizierung im Arbeitsagenturbezirk Coesfeld und darüber hinaus. Die Einbettung des Projekts in die „Wachstumsbranche Gesundheit“ ist in vielerlei Hinsicht sinnvoll. Aktuell sind ca. 4,4 Millionen Menschen im Gesundheitswesen tätig. Bis zum Jahr 2030 wird diese Zahl voraussichtlich auf über 5 Millionen ansteigen. Doch schon heute gibt es einen Mangel an Fachkräften und Fachkräftenachwuchs im Gesundheits- und Pflegebereich. „Nach Schätzungen fehlen bereits jetzt 50.000 Fachkräfte für die Pflege älterer Menschen.“ (Financial Times Deutschland, April 2010).

In diesem Zusammenhang erklärt sich die Tatsache, dass der Anteil an- und ungelernter junger Erwachsener gerade im Sektor Pflege und Gesundheit schon heute rapide gestiegen ist. Bereits entwickelte, modulare und abschlussorientierte Nachqualifizierungsangebote sind aber bislang überwiegend auf Handwerks- und Büroberufe ausgerichtet. Zwar gibt es in einzelnen Gesundheits- und Pflegeberufen erste Ansätze zur Modularisierung in der Ausbildung (z. B. Altenpflegehelfer und Altenpflegehelferin, Altenpflegerin und Altenpfleger, Rettungshelferin und Rettungshelfer, Rettungssanitäterin und Rettungssanitäter etc.), doch von einem tragfähigen modularen Nachqualifizierungsangebot sind diese Konzepte noch weit entfernt. Vielmehr zeigt sich im Berufsfeld Gesundheit und Pflege eine zunehmende Tendenz zu niedrigschwelligen Qualifizierungen ohne ausreichende und allgemeine berufsfachliche Anerkennung und materielle Perspektive („informelle“ Modularisierung).

Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung ist gerade die Gewinnung junger Erwachsener mit Migrationshintergrund für die Gesundheitsberufe zukünftig unabdingbar. Bereits heute haben ein Fünftel der in Deutschland lebenden Menschen einen Migrationshintergrund. Im Jahr 2030 wird ein Viertel der in Deutschland lebenden älteren Menschen zur Gruppe der Ein­wanderinnen und Ein­wanderer gehören. Die jungen Menschen mit Migrationshintergrund verfügen dabei über wertvolle sprachliche und kulturelle Ressourcen, die der Volkswirtschaft insbesondere vor diesem Hintergrund nicht verloren gehen dürfen.

Die zentralen Ziele von „Aqua“ sind

  • der Auf- und Ausbau modularer, abschlussorientierter Nachqualifizierungsangebote im Bereich Pflege und Gesundheit,
  • der Auf- und Ausbau dauerhafter Beratungs- und Unterstützungsstrukturen,
  • die Einbindung der Migrantenorganisationen,
  • die intensive Kooperation mit den ausbildenden Betrieben und der Agentur für Arbeit,
  • zielgerichtete Bedarfserhebung.

Diese Ziele können nur im Netzwerk mit allen am Arbeitsmarkt und Bildungsgeschehen beteiligten Akteuren aus dem Sektor Gesundheit und Pflege realisiert werden. Der zwingend erforderliche Aufbau strategischer und operativer Netzwerke soll durch die Installierung eines entsprechenden Casemanagements im Arbeitsagenturbezirk Coesfeld erreicht werden. Das Casemanagement gliedert sich in zwei Arbeitsfelder:

Das Systemmanagement, das der Projektsteuerung und insbesondere dem Aufbau und der Koordination von Kooperations-, Unterstützungs- und Beratungsstrukturen dient, und das Fallmanagement, das mit der Entwicklung, Förderung und Stärkung beruflicher, sozialer und kultureller Kompetenzen der Zielgruppe beauftragt ist.

Im Rahmen des Casemanagements sollen in der ersten Projektphase vorrangig folgende Produktpakete erarbeitet werden:

  • Einrichtung eines Projektbeirats, der sich aus bereits bestehenden regionalen Kooperationspartnern konstituiert und konstruktiv am Projektverlauf und der Umsetzung der notwendigen Maßnahmen beteiligt wird.
  • Datenerhebung zur Ermittlung unternehmensspezifischer und mitarbeiterspezifischer Bedarfe, um Nachqualifizierungsangebote bedarfs­orientiert ausrichten zu können.
  • Einrichtung von zwei Fachberatungsstellen mit konkret unterstützender Funktion, vornehmlich an den Schnittstellen Unternehmen – Klientin und Klient – Bildungsdienstleister – Kammer.
  • Entwicklung eines modularen Systems von Nachqualifizierungsangeboten am Modellbeispiel „Fachberuf Altenpfleger und Altenpflegerin“ in Kooperation mit dem staatlich anerkannten Fachseminar für Altenpflege des DRK-Kreisverbandes Dortmund e.V. und Implementierung der Modulangebote im Arbeitsagenturbezirk Coesfeld.
  • Multiplikatorenschulung zum Thema „Interkulturelle Öffnung im Gesund­heitswesen“ zur Förderung einer kulturübergreifenden und kultursensiblen Verständigung und Kommunikation. Zielgruppe dieser Veranstaltungen sind zunächst deutsche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Berufen des Pflege- und Gesundheitswesens im Arbeitsagenturbezirk Coesfeld.

Eine nachhaltige Verankerung des Handlungsansatzes in der Region setzt nicht zuletzt eine intensive Öffentlichkeitsarbeit voraus. So wird z.B. eine mehrsprachige Homepage aufgebaut, die mit allen relevanten Internetseiten aus den Bereichen Pflege, Jugend, Migration und Bildung verknüpft wird. Weiterhin sind eine regionale Bildungskonferenz, eine Bildungsmesse sowie die Erstellung einer Handreichung „Nachqualifizierung in Gesundheits- und Pflegeberufen“ geplant. Eine zentrale Rolle übernehmen in diesem Zusammenhang die Gremienvertreter des DRK auf Kreis-, Landes- und Bundesebene, die durch ihre Lobbyarbeit zu einer festen Implementierung der Nachqualifizierungsangebote beitragen sollen. Insgesamt bilden die bestehenden Strukturen des DRK mit 19 Landesverbänden die ideale Voraussetzung für eine nachhaltige, auch überregionale Verwertung der Projektergebnisse.

Ergebnisse

Ergebnisse

Das Projekt "AQUA - Abschlussorientierte Nachqualifizierung in Gesundheits- und Pflegeberufen" des Deutschen Roten Kreuzes im Kreis Borken war eines von drei Projekten, die sich im Rahmen des Programms "Perspektive Berufsabschluss" der Nachqualifizierung im Bereich der Altenpflege widmeten. Die Altenpflege ist seit 2003 mit dem Altenpflegegesetz (AltPflG) zwar bundeseinheitlich geregelt, die Umsetzung der Ausbildung ist jedoch Ländersache.
Im Bereich der Altenpflege gab es bei Programmstart keine Nachqualifizierung bezogene Standards. Die Möglichkeit der Externenprüfung ist nicht wie im Bereich des Handwerks, der Industrieberufe und des Handels (BBiG, HwO) gegeben. Die drei Projekte mussten deshalb Pionier- und Grundlagenarbeit leisten und eigene Wege suchen, wie berufliche Vorerfahrungen anerkannt werden können, um verkürzte Ausbildungen zu ermöglichen. Die Änderung des Altenpflegegesetzes im Jahr 2013 mit der Anerkennung von Verkürzungstatbeständen im Bereich der Ausbildung bildet eine gute Basis für die zukünftig stärkere Nutzung der von den drei Branchenprojekten entwickelten Instrumente und Angebote.
Folgende Ergebnisse trugen zur Erreichung der förderpolitischen Ziele des BMBF-Programms "Perspektive Berufsabschluss" bei:
* Aufbau und Koordination von Kooperations- , Unterstützungs- und Beratungsstrukturen zur Implementierung von Nachqualifizierung in der Altenpflege in der Region Borken/Coesfeld.
* Implementierung eines Projektbeirats mit relevanten regionalen Branchenakteuren, Akteuren der Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik.
* Datenerhebung zur Eruierung des Fachkräftebedarfs von Unternehmen und des Qualifizierungsbedarfs von in der Altenpflege arbeitenden Geringqualifizierten.
* Einrichtung von zwei Fachberatungsstellen (Borken und Coesfeld).
* Abstimmung zur modularen Nachqualifizierung mit den für die Pflegeausbildung in NRW zuständigen Stellen (Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter - MGEPA, Bezirksregierungen und Fachseminare).
* Entwicklung und Implementierung eines modularen Nachqualifizierungsangebots.
* Multiplikatorenschulung und zielgruppen- sowie branchenbezogene Öffentlichkeitsarbeit unter Nutzung der (bundesweiten) DRK-Strukturen.

Fazit

Die wissenschaftliche und wirtschaftliche Anschlussfähigkeit ist gegeben.
Die im April 2013 in Kraft getretene Änderung im Altenpflegegesetz berücksichtigt explizit Ergebnisse der NQ-Altenpflegeprojekte. Insbesondere das Einräumen von Verkürzungstatbeständen bezogen auf die Ausbildung entspricht einem zentralen Anliegen der NQ-Projekte. Auch der Ansatz des DRK Borken könnte in diesem Kontext eine Erweiterung erfahren; die Umsetzung von Nachqualifizierung die in verkürzter Ausbildungszeit zur examinierten Fachkraft Altenpflegerin führt, scheint unter den jetzigen Voraussetzungen besser möglich.
Das entwickelte Verfahren der Kompetenzfeststellung / -bilanzierung kann unter den Voraussetzungen des gesetzlich erweiterten Handlungsrahmens intensiver genutzt werden.
Aufgrund des bereits existierenden Fachkräftemangels im Altenpflegebereich, auf den die Gesetzesänderung reagierte, könnten sich auch Bildungsdienstleister und politisch Verantwortliche aus weiteren Bundesländern für die Projektergebnisse interessieren. Die Übertragbarkeit der entwickelten Projektprodukte ist gegeben.

Das Projekt "AQUA" des DRK Borken ist im Bereich der Nachqualifizierung in Gesundheits- und Pflegeberufen aktiv; die Altenpflege steht im Mittelpunkt.
Im Berichtsjahr waren folgende Ergebnisse bzw. Ereignisse von besonderer Wichtigkeit:
* Es wurde erreicht, dass die Agentur für Arbeit in Coesfeld die finanzielle Förderung von 30 Nachqualifizierungsplätzen im Bereich Altenpflege in die Bildungszielplanung 2013 aufgenommen hat.
* Konzepte zur Durchführung von NQ-Angeboten wurden entwickelt, die gemeinsam mit einem Bildungsinstitut in Münster ab Januar 2013 umgesetzt werden sollten. Leider scheiterte diese Kooperation. Der Projektnehmer bemühte sich um einen neuen Partner zur Umsetzung der geplanten Maßnahmen. Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung war dieser Prozess noch nicht abgeschlossen.
* Modularisierte Bildungsgänge wurden gemeinsam mit dem Auftragnehmer Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e. V. (DIP) entwickelt. Auch Kompetenzfeststellungsverfahren wurden erprobt. Multiplikatoren wurden im Umgang mit den entwickelten Instrumenten vertraut gemacht.
* Multiplikatorenschulungen zur kultursensiblen Pflege wurden entwickelt; die Umsetzung wurde zur Akquise möglicher Teilnehmender an NQ-Maßnahmen genutzt.
* Gespräche mit dem Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes NRW fanden statt. Interesse nach NQ in der Altenpflege besteht, allerdings nicht in berufsbegleitender Form. Als Alternative wurde vom Projekt ein NQ-Angebot für Teilzeitkräfte entwickelt, das in den arbeitsfreien Phasen zur Umsetzung kommen kann.
* Teilnahme an Fachtagungen; Werbung für das Thema NQ in der Altenpflege im Fachkontext aber auch in der regionalen Öffentlichkeit.
* Aufgrund von Schwierigkeiten bei der Projektumsetzung fand im Juli 2012 ein Arbeitstreffen im BMBF statt, bei dem eine Aktualisierung des Arbeits- und Zeitplans und eine notwendige Forcierung der auf die Angebotsumsetzung bezogenen Aktivitäten besprochen wurden.
* Das Projekt entspricht sowohl den Interessen der wachsenden Altenpflegebranche durch die Gewinnung benötigter Fachkräfte als auch den Interessen der Un- und Angelernten durch die Verbesserung ihrer sozialen, wirtschaftlichen und beruflichen Chancen.
Der Stand der Projektumsetzung entspricht noch nicht in allen Punkten dem ursprünglichen Arbeitsplan.
Zum Erreichen der Projektziele ist es erforderlich, dass ein zuverlässiger und fachlich kompetenter Partner gefunden wird, der im Rahmen einer Nachqualifizierungsmaßnahme die bereitstehenden Instrumente und NQ-Konzepte erprobt und implementiert.

Im Berichtsjahr war bereits bekannt geworden, dass die im Jahr 2013 anstehenden gesetzlichen Änderungen im Rahmen der Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege auch dazu führen könnten, dass informell und non-formal erworbene Kompetenzen zur Verkürzung der Altenpflegeausbildung Berücksichtigung finden.
Der Projekterfolg ist noch nicht umfassend gesichert. Hierzu müssen vor allem noch die entwickelten NQ-Angebote erfolgreich erprobt werden. Dennoch zeichnen sich gegenüber dem Berichtsjahr 2011 signifikante Verbesserungen ab, die ein nachhaltiges Wirken der Projektarbeit wahrscheinlicher machen.
Hierzu zählen:
* Weiterer Ausbau des regionalen Netzwerkes, das zentrale Partner integriert, die strukturbildende Gestaltungskraft und Gestaltungskompetenz haben.
* Bereitstellung von Informations- und Beratungsstrukturen.
* Einbindung des DIP als wichtige Einrichtung der Pflegeforschung zur Sicherung der Angebots- und Instrumentenentwicklung.
* Bereitstellung von NQ-Modulen, die allerdings noch erprobt werden müssen.
* Entwicklung, Erprobung und Bereitstellung eines bedarfsorientierten Kompetenzfeststellungsverfahrens.
* Verbreitung des Konzepts durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit unter Nutzung der bundesweiten DRK-Strukturen.
* Durchführung von Multiplikatorenschulungen.
Im Juli 2012 wurde der Stand der Projektumsetzung besprochen. Die bei diesem Gespräch getroffenen Vereinbarungen zur Optimierung des Projektablaufs konnten weitgehend umgesetzt werden.

Aufbau des Projektbeirats

Der Projektbeirat ist implementiert. Dem Beirat gehören an:

  • Kreis Borken und Coesfeld
  • Klinikverbund Westmünsterland
  • Caritas Bildungswerk Ahaus GmbH
  • Jobcenter
  • Agentur für Arbeit
  • Landesverband freie ambulante Krankenpflege NRW e.V.
  • Fachseminar für Altenpflege - DRK Dortmund
  • DRK Landesverband Westfalen-Lippe
  • Integrationsagentur des DRK und der Caritas

Im Februar und Juni 2011 haben die ersten Sitzungen stattgefunden.

Betriebliche Bedarfserhebung

Das Ergebnis der ersten Beiratssitzung war der Auftrag, eine betriebliche Bedarfserhebung durchzuführen. Ein Fragebogen wurde konzipiert und eine Access-Datenbank zur Dokumentation der Daten erstellt. Die Erhebung fand im April/Mai 2011 statt. 190 Pflegeeinrichtungen in den Kreisen Borken und Coesfeld - Altenheime, ambulante und teilstationäre Pflegedienste und Krankenhäuser - wurden im Rahmen der Bedarfserhebung befragt. Knapp 29 % sendeten den Fragebogen zurück.

Die ersten Ergebnisse der Auswertung wurden in der zweiten Projektbeiratssitzung präsentiert:
Die Unternehmen …

  • … haben einen Bedarf an Fachkräften, 48 %
  • … wollen eigenen Hilfskräften Perspektiven bieten, 33 %
  • … sind generell an Nachqualifizierung (NQ) interessiert, 43 %; 3-jähriger Abschluss (68 %) vor 1-jährigem Abschluss (36 %)
  • deutlicher Unterschied zwischen Altenheim und Ambulanter Pflege in der Bereitschaft, Interessenten in der NQ zu beschäftigen (59 % zu 25 %);
  • … bevorzugen berufsbegleitende Nachqualifizierung (61 %)
  • Nachqualifizierung „Demenz“ an erster Stelle (28 %)
  • … bewerten Nachqualifizierung als bedeutend zur Ergänzung des Ausbildungssystems, (38 %), hoher Grad der Unentschiedenheit, (47 %)
  • … beurteilen das Thema Migration einerseits hoch (50 %), andererseits sehen sie wenig Handlungsbedarf (über 50 %)

(siehe www.drkgesundheitsberufe.de)

In der gleichen Sitzung wurden folgende Handlungsempfehlungen erarbeitet:

  • Die Daten werden weiter ausgewertet.
  • Das Projektteam wird eine Differenzierung der Daten nach „Ambulant-Stationär“ und „Borken-Coesfeld“ vornehmen.
  • Abgleich der Ergebnisse mit anderen Pflegeprojekten.
  • Verstärkte Informationsveranstaltungen für Unternehmen.
  • Die Diskrepanz zwischen der Bedeutung und dem Bedarf von kultursensibler Altenpflege ist eine Herausforderung für das Projekt AQUA.
  • Die Zielgruppe von an- und ungelernten Menschen mit Migrationsbiografie soll in der Entwicklung der Module u. a. Berücksichtigung finden.
  • Die Ergebnisse der Bedarfserhebung werden auf die Homepage gestellt.
  • Kontaktaufnahme zu Menschen mit Migrationsbiografie.
  • Der Umfang eines Auftrags mit dem Deutschen Institut für Angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) muss geklärt werden und in einen Kooperationsvertrag münden.
  • Die Anerkennung der entwickelten Module usw. soll in Kooperation mit dem dip weiter auf den Weg gebracht werden.

Die Ergebnisse werden in der Beiratssitzung im Oktober 2011 vorgestellt.

Einrichtung zweier Beratungsstellen

Das Bildungsberatungsteam steht mit zwei Personen seit Februar 2011 bereit. Anschließend erfolgte die Einrichtung zweier Fachberatungsstellen: Je eine in Borken und Coesfeld. Das Bildungsberatungsteam war intensiv an der Vorbereitung und Auswertung der betrieblichen Bedarfserhebung beteiligt und wird zukünftig an den Schnittstellen zwischen Unternehmen, interessierten Pflegehilfskräften und fördernden Stellen moderieren und die Nachqualifizierung begleiten.

Entwicklung eines modularen Systems von Nachqualifizierungsangeboten

Um eine sinnvolle Verzahnung des Modellprojektes mit den nordrheinwestfälischen landesrechtlichen Ausbildungsvorschriften für die Altenpflege- und Altenpflegehilfeausbildung zu gewährleisten, hat das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter in NRW (MGEPA) dringend empfohlen, eine Begleitung für das Modellprojekt sicherzustellen.

Mit dem Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) in Köln fanden diesbezüglich eine Reihe von Gesprächen statt:

  • Eine Kooperationsvereinbarung mit dem dip für die Modulentwicklung im niederschwelligen Bereich (unterhalb der Altenpflegehilfeausbildung) liegt zurzeit unterschriftsreif vor.
  • Anknüpfend an die Ergebnisse der betrieblichen Bedarfserhebung ist auch ein Zusammengehen mit dem dip hinsichtlich der Entwicklung eines Instruments „Kompetenzbilanzierung Altenpflege“ geplant. Erste Gespräche haben dazu Ende Juli 2011 begonnen. Es soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit bisherige (berufliche) Erfahrungen, Qualifizierungen, (ausländische) Abschlüsse usw. auf eine Altenpflege(hilfe)ausbildung anerkannt und angerechnet werden können. Zielgruppe sind die an- und ungelernten Pflegehilfskräfte in den Pflegeunternehmen.

Im weiteren Verlauf soll an die Ergebnisse des Projektes „Modell einer gestuften und modularisierten Altenpflegequalifizierung“ angeknüpft werden. Als Projektergebnisse werden Modulhandbücher für die Altenpflege- und Altenpflegehilfeausbildung Anfang November 2011 auf der Abschlussveranstaltung in Berlin präsentiert.

Der AQUA-Fahrplan

  1. Modulkonzept entwickeln
    • Kompetenzbilanzierungsinstrument
    • modularisierte Bildungsgänge
    • Leitfaden: von der Zulassung bis zur Prüfung
  2. Abstimmung mit zuständigen Stellen:
    • Ministerium (MGEPA),
    • Bezirksregierung.
  3. AZWV-Zertifizierung veranlassen:
    • Modulare Bildungsgänge
    • Kompetenzbilanzierung
  4. Finanzierungsoptionen:
    • Agentur für Arbeit
    • Jobcenter
    • Unternehmen
    • Ausbildungsplatzkontingent
  5. Modulkonzept kommunizieren  an
    • Unternehmen, Pflegehilfekräfte,
    • Interessierten ohne Beschäftigung,
    • Netzwerke, Fachpresse,
    • Gremien.
  6. Anwenden, Erproben
    • analog zum Leitfaden
    • Kompetenzbilanzierungsinstrument(e)
    • modularisierte Bildungsgänge
  7. Evaluation durch:
    • Unternehmen,
    • Teilnehmerinnen und Teilnehmer,
    • Lehrkräfte.

Öffentlichkeitsarbeit

Neben unserem Projektflyer und Roll-Ups ist mittlerweile auch unsere Homepage online: www.drkgesundheitsberufe.de . Sie wird demnächst auch mehrsprachig zugänglich sein: Englisch, Arabisch, Russisch, Türkisch.

Netzwerkarbeit

Das MGEPA begrüßt grundsätzlich die Ziele des Projekts. Es hat signalisiert, dass aus rechtlicher Sicht grundsätzlich auch eine Berücksichtigung von absolvierten Modulen beim Zugang oder bei einer Verkürzung der Ausbildung in Betracht komme. Um solche Fragen aber zu beantworten, müssen zunächst geeignete Unterlagen bzw. konkrete Projektergebnisse zur Prüfung des entwickelten Modellkonzepts - insbesondere im Hinblick auf Verkürzungstatbestände und Zugangsvoraussetzungen - vorliegen. Ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung zu Anrechnungen, Verkürzungen etc. seitens des Ministeriums kann kein modularisiertes Bildungsangebot gemacht werden.

Zur Sicherung der Durchführung der Module bzw. modularisierter Bildungsgänge ist eine Kooperation mit dem Netzwerkpartner DRK Kreisverband Dortmund e.V. notwendig. Aktuell wird ein Entwurf für eine Kooperationsvereinbarung erstellt. Zur Durchführung von modularisierten Bildungsgängen zur Nachqualifizierung wird zudem die Anerkennung einer Nebenstelle des Fachseminars für Altenpflege DRK KV - Dortmund für Borken aktuell vorbereitet.

Die Einbindung von Migrantenorganisationen ist über die Gewinnung der Integrationsagentur in den Projektbeirat sichergestellt.

Eine erste Abfrage für eine berufliche Perspektive in der Pflegebranche für Menschen mit Migrationsbiografie fand im Juli/August 2011 statt. Dabei ging es um die Fragestellung: Wie ist das Interesse an dem Beruf der Altenpflege? Die Zielgruppe wurde über die DRK-interne Infrastruktur der Sprachkurse kontaktiert: Über ein Anschreiben wurde zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, die weiter Interessierten werden in Einzelinterviews befragt. Die Ergebnisse werden in der nächsten Beiratssitzung vorgestellt.

Die Klärung von Finanzierungsfragen mit den Partnern Agentur für Arbeit und Jobcenter soll erfolgen, wenn Module bzw. Bildungsgänge und die Instrumente der Kompetenzbilanzierung von den zuständigen Stellen anerkannt sind und zur Nachqualifizierung vorliegen.

Im Oktober/November wird ein Workshop für die interessierten Unternehmen durchgeführt, um den aktuellen Stand bekanntzugeben und Mitwirkungsmöglichkeiten zu erörtern.

 

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

 
Förderung
Durchführung