Kreis Wesel
"Bildungsbrücke statt Bildungslücke", Kreis Wesel, Nordrhein-Westfalen, Förderlaufzeit: 01.09.2010-31.08.2013


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Fachdienst 48 -Schulen und Regionale Schulberatung
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Der Kreis Wesel mit seinen 13 kreisangehörigen Städten und Gemeinden bietet mit seiner Lage vom ländlichen Niederrhein bis hin zum industriellen Ruhrgebiet ein breites Beschäftigungsspektrum. Doch seit längerer Zeit durchläuft der Kreis Wesel einen intensiven Strukturwandel, welcher - insbesondere gekennzeichnet durch die Abkehr vom Steinkohlebergbau - erhebliche Veränderungen und Anpassungen bei der Beschäftigung und im System der beruflichen Qualifizierung zur Folge hat.

Zudem zeigt sich, dass ein erheblicher Teil der Jugendlichen nach Beendigung der Pflichtschulzeit nicht unmittelbar in eine duale oder vollzeitschulische Ausbildung übergeht, sondern Angebote eines über die Jahre gewachsenen Übergangssystems wahrnimmt. Die Gründe für die Entscheidung, diese Übergangslösung zu wählen, sind ebenso vielfältig wie die Zahl der zur Verfügung stehenden Angebote, welche sich selbst für die regionalen Experten als intransparentes System darstellen.

Aufgrund der bisher fehlenden Koordination des Übergangssystems im Kreis Wesel liegen keine flächendeckenden Kenntnisse über die verschiedenen Förderinstrumente vor. Dadurch bedingt gibt es keine abgestimmte Maßnahmenplanung, zum Teil konkurrierende Angebote, Doppelstrukturen und Angebotslücken. Eine weitere Unbekannte sind die Anschlussperspektive und der Verbleib der Jugendlichen nach Inanspruchnahme der verschiedenen Förderangebote.

Konkretes Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines regionalen Netzwerkes zur Verbesserung des Übergangsmanagements im Kreis Wesel, um die Anzahl der Jugendlichen ohne Berufsabschluss und Ausbildungsverhältnis mittelfristig zu verringern.

Dies soll unter systematischer Einbindung aller verantwortlichen Akteure im Bereich des Übergangsmanagements und der bereits vorhandenen Kommunikations- und Netzwerkstrukturen im Kreis Wesel geschehen. Zielgruppe des Projektes sind dabei die Jugendlichen, die aufgrund fehlender Qualifikationen (fehlender oder schlechter Schulabschluss) oder individueller Voraussetzungen (z.B. Migrationshintergrund) den Übergang in eine Berufsausbildung nicht geschafft haben.

Erste Aufgabe im Rahmen des Projektes ist die Durchführung einer Bestandsaufnahme des Übergangssystems an den kreiseigenen Berufskollegs mit anschließender Stärken-Schwächen-Analyse. Ziel ist dabei, das derzeitige Förderangebot für alle Beteiligten transparenter zu gestalten und eine Bewertung der vorhandenen Förderinstrumente vornehmen zu können.

Dadurch erhalten die Beteiligten Kenntnis über sämtliche Förderangebote, so dass eine zielgerichtete Beratung der Jugendlichen erfolgen kann. Darüber hinaus besteht durch die dann vorliegende Einsicht in die Stärken und Schwächen im System die Möglichkeit, das bisherige Bildungs- und Förderangebot zu optimieren. Hinzu kommt, dass Doppelstrukturen zukünftig vermieden werden können, da nach der Bestandsaufnahme auch klar sein wird, welche Förderungen von wem bereits angeboten werden.

Parallel wird eine Verbleibstudie an den kreiseigenen Berufskollegs durchgeführt, die Aufschluss über die Anschlussperspektiven und Bildungserfolge von Jugendlichen im Übergangssystem geben soll. Durch Einbeziehung der regionalen Wirtschaft und Hochschulen kann das Bildungsangebot zukünftig konkreter am Bedarf der Unternehmen im Kreis Wesel ausgerichtet werden.

Über die Projektlaufzeit soll ein Netzwerk „Regionales Übergangsmanagement im Kreis Wesel“ mit partnerschaftlicher Koordination des Kreises Wesel und unter Einbeziehung aller beteiligten Akteure geschaffen werden. Dies erfolgt über die Einführung kreisweiter Entwicklungswerkstätten und regelmäßiger Treffen im Rahmen von Regionalkonferenzen an den Standorten der Berufskollegs sowie von jährlichen Projektkonferenzen. Dadurch kann das Übergangsmanagement zukünftig großflächig und nachhaltig betrieben werden. Die beteiligten Akteure erhalten darüber hinaus die Möglichkeit, an Best-Practice-Beispielen anderer Anbieter zu partizipieren.

Das Projekt zielt nicht darauf ab, zusätzliche Strukturen zu schaffen, sondern die vorhandenen Strukturen sinnvoll zusammenzulegen und auszubauen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist daher die Chance, vorhandene Kompetenzen z.B. durch Zusammenlegung vorhandener Arbeitskreise bzw. Runder Tische etc. zu bündeln.

Ergebnisse

Ergebnis

Durch das Projekt „Regionales Übergangsmanagement Wesel“ konnte die bislang fehlende Netzwerkstruktur und die in vielen Bereichen fehlende Zusammenarbeit der Akteure im Kreis Wesel ausgebaut werden. Es existiert nunmehr eine funktionsfähige Netzwerkstruktur im Übergang Schule - Beruf, die zudem über verbesserte Planungsgrundlagen verfügt. Über die Instrumente BildungsFinder, Bildungswegweiser und Angebotsdatenbank wurden erstmalig alle Anschlussoptionen und Beratungsangebote gebündelt und transparent gemacht. Somit können den Jugendlichen im Rahmen der Beratung umfassende Anschlussperspektiven aufgezeigt werden. Die entwickelte Gremienstruktur wird auch im Zuge des Landesvorhabens „Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule - Beruf in NRW" weiterhin aufrechterhalten. Die entwickelten Instrumente werden fortgeschrieben und weiter ausgebaut.

Fazit

Der Kreistag des Kreises Wesel hat am 14.03.2013 beschlossen, die Strukturen und Personalressourcen des RÜM nach dem 31.08.2013 in das Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule - Beruf in NRW" zu überführen, so dass eine nachhaltige Sicherung der gewonnenen Erkenntnisse und Instrumente des Vorhabens und eine Weiterbearbeitung der Aufgaben gegeben ist. Die im Rahmen des Vorhabens erarbeiteten Instrumente BildungsFinder und Bildungswegweiser stellen mit Blick auf das Handlungsfeld „Systematisierung des Übergangssystems" einen wichtigen Baustein dar und werden im Rahmen des Landesvorhabens weiter fortgeschrieben werden. Die gewonnenen Erkenntnisse aus den Abgangsklassenbefragungen an den Berufskollegs des Kreises Wesel können für den Aufbau des Übergangsmonitorings im Kreis Wesel genutzt und weiter ausgebaut werden. Die Befragungen sollen künftig auch auf die allgemeinen Schulen ausgedehnt werden.

Seit dem 01.09.2010 beteiligt sich der Kreis Wesel mit dem Projekt „Bildungsbrücke statt Bildungslücke – Regionales Übergangsmanagement (RÜM) im Kreis Wesel“ am Programm „Perspektive Berufsabschluss“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und ist in der Lage eine tiefergehende Betrachtung des Themas Übergang Schule – Beruf vorzunehmen.

Das Projekt verfolgt drei Ziele:

1. die Herstellung von Transparenz, sowohl bezogen auf die bestehenden Angebote als auch in Bezug auf die agierenden Akteure/innen,
2. die Kenntnis über den Verbleib von Jugendlichen nach der Inanspruchnahme von Angeboten der Berufskollegs,
3. die Vernetzung der Akteure/innen, da die Angebote nur dann aufeinander abgestimmt werden können, wenn alle Expertinnen und Experten zusammenarbeiten.

Zur Erreichung der vg. Ziele hat das Team vom RÜM Kreis Wesel im Jahr 2012 nachfolgende Schritte unternommen:

Januar:

Der Januar war gekennzeichnet durch die Vorbereitung des Fragebogens für das Pilotprojekt „Dinslaken Plus“, welches in Kooperation mit dem Berufskolleg Dinslaken und der Ernst-Barlach-Gesamtschule in Dinslaken erfolgt. Über das Pilotprojekt wird eine Panelbefragung von Schülerinnen und Schülern der Ernst-Barlach-Gesamtschule ansetzend in Klasse 9 durchgeführt, um bessere Verlaufsdaten zu erhalten.
Darüber hinaus erhielten die allgemeinen Schulen sowie sämtliche Beratungseinrichtungen den vom RÜM entwickelten „Bildungswegweiser“. Dieser stellt ein Beratungsinstrument dar, welches anschaulich die unterschiedlichen Anschlussoptionen nach der allgemeinen Schule (gestaffelt nach dem vorhandenen Schulabschluss des einzelnen Jugendlichen) aufzeigt, die entweder zu einem höherwertigen Schulabschluss oder zu einem Berufsabschluss führen. Zusätzlich wurden die Angebote aus dem Bildungswegweiser mit detaillierten Informationen in der Angebotsdatenbank auf der Internetseite des Kreises Wesel aufgenommen.

Des Weiteren wurde die im November/Dezember 2011 durchgeführte Folgebefragung der Abgangsschülerinnen und –schüler ausgewertet. Die Folgebefragung ergab einen Rücklauf von 204 auswertbaren Fragebögen. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 25,93 % ausgehend von der Anzahl der Jugendlichen, die ihr Einverständnis erklärt haben, an der Folgebefragung teilzunehmen.

Februar:

Im Februar 2012 stand weiterhin die Auswertung der Ergebnisse der Folgebefragung im Vordergrund.

Darüber hinaus fand der Pretest für das Pilotprojekt „Dinslaken Plus“ an der Ernst-Barlach-Gesamtschule statt.

Bei der Sitzung des Beirats Schule – Beruf am 15.02.2012 stellte das Team vom RÜM Kreis Wesel die bisherigen Projektergebnisse vor.

Darüber hinaus wirkte das Team vom RÜM Kreis Wesel in diesem Jahr aktiv an dem Projekt „komm auf tour“ mit, einem Berufsorientierungsparcours für Schülerinnen und Schüler in Klasse 7 und Klasse 8 der Förder-, Haupt- und Gesamtschulen, welches in diesem Jahr erstmalig für die rechtsrheinischen Schulen angeboten wurde. Das Team vom RÜM Kreis Wesel übernahm hier die Anmeldekoordination für die Schulen war an den drei Veranstaltungstagen (12. – 14.06.2012) auch aktiv im Parcours eingebunden.

März:

Am 05.03.2012 fand das 2. Themenforum mit den Bildungsträgern im Kreis Wesel statt. Da die Befragung der sogenannten „Maßnahmeklassen“ an den Berufskollegs im Jahr 2011 nur einen geringen Rücklauf hatte, wurde in diesem Jahr erstmalig eine Befragung bei den Bildungsträgern durchgeführt. Bei dem 2. Themenforum wurde die Befragung abgestimmt.

Am 13.03.2012 führte das Team vom RÜM Kreis Wesel eine Informationsveranstaltung mit den Schülervertretungen und den Beratungslehrerinnen und Beratungslehrern der kreiseigenen Berufskollegs durch, um auch die Eindrücke der Schülerschaft hinreichend zu berücksichtigen. Ein zentrales Ergebnis der Veranstaltung war die Aussage, dass frühzeitige Berührungspunkte mit der Wirtschaft für die spätere Berufswahlentscheidung von zentraler Bedeutung sind. Dies sowohl im Hinblick auf früher einsetzende Berufsorientierungsangebote mit Betriebserkundungen und Praktika, als auch im Hinblick auf beispielsweise Informationsveranstaltungen mit Auszubildenden und Betrieben an den Schulen.

Am 15.03.2012 fand erneut ein NRW-weiter Austausch mit den Projekten aus der 2. Förderrunde statt. Bei den Treffen werden NRW-weite Belange des RÜM diskutiert und über Transferinstrumente gesprochen, die NRW-weit eingesetzt werden können (beispielsweise die Angebotsdatenbank oder spezielle Erhebungsinstrumente).

In der Zeit vom 22.03.2012 bis 06.07.2012 wurde die 2. Abgangsklassenbefragung an den kreiseigenen Berufskollegs online geschaltet.

April/Mai:

Der April war der Vorbereitung und Planung der ersten kreisweiten Entwicklungswerkstätten zu den Themen Ausbildungsplatz, Angebotslandschaft und Berufsorientierung verschrieben. Diese fanden am 18.04.2012, 25.04.2012 und 09.05.2012 statt. Die Ergebnisse können den Veranstaltungsdokumentationen entnommen werden.

Um die formulierten Lösungsansätze, Erfahrungstransfer hinsichtlich Best-Practice-Beispielen und Erstellung eines Angebots- und Maßnahmenkatalogs weiterverfolgen zu können, startete das Team vom RÜM Kreis Wesel im April eine Abfrage der Angebote bei allen beteiligten Akteuren/innen.

Am 10.05.2012 fand das 3. Themenforum mit den Bildungsträgern im Kreis Wesel statt. Bei der vg. Veranstaltung wurde der Fragebogen für die Abgangsklassenbefragung präsentiert und mit den Bildungsträgern abgestimmt. Darüber hinaus wurden die Termine und Fristen für die Befragung besprochen. Seitens der Bildungsträger wurde zudem der Wunsch geäußert, eine Veranstaltung mit den Berufskollegs und den Beratungslehrern und Berufseinstiegsbegleitern der allgemeinen Schulen durchzuführen. Hintergrund des Gespräches ist die über das Neue Übergangssystem Schule – Beruf NRW geforderte Anschlussempfehlung für jeden Jugendlichen. Hierzu ist zunächst erforderlich, dass sich die beteiligten Akteure/innen bekannt sind und dass eine einheitliche Verfahrensweise abgestimmt wird. Die Veranstaltung wird am 28.01.2013 kurz vor der Anmeldephase an den Berufskollegs stattfinden.

Juni:

Ab dem 04.06.2012 wurde der Fragebogen für die Bildungsträger online geschaltet. Darüber hinaus fand die erste Befragung im Rahmen von Dinslaken Plus statt.

Des Weiteren fand am 18.06.2012 die 2. Projektkonferenz statt, bei welcher rund 90 Akteure/innen unterschiedlicher Institutionen anwesend waren. Neben den Ergebnissen aus der bisherigen Projektarbeit wurden auch verschiedene regionale Projekte aus Voerde, Dinslaken und Kamp-Lintfort vorgestellt. Darüber hinaus standen die Neuerungen im Rahmen des „Neuen Übergangssystems Schule – Beruf NRW“ im Fokus. Zu diesem Punkt waren auch das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales sowie die Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH anwesend und stellten die Neuerungen und Besonderheiten der Landesstrategie vor. Bei einer Podiumsdiskussion wurden Vertreter der Kammern, Arbeitsverwaltungen, Bildungsträger und Berufskollegs zu ausgewählten Themen des Übergangsmanagements befragt. Am Ende der Veranstaltung fand zudem die Verlosung aus der ersten Abgangsklassenbefragung im Jahr 2011 statt. Über die gesamte Veranstaltung wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über das Instrument des e-Votings in die Inhalte eingebunden. Unter anderem wurde danach gefragt, welche Wirkung das Projekt bisher entfaltet hat. Hier gaben 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, dass das Projekt für einen verbesserten Erfahrungsaustausch der Netzwerkpartner gesorgt habe. 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erklärten, dass sich die Netzwerkarbeit durch das Projekt verbessert habe. 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gaben an, dass die Angebote des Übergangssystems für die Jugendlichen transparenter geworden seien. 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind der Ansicht, dass sich durch das Projekt die Datenlage für die Akteure/innen verbessert hat und 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erklärten, dass das Projekt zu der Entwicklung von Konzepten und Strategien beigetragen habe. Am Ende der Veranstaltung gaben 92,45 % der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, dass Sie die Aussage voll und ganz oder in weiten Teilen unterstützen, dass die aufgezeigten Lösungsansätze einer kontinuierlichen Bearbeitung seitens des Kreises Wesel bedürfen.

August/ September:

Die Sommerpause wurde seitens des Teams vom RÜM Kreis Wesel dazu genutzt, die Abgangsklassenbefragungen bei den Bildungsträgern und den Berufskollegs sowie die Befragung im Rahmen von „Dinslaken Plus“ auszuwerten.

Darüber hinaus wurden die Rückläufe hinsichtlich der Angebotsabfrage bei den Akteuren/innenn gesichtet und an dem Angebots- und Maßnahmenkatalog gearbeitet.

Das Team vom Regionalen Übergangsmanagement war zudem am 04.09.2012 bzw. 19.09.2012 als Gastredner bei der Expertinnenrunde zur Frauenerwerbstätigkeit sowie bei einer Veranstaltung der IMBSE GmbH zum Thema „Interkulturelle Berufs(wahl)orientierung und kulturelle Vielfalt – Praxiserfahrungen und zukünftige Möglichkeiten“ eingeladen.

Darüber hinaus leiteten die Mitglieder des Projektteams am 28/29.09.2012 beim Transferworkshop des Projektträgers zwei Arbeitskreise zum Thema „RÜM in der kommunalen Haushaltsplanung“.

Des Weiteren beteiligte sich das Team vom RÜM Kreis Wesel am Tag des Handwerks im Handwerklichen Bildungszentrum in Moers sowie am Tag der Berufe im Forum der Hauptschule Xanten.

 

Oktober

Im Oktober wurden die Ergebnisse der Abgangsklassenbefragungen mit den Berufskollegs und den Bildungsträgern abgestimmt. Zudem wird der Fragebogen für die Folgebefragung fertig gestellt und die Befragung vorbereitet. Die Ergebnisse aus der Abgangsklassenbefragung 2012 werden in der Schul-, Kultur- und Sportausschusssitzung am 14.11.2012 präsentiert.

Darüber hinaus wurde der Angebots- und Maßnahmenkatalog, BildungsFinder (BiFi) fertig gestellt.

 

November/ Dezember

 

Am 23.11.2012 wurde die Folgebefragung der Schülerinnen und Schüler in den Abgangsklassen 2012 der Berufskollegs und der Bildungsträger freigeschaltet. Aktuell läuft die entsprechende Auswertung der Daten.

Bei dem vierten RÜM- NRW Treffen am 22.11.12 in Wesel wurde neben den Berichten aus den einzelnen Projekten vor allem das „Neue Übergangssystem Schule-Beruf NRW“ thematisiert.

Bei den Regionalforen in Dinslaken (20.11.12), Moers (05.12.12) und Wesel (12.12.12) wurden neben aktuellen Informationen aus dem Projekt die Zwischenergebnisse aus der 2. Abgangklassenbefragung an den Berufskollegs und bei den Bildungsträgern vorgestellt. Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden folgende Thementische mit rotierenden Arbeitsgruppen gebildet:
• Berufs- und Studienorientierung
• Attraktivität des dualen Systems
• Systematisierung des Übergangssystems / Angebotslandschaft

Zusammenfassend für alle drei Regionalforen kann gesagt werden, dass für alle Handlungs- und Abstimmungsprozesse zwischen Schule, Wirtschaft und den Bildungsträgern eine Koordinierungsstelle erforderlich und gewünscht ist um Gremienstrukturen zu erhalten, Netzwerke auszubauen, Veranstaltungen zu bündeln, Standardelemente zu entwickeln und einzubinden sowie erarbeitete Instrumente fest in die Beratungsstruktur zu etablieren.

Bestandsaufnahme des Übergangssystems der kreiseigenen Berufskollegs

Da es den Jugendlichen bei der Vielzahl an Maßnahmen und Angeboten zunehmend schwerfällt zu entscheiden, welcher Weg für sie nach Abschluss der Regelschule der Richtige ist, soll über die Bestandsaufnahme die Angebotslandschaft im Kreis Wesel für alle Beteiligten transparenter gestaltet werden. In diesem Zusammenhang sind in der Zeit von Mai bis Juli 2011 mit allen beteiligten Akteurinnen und Akteuren Expertengespräche geführt worden. In den Gesprächen ist insbesondere erfragt worden, wie die Akteurinnen und Akteure das Übergangssystem wahrnehmen und welche Stärken und Schwächen es gibt. Daneben hat das RÜM-Team beim Kreis Wesel ein Themenforum mit den Bildungsträgern im Kreis Wesel durchgeführt, um zu erfahren, welche Einschätzungen die Hauptakteure im Bereich der Maßnahmen der Arbeitsverwaltungen zum derzeitigen Übergangssystem haben.

Im Wesentlichen wurden seitens der befragten Expertinnen und Experten folgende Angaben gemacht:

Ursächliche Faktoren für die prekäre Lage von jungen Menschen im Übergangssystem sind:

  • Fehlende bzw. falsche Vorbilder im Leben der Jugendlichen (auch forciert durch Medien) sowie Defizite in der Erziehungsarbeit vonseiten der Eltern,
  • starke Defizite bei Schlüsselqualifikationen und Alltagskompetenzen,
  • falsche bzw. unrealistische Vorstellungen der Jugendlichen in Bezug auf ihre eigenen beruflichen Fähigkeiten sowie
  • ebenfalls diffizile Auffassungen über einige Berufsbilder.

Die Angebotsstruktur im Kreis Wesel beurteilen die Befragten wie folgt:

  • Die Situation im Übergangssystem sei regional sehr verschieden,
  • manche Angebote im Übergangssystem werden eher kritisch gesehen (sowohl Angebote der Berufskollegs als auch Angebote freier Träger),
  • oftmals werde die Entscheidung, einen Bildungsgang an einem Berufskolleg zu besuchen, unreflektiert getroffen; eine Ausbildung werde oft nicht als mögliche Alternative in Betracht gezogen,
  • der Erfolg der Angebote im Übergangssystem sei in großem Maße abhängig vom Engagement der Lehrpersonen und des pädagogischen Personals.

Als Handlungshinweise ergeben sich aus den Gesprächen folgende Einschätzungen:

  • Die Notwendigkeit eines Übergangssystems wird weiterhin gesehen,
  • es müssten aussagekräftige Daten erhoben werden, die Auskunft über den Verbleib der Jugendlichen nach Beendigung der Pflichtschulzeit geben sowie solche, die den eigentlichen Bedarf aufdecken;
  • die Kooperation zwischen Schule und Praxis (Kontakt zu Betrieben) müsse gefördert werden,
  • Berufsorientierung müsse früh ansetzen und auch fester Bestandteil an den Gymnasien werden,
  • für ein gutes Gelingen seien gute Kooperationen, einfache Kommunikationswege und Beständigkeit wesentliche Faktoren; insbesondere müsse eine zentrale Koordinierung der Angebote erfolgen.

Daneben fließen auch die Ergebnisse aus dem KOMM-IN NRW-Projekt „Bildungsbrücken bauen – Schulische Integration im Kreis Wesel“ in die Bestandsaufnahme ein. Der Abschlussbericht soll Anfang 2012 im Lenkungskreis Schulentwicklungsplanung und im Anschluss den politischen Gremien vorgestellt werden.

Verbleibstudie an den kreiseigenen Berufskollegs

Eine wesentliche Zielsetzung des Projektes ist die Schaffung einer fundierten Datenbasis zum Übergangssystem, mit deren Ergebnissen Bedingungen im derzeitigen System ausfindig gemacht werden können, die über den Erfolg auf dem Weg durch das Bildungssystem entscheiden. Die bisher verfügbaren Daten aus der Schulstatistik liefern dazu wichtige Grundlagen, müssen aber um Informationen über Motive, Verbleib und Anschlussperspektiven der Jugendlichen ergänzt werden.

Zu diesem Zweck werden in den Jahren 2011, 2012 und 2013 jeweils Befragungen der Absolventinnen und Absolventen aller Bildungsgänge der fünf Berufskollegs des Kreises Wesel durchgeführt, die nicht dem dualen System der Berufsausbildung zuzurechnen sind.

Zentrale Themen der Befragung sind:

  • die zuvor besuchte Schulform und der erworbene Schulabschluss,
  • der aktuell besuchte Bildungsgang und der voraussichtlich zu erwerbende Abschluss,
  • die Gründe für die Wahl des Bildungsganges,
  • gegebenenfalls der frühere Besuch eines Bildungsgangs an einem Berufskolleg oder bei einem Bildungsträger,
  • Berufswunsch der/des Jugendlichen,
  • Selbsteinschätzung der persönlichen Zukunftsperspektive sowie
  • Angaben zur Person und zum familiären Umfeld.

In einem zweiten Schritt ist die Durchführung einer Wiederholungsbefragung geplant, die ca. ein halbes Jahr nach Verlassen des Berufskollegs insbesondere den Verbleib und die beruflichen Perspektiven der Jugendlichen in den Mittelpunkt stellt.

Zwischen Mai und Juli 2011 wurde die erste Absolventenbefragung der fünf Berufskollegs des Kreises Wesel durchgeführt. Von den Schulleitungen wurde die Anzahl der zum Zeitpunkt der Befragung in den Bildungsgängen befindlichen Schülerinnen und Schüler benannt; den Berufskollegs wurde die entsprechende Menge Fragebögen für jede Klasse zur Verfügung gestellt. Die Befragung wurde durch die Lehrerinnen und Lehrer in den Klassen erläutert und begleitet.

Insgesamt ergab die Befragung einen Rücklauf von 2.297 auswertbaren Fragebögen, was einer Rücklaufquote von 65,14 % entspricht.

Die Folgebefragung wurde im Dezember 2011 gestartet und endet am 15.01.2012.

Schaffung einer nachhaltigen Netzwerk- und Kooperationsstruktur

Einen ganz wesentlichen Anteil der Projektarbeit nimmt der Ausbau der vorhandenen Kommunikations- und Netzwerkstrukturen ein, um eine nachhaltige Bearbeitung des Themenkomplexes Übergang Schule-Beruf gewährleisten zu können.

In diesem Zusammenhang ist eine feste Gremienstruktur verankert worden, um einen regelmäßigen Informationsaustausch zu gewährleisten. Hierzu zählen die kreisweiten Entwicklungswerkstätten zu bestimmten Themenfeldern (z.B. Berufsorientierung, Berufsvorbereitung, Angebotslandschaft und Informationsmanagement, Ausbildungsplatzsituation) mit einem ausgewählten Teilnehmerkreis sowie zwei- bis dreimal jährlich stattfindende Regionalforen an den Standorten der kreiseigenen Berufskollegs. Daneben wird es jährliche Projektkonferenzen geben, die eine Vollversammlung aller beteiligten Akteurinnen und Akteure darstellen. Dort werden die Projektergebnisse gemeinsam mit den beteiligten Akteurinnen und Akteuren diskutiert und die Planung der zukünftigen Projektarbeit in Kooperation mit allen Beteiligten abgestimmt.

Die ersten Regionalforen fanden am 18.10.2011 in Dinslaken, am 14.11.2011 in Moers und am 18.11.2011 in Wesel statt.

Neben dieser Gremienstruktur führt das RÜM-Team beim Kreis Wesel auch Veranstaltungen mit den Bildungsträgern (z.B. das Themenforum Bildungsträger am 13.07.2011) durch und beteiligt sich auf Wunsch der Akteurinnen und Akteure an bestehenden Arbeitskreisen (wie dem Lehrerarbeitskreis Moers), um über die Projektarbeit zu informieren. Darüber hinaus findet auch ein überregionaler Austausch mit anderen Projekten des Programms „Perspektive Berufsabschluss“ statt.

Die nächste Projektkonferenz ist für März 2012 angedacht. Hier sollen die abschließenden Ergebnisse aus der Bestandsaufnahme sowie die Ergebnisse aus der ersten Schulabsolventen- und der Folgebefragung vorgestellt werden.

 

Projekt­darstellungen

Arbeits­materialien

 
Förderung
Durchführung