Landkreis Vorpommern-Rügen
"LEUCHTTURM", Landkreis Vorpommern-Rügen, Mecklenburg-Vorpommern, Förderlaufzeit: 01.10.2010-30.09.2013


Landkreis Vorpommern-Rügen
Der Landrat
"LEUCHTTURM" Regionales Übergangsmanagement
Carl-Heydemann-Ring 67
18437 Stralsund

www.lk-vr.de/Regionales-Kultur/%C3%9Cbergang-Schule-Beruf/Das-Projekt


Der frühere Landkreis Nordvorpommern liegt  im Norden Mecklenburg-Vorpommerns. Mit seinen 2168 Quadratkilometern ist er ein Flächenkreis. Zum 31.12.2010 lebten dort 106.664 Einwohner, dies entspricht einer sehr geringen Bevölkerungsdichte von ca. 49 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Die Arbeitslosenquote lag 2010 im Durchschnitt bei 14,1% . Bei den 15 bis unter 25 jährigen waren im März 2011 9,7% ohne Arbeit. 
Noch vor wenigen Jahren konnten die Unternehmen des Landkreises ihre Ausbildungsplätze ohne große Probleme besetzen. Es gab mehr Bewerberinnen und Bewerber als Lehrstellen. Dieses Bild hat sich durch die demographische Entwicklung und die stetige Abwanderung junger Menschen stark gewandelt. Immer öfter können Betriebe ihre offenen Ausbildungsplätze nicht vergeben. So waren im April 2010 in der Hotellerie und Gastronomie 235 freie Ausbildungsplätze gemeldet. Auch der Pflegebereich und der Metall- und Schiffsbau können immer schwerer ihren Fachkräftebedarf decken.

Ziel der Koordinierungsstelle „LEUCHTTURM“ ist es, bis September 2013 mit allen Akteuren ein Gesamtkonzept Regionales Übergangsmanagement im Landkreis Nordvorpommern (ab September 2011 Landkreis Vorpommern-Rügen), zu entwickeln und zu etablieren.

Daraus werden folgende Handlungsziele abgeleitet:

  • Jugendliche erkennen im Landkreis berufliche Perspektiven.
  • Alle Förder- und Unterstützungsangebote für Jugendliche und ihre Eltern werden transparent dargestellt und sind leicht zugänglich.
  • Die vorhandenen Förder- und Unterstützungsangebote sind systematisch miteinander verknüpft.
  • Es werden künftig bedarfsgerechte, individualisierte, betriebsnahe, flexible und passenden Förderangebote kontinuierlich entwickelt.

Den Jugendlichen standen im früheren Landkreis Nordvorpommern vielfältige Hilfen verschiedener Anbieter bei ihrem Übergang von der Schule in das Berufsleben zur Verfügung. Die oben beschriebene Transparenz sowie die sinnvolle Vernetzung zwischen den Akteuren waren jedoch oft nicht gegeben. Das Projekt „LEUCHTTURM - Regionales Übergangsmanagement im Landkreis Vorpommern-Rügen“ möchte hier auch sinnbildlich als Leuchtturm wirken. Dieser soll in regionale und kommunale Arbeitsfelder wie Jugendhilfe, Bildung und Arbeitsmarkt ausstrahlen, allen Akteuren und den Jugendlichen Orientierungshilfe sein.

Dieses Konzept wird auf zwei großen Säulen basieren, deren effektives Zusammenwirken den erfolgreichen Übergang von Schule in den Beruf zielorientiert gestalten kann. 

Säule 1 - Individuelle Übergangsbegleitung    

  • Berufs(früh)orientierung
  • Berufsvorbereitung
  • Jugendsozialarbeit und Jugendhilfe
  • Berufsausbildung
  • Aus- und Weiterbildung

Diese Säule ist seit vielen Jahren aktiv und hat ein festes Fundament.  
  
Säule 2 - Strukturelle Koordinierung der Übergangsaktivitäten  durch die Koordinierungsstelle Leuchtturm

  • Quantitative und qualitative Erfassung der Angebote
  • Darstellen von möglichen neuen Handlungsfeldern
  • Erschließung neuer Wege des Übergangs mit den Akteuren
  • Transparenz schaffen 

Dies kann durch die Teilnahme am Bundesprogramm „Perspektive Berufsabschluss“ aufgebaut werden.

 

Der Name „LEUCHTTURM“ steht stellvertretend für die Koordinierungsstelle. Sie wird von außen, unvoreingenommen in alle bestehenden Angebote der individuellen Übergangsbegleitung hineinleuchten und diese transparent machen. Dies wird zeigen, wo sich Angebote ergänzen können, aber auch wo es zu wenig oder sogar zu viele Aktivitäten im Übergangsmanagement gibt. Dies kann helfen, Ressourcen besser zu steuern und effektiver zu nutzen. Überblick, Durchblick und Einblick in die Region werden so durch die Koordinierungsstelle ermöglicht.         

Aus diesen Vorbemerkungen ergeben sich für das RÜM Vorpommern-Rügen folgende Wirkungsfelder:

  • Im Blickfeld des RÜM Vorpommern-Rügen (Nordvorpommern) werden alle Maßnahmen, Projekte und Angebote sowie deren Träger stehen, die sich an Jugendliche bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres richten.
  • Jugendliche werden in ihrem Übergang ins Berufsleben in den unterschiedlichsten Lebensbereichen - Schule, Familie, Berufsschule, Ausbildungsbetriebe, Einsatzstellen für Praktika und freiwillig soziale Jahre, Freizeit, begleitet bzw. erlangen dort Kompetenzen. Damit wird das RÜM Vorpommern-Rügen (Nordvorpommern) den schulischen, beruflichen und außerschulischen Bildungsbereich im Sinne des Leuchtturmes anstrahlen. 

1. Phase: Schaffung einer Daten- und Berichtsgrundlage, Bestandsaufnahme, Ansprache von möglichen Netzwerkpartnern
2. Phase: Kosten-Nutzen-Analyse, Darstellen von möglichen neuen Handlungsfeldern – Zukunftschancen ermitteln, Aktive Netzwerkarbeit - Kräfte bündeln
3. Phase: Erschließung neuer Wege des Übergangs mit den Akteuren, Entwicklung von Maßnahmen und Strategien zur Verstetigung des RÜMs über den Projektzeitraum hinaus, Potenziale nutzen

Am Projekt beteiligt werden die unterschiedlichsten Personen, Gruppen, Organisationen, Institutionen sowie Verbände sein. Ressort-, fach- und regionalübergreifend wird gemeinsam das Gesamtkonzept „Regionales Übergangsmanagement“ entwickelt und umgesetzt.

Dabei richtet sich das Regionale Übergangsmanagement als solches an die Zielgruppen Jugendliche bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, Eltern sowie Unternehmer und Unternehmerinnen.

Rolle der Koordinierungsstelle „LEUCHTTURM“ – Regionales Übergangsmanagement   
Die Koordinierungsstelle wird neutral den Prozess zur Entwicklung eines Gesamtkonzeptes Regionales Übergangsmanagement begleiten, strukturieren und moderieren. Dabei verstehen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Koordinierungsstelle als Fürsprecherinnen und Fürsprecher für das Gesamtkonzept des regionalen Übergangsmanagements im Landkreis. Wobei dieses Gesamtkonzept von den am Projekt beteiligten Akteuren miteinander entwickelt wird. Eine wichtige Rolle hierbei wird der Begleitausschuss spielen. Die Koordinierungsstelle wird in enger Abstimmung mit dem Begleitausschuss die anstehenden Tätigkeiten auf dem Weg zu diesem Gesamtkonzept sowie die einzelnen Ergebnisse transparent darstellen. 

Ergebnisse

Ergebnis

Ziel des Projekts war es, auf der Ebene der Landkreisverwaltung eine Koordinierungsstelle zu etablieren, die - orientiert an den regionalen Bedarfen und regionalen Schwerpunktsetzungen der beteiligten Akteure - neue bzw. verbesserte Strukturen im Bereich des Übergangs Schule-Beruf initiiert, abstimmt und im Durchführungsprozess koordiniert. Das Projekt konkretisierte sich in folgenden Handlungsfeldern:
- Verbesserung der Berufsorientierung zur Schulzeit und rasche Einmündung in die betriebliche Ausbildung,
- Aufbau von Strukturen und Entwicklung von Verfahren zur Herstellung von Transparenz in der Angebots- und Nachfragesituation,
- Verbesserung der Kooperation und der regionalen Abstimmungsprozesse durch Gremienarbeit und Entwicklung bzw. Intensivierung struktureller Rahmenbedingungen.
Um diese Ziele zu erreichen, wurde ein ressortübergreifend besetzter Begleitausschuss gegründet, dessen Handeln sich nach einer verbindlichen Geschäftsordnung richtete.
Auf der Basis einer grundlegenden Bestands- und Bedarfsanalyse wurde mit den regionalen Partnern eine Gesamtstrategie für das Übergangsmanagement entwickelt, die auf Fachtagungen, in Workshops und im Begleitausschuss diskutiert, reflektiert und auf Effektivität im Sinne der Zielerreichung überprüft wurde. Der Erfolg des Projekts wird an der Nachhaltigkeit der entwickelten Strukturen und dem funktionsfähigen Arbeitsbündnis Jugend Beruf mit der beim Landkreis im Fachdienst Jugend angesiedelten Geschäftsführung deutlich. Auch die Netzwerkstrukturen konnten erweitert, intensiviert und qualitativ verbessert werden.

Fazit

Durch intensive Zusammenarbeit, gute Netzwerkarbeit und koordinierte Abstimmungsprozesse ist es gelungen, Politik und Verwaltung für das Thema des Übergangs von der Schule in die Arbeitswelt zu sensibilisieren und die Aufgabe des Regionalen Übergangsmanagement nachhaltig beim Fachdienst Jugend in der Kreisverwaltung zu verankern und unter dem Namen "Leuchtturm - Regionales Übergangsmanagement Landkreis Vorpommern-Rügen" weiterzuführen.

Das Regionale Übergangsmanagement Vorpommern-Rügen befindet sich in der 2. Phase der Umsetzungsstrategie. Hierzu zählen die Bestandsaufnahme sowie die Bedarfsanalyse.
Eines der wichtigsten Ergebnissen im Jahr 2012 ist unter anderem die Weiterentwicklung der Angebotslandkarte zu PlanBeruf – die Landkarte für Jugendliche. Hier haben Unternehmen aus der Region die Möglichkeit, ihre Angebote - Praktikumsplätze, Ausbildungsstellen, Duales Studium, Ferienjobs und einige mehr - ortsgenau und kostenlos einzustellen. Jugendliche, interessierte Eltern aber auch Lehrerinnen und Lehrer können diese Angebote auf www.lk-vr.de/ruem abrufen.

Im Zuge der schriftlichen Bestandsaufnahme im Landkreis Nordvorpommern mit späterer Erweiterung auf Vorpommern-Rügen ist die Arbeitshilfe „Irrgarten Schule-Beruf“ entstanden. Hier werden Programme, Angebote und Maßnahmen, die im Landkreis Vorpommern-Rügen zu finden sind beschrieben und die durchführenden Träger genannt. Als weiteres Ergebnis der Bestandsaufnahme ist der Bericht „Übergang Schule-Beruf – eine Standortbestimmung für den Landkreis Vorpommern-Rügen“ veröffentlicht worden.

Im Sinne der Bedarfsanalyse hat das RÜM in Vorpommern-Rügen im Jahr 2012 eine Befragung an allen Förderschulen des Landkreises durchgeführt. Als Ergebnis entstand der Bericht „Berufsorientierung an Schulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen“. Er wurde in einer Veranstaltung mit Vertreterinnen und Vertretern der Förderschulen sowie weiteren Institutionen und interessierten Personen vorgestellt und diskutiert. Außerdem vergab die Koordinierungsstelle extern den Auftrag zu einer branchenübergreifenden Unternehmensbefragung. Diese wurde Ende 2012 mit einer großen Veranstaltung an der FH Stralsund präsentiert und veröffentlicht.

Nach der Kreisgebietsreform und der Überarbeitung der Landkreiswebseiten befindet sich nun auch die Projekthomepage des RÜM auf den neuen Seiten des Landkreises Vorpommern-Rügen. www.lk-vr.de/ruem

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der regionalen Projekte des „Regionalen Übergangsmanagements“ aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg trafen sich auch im Jahr 2012 zu regelmäßigen gemeinsamen Projekttreffen und zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Dabei wurden der jeweils aktuelle Projektstand und die vorliegende Ergebnisse vorgestellt und gemeinsam Lösungen für offene Fragen erarbeitet.

Weitere Meilensteine im Jahr 2012 waren:
• 13 Veranstaltungen bzw. Treffen organisiert und durchgeführt – siehe Übersicht im Anhang.
• 5 Treffen des Begleitausschusses
• flächendeckend gibt es seit 2012 AK SchuleWirtschaft und ein Beratungsangebot von Jugendmigrationsdiensten
• 20 Pressemitteilungen herausgegeben.
• 58 Veröffentlichungen, die die Arbeit des RÜM bzw. RÜM-Themen betrafen
• 29 neue Erfahrungsberichte wurden erstellt – siehe „Veröffentlichungen 2012“.
• Berufswegeplan als A1-Plakat veröffentlicht
• erster Elternbrief mit Berufswegeplan ausgegeben
• Modellentwicklung Wirksamkeitsanalyse.

Alle weiteren Aktivitäten können Sie unter www.lk-vr.de/ruem verfolgen.
Eine komplette Zusammenfassung aller Aktivitäten finden Sie in unserem „Jahresbericht 2012“.

 

Das Regionale Übergangsmanagement Nordvorpommern befindet sich in der ersten Phase der Umsetzungsstrategie: Schaffung einer Daten- und Berichtsgrundlage, Bestandsaufnahme, Ansprache von möglichen Netzwerkpartnern.

 

Auf der Projekt-Homepage www.lk-nvp.de/ruem wird unter dem Punkt Erfahrungsberichte werden Interviews und Berichte stehen, in denen Auszubildende, Schülerinnen und Schüler als auch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber und Fachkräfte schildern, wie sie den Übergang Schule-Beruf erleben.

 

Der Auswertungsbericht der Schülerinnen- und Schülerbefragung 2011 zur Berufsorientierung an Schulen im ehemaligen Landkreis Nordvorpommern liegt unter dem Titel "Schule vorbei - ab in den Beruf?" vor. Die Koordinierungsstelle "LEUCHTTURM" des Regionalen Übergangsmanagements Nordvorpommern hatte 385 Schülerinnen und Schüler der achten bis zwölften Klassen an neun Regionalen Schulen und Gymnasien in Nordvorpommern nach Berufsperspektiven und Wünschen befragt. Die Ergebnisse liegen nun vor.

Den Bericht unter "Downloads" auf der Projekt-Homepage herunterladen

 

Im November 2011 fand die Auftaktveranstaltung als Fachtag statt: Berufsperspektiven und Wünsche von Schülerinnen und Schülern sind Grundlage für die weitere Diskussion im Bereich Berufsorientierung

Eingeladen waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters, Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, die sich mit Berufsorientierung befassen, Schulleiterinnen und Schulleiter, selbstständige Handwerker und Lehrlinge. Auch Vertreter aus der Wissenschaft, der Wirtschaftsförderung und des Landkreises beteiligten sich aktiv. Das Fazit: Die Ressourcen der Maßnahmen zur Berufsorientierung müssen besser vernetzt und transparenter gemacht werden, um sie besser nutzen zu können.

 

Der Begleitausschuss für das Regionale Übergangsmanagement (RÜM) Nordvorpommern und JUGEND STÄRKEN: Aktiv in der Region traf sich im November 2011 zum vierten Mal in diesem Jahr. Dabei wurden die weiteren Arbeitsschritte für das Jahr 2012 festgelegt. Für das RÜM steht nun an, eine Strategie für den Übergang Schule-Beruf zu entwickeln, wobei auch die Arbeit der Schulen mit der neuen Richtlinie zur Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen des Landes M-V einbezogen werden soll.

Der Begleitausschuss sprach sich weiterhin für eine regionale Erweiterung des RÜMs von dem Gebiet des Altkreises Nordvorpommern auf den gesamten Landkreis Vorpommern-Rügen aus.

 

Eine erste Denkwerkstatt zum Regionalen Übergangsmanagement in Nordvorpommern fand mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Bildungs- und Jugendhilfeeinrichtungen, Schulen, Handwerkskammern, Unternehmerverbänden und Institutionen des Arbeitsmarktes im September 2011 statt. Gemeinsam wurde geschaut, was sich im Rahmen des RÜM für jede einzelne Institution und Einrichtung ergeben kann und wie die weitere Arbeit im Interesse der Jugendlichen und Träger weiter gehen soll.

 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der regionalen Projekte des „Regionalen Übergangsmanagements“ aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Brandenburg treffen sich regelmäßig zu gemeinsamen Projekttreffen und zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Dabei wird der jeweils aktuelle Projektstand und vorliegende Ergebnisse vorgestellt und gemeinsam Lösungen für offene Fragen erarbeitet.

Die Projektaktivitäten präsentiert das RÜM Nordvorpommern auf seiner Internetpräsenz: http://www.lk-nvp.de/typo3/index.php?id=1035

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

Erhebungen

 
Förderung
Durchführung