Landkreis Nordsachsen
Landkreis Nordsachsen, Sachsen, Förderlaufzeit: 01.09.2010-31.08.2013


Kontakt

Germaine Schleicher
Landratsamt Nordsachsen
Amt für Wirtschaftsförderung und Landwirtschaft
04855 Torgau

Tel.: 034202 988-1066
E-Mail: germaine.schleicher@lra-nordsachsen.de

www.uebergangsmanagement-nordsachsen.de


Die demografischen Entwicklungen sind im ländlich, vom wirtschaftlichen Mittelstand geprägten Landkreis Nordsachsen besonders spürbar. Ein jährlicher Bevölkerungsverlust von 2.500 bis 2.800 Personen, ein Geburtendefizit von ca. 30% und eine zunehmende Veralterung der Bevölkerung stellen neue Herausforderungen an die Gestaltung der kommunalen Politik, aber auch an die regionale Wirtschaft. Die sinkende Zahl der Schulabgänger um jährlich ca. 10% signalisiert, dass verstärkte Bemühungen gefragt sind, möglichst alle Jugendlichen für den Einstieg in das Berufsleben zu aktivieren.

Der ohnehin schon am dünnsten besiedelte Landkreis Sachsens ist auf jede Jugendliche und jeden Jugendlichen angewiesen, die ihre/der seine berufliche Zukunft in der Region aufbauen möchte.

Hierfür ist es notwendig, optimale Rahmenbedingungen im Übergangssystem zu schaffen, die auch Jugendlichen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt die berufliche Integration erleichtern. Problemen, wie mangelnde Ausbildungsreife, unzureichende Qualität der Schulabschlüsse sowie Defizite bei Kenntnissen über die regionale Wirtschaft, ist mit innovativen Lösungsansätzen zu begegnen. Ziel ist es, langfristig den direkten Einstieg von Jugendlichen in die Ausbildung zu fördern. Dies setzt das system- und institutionsübergreifende Zusammenwirken der Akteure voraus, die momentan noch wenig abgestimmt und lokal in kleinen Struktureinheiten arbeiten.

Das „Regionale Übergangsmanagement Nordsachsen“ schafft strukturelle Rahmenbedingungen, um bereits vorhandene Förderangebote und Unterstützungsleistungen zu systematisieren. Ziel ist es, Jugendlichen den Anschluss von der Schule in eine Berufsausbildung zu erleichtern, für mehr Transparenz im Übergangssystem zu sorgen und bestehende Lücken zu schließen.

Regionale Zielsetzungen:

  • Unterstützung der Wirtschaft bei ihrer langfristigen Fachkräftesicherung durch Optimierung der Abstimmungsprozesse, Initiierung von regionalspezifischen Modellvorhaben, Organisation von Veranstaltungen
  • Weiterentwicklung des Berufsorientierungssystems durch Identifikation von Handlungsfeldern und Entwicklung von Strategieansätzen zur Erhöhung der Berufswahlkompetenz von Jugendlichen mit erschwertem Zugang zum Ausbildungsmarkt
  • Schaffung von Transparenz im Übergangsgeschehen durch Implementierung eines regionalspezifischen Monitorings, aktive Öffentlichkeitsarbeit und themenspezifische Fachveranstaltungen, Verbesserung der Information über wirtschaftliche Gegebenheiten sowie Transparenz der beruflichen Perspektiven
  • Stärkung der Rolle der Berufsschulzentren als Partner der dualen Ausbildung
  • Vernetzung aller regionalen Akteure im Sinne der Systematisierung, Bündelung und Optimierung der Maßnahmen
  • Verstetigung des Projektes durch feste Verankerung in die Kommunalstruktur  

Das Regionale Übergangsmanagement dient als Koordinierungsstelle, welche die strategische Netzwerkarbeit vorantreibt. Hierbei setzt es auf eine verbesserte Abstimmung zwischen den bildungspolitischen Akteuren und auf einen engen Bezug zu den wirtschaftlichen Gegebenheiten.

Ausgehend von einer Bestandsaufnahme und der anschließenden Analyse der Stärken und Schwächen sollen im Laufe des Projektes die entsprechenden Handlungsbedarfe ermittelt und gemeinsam mit den regionalen Partnern angepasste Konzepte erarbeitet werden.

Um bildungspolitische Empfehlungen im Landkreis zu entwickeln, bedarf es neben der Abstimmung der regionalen Ziele mit den Vorgaben auf Landes- und Bundesebene und einer engen Vernetzungsstruktur eines regionalen Datenmonitorings, welches das Übergangsgeschehen der Jugendlichen verlässlich dokumentiert. Diese notwendigen Daten erhebt das Regionale Übergangsmanagement.

Das Regionale Übergangsmanagement wird gesteuert von einem Bildungsbeirat, in dem Entscheidungsträger aus der Wirtschaft, den Kammern, den Agenturen und der Kommune institutionsübergreifend zusammenarbeiten. Gemeinsam entwickeln diese Strategieansätze mit dem Ziel, das Übergangssystem transparenter und effektiver zu gestalten.

Ergebnisse

Ergebnis


Auf der Basis erster bereits vorhandener Kooperationsbündnisse wurde eine landkreisweite regionale und überregionale Vernetzungsstruktur aufgebaut und die Aufgabe des Regionalen Übergangsmanagements in der Kommunalstruktur unter Einbindung der Landkreisstruktur verankert. Auf der Basis grundlegender Befragungen und Untersuchungen zum Sachstand der Angebote und Förderkonzepte (SWOT-Analyse) sowie Schulabsolventenbefragungen wurden vorhandene Qualitätsstandards und verbindliche Verfahrensstandards für ein strukturiertes Übergangssystem analysiert und mit Handlungsanweisungen zur dauerhaften Steigerung der Qualität und der Effektivität der Angebote untersetzt. Die Anbindung der Koordinierungsaufgabe an das Landkreisamt sowie die enge Kooperation mit den relevanten Akteuren des Handlungsfeldes Schule - Beruf sowie die Mitarbeit im AK Schule/Wirtschaft mit Einbeziehung der regionalen Unternehmen haben sich dabei als hilfreich und durchsetzungsfähig erwiesen.
Die im Projekt erarbeiteten Unterlagen wie SWOT-Analyse, Befragungen und umfangreiche Materialien der Öffentlichkeitsarbeit wurden in Abstimmungsprozessen erarbeitet und ermöglichten die Reflektion über den Projektfortschritt und eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Umsetzungsstrategien.

Fazit


Durch intensive Zusammenarbeit, gute Netzwerkarbeit und koordinierte Abstimmungsprozesse konnte sich das Projekt mit seinen Erfahrungen und Erkenntnissen auf den politischen Entscheidungsebenen einbringen. Dadurch ist es gelungen, die Aufgabe des Regionalen Übergangsmanagement nachhaltig bei den regionalen Partnern zu verankern.
Die wichtigsten Aufgabenbereiche des Regionalen Übergangsmanagements werden bei der Landkreisverwaltung als "Kommunale Koordinierungsstelle für Berufs- und Studienorientierung" im Sächsischen Landesprogramm weitergeführt.

Im Jahr 2012 konnte das Regionale Übergangsmanagement im Landkreis Nordsachsen seine Netzwerkaktivitäten weiter ausbauen und festigen. In seiner Funktion als Moderator zahlreicher Initiativen und Arbeitsgruppen konnte es den Informationsaustausch weiter verbessern und Abstimmungsprozesse im Sinne der Bündelung und Systematisierung in Gang setzen.
Wichtige Grundlage für die Arbeit waren die Ergebnisse der Studie „Schulabsolventenbefragung an Mittel und Förderschulen“ und der Studie „Hintergründe vorzeitiger Lösungen von Ausbildungsverträgen“.

Unterstützung der regionalen Wirtschaft

Ziel: Sicherung des Fachkräftenachwuchses

• Organisation und Gesamtkoordination der 5. Regionalen Ausbildungsmesse in Delitzsch
„Ausbildung – gut für die Region“ mit 90 Unternehmen und ca. 600 Besuchern und Besucherinnen

• Veranstaltungsreihe „Unternehmen trifft …“ mit Lehrkräften, Eltern, Schülerinnen und Schülern und Unternehmen

• Mitarbeit im Logistiknetzwerk in der Arbeitsgruppe Personal, verantwortlich für den Bereich Berufsorientierung

• Unterstützung des sachsenweiten Projektes „ Schau Rein“ Woche der offenen Unternehmen

• Organisation der Berufsinformationstage Torgau bei denen ca.: 600 Schülerinnen und Schüler Einblicke in 76 regionale Unternehmen erhielten

• Organisation von Lehrerexkursionen in Betriebe

• Studie zu „Hintergründe vorzeitiger Lösungen von Ausbildungsverträgen“ aus Sicht der Betriebe und der Auszubildenden und Präsentation der Ergebnisse

Weiterentwicklung des Berufsorientierungssystems

Ziel: Systematisierung, Bündelung und Koordinierung

 • Mitarbeit in der Steuerungsgruppe Berufsorientierung mit der Bildungsagentur, dem RÜM Leipzig und LSW (Landesservicestelle Schule Wirtschaft des Kultusministeriums Sachsen) mit dem Ziel: Bündelung und Systematisierung der Berufsorientierung

• Projektbeantragung Koordinierungsstelle Berufs,- und Studienorientierung

• Moderation und Koordination der Arbeitskreise „Bildung-Wirtschaft Delitzsch“ , „Schule / Wirtschaft Torgau“ zur besseren Vernetzung von Schule und Wirtschaft

• Erarbeitung der „Schulabsoventenstudie an Mittel und Förderschulen“ gemeinsam mit der Uni Leipzig

• Organisation eines Fachtags für Schulen

Vernetzung aller Akteure

 
Ziel: Verbesserung der Kommunikations- und Organisationsstruktur, Schaffung von Transparenz

• Moderation der AG „Soziale Integration“ bestehend aus Schulsozialarbeiterinnen und -arbeitern, Streetworkern, Teamleiterinnen und -leitern U25 des Jobcenters, Jugendarbeiten, Mitarbeitern von Jugendclubs

• Initiierung und Organisation der Workshopreihe Jugendarbeit, Themen: „Transparenz durch Austausch“, „Jugendliche im Dschungel der Möglichkeiten“ – Überblick über Projekt und Initiativen

• Mitarbeit im Kernteam Arbeitsmarktmonitoring gemeinsam mit der BA, dem Jobcenter und den Kammern

Verankerung in der Kommunalstruktur

Ziel: Nachhaltigkeit der begonnenen Aktivitäten auch nach Abschluss des Projektes

• Sitzungen des Bildungsbeirates, der als oberste Steuerungsebene des RÜM fungiert, Durchführung von drei Sitzungen in 2012

• regelmäßige Abstimmungstreffen auf Dezernenten- und Amtsebene

• Präsentationen im Schul- und Kulturausschuss

• Arbeitstreffen mit der Landesservicestelle Schule Wirtschaft (LSW) und dem Kultusministerium,

Das Regionale Übergangsmanagement Nordsachsen hat sich gut in die bestehenden Strukturen eingearbeitet. Als anerkannter Partner moderiert und koordiniert es die vielfältigen Abstimmungsprozesse und arbeitet intensiv an der Aufgabe, die regionalen Strukturen zu einem strategisch und systematisch arbeitenden Netzwerk zusammenzuführen.

Entscheidend hierbei ist, dass die einzelnen Akteure miteinander kommunizieren und dass Transparenz über Maßnahmen und Einzelprojekte herrscht. Deshalb hat das Regionale Übergangsmanagement eine umfangreiche Bestandsaufnahme zum Berufs- und Studienorientierungssystem im Landkreis durchgeführt und die gewonnenen Ergebnisse mittels einer SWOT analysiert.

Herausgearbeitete Handlungsempfehlungen sind eine wichtige Basis für die weitere Arbeit. Die vorliegende SWOT wurde an alle wichtigen Entscheidungsträger im Landkreis verteilt und dient auch innerhalb des Landratsamtes als richtungsweisendes Positionspapier und Entscheidungshilfe für die weitere bildungspoltische Arbeit.

Weitere Ergebnisse innerhalb unserer Zielsetzungen:

Unterstützung der regionalen Wirtschaft

Ziel: Sicherung des Fachkräftenachwuchses

  • Organisation und Gesamtkoordination der 4. Regionalen Ausbildungsmesse in Delitzsch „Ausbildung – gut für die Region“ mit 92 Unternehmen und ca. 600 Besuchern und Besucherinnen
  • Durchführung der 1. Fachkonferenz „Herausforderung Ausbildung – Gleiche Aussichten für Alle!?“ mit 92 Teilnehmenden
  • Durchführung der Veranstaltungsreihe „Unternehmen trifft …“ unter dem Thema „Handwerk trifft …“
  • Entwicklung des Modellprojektes Online-Lehrstellenbörse „Grüne Berufe“ unter www.ausbildung-gruen.de, Veröffentlichung einer Plakatkampagne zur Motivation von Jugendlichen, einen „grünen Beruf“ zu ergreifen
  • Mitarbeit im Logistiknetzwerk in der Arbeitsgruppe Personal, verantwortlich für den Bereich Berufsorientierung

Unterstützung und Ausbau lokaler Kompetenzen

Ziel : Nutzung von Synergieeffekten, Stärkung der Rolle der beruflichen Schulzentren

  • Kooperation mit den fünf Beruflichen Schulzentren (BSZ) im Landkreis Nordsachsen
  • Erstellung eines Imagefilms „Ein Traum - Deine berufliche Zukunft in Nordsachsen“ (auch zu sehen unter www.uebergangsmanagement-nordsachsen.de)

Weiterentwicklung des Berufsorientierungssystems

Ziel: Systematisierung, Bündelung und Koordinierung

  • Bestandsaufnahme zur Berufs- und Studienorientierung im Landkreis in Form einer SWOT-Analyse
  • Mitarbeit in der Steuerungsgruppe Berufsorientierung mit der Bildungsagentur, dem RÜM Leipzig und LSW (Landesservicestelle Schule Wirtschaft des Kultusministeriums Sachsen) mit dem Ziel: Bündelung und Systematisierung der Berufsorientierung

Vernetzung aller Akteure

Ziel: Etablierung einer systemübergreifenden strategischen Kommunikations- und Organisationsstruktur

  • Gründung der Arbeitsgruppe „Soziale Integration“ bestehend aus Schulsozialarbeitern, Streetworkern, Teamleitern U25 des Jobcenters, Jugendarbeiten, Mitarbeitern von Jugendclubs
  • aktive Mitarbeit in den Arbeitskreisen „Schule-Wirtschaft“ Torgau und Oschatz
  • Moderation der Arbeitsgruppe „Grüne Berufe“
  • Moderation und Koordination des Arbeitskreises „Bildung-Wirtschaft Delitzsch“

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Ziel: Schaffen von Transparenz im Übergangsgeschehen

  • Mitwirkung an regionalen Fachveranstaltungen, Moderation von Workshops
  • Fertigstellung des Internetauftrittes www.uebergangsmanagement-nordsachsen.de
  • regelmäßige Herausgabe von Pressemitteilungen, Informationen über Newsletter Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Publikationen in Fachbeiträgen
  • regelmäßige Berichterstattung in der landkreisweiten AG Wirtschaftsförderer der Städte

Verankerung in der Kommunalstruktur

Ziel: Nachhaltigkeit der begonnenen Aktivitäten auch nach Abschluss des Projektes

  • Gründung eines Bildungsbeirates, der als oberste Steuerungsebene des RÜM fungiert, Durchführung von drei Sitzungen in 2011
  • regelmäßige Abstimmungstreffen auf Dezernenten- und Amtsebene
  • regelmäßiges Verfassen von Dezernenteninformationen
  • Arbeitstreffen mit der Landesservicestelle Schule Wirtschaft (LSW) und dem Kultusministerium, Sondierungsgespräche zum Landesvorhaben „Einführung der Berufsorientierung in kommunale Strukturen“

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

 
Förderung
Durchführung